Frage von NikoThin, 119

warum legen die evangelischen einen so starken schwerpunkt in die musik und die katholiken in die Bilder?

Ich war letztens in einer katholischen Kirche und die ganzen Wände waren mit Bildern und Statuen bestückt. Trotz der bildhaften gestaltung viel die Musik verglichen zu einer freien evangelischen gemeinde, in der ich mitglid bin, eher maus aus. Daraufhin hab ich mir die Frage gestelt warum evangelische konfessionen einen so großen wert in die musik und die katholiken in die bildhafte varanschaulichung legen?

Antwort
von Eselspur, 30

Du weist auf einen interessanten Punkt hin, auch wenn ich deine Einschätzung so nicht teile. 

Sowohl in der katholischen Kirche als auch im weiten Bereich der frei-evangelikalen Gemeinden gibt es unterschiedliche Zugänge - aber auch unterschiedliche Talente. In der katholischen Kirche gibt es manchmal keine oder nur schlechte Musik - und manchmal unglaublich gute, wobei es aber sicher einen Schwerpunkt bei der älteren Musik gibt. 

Es gibt viele in der katholischen Kirche, die keine besondere Beziehung zu Kunst haben. Trotzdem traue ich mir die These zu, dass es über viele Jahrhunderte hinweg und auch heute die Einstellung gibt und gegeben hat, dass Gott in der Kunst gepriesen wird, dass die Schönheit nicht nur von Gott stammt, sondern dass Gott der Schöne ist - und darum Kunst immer etwas mit ihm zu tun hat.

Warum allerdings die Freievangelikalen, die Kunst in Bildern und Statuen eher distanziert gegenüber stehen so viel Energie in Musik legen, kannst du vielleicht beantworten. 

Antwort
von Merkantil, 9

Bis zur Reformation gab es in unseren Breiten nur die katholische Kirche mit ihrer stark sinnlichen Vermittlung des Glaubens. Die katholische Kirche bietet nicht nur viel fürs Auge (prachtvoll geschmückte Kirchenräume, bunte Gewänder der Priester, einen beeindruckenden Aufwand an Ministranten und oftmals noch weiteren Geistlichen in manchen Gottesdiensten), sondern auch fürs Ohr (überwältigende Kirchenmusik) und für die Nase (Weihrauch). Die Messe (also der Gottesdienst als Gesamtritual) stellt einen Wert an sich dar (Sakrament), unabhängig davon, ob die Gläubigen im Gottesdienst die jeweiligen theologischen Inhalte verstehen können oder nicht. Deshalb waren auch lange Zeit weite Teile des Gottesdienstes lateinisch.
Es gab zwar eine Predigt, die Teilnahme an der Messe inkl. Kommunion (Abendmahl: Ein fester Bestandteil jeder katholischen Messe) vermittelte aber auch dann Heil, wenn man von der Predigt nichts verstanden hat.

Die durch die Reformation entstandenen evangelischen Richtungen verfolgten einen ganz anderen Ansatz: Der theologische Inhalt des Gottesdienstes und insbesondere der Predigt stand im Mittelpunkt. Es war wichtig, daß die Gläubigen alles verstanden: Deshalb war der ganze Gottesdienst in der Landessprache (bei uns also auf deutsch).
Aller unnötige Ballast, der von der eigentlichen Vermittlung „des Wortes“, also der biblischen Botschaft ablenken konnte, sollte abgeworfen werden. Je nachdem, wie radikal die verschiedenen Reformatoren waren, wurden nicht nur mehr oder weniger Kunstwerke aus den Kirchen verbannt (https://de.wikipedia.org/wiki/Reformatorischer_Bildersturm), sondern teilweise auch Orgeln oder sogar die ganze Kirchenmusik. Selbst in den Strömungen, die nicht so radikal waren, wurde die evangelische Kirche viel asketischer und kopflastiger als die viele Sinne ansprechende katholische Kirche.
Zum Glück war Luther sehr musikalisch (er hat sogar selbst komponiert, und zwar nicht nur Melodien zu Kirchenliedern, die heute noch viel gesungen werden, sondern auch mehrstimmige Sätze), und so sorgte er dafür, daß die Kirchenmusik in den von ihm geprägten Strömungen der evangelischen Kirchen (es gab damals mehrere) ein hohes Gewicht behielt. Allerdings war der Gesang der Gemeinde für ihn besonders wichtig (auf deutsch), da die Gemeinde so aktiv Anteil an theologischen Inhalten des jeweiligen Liedtextes nehmen kann: Deshalb entstanden damals und auch später sehr viele evangelische Kirchenlieder.
Auch evangelische Orgelmusik ist oftmals stark durch diese Choräle geprägt (z.B. kunstvolle Choralvorspiele).

