Frage von SPN4eva, 141

Warum können Kinder inzwischen keine Kritik mehr aushalten?

Es kommt mir so vor als würden die nichts mehr vertragen, entweder sie weinen oder beleidigen...

Antwort
von hannisunny123, 62

Ich denke ersteinmal kann man das nicht so auf jeden verallgemeinern, das hängt von der Person selbst ab, dann wie alt das Kind überhaupt ist, wie die Kritik rübergebracht wird etc. Ich bin leider auch eine Person die nicht immer gut mit Kritik umgehen kann (auch wenn ich nicht weiß, ob du mein Alter mit als Kind bezeichnen würdest oder vllt gerade dieses Alter meinst, also 15 Jahre). Ich glaube das Problem bei mir ist, dass ich häufig Kritik auch als Kritik an meiner Person und als persönlichen Angriff sehe, auch wenn ich mir selbst klar mache, dass diese eher als Hilfe dienen soll. Und dann, je nach Person versucht man dann eben "zurück" anzugreifen oder man ist traurig weil man sich verletzt fühlt. Von daher ist es aber auch wichtig, deutlich zu machen, dass Kritik nicht böse gemeint ist und dass man einen damit nicht schlecht machen will, sondern helfen will, etwas zu verbessern. Die Kritikaufnahmefähigkeit hängt dann aber wie gesagt auch davon ab, wie reif das "Kind" selbst ist und das muss nicht zwangsläufig, kann aber auch von dem Alter abhängen. Lg:)

Antwort
von Nashota, 65

Dann hast du dich noch nie mit Erwachsenen auseinandersetzen müssen? Die sind oft noch kritikgeminderter.

Allgemein kommt es aber immer auf die Art und Weise an. Nicht jede Kritik ist angebracht oder vom Ton her richtig rübergebracht.

Wer jemanden (ständig) nur runterrotzt und kleinmacht, hat noch nicht verstanden, was er damit tatsächlich anrichtet oder anrichten kann.

Und wer es nicht anders kennengelernt hat oder kennt, kann dann auch nicht angemessen mit Kritik umgehen.

Kommentar von SPN4eva ,

Ich glaub indirekt hast du mir klargemacht, was falsch läuft: Die Kids werden nur noch mit Samthandschuhen angefasst.

Kommentar von Nashota ,

Nein. Viele Kinder werden einfach nicht richtig behandelt. Jeder kleine Fehler, die bei genauerer Betrachtung nicht mal Fehler sind, werden an die große Glocke gehängt.

Kinder sehen die Welt mit ihren Augen, sie sind eben noch nicht erwachsen. Was bedeutet, wenn es nicht gerade der wirklich absolute Blödsinn ist, denn sie verzapft haben, sollten Eltern mal versuchen, aus Kindersicht eine Sache zu betrachten.

Ein Beispiel: Wenn Eltern möchten, dass Kinder ihr Zimmer aufräumen, heißt das für Eltern meist, pikobello dahin, wo es hingehört.

Für Kinder heißt das aber meist, die Sachen nur aus dem direkten Blickfeld zu räumen, weil sie es in den nächsten Minuten eh wieder in der Hand haben.

Ich hab mir angewöhnt, die Tür von außen zuzumachen. Wer sich erst durch Berge von Klamotten wühlen will, ehe er die andere passende Socke findet, die er anziehen will, bitte. Im Extremfall wird nur ab und zu mal alles auf dem Bett platziert und dann ist auch ohne Worte klar, was angesagt ist.

Und wer was kritisieren will, muss sich darüber bewusst sein, auch über sein eigenes Verhalten nachzudenken. Auch viele Eltern sind Engel mit einem B davor.

Kommentar von Ryanah ,

Super Antwort Nashota, ich stimme absolut mit dir überein! :)

Kommentar von SPN4eva ,

Es sind Kinder. Wenn die aufräumen sollen, dann haben sie aufzuräumen. Und dass die Kids sich dann provoziert fühlen, finde ich echt schlimm. Die brauchen mehr Disziplin und viel mehr Härte.

Kommentar von Nashota ,

Wenn du meinst..............

Nur noch ein kleiner Denkanstoß für dich: Kinder sind keine Untergebenen und Befehlsempfänger, sondern eigene Persönlichkeiten. Auch sie dürfen Nein sagen.

