Frage von whabifan, 238

Warum legen Muslime so viel wert darauf dass der Koran unverändert bleibt?

Einen schönen guten Morgen,

Ich habe eine Frage bzgl. des Islams. Ich lese oft dass Muslime ihre Religion beispielsweise vom Judentum oder dem Christentum abheben, indem sie argumentieren dass der Koran im Gegensatz zur Bibel zb. noch unverändert ist. Aber was ist so erstrebenswert daran? Ist es nicht eher ein Nachteil dass sich ein Text auf den man sich bezieht nicht ändert bzw. ändern darf? Eine Gesellschaft ändert sich und da der Koran ja sozusagen das "Gesetz" für Muslime ist, wäre es doch logisch dass sich der Koran oder seine Interpretation auch an die Gesellschaft anpassen würde. Ich gebe ein paar Beispiele um meine Frage vielleicht verständlicher zu machen.

Schweinefleisch essen ist verboten. Als der Koran verfasst wurde war das eine durchaus sinnvolle Idee. Damals sind viele Leute von Schweinefleisch krank geworden, da es noch keine Kühlschränke gab und keine hochmodernen Konservierungsverfahren von Lebensmitteln wie es sie heute gibt. Und dadurch wurde man durch Schweinefleisch in der Tat schneller krank als von Rindfleisch beispielsweise. Heute ist dies aber nicht mehr der Fall. Man wird heute nicht mehr krank von SChweinefleisch aus dem Supermarkt. Es könnte also als Nahrungsquelle dienen. Wieso wird dies nicht angepasst?

Weiteres Beispiel. Soweit ich informiert bin dürfen Frauen ohne Maram nicht verreisen, bzw. keine weite Reisen unternehmen. Die Begründung ist dass Frauen für die Strapazen einer Reise nicht stark genug sind. Dies ist heute auch nicht mehr wahr, man kann heute ganze Weltreisen mit Flugzeugen tätigen ohne dass diese an grosse Strapazen gebunden sind. Ausserdem sind Frauen heute emanzipiert. Ich kenne viele Frauen die weitaus, auf gut Deutsch gesagt, "härter im nehmen" sind als der Durchschnittsmann.

Wieso wird nicht vor allem letzteres heute angepasst. Es wäre doch im Interesse der Gesellschaft, besonders in dem der Frau (die ja immerhin 50% der Gesellschaft ausmacht). Wieso wird darauf beharrt dass solche Dinge unverändert bleiben.

PS: Ich will keine Hetzkommentare oder unsachliche Kommentare in diesem Beitrag. Bitte nur ernsthafte Antworten. Danke

Lg

Antwort
von uyduran, 179

Wieso wird darauf beharrt dass solche Dinge unverändert bleiben?

Das Problem liegt u.a. darin, dass Verfechter der klassischen Koranexegese (die sich in der eindeutigen Mehrheit befinden) eine historisch-kritische Lesart ablehnen. An den religiösen Instituten der islamischen Welt, die sich nur mit der "islamischen Wissenschaft" (Studium des Korans, der Hadithen, des Rechts) beschäftigten, wurde seit je her keine Theologie (Kalam) gelehrt. Theologie war viel mehr Privatsache und stand sogar oft unter dem Verdacht der Ketzerei, da sie von griechischem Gedankengut beeinflusst war, das als "fremde Wissenschaft" abgetan wurde. Leider hat sich das bis heute nicht wirklich geändert. Warum? Weil konservative Gelehrte glauben, dass bestimmte Tendenzen einer historisch-kritischen Exegese (etwa die Entmythologisierung) den Status der Religion untergraben würden. Man könnte also sagen, sie lehnen aus Angst vor einer Säkularisierung ganzheitliche Analysen des Koran ab. Dies ist nicht nur aus theologischer Sicht (bzw. nicht-muslimischer Sicht) sehr fragwürdig, sondern auch aus religiöser. Denn kritische Vernunft und Glaube sind laut Koran kein Widerspruch, es wird sogar dazu aufgerufen. Der Philosoph Al-Kindi hat schon im 9. Jahrhundert bezüglich Sure 36:79 festgestellt: Der Mensch ist allein durch den Gebrauch seiner Vernunft fähig, die Wahrheit des Propheten, die dieser sowohl in der Offenbarung als auch in seinem Glauben erhielt, zu beweisen. 