In der katholischen Kirche blieb die Kirchenmusik genauso wichtig, behielt aber eine andere Gestalt: Einerseits einstimmige lateinische Gesänge des Priesters aus der Zeit, als es noch keine Mehrstimmigkeit gab (gregorianische Choräle), andererseits prachtvolle Werke für Solosänger, Chor und Orchester, die insbesondere in Festgottesdiensten aufgeführt wurden und werden. Du solltest mal in einer katholischen Kirchengemeinde, die sich solch prachtvolle Gottesdienste leisten kann, in einer festlichen Ostermesse oder einer Festmesse zum Patrozinium (Fest zum Namenstag des besonderen Heiligen der jeweiligen Kirche) zuhören, um Dir einen Eindruck davon zu verschaffen. Der Text ist jeweils der gleiche (mit kleinen Abweichungen), nämlich der aus mehreren Teilen bestehende lateinische Meßtext. (Deshalb trägt das jeweilige musikalische Werk auch den Titel „Messe“.)

In den letzten Jahrzehnten hat sich zwischen der katholischen Kirche und den evangelischen Landeskirchen vieles angeglichen: In der katholischen Kirche wird viel evangelische, in der evangelischen Kirche viel katholische Musik aufgeführt. Die Predigt hat im katholischen Gottesdienst an Bedeutung gewonnen, die gregorianischen Choräle singt der Priester in der Regel auf deutsch, und die Gemeinde singt viele Lieder.
Die Gestaltung der Kirchenräume ist aber meist noch sehr unterschiedlich, besonders bei älteren Kirchen.

Allerdings werden noch immer in katholischen Festgottesdiensten große oder auch kleinere Messen für Soli, Chor und Orchester aufgeführt, insbesondere von Haydn, Mozart und Schubert.
Will eine evangelische Kirche mal einen richtigen Festgottedienst gestalten, so kann sie beispielsweise eine ganze Bachkantate in den Gottesdienstablauf integrieren. (Von Bach sind über 200 Kantaten erhalten: Eine allein genügt für einen ganzen Gottesdienst.) Auch von anderen evangelischen Komponisten (von Schütz bis Telemann) gibt es viele geistilche Kantaten, und zwar in der Regel mit jeweils verschiedenem Text.

Eine Besonderheit gibt es in den evangelischen Freikirchen, also denjenigen evangelischen Kirchen, die Dir besonders vertraut sind: Dort wird auf gemeinsames instrumentales Musizieren von Gemeindemitgliedern (z.B. Orchester) im Gottesdienst großer Wert gelegt. Wie es dazu kommt, daß dies in freien evangelischen Gemeinden deutlich ausgeprägter ist als in Gemeinden der evangelischen Landeskirchen, kann ich Dir aber nicht sagen; vielleicht kannst Du da über andere Gemeindemitglieder etwas erfahren und uns dann hier berichten.

Allgemein gibt es (in jeder Konfession) zwischen den einzelnen Gemeinden aber große Unterschiede, und innerhalb einer einzelnen Gemeinde wiederum große Unterschiede zwischen den Gottesdiensten an verschiedenen Terminen und zu verschiedenen Uhrzeiten, sodaß man alles schwer verallgemeinern kann.

