Warum kreiert Europa nicht gemeinsam eine "Safe-Zone" nahe Syrien?

... komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Erstaunlich ist eigentlich, dass sich die Ölscheichs nicht dafür interessieren und sich nicht solidarisch zu den musl. Vertriebenen verhalten. In den Ölscheichländern wäre genug Platz. Ausserdem werden dort auch viele Arbeitskräfte benötigt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von schmenix
25.10.2015, 12:14

Deine Behauptungen bzw. Voraussetzungen stimmen nicht ! Es gab Meldungen, dass in Saudi Arabien bereits 3 Millionen Leute aus Syrien leben. Bei den benachbarten Ölförder-Ländern wird es vermutlich ähnliche Verhältnisse geben. Diese werden berufstätig sein. Die besagten Ölscheichs benötigen wohl Arbeitskräfte, aber keine jungen Umstürzler. Das wäre eine Überforderung. Außerdem wird bei uns eine islamische Ethik-Regel übersehen: ein typisch nordamerikanisches Prinzip "do good and talk about" - oder sorge dafür, dass andere drüber berichten - ist gemäß Koran - in dem zweiten Halbsatz verpönt.

0

Eine gefahrlose "Schnellverbindung", eine "Fluchtautobahn" sozusagen, in die gelobten Länder Europas würde den Exodus der Flüchtlinge aus islamischen Ländern noch beschleunigen.

Dies kann nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen nicht das Ziel Europas sein, da so viele Sozialkassen gar nicht existieren, um alle ihr Heil suchenden Menschen aufzunehmen. - Die vornehmlich jungen Männer sollen dort bleiben, um dort für ihre Freiheit und einen neuen, friedlichen Staat zu kämpfen. - Danach werden sie zudem zum Wiederaufbau Syriens und der übrigen islamischen Länder gebraucht und nicht hier als Arbeitssuchende fremder Kulturen. Oder sollen diese Länder zukünftig menschenleer veröden? 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von hummel3
25.10.2015, 07:36

Entschuldigung, habe deine Frage leider erst beim nochmaligen Durchlesen richtig verstanden.

Zur Einrichtung einer "Safe-Zone" fehlt wohl einfach die Bereitschaft der umliegenden, teilweise sogar sehr reichen religiösen "Bruderländer". Und Herrn Erdogans Preisvorstellungen für eine solche humane muslimische Leistung kann und sollte Europa vielleicht gar nicht bezahlen. Sonst baut der sich am Ende noch weitere Traumschlösser davon.

0

In Syrien selber wäre eine "Safe Zone" nicht möglich, denn Syrien ist immerhin offiziell noch ein souveräner Staat, den man völkerrechtlich gesehen nicht einfach teilbesetzen kann. Außerdem wäre es dort nicht sicher, denn die Zone könnte leicht von Geschossen getroffen oder direkt angegriffen werden.

Eine größere "Safe Zone" könnte man wohl nur in der Türkei (einem Nato-Mitglied) einrichten, wenn die Türkei denn einverstanden wäre. Allerdings steht dort kein unbewohntes größeres Gebiet einfach so zur Verfügung. Eine einheimische Bevölkerung wäre auf jeden Fall beeinträchtigt. Wie fändest du es, wenn Deutschland neben Syrien läge, und in Bayern oder Niedersachsen eine Safe Zone mit 1-2 Millionen Syrern eingerichtet würde?

Der Aufenthalt über Monate oder gar Jahre hinweg in einer ziemlich geschlossenen Safe Zone, also einem riesigen Flüchtlingslager, wäre außerdem keine gute Lebensperspektive für die Bewohner. Sie könnten sich dort kein neues Leben aufbauen, nicht studieren, keine sinnvollen Arbeiten verrichten, sondern würden die Zeit vor allem mit Warten verbringen, was ihren Frust steigern und zu Konflikten führen würde.

Die Safe Zone müsste dauerhaft mit Milliardenbeträgen alimentiert werden. Soll das UNHCR das machen, oder wie stellst du dir das vor?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von captainGABA
25.10.2015, 08:28

Ich sehe immernoch jeden von dir erbrachten Nachteil über die Realisierung als weniger konfliktbeladen und kostspielig, als den Strom einfach nur fortzusetzen.

Diese Sicherheitszone wäre natürlich auch keine Dauerlösung und man könnte "bei guter Führung" Menschen in die EU/USA transferieren, wenn es schon ein Land sein muss, wo Milch und Honig fließen.

Die technische Realisierung ist auch nicht meine konkrete Aufgabe als Bürger, es ist aber witzig, dass du fragst, wie ich mich bei einer Safe-Zone als Nachbar fühlen würde.

Denn letztenendes das passiert gerade so oder so an so ziemlich jedem Ort hierzulande.

0

Wo sollte diese eingerichtet werden?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von captainGABA
25.10.2015, 05:13

Nördlich von Aleppo. Schwer bewacht und mit menschenwürdiger Unterbringung und Verpflegung. An der Kooperation mit der Türkei wird ja bereits verhandelt...

0

Russland ist gegenwärtig dabei, etwas ähnliches einzurichten; nur eben von der entgegengesetzten Seite.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von captainGABA
25.10.2015, 06:05

Entgegengesetzt würde implizieren, es gäbe eine eindeutige Gegenseite zur anderen. In der Realität sind es verschiedene Terrorzellen samt dem IS selbst, die teilweise gegeneinander kämpfen, Assad selbst und den Rebellen. Das sind die gröbsten 4 Parteien im Krieg. Nicht mitgezählt sind die NATO, Russland und China, die ihre Interessengruppen (Amerikaner unterstützen z.B. teilweise "moderate" Terrorzellen mit Waffen und Munition) versorgen.

Mit anderen Worten, es gibt keine "entgegengesetzte" Seite und keine klaren Verantwortlichen bei dieser non-linearen Kriegsführung.

0

Ich denke, daß auch das im Endeffekt nichts bringen wird. Solange sich niemand um das Beheben der Ursachen kümmert, werden die Leute von dort den unerträglichen Zuständen in den betroffenen Ländern, es ist ja nicht nur Syrien, weiter völlig verständlich durch Flucht zu entgehen versuchen. Würde ja jeder so machen.

Das derzeitige (teilweise nur populistische) Herumdoktern an den Symptomen ist eher sinnbefreit.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von captainGABA
25.10.2015, 06:46

Das Problem an euch Idealisten ist, dass ihr nicht auf langfristige Konfliktlösung eingestellt seid, sondern sofortige ideale Lösungen erwartet.

Meistens kann man mit euch nicht rechnen, wenn die besagte ideale Lösung nicht auf einen Schlag eintrifft.

0

Wo denn? Vielleicht im Libanon?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?