Kommentar von SPN4eva ,

Ich sehe Kinder nicht als Untergebene, sondern mehr als Azubis, die eben auf den Chef hören müssen, wenn sie es zu was bringen wollen. Und wer eine eigene Persönlichkeit sein will, mit nein sagen und so weiter muss auch entsprechende Leistungen bringen. Nicht nur fordern.

Kommentar von Nashota ,

Wer sich als Elternteil als Chef ansieht, hätte besser keine Kinder bekommen sollen.

Und eine eigene Persönlichkeit muss nicht erst einen Antrag stellen, wenn sie Nein sagen will. Das hat nichts mit "nur fordern" zu tun, sondern nur mit einer eigenen Meinung.

Kommentar von Gebrauchthirn ,

@Nashota: du bist ja voll daneben...

Kommentar von Nashota ,

Ohne weitere Erklärung interessiert mich das nicht wirklich ;-))

Kommentar von SPN4eva ,

Du willst also Kinder auf eine Stufe mit erwachsenen stellen? Ist dir bewusst, dass das Gehirn noch nicht so arbeitet wie bei einem Erwachsenen? Wie sollen denn Kinder deiner Meinung nach lernen, ihr Zimmer ordentlich zu halten? Einem 6-Jährigen kannst du keinen Vortrag über die Kosten von verschimmelten Wänden halten! Ein Chef ist nicht automatisch was negatives. Wenn du da andere Erfahrungen gemacht hast, tuts mir leid. Auch die Persönlichkeit von Kindern ist noch nicht so ausgereift, um bei bestimmten Fragen eine sinnvolle Meinung zu haben. Nein zu Gewalt darf jeder sagen, aber bitte doch mal ein trotziges Kind um Argumente für die Sinnhaftigkeit, wenn es sich im Supermarkt auf den Boden wirft. Da kommt nämlich nichts.

Kommentar von Nashota ,

Kinder sehen die Welt mit ihren Augen, sie sind eben noch nicht erwachsen.

Was hast du an diesem Satz nicht verstanden, den ich vor 2 Tagen schrieb?

Meine Kinder haben Aufräumen früher so gelernt: Was sie den Tag über rausgenommen haben, kommt am Abend wieder in die Spielzeugkiste oder ins Regal. In die Kiste konnte alles reingeschmissen werden, Hauptsache, der Deckel ging zu. Und im Regal musste auch nichts pedantisch angeordnet werden.

Einen Vortrag über verschimmelte Wände nicht, aber über ein hineingemeißeltes Loch schon. Dann war vom Taschengeld eine Tüte Gips fällig und später musste gestrichen werden.

Ich hab mich nie als Chef verstanden. Ich war und bin die Mutter meiner Töchter. Und auch wenn ich gewisse Ansagen mache, durften und dürfen meine Töchter auch eine eigene Meinung haben. Vielleicht verwundert es dich, aber die haben auch schon kleine Kinder. Und Eltern brechen sich keinen Zacken aus der Krone, über die Gedanken ihrer Kinder auch mal nachzudenken.

Wenn ein Kind sich im Supermarkt auf den Boden wirft, will es damit erreichen, etwas zu bekommen, was es möchte. Das ist für das Kind der Sinn dieser Aktion. Dazu muss es nichts sagen, das Handeln als solches gibt Aufschluss darüber. Wie Eltern darauf reagieren, ist unterschiedlich. Ich habe sowas nie erlebt und kann deshalb dazu nichts sagen.

Antwort
von Ryanah, 47

Ich finde es ein bisschen schade, dass du deine Frage so verallgemeinernd stellst. Egal ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener - viele Menschen haben ein Problem damit kritisiert zu werden.

Natürlich spielt es dann auch eine Rolle, ob die Kritik wirklich konstruktiv ist (und auch so formuliert wurde) oder die Persönlichkeit oder die persönliche Meinung eines Menschen kritisiert wird. Das man sich persönlich angegriffen fühlt und eine nicht konstruktive, sondern verletzende Kritik nicht annehmen will ist meiner Meinung nach völlig legitim.

