Warum lebt ihr trotz schwerer, therapieresistenter Depressionen?

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6 Antworten

Ich persönlich leide an einer schweren rezidivierenden (also wiederkehrenden) Depression und Dysthymie. Ich bin also nie ganz symptomfrei und habe regelmässig furchtbare Tiefschläge.

Ich habe unzählige Medikamente durch, Psychotherapie, Alternativmedizin, EKT, Botox usw. ich war (und bin es teilweise noch heute) absolut hoffnungslos. Ich empfand und empfinde die Hoffnungslosigkeit eines der prefidesten Symptome dieser Krankheit. Man leidet nicht nur wie ein Schwein, sondern sieht auch kein Ende dieser Qualen.

Nach unzähligen Medikamentenumstellungen in ganzen Kombinationen bin ich heute auf einem tiefen Niveau stabil. Hätte nicht mehr damit gerechnet. Ich als einziger Vorzeigemitarbeiter und Vorzeigestudent arbeite heute auf geschützter Arbeit um mir eine Struktur zu geben. Ohne Struktur bzw. einfach rumzuhängen verschräft diesen Teufelskreis noch.

Was mich am leben hält ist das kleinste Bisschen Hoffnung was mir noch bleibt. Obwohl mein Überleben teilweise eher eine Disziplin-Angelegenheit ist habe ich rein kognitiv noch ein wenig Resthoffnung. Ich hoffe das die Psychotherapie (welche ja Jahre dauern kann wenn man sie richtig macht) irgendwann ihre Wirkung zeigt oder die Depression von alleine weggeht.

Ich kenne Menschen, bei welchen die Depressionen nach 7-8 Jahren von alleine weggingen. Diese Beispiele halten mich am Leben.

Eine Depression ist übrigens meist genetisch Bedingt und eher selten reaktiv. Bzw. ist die genetische Komponente neben Stress, Traumas etc. die häufigste Ursache.


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Kommentar von Einstein2016
20.09.2016, 01:47

Du hast da ja wahrlich auch schon einiges mitgemacht damit !

Für mich habe ich herausgefunden, dass Arbeit oder irgendwelche sinnvolle Beschäftigungen zwar irgendwie hilft, aber letztlich auch leider nur eine vordergründige Flucht vor dieser Krankheit darstellt.

Nach meinen eigenen langjährigen Krankheits-Erfahrungen damit, gibt es nur eine wahrhaftige Ursache für Depressionen und deren meist zusammenhängenden vielfachen Krankheits-Symptomen: 

Das ist die kranke SEELE, welche auf diese Weise der auftretenden Symptome innerhalb des Krankheitsverlaufes nach Hilfe verlangt,   bis "sie" diese Hilfe im weiteren Lebensverlauf hoffentlich (noch) erlangen kann. Die SEELE kann dem Körper auf psychosomatische Art und Weise erhebliche unvorstellbar starke Schmerzen zufügen !

Erst wenn man sich diesem vollkommen innerlich bewusst ist sowie sich mit seinen psychischen Probleme vollständig "öffnet" und diesen Auge in Auge gegenüberstellt und wirkliche Lösungen dieser Probleme sucht und findet - erst dann ist das der 1. Schritt für eine evtl. mögliche nachhaltige Besserung dieser schlimmen Krankheit.

Leider wird das bei vielen psychisch kranken Menschen oftmals zu spät erkannt und der psychische Schaden sitzt schon zu tief "drin".

Dann hilft manchmal nur noch eine Frühberentung (wie leider bei mir) als eine hilfreiche Entlastung für ein langsam wieder freudvolleres, sinnvolleres und möglichst schmerzarmes restliches Leben.

Alles Gute Dir !

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Hier ein Auszug meiner festgestellten Krankheits-Diagnosen im "Groben":       

- Rezidiv. Depressionen mit schweren Episoden seit fast 30 Jahren mit 6      statiönären Klinikaufenthalten, ca. 10-12 ambulante Psychotherapien.

