Warum können kleine Kinder so oft über die gleiche Sache lachen?
Man kennt das ja von (sehr) kleinen Kindern, die sich scheinbar endlos z.B. über das Guck-guck-Spiel amüsieren können. So oft hält man das ja oft selbst nicht aus, wie das Kind noch drüber lacht. Warum wird ihnen das nicht langweilig? Kommt das Gefühl der Langeweile erst mit dem Alter, oder merken sich die Kinder gar nicht, wie lang man sie schon so beschäftigt? Bin gespannt!
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Hallo Halbschwarz,
das wäre eine interessante Fragestellung für Hirnforscher und Verhaltensbiologen ;)
Ich denke gerade beim Guck-guck-Spiel gibt es verschiedene "Freuden-Faktoren"... Das Kind freut sich, das Gesicht des vertrauten Menschen zu sehen, freut sich die Emotionen des anderen zu beobachten, spürt den Moment des Schreckens und die Freude, wenn der Schreck nachläst - das sind so viele Verschiedene Aspekte, die es zum Lachen bringen. Und je nach Entwicklungsstufe und nach Art des Spieles werden andere Aspekte angesprochen.
Und noch ein sehr wichtiger Punkt....Kinder haben noch kein Bewustsein für "da oder weg", "ich oder du". Mit diesem Spiel werden diese Aspekte geübt. Und eine erfolgreiche Übung wird vom Gehirn mit Ausschüttung von Glückshormonen belohnt, eben damit man weiter übt. Bis diese wichtigen Dinge gelernt sind und das Hirn sich entsprechend entwickelt hat um das zu verstehen braucht es einfach viele Wiederholungen.
Ich denke dies gilt auch für verschiedene andere Spiele, die Kinder gerne wiederholen. Es geht darum etwas zu Lernen und Lernen erfolgt durch Wiederholung. Je entwickelter das Gehirn ist, desto schneller kann man Lernen und desto weniger häufig muss man wiederholen. So wie wir wenn wir eine neue Fremdsprache lernen die ersten Vokabeln sehr häufig wiederholen müssen, bis wir ein Gefühl für die Sprache bekommen und später wenn man einen Grundwortschatz hat, kann man sich neue Vokabeln schneller und mit weniger Wiederholung einprägen.
LG, Hourriyah
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Was sich bei Kindern erst ab einem gewissen Alter entwickelt, das ist die sogenannte Objektpermanenz.
Zunächst nämlich gilt für die Kleinen: Wenn etwas/jemand (lediglich!) aus ihren Augen verschwindet, dann ist es sozusagen "nicht mehr da"; und sei es nur aufgrund des Umstands, dass Mama nur kurz mal nach nebenan in die Küche gegangen ist.
Wenn sich dieser Zustand ändert, das heißt: Wenn in ihnen allmählich das "Bewusstsein" erwacht, dass etwas auch weiterhin existent ist, obwohl (!) es nicht nicht mehr in ihrem Sicht- und Blickfeld ist, dann ist das ein -für sie- so derartig neues und überwältigendes ("Erfolgs"-)Erlebnis, dass sie sich unbändig und unentwegt immer wieder drüber freuen können.
Bei besagtem "Kuckuck!"-Spiel ist eben genau das der Fall...
Kommentar von icke01icke01 08.07.2012Kleine Kinder glauben auch, niemand sieht sie, wenn sie sich die Augen zu halten....und staunen ungläubig, wenn man sie trotzdem entdeckt.
Ich finde das zu niedlich...:-)Kommentar von mia68mia68 08.07.2012...stimmt, das ist bisschen ähnlich. :-)
(und niedlich ohnehin... :-))
Aber in dem Fall ist es so, dass die Kinder noch nicht die Fähigkeit haben, sich so in andere Menschen hineinversetzen zu können, dass sie quasi "von außen auf sich selbst" schauen würden. Für sie gibt es nur die Sicht auf die Welt aus ihrem ganz eigenen (sog. egozentrischen) Weltbild heraus.
Und so entsteht dann dieses: Wenn ich mich nich sehe, dann sehen die anderen mich auch nich...!
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das Kind freut sich in erster Linie über die Aufmerksamkeit
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Das können Dir Neurobiologen sehr gut erklären.
neurobiologie menschliche gehirnentwicklung
Das wird so gut verständlich von den Fachmenschen dargestellt dass ich es mir verbiete jetzt anfangen zu wollen ihnen nachzuplappern. Zudem hast Du eine Menge von den Bildern. Ich wünsche Dir also viel Spaß bei der Erforschung menschlicher Entwicklung aus neurobiologischer Sicht. Dein Leben kann nur reicher werden dadurch.
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Erwachsenen wird schneller langweilig weil sie alles schon sehr oft gesehen oder erlebt haben. Es ist viel schwieriger etwas ganz neues zu erleben. Das Neue möchte man dann aber auch einige Zeit nochmal wiederholen.
Aber als Erwachsener möchte man auch vieles selbst gestalten , das Kind hat dieses Bedürfnis noch nicht so stark. Kinder haben auch schon von ihrer geringen Lebenserfahrung und ihre Abhängigkeit her keine Möglichkeit selbst mit problematischen Situationen zurecht zu kommen.
Es will in erster Linie Geborgenheit. Wiederholte gleiche Erfahrungen bieten auch ein bestimmtes Maß an Sicherheit. Es wird berechenbar, das dieses Erlebnis keine Bedrohung ist sondern ein wiederholbares Erlebnis das man unberschwert genießen kann. Hier wird auch ein bestimmtes Grundvertrauen aufgebaut, das Urvertrauen das Beziehungspersonen ein angenehmes Erlebnis immer wieder aus Liebe wiederholen.
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Das mit der Langeweile kommt noch. Kinder lachen generell mehr als Erwachsene.
Das Guckguck-Spiel ist gleichzeitig ein Lernprozess. Sie merken irgendwann, dass nicht alles, was nicht mehr gesehen wird auch wirklich verschwunden ist.
Eine Zeitgefühl wie wir es haben, haben kleine Kinder noch nicht. Deshalb ist es witzlos "einen kleinen Moment noch" zu ihnen zu sagen.
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beim beispiel vom guck-guck-spiel ist es so, dass das kind in dem moment, wo der erwachsene sich hinter der hand versteckt, wirklich glaubt, dass er ganz weg ist. und sich daher dann umso mehr freut, wenn er "plötzlich" wieder da ist.
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Weil du bei dem ersten mal, als du das "Spiel" mit ihnen gespielt hast, sicherlich gegrinst hast. Somit hast du ihnen vermittelt, dass es lustig ist; deine Emotion wurde nachgeahmt. Kinder sind zu klein, um zu verstehen, dass irgendwas "langweilig" wird. So haben sie oft ein Lieblingskuscheltier, ein Lieblingsspielzeug, mit dem sie sich sehr oft und lange auseindersetzen können.
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Kinder denkekn zb auch wenn man einen Witz erzählt, ihn immer wieder wiederholen zu müssen :D Sie merken dabei auch gar nicht das der witz irgendwann langweilig wird und keiner mehr drüber lacht
Super Antwort, DH!
Danke für den Stern :)