Was waren es denn für Situationen in denen du diese Beobachtung gemacht hast? Auf was haben die Kinder / Jugendliche denn so reagiert? Und wie genau haben sie reagiert, also was haben sie geantwortet oder darauf hin getan?

Ob in deinem spezifischen Fall also bei den Kindern eine gewisse Fähigkeit mit Kritik umzugehen vorhanden war oder nicht kann niemand ohne weitere Informationen beurteilen.

Kommentar von SPN4eva ,

Es wird meistens schon die Kritik mit total unberechtigtem Lob kombiniert, dass sich bloß niemand angegriffen fühlt. Bsp: Referat: Kind redet undeutlich, leise und hält sich ein DIN A4 Blatt vors Gesicht. Inhalt aus Wikipedia komplett abgeschrieben. Kind kriegt eine 2 dazu die freundlich formulierte Bitte, sich den Text beim nächsten Mal nicht vors Gesicht zu halten. Kind weint.

Kommentar von Zeitmeister57 ,

#seufz# ...hundertfach ähnliches erlebt....

Kommentar von Ryanah ,

Ok, meine Frage dazu:

Wie alt war denn das Kind? Hat es jemals vorher schon ein Referat gehalten oder war es wirklich das allererste?

Du kannst nicht von Kindern verlangen, dass sie alles sofort supergut hinkriegen. Und du weißt doch auch überhaupt nicht, warum das Kind in dieser Situation geweint hat! Vielleicht sollte es unbedingt eine 1 kriegen und jetzt gibt es zu Hause Ärger? Vielleicht hat es sich unheimlich Mühe gegeben und ist enttäuscht? Da spielen so viele Kleinigkeiten mit, vielleicht kann das Kind auch noch nicht gut mit seinen Gefühlen umgehen? Wie wurde die Kritik überhaupt vermittelt? War man abschätzig gegenüber dem Kind? Wurde es vor der Klasse vorgeführt? Wenn ja, dann ist es kein Wunder, dass das Kind weint.

Ich habe das Gefühl, dass du ein sehr negatives Bild vom Kind hast. Kinder sind Schutzbedürftige und sie sind unsere Zukunft. Wenn wir nicht wenigstens hin und wieder mal versuchen würden die Welt mit Kinderaugen zu sehen und nur mal versuchen würden sie zu verstehen... Vieles wäre so viel leichter... Und vielleicht würden dann ganz viele negative Gedanken verschwinden.

Kommentar von SPN4eva ,

Als ich in dem Alter war, musste ich auch so ne Präsentation halten. Auf Englisch. Niemals wäre es mir in den Sinn gekommen von Wikipedia abzuschreiben oder meinen Text auf DIN A 4 zu schreiben. Das Kind wurde absolut nicht vorgeführt, im Gegenteil ich kenne die Lehrerin und sie gehört zu denjenigen, die echte Feedbackkultur leben, freundlich und doch mit hilfreichem Rat auf die Fehler eingehen. Gefühle sollte man viel weniger zwangsverstehen. Dann treten sie nämlich gar nicht erst auf. Uns hätte damals die ganze Klasse ausgelacht, manchmal ist man noch in der kleinen Pause bei der Paraklasse einmarschiert um von dem Skandal zu berichten, ergo hat niemand geheult sondern nur zugesehen, dass er seine Fehler korrigiert...

Kommentar von Ryanah ,

Du solltest nicht unbedingt von dir auf andere schließen.

Gefühle sind auch nichts negatives. Warum, um Himmels Willen, sollten sie gar nicht erst auftreten?! Das klingt (im wahrsten Sinne des Wortes) sehr gefühlskalt von dir... Das finde ich wirklich schade.

Und das was du da schreibst...

"Uns hätte damals die ganze Klasse ausgelacht, manchmal ist man noch in der kleinen Pause bei der Paraklasse einmarschiert um von dem Skandal zu berichten, ergo hat niemand geheult sondern nur zugesehen, dass er seine Fehler korrigiert..."

Das klingt für mich furchtbar! Wer marschiert denn irgendwo hin um einen Klassenkameraden vorzuführen? Das klingt für mich viel eher nach Mobbing als nach einer vernünftigen Art und Weise mit jemanden umzugehen, der vielleicht einen Fehler gemacht hat.