Ich plädiere also ganz eindeutig für eine historisch-kritische Koranexegese und das damit verbundene progressive Verständnis des Islam. Dazu zwei Zitate. Das erste von Ednan Aslan, Professor für islamische Religionspädagogik: "Islam ist natürlich das, was wir daraus machen. Die Art, wie wir ihn ausüben und leben, entspricht dem Grad unserer geistigen Reife. Der Islam ist, wie die Muslime sind. Der Koran ist zwar ein abgeschlossenes Buch, aber unser Verständnis der heiligen Schrift ist ein ununterbrochener Prozess. Eine Religion ist deshalb nie fertig, weil die Menschen ständig an ihr arbeiten. Leider stelle ich fest, dass die geistige Reife vieler Muslime im zwölften Jahrhundert viel weiter entwickelt war als jetzt, im 21. Jahrhundert. Kritische Debatten, die vor 800 Jahren in Bagdad geführt wurden, sind heute undenkbar, weil viele Muslime sie als unislamisch betrachten. Gegenwärtig wird eine aufklärerische Perspektive nicht zugelassen, als könnten wir einen Islam mit europäischer Prägung nicht leben. Das macht mir Angst."

Und das zweite von Fazlur Rahman, Professor für islamische Philosophie: "Würden wir heute mit dem Koran so umgehen, als sei er uns eben erst offenbart worden - und genau darauf läuft es hinaus, wenn man den historischen Islam verwirft - so wären wir gar nicht imstande, ihn zu verstehen. Im religiösen Sinn ist der Koran zweifellos so zu behandeln, als würde er dem Geist eines jeden Gläubigen offenbart. Doch derart offenbart werden kann er nur, wenn er auch richtig verstanden wird. Und dafür wiederum gilt es, seine rechtlichen und gesellschaftlichen Aussagen in ihrem geschichtlichen Zusammenhang zu sehen. Hinzu kommt, dass wir die Entwicklung der islamischen Wissenschaft gründlich und historisch-systematisch studieren müssen. Der Bedarf an einer wissenschaftlich-kritischen Auseinandersetzung mit der intellektuellen Vergangenheit des Islam ist umso dringender, da wir heute dazu neigen, diese Vergangenheit zu verteidigen, als sei sie unter Gott."


Glücklicherweise lässt sich ein Zuwachs an prominenten muslimischen Exegeten erkennen, die versuchen, das, was im Koran steht, in seinen Kontext zu stellen. Das sind übrigens in den meisten Fällen Leute, die aus Ländern wie Saudi-Arabien oder dem Iran ausgewandert sind, weil ihnen freies Denken und freie Meinungsäußerung dort nicht möglich ist.

LG

Antwort
von Hamburger02, 238

Weil mann dann mental im Mittelalter bleiben darf ohne aufzufallen und sich um den neumodischen Kram nicht kümmern muss. Das kann schon recht bequem sein.

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 118

Die Autorität der meisten Religion beruht darauf, dass die jeweils als heilig geltende Schrift angeblich "Gottes Wort" sein soll, das an Propheten übermittelt wurde. Das ist erst einmal der Glaube der Anhänger.

Gemäß dieser Logik wäre es unangebracht die heilige Schrift zu verändern, da somit ein unvollkommener Mensch die vollkommenen Worte Gottes ändern würde.

Das einige religiöse Regeln heutzutage als einfach nicht mehr zeitgemäß, überflüssig und diskriminierend angesehen werden können, ist für einige konservative Gläubige nicht akzeptabel.

Dann beruft man sich gerne auf die "Höllenstrafen" im Jenseits, die jenen drohen, welche die Regeln nicht befolgen. So kann man die Menschen gefügig halten.

Natürlich wäre es sehr wünschenswert, wenn jeder Mensch ganz frei, mit seinem gesunden Menschenverstand wählen könnte, welche Gebote überhaupt noch angebracht sind und welche als veraltet gelten könnten.

Er würde dann seinem eigenen Verständnis der heiligen Schriften folgen und könnte mit seiner Religion ein glückliches Leben in einer modernen Gesellschaft führen.

Leider sieht die Realität vielfach so aus, dass in einem konservativen Umfeld sozialer Druck ausgeübt und sich auf die oben genannten Strafen im Jenseits berufen wird, um die Befolgung der Lehren zu erzwingen.

