Frage von bachforelle49, 92

Warum lassen sich trennungswillige Ehepaare scheiden, wenn dadurch Ehegattensplitting wegfällt (Alleinerziehend)?

ja, drängt sich ja auf, denn bei Scheidung droht die Steuerklasse II, und wenn jemand wirklich moralische Bedenken hat, dann ist Trennung und Verheiratetsein durch unseren BP ja eher auch gesellschaftsfähig geworden und nichts Ungewöhnliches.. Zumindest profitiert der/die Alleinerziehende vom Ehegattensplitting.. Also, warum gleich Scheidung bei Trennung?

Antwort
von HelmeSchmidt, 60

Die Trennung ist ja eventuell durch einen wie auch immer gearteten Vertrauensbruch entstanden. Und von Jemanden dem man nicht mehr Vertrauen kann, möchte man dann eine komplette Trennung erreichen.

Wenn man "im Guten" auseinander gegangen st, spricht natürlich nichts dagegen, weiterhin verheiratet zu bleiben. Es ist dann nur auch so, dass man nicht wieder heiraten kann, solange die Ehe auf dem Papier noch besteht.

Man kann natürlich, wenn man auf den Trauschein keinen Wert legt, wie unser Bundespräsident in "wilder Ehe" zusammen leben. Dies klappt aber wie gesagt nicht immer. Und dann ist es einfach besser einen kompletten Schnitt zu machen.

Antwort
von wfwbinder, 45

Wenn verheiratete etwa gleich viel verdienen ist die Steuer sowieso gleich hoch, auch bei Steuerklasse I im Abzug (I und IV sind gleich).

Wenn bei getrennt lebenden einer kein Einkommen erzielen kann, und der andere Unterhalt zahlt, wird das über "Realsplitting" gelöst, weil der, der zahlen muss, den Unterhalt bis zu 13.805,- + Krankenkassenbeiträge abziehen kann, wenn der andere sie versteuert.

Der Verlust durch die Scheidung/Trennung wird also um einiges geringer.

Kommentar von bachforelle49 ,

warum erwähnst du denn nicht die klassische Steuerklassenkombination: III + V  bei Verheirateten?

der Erfahrung zeigt, daß Alleinerziehende idR einen Mini, Teilzeit oder sonstigen prekären Job ausüben, dessen Nettoauszahlung beim Gehalt sich durch Einstufung in Steuerkl. II (nach Scheidung) in auffälliger Höhe zu Ungunsten der geschiedenen Alleinerziehenden auswirkt.. (!) Der Andere, wie du scheibst, kann den Unterhalt nicht abziehen, weil es keine Sonderausgabe darstellt, weil es sich bei Kindern im steuerlichen Sinne nicht um Bedürftige Personen handelt.. (Krankenkassenbeiträge in diesem Kontext zu erwähnen, verbietet sich, weil sie abzugsfähig sind)

Fazit: die Alleinerziehende (oder Alleinerziehende) bekommt tatsächlich netto weniger, wenn er sich scheiden läßt, aber bei Netto weniger leidet auch der Unterhaltsbetrag, weil die Differenz zum Selbstbehalt geringer ausfällt.. (!)

Kommentar von wfwbinder ,

Aber bei der Kombination 3/5 wird doch genau mit dem Realsplitting auch ausgeglichen.

Nehmen wir an in der Ehe er 4.000,- brutto, sie 800,- brutto, 3/5

Er netto 2.750,- sie 556,-

Dann er St.-Kl. 1 und nur noch 2.412 netto. Sie 636,- netto

Wenn er dann 500,- Euro Trennungsunterhalt zahlen muss, vermindert sich seine Steuerschuld um 155,- Euro monatlich während sie dafür nur 15,- Euro steuern zahlen hat.

Einen vollen Ausglich wird man vermutlich nicht hinbekommen, aber das Instrument des Realsplitting ist schon sehr hilfreich.

Und wie schon geschrieben, nicht die Scheidung führt zum Verlust des Splittings, sondern die Trennung.

Antwort
von wilees, 54

Welchen Grund sollte jemand haben dauerhaft getrennt zu leben, ohne sich scheiden zu lassen? Steuertechnisch macht dies sicherlich keinen Sinn.

Ein getrennt lebendes bzw. geschiedenes Paar bezahlt übrigens nach der Trennung weniger Steuern. ( wenn beide berufstätig sind )

Kommentar von bachforelle49 ,

das `Spiel ` ist natürlich im Konsens mit Kindern (Alleinerziehend) zu sehen und ebenso im Kontext mit der Diskussion des wegfallenden Ehegattensplittings...