Kommentar von Viktor1 ,
Die Predigt hat im katholischen Gottesdienst 
an Bedeutung gewonnen,

Also - da hast du eine völlig falsche Vorstellung vom kath. Gottesdienst und seiner Entwicklung in der Gestaltung.
Die kath. "Messe" war (ist) immer zweigeteilt. Da ist der Wortteil, mit "Lesung" (heute auch aus dem AT, früher mehr aus den Apostelbriefen) und einer Vorlesung aus den Evangelien. Daran folgt i.R. die Predigt. Diese war früher (ich habe über 70 Jahre Erfahrung) viel länger und ausführlicher auf das Evangelium bezogen und wurde noch von der Kanzel (wenn vorhanden) gehalten, was deren Wichtigkeit unterstreicht. Heute kommt oft viel Frömmelei von der "Kanzel". Ist dies Angleichen an die evangelische Praxis ?
Der zweite Teil der "Messe", ist der "Opferteil", mit Sündenbekenntnis
(am Altar) Gebete um Vergebung, "Wandlung" des Brotes Weines und Kommunion. Dies entfällt i.R. so bei den Evangelischen
Die Gebete beim 2.Teil, am Altar, wurden früher teils lateinisch gesprochen - weltweit.

Kommentar von Merkantil ,

Danke für Deine kritischen Einwände: Sie waren für mich der Anlaß, nochmal zu recherchieren.
Deinem Hinweis, daß der katholische Gottesdienst sich aus „Wortteil“ und „Opferteil“ zusammensetzt, stimmt folgender Wikipedia-Abschnitt zu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Heilige_Messe#Der_Aufbau_der_sonnt.C3.A4glichen_Me...

Allerdings findet man hier (https://de.wikipedia.org/wiki/Predigt#Predigt_im_Gottesdienst) auch folgenden Hinweis, der meine Aussage zum grundsätzlichen Gewicht der Predigt im katholischen Gottesdienst unterstützt:

„Jedoch ist die Predigt bzw. Homilie in der katholischen Kirche, im Gegensatz zur protestantischen, nicht das zentrale Element des Gottesdienstes. Während bei der evangelischen Kirche die Verkündung und Erklärung des Wortes Gottes im Zentrum steht, nimmt die Predigt in der katholischen Kirche eine zwar wichtige, jedoch dem hl. Messopfer untergeordnete Rolle ein.“

Und zu der Angleichung der katholischen an die evangelische Predigt: Da habe ich möglicherweise die katholischen und evangelischen Gottesdienste, an denen ich in den letzten Jahrzehnten teilgenommen habe, subjektiv etwas anders erlebt, als sie wirklich waren.
Interessant, was Wikipedia im eben erwähnten Abschnitt noch behauptet (ich kann das nicht nachprüfen, da ich noch nie während der Predigt auf die Uhr geschaut habe):

„Die Dauer einer Predigt hat sich im Lauf der letzten Jahrzehnte stark verkürzt. Heute dauert eine Predigt in einer katholischen Kirche etwa zehn Minuten, in einer evangelischen Kirche etwa zwanzig Minuten und in einer Freikirche etwa 30 Minuten (das sind grobe Richtwerte, die eher unter- als überschritten werden).“

Sollte das stimmen, so würde es rein quantitativ (was noch nichts über den Inhalt sowie die theologische Bedeutung aussagt) einerseits Dir zustimmen in Deiner Beobachtung, daß katholische Predigten nachgelassen haben (evangelische aber dann wohl auch), und andererseits mir darin, daß das Gewicht der Predigt im evangelischen Gottesdienst größer ist als im katholischen.

Nur meine bisherige Meinung, daß sich das in den letzten Jahrzehnten angeglichen habe, ließe sich nicht bestätigen.