Das betrifft aber nicht nur irgendwelche Familien aus wenig aufgeklärten Regionen, sondern ganze Staaten folgen diesem Prinzip, indem sie die Scharia in der Rechtssprechung anwenden.

Würde man heilige Schriften in irgendeiner Form "aktualisieren", "updaten" den "Qur'an Version 2.0" herausgeben, würde das manchen Herrschern ihre ganze Machtgrundlage entziehen.

Das wäre natürlich wiederum die Ursache für gesellschaftliche Unruhen, da Menschen, die eine moderne Version bevorzugen, mit den Anhängern konservativer Regeln in Konflikt geraten würden.

Bestimmte Gruppen lehnen also auch aus machtpolitischen Gründung eine Änderung ab und nicht allein, weil sie besonders fromm wären.

Für Konflikte sorgt auch, dass die Autorität der heiligen Schrift von einigen Gläubigen über weltliche Gesetze gestellt werden.

Das bekannteste Beispiel dafür sind so genannte "Ehrenmorde", bei denen sich Menschen durch die Religion dazu berechtigt fühlen, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen.

Erfreulicherweise gibt es zahlreiche gemäßigte Gläubige, welche die heiligen Schriften auf eine moderne Weise auslegen und Regeln beiseite lassen, die sie als nicht mehr zeitgemäß betrachten.

Heutzutage wird beispielsweise keine hübsche Frau mehr von Beduinen geraubt und nicht jeder Mann ist ein triebgesteuerter Vergewaltiger, so dass etwa manche Kleidungsvorschriften kritisiert werden können.

Bei einer weltoffenen und modernen Auslegung ist eine Veränderung der Schriften nicht notwendig, da der Gläubige dann offenbar in der Lage ist, mit gesundem Menschenverstand zu wählen.

Wenn man aber bedenkt, wie viele Konservative und Fanatiker ihre heiligen Schriften immer noch wörtlich auslegen, wäre eine Neufassung religiöser Schriften vielleicht keine schlechte Idee.

Sollte sich die "Heilige Schrift 2.0" in der Gesellschaft durchsetzen, hätten nämlich auch gemäßigte Gläubige eine stärkere Autorität.

Dann sagt nämlich der Konservative: "Das darfst du nicht! Gott verbietet in Sure X Vers Y nämlich..."

Der Reformierte könnte dann sagen "Boah, deine Ausgabe ist doch sowas von vorgestern, die entsprechende Passage ist längst gestrichen".

Damit hätte er die heilige Schrift ganz klar auf seiner Seite.

Natürlich werden Konservative solch eine Neuauslegung nicht akzeptieren - aber wenn die Mehrheit der Gläubigen dem "Qur'an-Update" folgen würde, dann könnten sie nicht mehr so leicht von Radikalen eingeschüchtert werden.

Und sehen wir das ganze mal realistisch:

Der Islam besteht aus jüdischen Regeln, einigen christlichen Vorstellungen und Mohammed-Material. Das sind von Menschen niedergeschriebene Werke.

Wann, auf welchen Konzilen, Versammlungen etc etwas abgeändert, entfernt, oder zugefügt wurde, werden die Experten wohl ewig streiten.

Was mir persönlich auf den Zeiger geht, ist herablassende Haltung einiger Gläubiger im Bezug auf die Schriften anderer Religionen:

"Meine Religion ist besser weil sie vollständig und unverändert ist, während eure Schriften verändert wurden".

Jemand mit solch einer arroganten Haltung soll von mir aus gleich zum Sheytan/Satan/Teufel fahren und sich zur Strafe für seinen Hochmut mit nacktem Hintern auf glühende Kohlen setzen, bis es stinkt.

Antwort
von catchan, 189

Es ist immer die Frage, welche Änderungen vorgenommen werden. 

Das, was du beschrieben hast, ist eine Betrachtung der religiösen Schrift unter den historischen Kontext. Etwas, was ich selber für wichtig erachte, egal um welche Religion es sich handelt. Aber das kann jeder Gläubige selbst, indem er den Religionstext liest und sich zu den Begebenheiten dieser Zeit informiert. 