Wieso macht Steuerklasse II (fast wie I..) und III keinen Sinn, wenn du Netto mehr hast? Das ist doch der Kern der Diskussion über Vorteile von Ehepaaren (hier Ehegattensplitting..), die bei Scheidung wegbrechen (?!)

Kommentar von wilees ,

Weil getrennt lebende Paare ohne Kind(er) jeweils Steuerklasse I haben.

Antwort
von petrapetra64, 12

Es geht ja hier nur um das Splitting. Und dazu muss man ja auch zusammen leben, denn das geht ja nur noch im Jahr der Trennung, danach nicht mehr, egal ob Scheidung oder nicht. Auch dauernd getrennt lebende dürfen nicht mehr Splitten, haben die Steuerklasse 1 bzw. 2. 

Es gibt ja für die Trennung immer triftige Gründe. Entweder sind Dinge vorgefallen oder man hat grundlegend verschiedene Ansichten oder es ist ein neuer Partner im Spiel. Und da ist es eine große Herausforderung, jahrelang weiter gemeinsam zusammenleben zu müssen. Manche schaffen das ein paar Jahr, die meisten aber nicht. Und das alles nur dafür, dass man nicht selbst arbeiten muss als Frau. Viele haben da doch irgendwann lieber ihre Selbständigkeit haben. 

Ich selbst kenne ein (ehemaliges) Paar, die haben noch jahrelang zusammen gelebt in beiderseitigem Einvernehmen, die verstehen sich aber als Freunde auch heute noch gut und es gab nie Krach ums Geld. Irgendwann wollte sie aber doch die Trennung und einen Neuanfang.

Ansonsten ist es ja so, dass spätestens nach der Scheidung der betreuende Ehepartner eh wieder arbeiten gehen muss und da bringt das Ehegattensplittung ja eh nicht mehr viel bis gar nichts. 

Und da ist man als alleinerziehende Frau froh, wenn man die steuerklasse 2 hat und dadurch etwas mehr netto. Besser als vom Ex immer abhängig zu sein ist das allemal. Da gehe ich lieber arbeiten. 

Antwort
von Wonnepoppen, 60

Weil sie eine klare Lösung wollen u. nicht nur an die Vorteile denken!

Weil sie evtl. wieder heiraten möchten, was ja dann kaum möglich wäre?

Kommentar von bachforelle49 ,

na gut, 1:0 für dich ..  ich habe in der Frage wohl nicht hinreichend darauf hingewiesen, ` wenn Kinder da sind ` und das Geld durch deine `klare Lösung ` mit einmal (?!) knapp(er) wird.. (Unterhalt)

Kommentar von Wonnepoppen ,

Versteh dich schon!

Aber auch Kinder können eine Ehe nicht retten, wenn es nicht mehr stimmt,zwischen den Eltern!

bist du selber in so einer Situation?

Kommentar von bachforelle49 ,

grad jetzt wieder in Tagesschau24 einen Bericht über das finanzielle Elend der Alleinerziehenden und ihrem Nachwuchs, bedingt durch ausbleibende Unterhaltszahlungen, gesehen und da kam rüber, daß unser Staat durch ` Wegfall des Ehegattensplittings ` bei Scheidung der Trennungswilligen zum 1nen sogenannte funktionierende Ehepartnerschaften bevorzugt (+ belohnt (?!)) und zum 2ten Alleinerziehende mit Kindern mit derselbigen `Dynamik ` dann benachteiligt, wenn sie in Steuerklasse II klassifiziert werden (was ungefähr der teuersten, nämlich der Steuerklasse I entspricht)

was liegt da näher, als ` verheiratet ` zu belieben... (wie unser BP)

Kommentar von Wonnepoppen ,

Ja, die Frage ist, was ist schlimmer, ich würde eine Ehe ,die keine mehr ist, nicht vorziehen!

wie schon gesagt, was ist, wenn man jemanden anderen kennen u. lieben lernt?

Kommentar von bachforelle49 ,

(leider) (oder auch nicht..) ist unser BP auch da Vorreiter, denn iP kann eine Partnerschaft ja auch ohne (neuen) Trauschein bestehen.. oder nicht?  (.. will das jetzt gar nicht wissen..) mercie

Kommentar von Wonnepoppen ,

hab dich jetzt nicht ganz verstanden, was möchtest du nicht wissen?

eine wirkliche Partnerschaft funktioniert nur, wenn man ungebunden ist!

Bei einer neuen Heirat bist du doch finanziell wieder abgesichert!