Für mich ist Wikipedia nicht total ausschlaggebend, aber als zusätzliche Meinung nehme ich das dort Geschriebene schon mal gern zur Kenntnis.

Antwort
von Grobbeldopp, 22

Die Abneigung gegen die katholischen bildlichene Darstellungen, die ja oft Heilige oder die Jungfrau Maria in außerbiblischem Kontext beinhalten, geht direkt auf die Reformation zurück. Die Ablehnung des Heiligenkultes und des unbiblischen Glaubens sind Kernbestandteile der Reformation, ebenso die Verachtung on Pomp und Prunk der Kirche.

Wie einige bereits geschrieben haben, ist die katholische Musikgeschichte durchaus reich, trotzdem kann ich deinen Eindruck einigermaßen teilen. Ich weiß nicht, auf welche Musik du dich beziehst (ich halte z.B. gar nichts von neuerer Kirchenmusik, z.B. dem katholischen Effata). Wenn ich hier in das gewöhnliche katholische Gebetsbuch schaue sind da nur wenige Sätze srin, immer nur die Melodie. Die evangelischen Gesangsbücher enthalten zwar zum Teil die gleichen Lieder, aber viel öfter ausgeschriebene vierstimmige Sätze. Das scheint schon auf ein anderes Verhältnis zur Musik im Gottesdienst hinzudeuten.

Wenn ich gläubig wäre und zum Gottesdienst gehen würde wäre ich sicher nicht mit sonderlich viel Spaß dabei, wenn im katholischen Gottesdienst 100 Leute einstimmig singen und der alles übertönende Organist dazu macht was er will.

Kommentar von Whitekliffs ,

Ich finde es wirklich unerträglich, wenn die Bassgitarre und das Schlagzeug derartig laut sind, dass ich mich selber nicht mehr singen höre. 

Ich bin Mitglied einer Freikirche, aber die Begleitung beschränkt sich bei uns auf das Klavier. Als Hilfe und Unterstützung des Gesanges.

Kommentar von martin7812 ,

Ich finde es wirklich unerträglich...

Ich selbst spiele in einer Band in der katholischen Kirche.

In habe es einmal erlebt, dass die Leute, die ganz vorne in der ersten Bank gesessen haben (direkt vor den Lautsprechern) sich beschwert haben, dass man die Band nicht gehört hat, weil diese im Vergleich zum Gesang der Gemeinde zu leise gewesen sei.

Die Leute aus der hinteren Bank haben sich nach demselben Gottesdienst darüber beschwert, dass die Band zu laut gewesen sei.

Entweder wir waren zu laut oder zu leise - beides zusammen geht aber nicht!

Ich selbst habe da manchmal den Eindruck, dass die Leute von Hinten einfach diese Art von Musik nicht mögen und dann eben behaupten, die Lautstärke sei nicht in Ordnung gewesen.

Gerade, wenn eine Band nicht regelmäßig in Gottesdiensten spielt, fehlt auch die Erfahrung mit der Lautstärke usw.

(Wenn sich die Leute von hinten aber beschweren, dass die Musik zu leise war - auch das haben wir oft genug erlebt - dann muss man den Leuten ganz klar sagen, dass sie sich weiter nach vorne setzen müssen - oder eben weiter nach hinten, wenn die Musik zu laut war.)

Antwort
von Whitekliffs, 18

Als die alten Kirchen gebaut wurden, hatte die Bevölkerung die Bibel noch nicht in der eigenen Sprache. Oft sind, neben den Heiligenstatuen, die Bilder oder Schnitzereien Darstellungen von biblischen Geschichten und Ereignissen.

In Frankreich sah ich einmal einen Predigtstuhl, da war die ganze Geschichte von Jona in der Schnitzerei dargestellt. Ganz toll. 

Oft findest du auch die ganze Leidensgeschichte Jesu an den Seitenwänden.

Man könnte die Kirche also ein Bilderbuch für Analphabeten nennen.

