Frage von Ekalz, 39

Warum kostet mich mein Internetprovider 30€ im Monat für eine 32000 Leitung, wenn mein Server-Prodiver einen vServer mit 1GB-Leitung für 10 € bieten kann?

Wo liegen da die technischen Herausforderungen, die diese Preisdifferenz erklären? Zumal mein Internet-Provider nur "bis zu" 50000 angibt, welche nicht selten unerreicht bleiben. Die 1GB-Leitung ist übrigens ohne Traffic Begrenzung

Antwort
von daCypher, 20

Der Hauptgrund dürfte sein, dass dein Internetprovider viele viele Leitungen für sehr viele Kunden legen muss und mit den Kosten hauptsächlich die Instandhaltungskosten des Leitungsnetzes und der Peripheriegeräte bezahlt, während der Server-Provider wahrscheinlich eine ganze Serverfarm mit tausenden Servern hat, die direkt am Internet-Backbone angeschlossen sind und dadurch kurze Leitungswege mit schnell austauschbaren Kabeln hat und eine Art "Mengenrabatt" kriegt, weil die z.B. pro Monat 3000€ für ne 500GBit/s Anbindung bezahlen.

Antwort
von YokoLolo, 7

Weil dein vServer keine 1GB-Leitung hat, auch wenn der Anbieter vielleicht was anderes behauptet / was anderes bewirbt.

1. Mit "Ohne Traffic-Begrenzung" wird oft geworben, aber sehr selten wird das eingehalten. Irgendwo im Kleingedrucken steht oftmals, dass ab einer gewissen Menge der Datenverbrauch auf z.B. 10 Mbit gedrosselt wird. Oder dass es gewisse "Fairness-Regeln" gibt und wenn jemand zuviel Traffic verbraucht, dieser gedrosselt wird oder rausgeworfen wird.

2. Ein vServer teilt sich mit mehreren anderen vServern einen Physikalischen Server. Dieser physikalische Server hat vielleicht eine 1 Gbit Anbindung. Die Kapazität muss aber mit allen vServern geteilt werden.

3. Ein Server steht meistens im Rack und dieser Rack hat eine gewisse Anbindung, oft um die 10 Gbit/S pro Rack (wenn es ein modernes Rechenzentrum ist). Alle Rechner im Rack teilen sich dann diese 10 GBit/s. D.h. wenn ein vServer auf einem Nachbarserver im gleichen Rack ordentlich Daten zieht, dann geht deine Anbindung runter. Obwohl du angeblich 1 Gbit/s hast.

4. Last but not Least: Alle Racks des Rechenzentrums teilen sich die Internet-Leitungen des Rechenzentrums. Vielleicht kommt das Rechenzentrum auf 50 Gbit/s, das sich aber von 200 Server und 20.000 vServern oder mehr geteilt werden muss.

So ein Rechenzentrum ist eher zu vergleichen mit einem großen Wohnheim, das eben einen Anschluss hat und alle im Wohnheim müssen sich die Verbindung teilen.

Laut https://uberspace.de/prices belaufen sich die Kosten auf rund 1000 Euro je 100 Mbit/s Uplink für das Rechenzentrum. Kommst mit deinen 30 Euro für den Internetprovider also günstig weg.

Antwort
von herja, 21

Weil ein vServer keine Verbindung zu deiner Wohnung hat.

Antwort
von NeoExacun, 14

Wenn du ein Tb/s Durchsatz aushandelst, bekommst du das auch billiger als einen kleinen Privatanschluss.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community