Änderungen hingegen können schwerwiegende Folgen. So kann man beispielsweise einfach jede Bibelstelle streichen, wo der Heilige Geist vorkommt. Man kann sie machen, um gegen gewisse Gruppierungen zu positionieren und dann zu sagen: Schau her, selbst die Bibel sagt das...

Bei den Muslimen geht das Änderungsverbot eigentlich so weit, dass man den Koran nicht übersetzen sollte, sondern auf arabisch lesen sollte. Wobei es uneigentlich natürlich Übersetzungen gibt. 

Ich erachte es wichtig den Religionstext selber lesen zu können. 

Antwort
von earnest, 151

Hi. 

Das ist, kurz und platt gesagt, ähnlich wie mit seltsamen Dogmen wie zum Beispiel der Trinitätslehre bei den Christen: Fundamentalisten befürchten, daß das gesamte Glaubensgebäude zusammenkracht, wenn einer der Stützpfeiler bricht.

Gruß, earnest

Antwort
von Suboptimierer, 152

Es geht darum, dass es keine Autorität geben darf / kann, die den Koran ändert, weil niemand sich anmaßen soll, zu entscheiden, was besser ist als es damals niedergeschrieben wurde.

Das ist beim Christentum aber nicht anders.


Ob die Schriften wirklich nie verändert wurden oder willkürlich ergänzt wurden oder Teile entfernt wurden, das kann niemand zu 100% sagen und ist ein weiterer Teil des Glaubens.

Also bevor man überhaupt anfängt zu glauben, muss man glauben, dass die Schrift, die man vorliegen hat, Gottes (unverfälschtes) Wort ist. Etwas Ersponnenes oder Verfälschtes will man nicht als Glaubensgrundlage haben.

Kommentar von whabifan ,

Okay vielen Dank für die Antwort.

Meiner Meinung nach gibt es eine Autorität die solche Texte ändern könnte. Da es Gottes Wort ist, könnte Gott es ja ändern. Wieso passt Gott sein eigenes Wort denn nicht an die Gesellschaft an?

Kommentar von Suboptimierer ,

Weiß ich nicht. Da musst du ihn schon selber fragen.

Kommentar von Herb3472 ,

Ganz einfach deshalb, weil es gar keinen Gott gibt - und nie gegeben hat.

Kommentar von earnest ,

Das ist im Christentum sehr wohl anders. Das beginnt sich sogar im Katholizismus zu ändern. Anders in DEM Sinn, daß die Bibel zunehmend "freier" AUSGELEGT wird. Kaum jemand möchte zum Beispiel noch gemäß Alten Testament Ehebrecherinnen steinigen.

Selbstverständlich wurden Bibel und Koran geändert. Daß dies beim Koran nicht der Fall sei, ist ein frommes Märchen.

Kommentar von Suboptimierer ,

Vielleicht fehlte eine Formatierung zur Verdeutlichung:

"Es geht darum, dass es keine Autorität geben darf / kann, die den Koran ändert, weil niemand sich anmaßen soll, zu entscheiden, was besser ist als es damals niedergeschrieben wurde.

Das ist beim Christentum aber nicht anders."

Interpretationen gibt es zwar reichlich, aber sie verkaufen sich nicht als Bibel / Koran.

Beim Koran werden die Interpretationen aufdiktiert. Hier bewege ich mich allerdings jetzt auf dünnem Eis.

Kommentar von Dummie42 ,

Stimmt schon. Eine Koranexegese findet praktisch nicht statt. Bei Interpretationen beruft man sich heute noch auf Gelehrte, die vor 800 Jahren gelebt haben. Seitdem herrscht praktisch Kritikverbot. Und das ist dann auch die Zeit, von der an der Islam langsam zu erstarren begann und seine Weltoffenheit und seinen damaligen unbestreitbaren Vorsprung in Wissenschaft und Philosophie eingebüßt hat, um dann ab der Aufklärung weit hinter das Abendland zurückzufallen.

Kommentar von Farcode ,

Denk mal nach, du sprichst hier über einen GOTT und keinen einfachen Menschen der vor 2 oder vor 2 Milliarden Jahren gelebt hat. Wenn man Gott als Gott nimmt, wusste und weiß er auch was passieren wird bis zum Jüngsten Tag, also gibt es auch keine Absicht, Gottes Wort zu ändern.