Ich bin in der kath. Kirche aufgewachsen und ich kann dir versichern, dass da sehr viel und gern gesungen wurde. 

Heute staune ich über den biblischen Tiefgang der Lieder, die ich damals gesungen habe, ohne sie zu verstehen. Ehrlich gesagt gefallen mir tiefgehende alte Lieder besser wie die manchmal doch mantraartigen neuen Worshiplieder. Aber das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Kommentar von martin7812 ,

Vielleicht noch ein Wort zu den neuen katholischen Kirchengebäuden:

Ich selbst bin in einer Gemeinde aufgewachsen, wo die Kirche in den 1950ern gebaut worden ist. Bereits da gibt es bei Weitem nicht so viele Bilder wie in den alten Kirchen.

In einer der Nachbargemeinden gibt es eine Kirche, die könnte man glatt für einen Tagungsraum oder ein Theater halten, wenn man den Altar entfernen würde. Gebaut wurde die Kirche irgendwann in den 1970ern.

Dort, wo ich jetzt wohne, sieht es ganz ähnlich aus: Ein relativ neues Gebäude (ich schätze mal 1980er) und man findet kaum Bilder in der Kirche. Würde man den Altar entfernen, könnte man das Gebäude glatt für einen Konzertsaal halten.

Seitdem die Menschen eine bessere Bildung haben, es gute Bibelübersetzungen gibt und vor allem die Gottesdienste nicht mehr in lateinischer Sprache gehalten werden, besteht der Bedarf für eine "Bilderbibel" nicht mehr und in den Kirchen wird keine entsprechende Kunst mehr angebracht.

Antwort
von Viktor1, 23

Du hast also einmal eine kath.Kirche (Gottesdienst ?) besuchst und weißt schon genau den Unterschied zu der Praxis in den evang. Konfessionen.
Außerdem vergleichst du Äpfel mit Birnen - also Gestaltung der Gebäude mit
Gestaltung der Gottesdienste. Beides hat garnichts miteinander zu tun, kann also nicht vergleichend fest gemacht werden.

Ansonsten ist und war Gesang und  Kirchenmusik fester Bestandteil der Gestaltung kath. Gottesdienste . Dir sind ja die Vertonungen der "Messen" (allein von Mozart 20) bekannt (hast davon gehört) und wohl auch viele populäre Lieder (z.Bsp. "Stille Nacht......") welche mit evangelisch nun wirklich nichts am Hut haben.
Die Reichhaltigkeit kath. Kirchenmusik übertrifft die aus der Reformation bei Weitem und ist wohl auch mehr als tausend Jahre älter.(z.Bsp.Choräle)
Tatsache ist, daß es auch relativ stille kath. Gottesdienste gibt, da dann die Messfeier im Mittelpunkt steht und nicht das "Halleluja".
Zur Ausgestaltung der Räume (besonders  ältere Gebäude) ist zu sagen, daß sich hier Kultur, Kunst verwirklichst hat welche ja zeitweise von den reformierten Kirchen verpönt war (teils bis heute).
Wir können dankbar sein, daß es diese großen "Kunstwerke des Glauben" (auch musikalische) in aller Welt gibt. Ohne diese wären wir arm dran.
Und damit du in Zukunft nicht ganz dumm da stehst lies mal hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenmusik
oder auch hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Christliche_Kunst
wenn du dies wirklich wissen willst.

Antwort
von OlliBjoern, 23

Anton Bruckner (Österreich) fiel mir ein, ein katholischer Komponist herausragender Bedeutung in der Symphonik und auch der Kirchenmusik. Seine 5.Symphonie bekam den Beinamen "die Katholische".

Antwort
von Carmiel, 23

Also bei uns im katholischen Gottesdienst wird ziemlich viel gesungen und auch nicht viel weniger als in einem evangelischen Gottesdienst! Katholische Kirchen wurden schon immer mit viel Gold und Bildern verziert! Warum? Kein Plan! Wahrscheinlich wollten sie einfach Eindruck bei den Leuten früher schinden da dort die meisten arm waren und die Kirch/glaube sehr wichtig war!