Völlig egal, ob jemand von Wikipedia abgeschrieben hat oder nicht! Das ist absolut kein Grund jemanden schlecht zu machen. Dann kriegt er eben die schlechtere Note. Na und? Warum kümmert dich das? Was hat das denn mit Kritikfähigkeit zu tun? Gar nichts.

Kritikfähigkeit ist sich mit konstruktiver Kritik auseinanderzusetzen. Ob man sie annimmt oder nicht ist wieder eine andere Sache. Du solltest dich einfach nur selbst fragen, ob dein Verhalten o.ä. gerechtfertigt war oder nicht. Oder ob du etwas daraus lernen kannst, für die Zukunft.

Also noch einmal zusammengefasst:

Kritikfähigkeit ist nicht das, was du eben beschrieben hast. Was du da beschreibst ist das Schlechtmachen von einem Mitschüler. Nichts anderes. Gute konstruktive Kritik kann positives bewirken und sollte auch ein angestrebtes Ziel sein. Mit Kritik umzugehen muss man lernen. Von Kindern kann man nicht erwarten, dass sie alles sofort können. Das ist utopisch! Niemand kann alles sofort. Wir sind keine Maschinen, wir sind Menschen mit Gefühlen! Und das ist auch gut so. Und Gefühle sind absolut nichts schlechtes, man muss sie nicht ausschalten, sondern viel mehr verstehen und nachvollziehen können!

Kommentar von SPN4eva ,

Ich hab mich mal als Beispiel genommen. Wir alle hätten das damals hingekriegt. Kritik an einem derartigen Vortrag ist auf jeden Fall berechtigt. Dafür sind die nämlich da, in den ersten 3 Jahren kann man ruhig jämmerlich versagen und später daraus lernen. Aber für volkommende Lernunwilligkeit und emotionale Erpressung sollte es kein Verständnis geben. Und eben das was du furchtbar und Mobbing nennst hat uns zu starken Menschen gemacht auch wenn es für die, die geheult haben in dem Moment blöd war. Heute lernen sie konstruktiv aus ihren Fehlern und jammern nicht. Mich persönlich stört das wenig, wenn die Kleinen es noch nicht so blicken. Aber dann Theater zu machen, weil sie eben erst Anfänger sind und Fehler machen finde ich vollkommen daneben. Auch dass man darauf dann eingehen sollte. Was um himmels willen soll das bringen? Das ist genauso als würdest du deine Kinder mit Süßigkeiten vollstopfen, damit sie kurzfristig glücklich sind und dabei vollkommen aus den Augen verlieren, dass ihnen das gar nichts mehr bringt, wenn sie Diabetes kriegen.

Kommentar von Ryanah ,

Ich bin mir leider nicht mehr sicher, um was es dir eigentlich geht. Anfangs dachte ich, dass es dir um die Kritikfähigkeit von Kindern geht, weil sie "nichts mehr abkönnen", andere "beleidigen" und wohl auch weinen.

Ich versuche dich richtig zu verstehen.

Meiner Meinung nach haben weder Lernunwilligkeit noch emotionale Erpressung (ich nehme deine beiden Beispiele auf) etwas mit Kritikfähigkeit zu tun.

Für mich sind diese beiden Punkte separat zu betrachten. Damit muss auch ganz anders umgegangen werden.

Deinen Vergleich mit den Süßigkeiten finde ich schwer nachzuvollziehen. Ich finde nicht, dass man ein "Theater" macht, wenn man sich um Kinder und deren Erziehung kümmert. Es ist doch das Ziel, den Kindern Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Wenn etwas nicht gleich klappt sollte nicht direkt aufgegeben werden, sondern vielmehr eine Ermutigung stattfinden es weiter zu versuchen. Das erachte ich persönlich zumindest als sinnvoll und für mich ist das auch kein "Theater". Nur weil du einem Kind am Anfang nicht direkt (Achtung - ich übertreibe mal) "kaputt kritisierst", heißt das doch noch lange nicht, dass es permanent mit Samthandschuhen angefasst wird. Es wird einfach nur versucht einen guten Einstieg für das Kind zu schaffen, auf dessen Grundlage dann alles weitere aufgebaut werden kann. Ist das denn wirklich schlimm?