Kommentar von Suboptimierer ,

Falls Gott noch etwas ändern möchte, vielleicht, weil ihm eine gute Idee gekommen ist, dann müsste er sich sowieso erstmal authentifizieren. 

Das wird nicht ohne Wunder gehen, denn Leute, die behaupten, von Gott eine Eingebung bekommen zu haben oder dass Gott  zu ihnen gesprochen habe und sie müssten Gottes Wort verbreiten, gibt es schon genug.

Das Wunder müsste so "gigantisch" sein, dass ein menschlicher Trick ausgeschlossen wäre.

Vorher würde niemand die Bibel oder den Koran in die Neuauflage geben.

Kommentar von AntiControlle ,

Bibel,Koran und andere ''Heilige Schriften" sind für mich Ersponnenes<-

Kommentar von Suboptimierer ,

Gut zu wissen. ^^

Antwort
von Klaus02, 172

Die Bibel und die Tora werden nicht verändert, das ist einfach Blödsinn was die erzählen. . . . . . Aber beobachte einmal wie Muslime mit ihrem 1924 Vereinheitlichten Kairoer Koran umgehen. Fast die Hälfte der Buchstaben (die Vokale) können nach belieben ausgetauscht werden. Das währe bei Christen und Juden schlicht undenkbar. . . . . LG Klaus

Antwort
von gamine, 138

Man braucht daran nichts zu ändern, weil jeder Mensch frei ist, sich danach zu richten oder nicht. Es liegt also in der Pflicht des Einzelnen zu entscheiden, ob ein Gesetz in der Zeit, in der er lebt Sinn macht.

Diese Weisungen sollen eigentlich mehr als Ratschläge verstanden werden, weniger als Gesetze, die es unbedingt gilt, einzuhalten. Es ist sehr schade, dass durch Androhung von Strafen im Jenseits Druck gemacht wird, denn dadurch nimmt man dem Menschen die Möglichkeit, sein eigenes Gewissen zu befragen.

Wer nun wo wie viel verändert hat, können wir nicht wissen. Aber dass die Bibel mit jeder neuen Ausgabe sprachlich aufgepeppt wird, ist nicht zu leugnen. Es liest sich dadurch angenehmer, aber manchmal ändert sich im Sinn schon etwas. Solche Manipulationen werden im Koran nicht gemacht. 

Zum Schweinefleisch möchte ich doch noch kurz bemerken: ich bin mir da nicht so sicher, dass es nicht schadet. Man sieht es den Leuten, die seit vielen Jahren viel Schweinefleisch essen, von weitem an und meiner Meinung nach sehen sie nicht gesund aus.

Kommentar von Alanbar31 ,

Gute Antwort , wenigstens einer der Ahnung vom leben hat , danke

Kommentar von Dummie42 ,

Zum Schweinefleisch möchte ich doch noch kurz bemerken: ich bin mir da nicht so sicher, dass es nicht schadet. Man sieht es den Leuten, die seit vielen Jahren viel Schweinefleisch essen, von weitem an und meiner Meinung nach sehen sie nicht gesund aus.

Das ist ja aber mal ein ziemliches Vorurteil.

Die Erklärung mit dem krankmachenden Schweinefleisch wegen mangelnder Kühlung hält sich hartnäckig, ist aber nicht richtig. Das Schweinefleischverbot hatte Muhammad aus dem Judentum übernommen, wie auch noch viele andere (Speise)Vorschriften. Aber die Juden waren weit und breit das einzige Volk, das schon in der Antike auf Schwein verzichtet hat. Alle anderen Nachbarvölker, einschließlich der römischen Besatzer, haben Schwein gegessen, wie der Archäologe Israel Finkelstein herausgefunden hat. Es muss sich wirklich um eine reine Form der Abgrenzung, des Einigelns gehandelt haben.

Kommentar von gamine ,

Nein, das ist kein Vorurteil. Ein Bekannter hatte grosse gesundheitliche Probleme, worauf ihm der Arzt unter anderem riet, kein Schweinefleisch mehr zu essen. Das hat mich interessiert und so habe ich nachgeforscht. Mittlerweile sehe ich es, wer viel Schwein isst, genauso wie man sehen kann, wer raucht, wer trinkt, wer Tabletten nimmt usw.

Kommentar von Herb3472 ,

Mittlerweile sehe ich es, wer viel Schwein isst, genauso wie man sehen kann, wer raucht, wer trinkt, wer Tabletten nimmt usw.