- Genetisch/erblich bedingt ("Familienkrankheit" Vater, Mutter, Schwester,    Oma) was sich rein medizinisch betrachtet mit Stoffwechselstörungen  im  Gehirn begründen kann (Serotoninmangel / Melatoninumwandlung etc.).

- Seelisch bedingte Ursachen aufgrund von massiven ungelösten Problemen     z.B. in der frühen Kindheit, im Alltag, im Beruf, Beziehung Ehe/Eltern.        Dabei langjährig total unterdrücktes Aggressionsverhalten gelebt/erlebt           (Alle  Probleme "in sich rein Fressen")  und niemals richtig rausgelassen.

- Zigfache wiederkehrende psychosomatische oder (weniger) auch einige          psychotische Störungen (welche es wahrlich "in sich" hatten !).

- Zigfache wiederkehrende Nervenzusammenbrüche (tlw. erheblichst !). 

Wie ich nun - nach sehr langer wiederkehrender Leidenszeit - damit lebe:

Ich bin mit mittlerweile "Ü-50" und aufgrund meiner wiederkehrenden Krankheit frühberentet, weil bei mir "arbeitsalltagsmäßig" definitiv "nichts mehr geht" !

Durch die Entlastung nicht mehr im normalen Arbeitsalltag zu stehen, konnte ich nun mein Leben für mich wieder erträglicher, sinnvoller und langsam auch wieder etwas freudvoller gestalten. Das gibt mir etwas Kraft und Sicherheit.

Außerdem konnte ich - vor allem durch meine vielen Klinikaufenthalte - mein soziales Verhalten für mich vorteilhaft grundlegend verbessern und weiß mich so besser zu schützen, damit ich nicht noch weiteren "Tiefgang" erleide.

Dazu nehme ich einige unvermeidliche Medikamente, konnte diese aufgrund meiner Lebens-Entlastung mittlerweile auf ein gewisses "Normal" verringern.

Depressionen und damit zusammenhängende Symptome können trotzdem durchaus heilbar sein, wenn man diese frühzeitig erkennt, frühzeitig daraus lernt und sich frühzeitig entsprechend für sich vorteilhafter sozial verhält.

Es muss nicht immer so krass negativ - wie leider bei mir - verlaufen.               Wenn es allerdings so sein sollte - was ich bei DIR natürlich nicht genau beurteilen kann - dann sollte man sich nicht scheuen, zu versuchen für sich und seine Gesundheit den einzig richtigen sinnvollen Weg zu suchen !

Hierfür benötigst Du ggfs. glasklare ärztliche Atteste, rechtlichen Beistand (falls erfordlich - z.B. VDK) und vor allem eigenes Durchhaltevermögen !

Dazu sollte man sehr gut über seine eigene Krankheit informiert sein, um auf "Augenhöhe" argumentieren zu können. Den Willen aufbringen, gegen gewisse Widerstände (z.B. chefärztlicherseits) sich behaupten zu können.     Das ist als nervlich kranker Mensch natürlich alles andere als einfach !!       Mir hat es - zwischenzeitlich - auch mehrere Male den "Rest" gegeben.

Die eigene Gesundheit ist letztlich unbezahlbar und sein eigenes Gut !         Sein gutes Recht, dafür zu kämpfen sollte man sich von niemandem verwehren lassen !  (vor allem als langjähriger, verdienter Arbeitnehmer)

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Kommentar von Einstein2016
18.09.2016, 19:50

Nachträglich möchte ich noch erwähnen, dass es ich es für wichtig halte, die grundsätzliche Bereitschaft aufzubringen, sich therapeutisch/ärztlich helfen zu lassen und diese Hilfe auch anzunehmen, um diese so für sich richtig einzuschätzen zu können und letztlich auch ggfs. hilfreich umzusetzen.

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Weil manche es schaffen sich immer und immer wieder einzureden,das alles wieder gut wird.

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Weil ich weiss dass es heilbar ist.
Ich weiss das es besser wird, ganz einfach.

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Weil man trotz dessen irgendwann glücklich werden kann. Man muss nur Disziplin, Hoffnung und Ausdauer haben und beibehalten.

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Weiß ich nicht. Wird hoffentlich auch nicht mehr so lange sein.

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