Es ist doch sinnvoll und erstrebenswert, dass wir Kinder zu kritikfähigen, selbstständig handelnden und selbstständig denkenden Menschen erziehen wollen. Warum findest du, dass ein Theater darum gemacht wird? Was für eine Art von Erziehung würdest du denn bevorzugen?

Kommentar von SPN4eva ,

Ich beziehe mich bei der emotionalen Erpressung auf die operante Konditionierung. Weint ein Kind wegen einer nichtigen Ursache (die Note in dem Vortrag interessiert nach dem Schuljahr nämlich niemanden mehr) und man begegnet ihm mit ganz viel Liebe und Verständnis (rechtfertigt also die Reaktion) und schaltet schlimmstenfalls noch die Eltern ein, die dann die Note verbessern lernt das Kind, dass es nur Weinen muss, um "belohnt" zu werden. Dieses Verhalten bringt einen aber später nicht weiter. Bei einem Bewerbungsgespräch kriegt man den Job nicht, wenn man heult. Es zu ermutigen, nicht im Sinne von "ich fühle deinen Schmerz" sondern "Das ist ne Chance zum Lernen, die du genutzt hast, beim nächsten Mal beachtest du einfach die und die Punkte dann wirds besser." Dass Kinder kritikfähig und selbstständig werden sollten, finde ich auch. Aber ich glaube nicht, dass das Ziel erreicht wird, wenn man negative Emotionen hochstilisiert. Ein Beispiel aus meiner Kindheit: Bei einem Freund von mir wurde immer sehr viel geschrien und gejammert, wenn er sich wehgetan hat. Oft auch direkt mit großem Erste-Hilfe-Kasten und teilweise zum Arzt gebracht wegen dem Standard: aufgeschürftes Knie. Bei mir war mein Dad dabei. Der hat mir bei Bedarf wieder auf die Füße geholfen und selbst als ich mich mal ausversehen so geschnitten hatte, dass es eventuell hätte genäht werden müssen sagte er: "Ok, gute Gelegenheit, dann zeig ich dir mal wie man einen Druckverband macht." Resultat: Aus dem Kumpel wurde ein weinerlicher Schulversager, der unselbstständig ist und bei jeder Kleinigkeit nach Hilfe schreit. Ich habe eine Lern-halt-drauß-Metalität entwickelt und bin wirklich gut in 1. Hilfe ;)

Kommentar von Ryanah ,

Ich finde nicht, dass man das, was du sagst, über einen Kamm scheren darf. Nur weil man einem Kind verständnisvoll gegenübertritt und auch auf dessen Gefühle eingeht, heißt das noch lange nicht, dass aus diesem Kind ein "Weichei" wird, das sich nie selbst helfen kann.

Es geht doch immer um das richtige Gleichgewicht! Besser gesagt: es muss eine Balance geben zwischen einerseits verständnisvollem Handeln, dass die Gefühle von Menschen miteinbezieht (und bitte nicht unterbindet) und andererseits konstruktiver Kritik und gegebenenfalls einer gewissen Strenge (damit meine ich z.B. Konsequenz und Regeln).

Man muss eben mit einem gewissen Feingefühl an die Sache herangehen. Nur weil ein Kind mal hinfällt muss nicht direkt ein Krankenwagen gerufen werden. Da stimme ich dir absolut zu. Wenn Eltern übervorsichtig sind und das Kind immer zu nur in Watte packen wollen, dann werden Kinder ängstlich. Das ist aber nicht die Schuld des Kindes! Werfe das den Eltern vor, nicht dem Kind.

Genauso wichtig ist es aber auch, dass Kindern nicht vorgeworfen wird Gefühle zu zeigen. Dieses "Männer weinen nicht" ist völliger Unsinn. Warum sollen Jungs/Männer keine Gefühle zeigen dürfen? Wenn man traurig ist, dann darf man weinen. Das macht niemanden zum "Weichei"! Kindern (vor allem sind es da Jungs) vorzuleben, dass man Gefühle nicht zeigen darf führt doch im schlimmsten Fall dazu, dass sie abstumpfen und gefühlskalt werden. Zumindest ist das meiner Meinung nach kein gesunder Umgang mit Gefühlen. (Wenn z.B. irgendwann ein naher Verwandter oder die Eltern sterben, dann sind auch keine Gefühle erlaubt? Du wirst mir sicher zustimmen, dass das dann auch nicht erlaubt wäre, wenn man diesen "Männer weinen nicht"-Gedanken zu Ende denkt... Und das wäre doch nun wirklich Unsinn, oder nicht?)