Antwort
von Kuro48, 25

Soweit es mir bekannt ist, soll in evangelischen Kirchen die etwas schlichtere Gestaltung dazu dienen nicht vom Glauben bzw. der Predigt abzulenken. Der Fokus soll rein auf dem Geschehen liegen und nicht auf "Dekoration". In der katholischen Kirche ist es ja eher so, dass die (imposanten) Gestaltungen auch vom Inhalt ablenken können, sodass man nicht bei der Sache ist wenn eine Messe stattfindet.

Wie viel gesungen wird, wird dann wohl auch vom Pastor/Pfarrer etc. wie man es nennen will je nach Kirche abhängen. Der eine baut mehr Lieder ein der andere weniger. Wenn ich in der katholischen Kirche war, bestand eigentlich mindestens 50% der Zeit aus Liedern ich würde sogar sagen der Liedanteil war meistens höher als der gesprochene.


Antwort
von FrAnziN, 62

Ich glaube dass jede Art von Glauben einen bestimmten Wert in eine bestimmte Richtung legt. So kann mit Bild un Musik viel erreicht werden, egal bei welcher Kirchenart usw. Selbst bei der katholischen Kirche ist Musik ein Ausdruck des Glaubens nicht nur Bilder.

Antwort
von kgsbus, 29

In der katholischen Kirche haben Bilder eine lange Tradition. Sie wenden sich gegen das Bildverbot im Judentum (Wort) und waren eine Erleichterung für die vielen Christen, die nicht lesen konnten.

Die Verehrung von Heiligen bringt ein Übriges an Abbildungen.

Die Architektur der verschiedenen Epochen (romanisch, gotisch etc.) war ebenfalls Ausdruck von Glaubensbildern (Romanik - Burg Gottes, Gotik - Himmlisches Jerusalem etc.).

Raffael, Michelangelo, Leonardo etc. sind prägend.

Der Barock war dann sehr ausladend und golden.

Modernere Bauten nach dem Konzil weisen weniger Bilder, sondern klare Raumstrukturen auf - der Altar ist schlicht, die Kanzel weg - der Ambo kommt.

Musik ist aber auch mit großer Tradition verbunden - Bach, Mozart etc. haben großartige Messen komponiert - und die Gregorianik ist prägend. Dann die Lieder für Jugendmessen etc. sind beispielhaft für die Gegenwart.

In evangelischen Gemeinden sind mir die Bedeutung der Bibelstellen und die Predigt besonders aufgefallen. Bilder sind eher selten, weniger Kerzen, Kreuze ohne Korpus, kein Weihrauch, einfache Gewänder.

Die Musik erschien mir eher genauso wichtig wie bei allen Christen.

Antwort
von aicas771, 21

Der Mensch ist ein "optisches" Wesen. Wir nehmen mit unseren Augen wesentlich mehr Eindrücke und Informationen auf, als mit unseren anderen Sinnen. Daher sind Bilder und Statuen sehr wichtig.

Allerdings können diese dann auch sehr stark ablenken. Da bei den Evangelischen die Verkündigung - also das Wort Gottes - im Mittelpunkt steht, müssen die bildlichen Darstellungen zurücktreten, da sie sonst ablenken.

Die Musik dagegen lenkt nicht ab (weil sie nicht gleichzeitig zur Verkündigung gespielt wird), und bietet doch intensive Sinneseindrücke.

Bei den Katholiken hat die Verkündigung nicht einen so hohen Stellenwert, weshalb man die bildlichen Darstellungen nicht zur Seite geschoben hat.

Insgesamt gehen die Evangelischen meiner Meinung nach "kopfbetonter" an den Glauben heran als die Katholiken.

Der Apostel Paulus, den Martin Luther "wiederentdeckt" hat, war auch eher ein Intellektueller, als ein sinnenfreudiger Mensch.