Was bedeutet die Abkürzung"BP"?

Kommentar von bachforelle49 ,

"BP" = Bundespräsident + "iP" = im Prinzip > um ehrlich zu sein, Wonnepoppen, versteh ich dich auch nicht ganz oder falsch, denn ich denke mal, daß, wenn Unterhalt für die eigenen Kinder zu zahlen ist, der Papa niemals mehr ungebunden und frei ist; realistisch siehts doch so aus: bei Scheidung verdient sich der Anwalt eine goldenen Nase (dumm und dämlich) und jenachdem, wer die Scheidung einreicht (wenn nicht einvernehmlich) entsteht dann bei den Kindern also erst recht der Eindruck, da ist jemand abgehauen!!

die 4stelligen Anwaltsgebühren für das Scheidungsverfahren wären schon mal für und bei den Kinder und deren Schulausbildung besser investiert...

Kommentar von Wonnepoppen ,

"BP", manchmal hat man eben ein Brett vorm Kopf! "i.P." war mir ein Begriff.

du siehst das alles mehr von der finanziellen Seite, hab ich recht, ich mehr von der moralischen.

Ich bin auch geschieden, ist zwar schon lange her, stand im Anfang finanziell sehr schlecht da mit 3 kindern, aber ich hab es nie bereut mich getrennt zu haben, der Mann hatte immer nur anderen Frauen im Kopf, auch heute noch, inzwischen ist er zum dritten Mal verheiratet, des Geldes wegen, das kann ich nicht!

Antwort
von Glueckskeks01, 53

Weil man vielleicht mit dem Partner nichts mehr zu tun haben will? Wer will z.B. schon mit einem A....loch verheiratet bleiben. Dann lieber das Gefühl von Freiheit und Ungebundenheit.

Kommentar von bachforelle49 ,

ja ja, leider hat letzteres dann einen hohen Preis, wenn Kinder mit im Boot sitzen und nach Unterhalt schreien (mit Recht..) da geht die Freiheit auch in die Binsen und dieses Hochgefühl geht zu Lasten der Steuerklasse

Kommentar von petrapetra64 ,

zusammen zu bleiben, wenn nichts mehr stimmt, hat auch einen hohen Preis, es macht die Ehepartner psychisch kaputt und auch die Kinder, die da mitleiden müssen. Wie geht es einem Kind, wenn die Eltern sich ständig anschreien und die Mutter ständig am Heulen ist. Für ein Kind ist eine zufriedene Mutter besser als eine, die total unglücklich ist. 

Geld ist auch nicht alles, es kann hart sein, alleine klar zu kommen, aber es macht einem auch stark und man kann dann vieles schaffen. 

Man hat auch als Mutter nur ein Leben, irgendwann ist es vorbei und es ist einfach falsch, für ein paar Euro in einer Ehe zu verharren,die einfach keine Partnerschaft mehr ist. 

Weiterhin ist es ja auch nicht immer so, dass Eltern vom Ehegattensplitting profitieren. Oft arbeiten ja auch beide Partner und verdienen ähnlich, dann gibt es kein Splitting. Oder der (ex)Ehemann ist arbeitslos und verdient eh nichts oder eben zu wenig. Das ist ja auch bei gut der Hälfte der Fall und deswegen stehen die Mütter schlecht da. 

Und was ist, wenn der Vater das Weite sucht und einfach zu einem neuen Partner zieht. Wie erhält man sich dann als Frau das Splitting, wenn der Mann nicht mehr will und geht. 

Egal wie man es nimmt, es bedarf neuer gesetzlicher Regelungen, um an der Situation von Alleinerziehenden zu ändern. 

Frauen vom Ehemann abhängig zu machen, damit sie in einer Ehe bleiben, auch wenn sie dabei kaputt gehen, ist definitiv nicht die Lösung. 

Kommentar von bachforelle49 ,

nee, mit dem psychischen Faktor trifft vielleicht zu, wenn einer der beiden sich nicht scheiden lassen will, womöglich, weil es doch einem Schuldanerkenntnis gleich käme..(?), obwohl die Schuldfrage ja keine Rolle mehr spielt..(?!) das zum moralischen Teil (wenn vielleicht doch die Kinder fragen, warum einer abgehauen ist..idR der Papa.. angeblich (?))

aber ansonsten ist bei getrenntem Haushalt eigentlich nur ein neuer Rundfunkbeitrag fällig, die verdienen also dran..(!), und natürlich der Partner, der jetzt eine neue Partnerschaft eingehen will, hat ein Problem ... aber darüber sollten beide reden können

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