Das ist aber schon eine sehr überhebliche Anmaßung! Es gibt auch fette, aufgedunsene Leute, die sich hauptsächlich von süßen Sachen ernähren.

Kommentar von gamine ,

Hab ich irgendwas von fett und aufgedunsen geschrieben? Das ist deine Vorstellung...

Kommentar von Dummie42 ,

Um einem Menschen solche Dinge anzusehen, muss er schon über lange Zeit stark über die Strenge schlagen.

Kommentar von gamine ,

Ja, das ist so. Ich hab ja auch nicht behauptet, dass ich es erkennen könnte, wenn jemand ab und zu ein Kotelett isst. Wenn jemand über die Jahre immer viel Schweinefleisch isst, kommt das seiner Gesundheit nicht zugute. Nur das wollte ich ausdrücken.

Kommentar von Herb3472 ,

Zum Schweinefleisch möchte ich doch noch kurz bemerken: ich bin mir da nicht so sicher, dass es nicht schadet. Man sieht es den Leuten, die seit vielen Jahren viel Schweinefleisch essen, von weitem an und meiner Meinung nach sehen sie nicht gesund aus.

Wie willst Du wissen, ob jemand viel oder wenig, oder gar kein Schweinefleisch isst? Am Aussehen wirst Du das wohl nicht erkennen können.

Kommentar von gamine ,

Das hat mich interessiert und so habe ich nachgeforscht.

Man kann mit Leuten reden und sie fragen.

Kommentar von 3plus2 ,

Fakt ist das die Schweinefleischesser im Durchschnitt 10 Jahre älter werden und einen höheren IQ haben als die Orientalen, das mit dem IO könnte allerdings daran liegen, wenn im immer nahen Verwandtenkreis geheiratert wird.

Antwort
von tryanswer, 116

Der Koran wird als Wille Gottes betrachtet, demnach müßte sich die Gesellschaft an den Koran anpassen.

Spannender Weise hat sich der Koran in der Vergangenheit schon sehr häufig verändert. Zum einen wurden die Suren neu geordnet, zum anderen war der Koran in seiner frühen Zeit nicht mehr als eine Gerdankenstütze für mündliche Überlieferungen - von der Form wie er heute vorliegt jedoch weit entfernt. Die ersten Ausgaben enthielten bspw. keine Vokale, so daß die Aufzeichnungen einen weiten Interpretationsspielraum boten. Der Koran in seiner heutigen Form geht also weder auf Mohammed oder gar Gott zurück sondern auf die Interpretation eines Mannes namens Uthman ibn Affan.

Kommentar von Berxan ,

stimmt man sagt sogar 15 mal oder war das die bibel?

Kommentar von tryanswer ,

Die Bibel hat sich laufend im Wortlaut verändert, jedoch besteht bei ihr auch kein solcher Absolutheitsanspruch im Vergleich zu Koran oder Talmud.

Antwort
von 3plus2, 8

Wenn auch nur eine Sure geändert würde, dann hat sich Allah ja geirrt und das geht ja gar nicht. Logik und Wissenschaft, das ist nichts für den Islam.  Über 5 Milliarden Menschen essen Schweinefleisch, die müssten alle schwer krank sein, Leben aber gut damit,  Mieten sind Mietzins und Zinsen sind haram, usw., usw.

Antwort
von Jogi57L, 53

Die Bibel ist z.B. auch unverändert, da legen Christen auch großen Wert drauf.

Sie wird allenfalls mal auf neuesten Sprachgebrauch gebracht, unterscheidet sich aber vom Sinn her nicht von alten Bibeln...

das steht dann z.B. statt : "er gewahrte"... --> " er bemerkte "

lol.. da steht ja nicht einmal:

"Du sollst nicht töten"--- und dann "Du sollst töten"

oder:

einmal: "Jesus war der Sohn von Maria".. und ein andermal: " Jesus war der Sohn von Lydia"

Aber das ist nicht das Problem.

Das Problem ist, dass Muslime Wert darauf legen, dass althergebrachte ( vielleicht auch mal ehemals sinnvolle Regeln)

weiterhin gelten sollen

wie z.B. 

Rechte Hand:"  reine" Dinge machen.. wie Essen.... links "unreine" Dinge machen, wie Popo wischen

obwohl man heutzutage überall seine Hände waschen kann, oft auch noch desinfizieren..