Antwort
von Saragoza, 7

Das was du  hier aussagst, stimmt so leider nicht wirklich und  ist eine eher "laienhafte" Schlussfolgerung (wie alt bist du, als Schüler?) ?

Die kath Kirche allgemiein (etwa in Deutschland)  legt eher, im Gegenteil grossen Wert auf Musik und jeder Gottestdienst, jede Messe wird davon begleitet. Es gibt ausserdem  zahlreiche  Orgel- und sonstige Konzerte in katholischen, wie (auch) ev. Kirchen, ebenso,.!

Das erste  Statement / Bemerkung deinerseits ist da schon zutreffender, denn die ev. Kirche scheut sich seit der Reformation (ihrem Enstehungszeitpunkt,.)  davor, Bildnisse von Heiligen  und sonstige Darstellunge in ihren Kirchen auszustellen (was auch die Stimmung dort erheblich  vernüchtert und beeinflusst, ...)  so wie die Kirchenfenster dort oft nur "banal" weiss gehalten sind, .etc.

Das entspricht dem Glaubensanspruch den die ev. Kirche verfolgt, der etwas nüchterner, unabgelenkt durch bildhafte  Darstellungen, dem/ den Glauben näher bringen soll, aber das ist  eine sehr singuläre Position und eventuell recht vage bis kaum haltbar dazu;

Denn eine echte heilige, feierliche Grundstimmung lässt sich  für die meisten "Gläubigen" doch eher mit dem dazu  notwendigen Umfeld erreichen/ erzeugen, erschliessen, also mit stimmungsvoller Raumgestaltung,  dem entsprechender Atmosphäre , Gerüchen, Geräuschen; Musik,  etc. !?

Warum soll ich/ du/ er/ sie /es in eine ev. Kirche gehen, (zumal sie meist geschlossen sind) - was wird damit bezweckt, wenn es dort  so kalt, bieder "todernst" zugeht, wo bleibt die  (menschliche? humane ) Sinnlichekit und die Besinnung  dahinter,.?
Frage?

aber: das kann auch  gerade damit zusammen hängen, die  Evangelischen. wollen das nicht: "Sinnlichkeit" ist bei jenen eher "verpönt, also?

Antwort
von Ichthys1009, 34

In evangelischen Kirchen und bei evangelischen Christen findet man weniger Bilder, da dort der Glaube eher intellektuell gelebt wird, vom Verstand her, und nicht so sehr über die sinnliche Ebene. Katholiken verbinden ihren Glauben stark auch mit sinnlichen Eindrücken.

In katholischen Kirchen gibt es auch reichlich Musik, aber es ist ein anderer Musikstil als in evangelischen Freikirchen. In Freikirchen spielt Gemeinschaft eine große Rolle, und das gemeinsame Singen hat starken Gemeinschaftswert. Die Musik in katholischen Kirchen ist eher meditativ, besonders dann, wenn noch Gregorianik gesungen wird.

Antwort
von Becca22, 16

Ja, die Katholiken haben wesentlich "prachtvollere" Kirchen- ich denke das liegt daran dass früher die Kirche (katholische) auch noch sehr viel Macht (und damit Geld) hatte und deswegen auch zeigen wollte was sie hatte und so…- aber dass dort weniger gesungen oder gespielt wird fand ich nicht- meine persönliche Erfahrung- vor allem weil bei der evangelischen Gemeine bei uns mehr die Predigten (meiner Meinung nach und wegen der 'Zeitaufteilung') im Vordergrund standen. Aber das denke ich hängt generell von jeder Gemeinde ab.

Antwort
von Accountowner08, 29

Katholiken haben auch viel religiöse Musik produziert, siehe Palestrina, Monteverdi, Mozart, Schubert, Verdi, etc.

Ich denke, deine Annahme, dass es von den Katholiken keine oder wenig Kirchenmusik gibt beruht auf einem Irrtum.

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