Warum kriegt man einen 'Ohrwurm'??
Was ist das überhaupt, und warum kriegt man den ständig, wenn man bestimmte Songs sich anhört???
LG
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Meistens sind es spezielle Melodien die unterbewußt auf alte Erinnerungen anspielen oder so verweoben sind, das sie unterbweußt wie viele verscheindene Teile anderer Songs klingen. Dann rätselt das Unterbewußtsein wohin das gehört und man kann das vorerst nicht aus dem Kopf kriegen.
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Ein Song der sich halt in Deinem Gehör festsetzt, weil er bei Dir sozusagen den Nerv trifft :-)
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Antwort von Boulepoisson 04.01.2012
Nervig, frustrierend, ablenkend – auch die 559 Studenten, die der Marketingprofessor James Kellaris von der University of Cincinnati für eine Studie befragte, waren sich einig. 99 Prozent kannten das Phänomen Ohrwurm. Amerikaner und Spanier nennen es »Klebelied«, Brasilianer »Ohrkaugummi«, Franzosen »Ohrenbohrer«. Der gemeine Ohrwurm infiziert schon von jeher fast jeden und ist auch noch höchst ansteckend. Und immer noch rätselt die Wissenschaft, was es mit diesem Virus auf sich hat.
»Das Phänomen ist methodisch sehr schwer zu erforschen, deshalb gibt es kaum Untersuchungen«, sagt Eckart Altenmüller, Neurophysiologe und Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musikermedizin an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Denn auf Kommando stellt sich ein Ohrwurm ungefähr so gut ein wie ein Schluckauf. Den Ohrwurm hat deshalb bisher noch kein Wissenschaftler bei der Arbeit beobachtet, weder im Magnetresonanztomografen noch im EEG.
Immerhin konnte ein Phantombild skizziert werden: Einfache Melodie, bequemes Tempo, angenehme Singhöhe beschreibt ihn Eckart Altenmüller, der 70 Menschen nach ihren hartnäckigsten Kopfmelodien befragt hat. Der Ohrwurm befalle häufiger Frauen und Musiker, ergänzt James Kellaris, Lieder mit Text hingen eher im Kopf als Instrumentalstücke, selten seien die Melodien länger als 30 Sekunden.
In den Top-Ten der schlimmsten Ohrenbohrer stehen bei jedem Menschen andere Lieder. Klaus Meine, den Sänger der Scorpions, verfolgt Stairway to Heaven, den Produzenten Jack White Rivers of Babylon und Uwe Fahrenkrog-Petersen, Komponist von Nenas 99 Luftballons, quält We are the Champions. Ohrwürmer schlagen meist aus dem Hinterhalt zu, sagt Altenmüller: »Die wiederkehrenden Tonfolgen kurven häufig in einer Situation der entspannten Aufmerksamkeit durch den Kopf.« Beim Putzen, Fahrradfahren oder Duschen eben. Neil Diamond war besessen von sechs Melodien, die ihn während des Essens oder Fernsehens marterten – daraus entwickelten sich die meisten seiner Lieder. Auch Müdigkeit oder Stress machen anfällig, sagt James Kellaris. Er vergleicht das Phänomen mit einem »kognitiven Jucken«. Irgendetwas reizt das Hirn, und um mental an der störenden Stelle zu kratzen, wiederholt es einen Song wieder und wieder.
Etwas muss die Kopfmelodien besonders machen – schließlich bleiben bei kaum jemandem trockene Worte oder Sätze stundenlang im Hirn. Dass Menschen sich Musik besonders gut merken können, ist schon lange bekannt. Epen wie die griechische Odyssee wurden wahrscheinlich gesungen. Das sorgte dafür, dass sich die Vorträger den langen Text leichter merken konnten. Bis weit in die Neuzeit hinein reisten Bänkel- oder Zeitungssänger umher und trällerten gereimte Nachrichten auf Dorfplätzen – die verbreiteten sich dann via Ohrwurm weiter.
»Wahrscheinlich sorgen Rhythmus und die vielen Wiederholungen in der Musik dafür, dass man sie leichter im Gedächtnis behält als Sprache«, vermutet Diana Deutsch, die als Musikpsychologin an der University of California das musikalische Gedächtnis erforscht. Strophe, Refrain, Strophe, Refrain – Musik quetscht sich durch ihren Aufbau förmlich ins Hirn.
Wissenschaftler vom Dartmouth-College in Hanover, New Hampshire, spielten Versuchspersonen im Magnetresonanztomografen die Titelmelodie von Pink Panther und Satisfaction von den Rolling Stones vor. Mitten im Stück drehten sie für ein paar Sekunden den Ton ab. Die Gehirne ihrer Probanden aber verhielten sich, als spiele die Musik munter weiter. Das Hörzentrum blieb genauso aktiv. Die Versuchspersonen berichteten anschließend übereinstimmend, sie hätten nicht verhindern können, dass sie die Lieder im Kopf vervollständigten.
Das Gehirn ergänzt fehlende Wahrnehmungen automatisch. Das funktioniert beim Sehen – das Prinzip von optischen Täuschungen – genauso wie bei Sprache. Aber mit Musik hat es das Hirn besonders leicht: Wegen der Wiederholungen ist klar, was als Nächstes kommt. Und es kann sich an musikalischen Konventionen orientieren. Eine Tonfolge wird in der westlichen Musik meist nach einem bestimmten Schema aufgelöst. Würde Alle meine Entchen bei »See« enden, wäre das unbefriedigend, der Ton bliebe in der Luft hängen.
Das könnte erklären, warum Ohrwürmer sich oft genau dann einschleichen, wenn man nur den Fetzen eines Liedes irgendwo aufgeschnappt hat: Das Gehirn will zum Ende kommen, greift sich den Songfetzen und spielt ihn fertig, gerät dabei jedoch in eine Endlosschleife. »Deswegen kann es helfen, das Lied ganz zu Ende zu singen«, sagt James Kellaris.
Manchmal können bestimmte Worte oder Situationen den immer gleichen Ohrwurm auflegen. »Erinnerungen, die mit Musik zu tun haben, sind im Gehirn ähnlich fest verankert wie Gerüche«, sagt Eckart Altenmüller. Beim Riechen und Musikhören sind die Zentren hoch aktiv, die im Gehirn für Emotionen zuständig sind – und Erinnerungen, die mit Gefühlen besetzt sind, haften länger.
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Soweit ich weiß, versucht das Gehirn diesen Song "zu beenden", wenn einem ein STück daraus einfällt. Und wenn es dann nicht weiter kommt, wiederholt es ein und dieselbe Stelle imme rund immer wieder. Manchmal hilft es deshalb, sich den Song einfach noch einmal komplett anzuhören.
Ne, ich hab gelesen, das bnringt nichts.