Zudem gibt es im Islam keine Trennung zwischen Staat und Religion, und auch keine Religionsfreiheit....

also Niemand kann seine Religion wechseln, oder mal austreten, mal wieder eintreten... ohne Konsequenzen abzubekommen

Und, damit dieses System erhalten bleibt, legen Muslime eben großen Wert darauf, dass die koranischen Regeln nach wie vor zu gelten haben....

.. wenn nicht, würde man ja Allah anzweifeln... und das ist eine große Sünde....

Antwort
von RobertEntso, 78

Das mit dem Schweine Fleisch ist einfach zu erkläre die Muslime haben diesen brauch von den Juden abgeguckt! Genau so wie die Beschneidung ! Die kippa!!!(Kopfbedeckung) den langem Bart!!! U.s.w... Der das Gegenteil behauptet weiss einfach nix über seine Religion ..."!

Antwort
von 1988Ritter, 62

Der Islam steckt da in einem Dilemma.

Der Koran wird als unverändertes und unveränderbares Wort Gottes behauptet.

Was ist da jetzt der Fehler ?

Folgen wir den islamischen Überlieferungen, dann hat Gott durch einen Engel Mohammed einzelne Suren und Ayats (Verse) überliefert.

Gott hat Mohammed also keinen Koran überliefert. Das was den Koran ausmacht, wurde erst Jahre nach dem Tod Mohammeds durch Andere zusammengefügt. Dabei scheint es offensichtlich, dass dabei sogar einzelne Sachstände zumindest hinzugefügt wurden. Deutlich wird dies dadurch, dass der Koran selbst von seiner Herabsendung als Koran behauptet, was ja wie schon oben geschrieben überhaupt nicht stimmt.

Weiterhin haben wir mindestens 14 bekannte und auch anerkannte Koranversionen, eine davon sogar mit zwei Suren mehr. Ein weiteres Indiz dafür, dass der Koran garnicht so einzigartig sein kann, wie es von den Gelehrten behauptet wird.

Warum aber halten die Gelehrten an dem Mythos des einzigartigen Korans fest ?

Auch diese Frage läßt sich so einfach behaupten wie nur irgendwas. Würde man die Einzigartig bezweifeln, würde dies Auswirkungen auf die Wahrhaftigkeit der Lehre Mohammeds haben, was dann das gesamte Dogma des Korans in eine diskussionsfähige Lektüre stürzen würde. Damit hätte der Islam seinen Hauptpfeiler verloren, und wäre als Religion gefährdet.

Kommentar von hell12 ,

sehr guter kommentar DH+++

Antwort
von tinimini, 89

Weil 90 % der Muslime ihn so ( Original ) nicht verstehen , da kann man ihn dann auslegen wie man will. es muß halt geglaubt werden, denn wer ihn nicht versteht, kann auch nicht kontrollieren ob das stimmt was man sagt, Übersetzungsfehler gibt es auch in der Bibel. es kommt immer darauf an wer übersetzt.weil immer eine gewisse Persönlichkeit der Person mit einfließt, die die Übersetzung vornimmt.

Antwort
von 3plus2, 20

Die Imame haben Angst, wenn der Koran bei A verändert würde das erst bei Z aufhören

Antwort
von furkansel, 54

Schau mal, kp ob du an gott glaubst aber jetzt aus der sicht eines Gläubigen. Der koran (und die anderen schriften auch) wurden von gott herabgesandt. Da ist es doch mutig (im negativen sinne) wenn menschen gottes wort einfach verändern? Dann wird die schrift und der Inhalt verwässert und das was ein mensch für richtig hält wird reingeschrieben und nicht das was gott gebietet und verbietet.

Antwort
von legpuska, 58

Jeder Gläubige legt wert darauf, dass seine religiösen Schriften nicht verändert werden. Dass die Bibel verändert wurde ist eine Behauptung der Muslime die keinerlei historische und wissenschaftliche Grundlage hat um das Christentum abzuwerten, auch nach christlichem Glauben ist die Bibel authentisch überliefert und das Wort Gottes, dass es schlechte Übersetzungen geben mag, ist eine andere Frage, aber es sollte einleuchten, dass niemand das Wort Gottes verändern sollte.

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