Frage von Sven2025, 117

Warum komme ich nicht davon weg?

Hallo,

Es wurde vor circa einem Monat fachärztlich Autismus ausgeschlossen. Davor hatte ich offiziell eine Diagnose, welche dann nach dem ADOS zurückgenommen wurde.

Im Gutachten steht, dass ich in keiner Kategorie ansatzweise auffällig bin:

Kommunikation: score 0/Null, Autistisches Spektrum ab 2, Autismus ab 3

Wechselseitige soziale Interaktion: score 0/Null, Autistisches Spektrum ab 4, Autismus ab 6

Gesamtwert: score 0/Null, Autistischen Spektrum ab 7, Autismus ab 10

-Das ganze an der Charite Berlin

So jetzt das skurrile: Selbst nach dem ADOS-Test suche ich automatisch fast schon zwanghaft nach autistischen Situationen im Alltag und klage mich für sie an und quäle mich an ihnen gedanklich, obwohl ich rein rational schon weiß, dass ich kein Autist bin.

Immer wieder zweifle ich auf emotionaler Ebene an der neuen Diagnostik.

 Um nichts in der Welt möchte ich Autist sein, das wäre für mich eines der schlimmsten Dinge! (nichts gegen Autisten, aber ich habe mich da halt in etwas reingesteigert)

Ich glaube einfach meine Psyche hat diese Umstellung einfach noch nicht verarbeitet, was meint ihr, was würdet ihr mir raten?

DankeDankeDankeDAnkeDankeDAnke

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von circuli, 48

Ich kann dich da sehr gut verstehen. Sehr oft passiert uns das ja bei anderen Dingen ebenso...

Wir müssen nur das Beispiel nehmen, dass man über Bauchschmerzen klagt, denkt man hat einen Tumor und zum Arzt geht und dieser das Gegenteil bestätigt. Trotzdem werden wir uns weiterhin Gedanken machen, ob es wirklich kein Tumor ist...

Vor allem wurde es dir ja zuvor diagnostiziert und du hast damit gelebt und nun ist es doch nicht so. Damit muss man sich erstmal auseinander setzen, auch wenn es ein für dich positive äs Ergebnis ist.

Nun zu diesen Situationen, in denen du denkst, es sei autistisches Verhalten: sind wir doch ehrlich - jeder verhält sich irgendwann "autistisch". Aber durch eine Verhaltensäußerung ist das nicht getan. Wie du vermutlich weißt, hängen viel mehr Faktoren daran.

Ein weiterer Punkt ist, dass diese Diagnose, dass du kein Autismus hast, von Spezialisten eindeutig belegt worden ist. Nimm dir das doch zum Beweis und zur Beruhigung. (Rede dir ruhig Mut zu)

Es brauch vllt. eine Weile, bis du es so wie es ist annehmen kannst. Das sind einfach Flausen, die wieder vergehen.

Halte dir einfach immer in solchen Situationen die Diagnose vor Augen, dass du es nicht bist...

Kommentar von Sven2025 ,

Tolle Antwort Danke!

Kommentar von circuli ,

Bitte, gern geschehen :)

Antwort
von Peppi26, 34

Vielleicht suchst du eine Krankheit, um dich zu rechtfertigen vor anderen? Bleib locker und vielleicht hilft echt mal ein Gespräch mit einem Psychologen!

Antwort
von Ndewimona, 33

Es könnte natürlich sein, dass die Diagnose fehlerhaft war. Wenn es dich so sehr stört, dann lass doch eine Zweitdiagnose machen.

Doch wie du selbst sagst, steigerst du dich sehr hinein. Vielleicht kommen deine vermeidlichen Symptome ja von einem Nucebo Effekt. Oder du bist einfach eine Hypochondrie:) Scherz... Manche menschen haben einfach autistische Eigenschaften, was jedoch nicht gleich heißt, dass sie ein Autist sind.

Viel glück!

Antwort
von beangato, 40

Stimmt, Du hast Dich da reingesteigert. Ich denke, Dir kann nur ein Psychiater helfen.

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