Also wie gesagt, ich stimme dir absolut zu, dass es gewisse Extreme gibt, die man nicht anstreben sollte. Aber bitte verallgemeinere nicht deine Aussagen. Es gibt eben solche und solche. Und ich glaube, dass ein gutes Mittelmaß das Ziel sein sollte. Ich habe noch kein Extrem kennengelernt, das ich gutheißen würde.

Kommentar von SPN4eva ,

Klar, Gefühle an sich sind nichts negatives. Aber negative Gefühle eben schon und diese sollten produktiv unterbunden werden, indem man dem Kind Strategien beibringt, z.B. nach einem negativen Ereignis die Situation zu analysieren und mögliche Fehler beim nächsten Mal zu korrigieren. Das ist produktiver fürs gesamte Leben als die Gefühle rauszulassen. Man fühlt sich danach besser, aber das Problem ist nicht gelöst. Bei deinem Beispiel eines toten Verwandten wäre gerade diese Abstellung von Gefühlen nämlich hilfreich. Man analysiert und kommt zu dem Ergebnis, dass man heulen kann wie man will, aber der geliebte Mensch eben nicht zurückkommt und weitermachen wie bisher, denn niemand würde wollen, dass es Angehörigen nach dem eigenen Tod schlecht geht. Auch wenn Gefühle als Menschlichkeit angepriesen werden, sind sie da doch zu nichts gut.

Antwort
von schleudermaxe, 51

Sie sehen/hören ihre Eltern und verhalten sich doch nur wie sie, oder?

Antwort
von Zeitmeister57, 38

Es ist offensichtlich noch schlimmer. 

Außer der Unfähigkeit Kritik zu ertragen fehlt ihnen häufig eine grundlegende Lebensbefähigung. Selbstverantwortung und Selbstständigkeit ist ihnen völlig unerträglich oder nicht vorhanden.

Sie scheitern an den einfachsten Texten, kognitive Bezüge herstellen, Komplexitäten erfassen fällt ihnen zunehmend schwer. oder ist ihnen unmöglich.

Es überkommt mich mittlerweile fast ein beklemmendes Gefühl, wenn ich daran denke,.was das für Erwachsene werden....wenn sie das tatsächlich wollen ;-))

Kommentar von Nashota ,

Bist du als Genie auf die Welt gekommen?

Das Leben heißt, mit den Jahren Erfahrungen zu sammeln. Was man vor 10 Jahren noch nicht oder noch nicht so gut konnte, kann sich immer verändern. Umgedreht funktioniert das auch, dass etwas nicht mehr so gut geht, was man mal gut konnte.

Kinder werden durch ihre Erziehung und Umwelt geprägt. Meine Mutter würde jetzt ihren Satz sagen "Was ein Kind nie gelernt hat, woher soll es dann wissen, wie es geht?"

Oder wie es meine große Tochter mal ausdrückte, als sie im Duden ein Wort nachschlagen sollte: "Wenn ich nicht weiß, wie es geschrieben wird, weiß ich auch nicht, wo ich suchen soll."

Und die (starren) Lehrpläne der Schule sind dann auch noch mal ein Kapitel für sich. Reine Lehrstoffvermittlung bereitet auch nicht aufs Leben und seine Probleme vor.

Kommentar von Zeitmeister57 ,

Nichts liegt mir ferner als ein Genie zu sein.

Aber ich konnte als Fünfjähriger selbständig einkaufen gehen, mit sechs Jahren konnte ich quer durch unsere Stadt finden und wieder nachhause ;-))

Ich konnte alleine zur Schule gehen. Mobbing habe ich in der Schule selbstständig gelöst. Ich wurde nicht depressiv weil mein Hamster starb oder meine Oma. Und Arztbesuche wegen jedem kleinen Kratzer waren auch nicht angesagt.

Mein Fazit:

Mindestens zwei Elterngenerationen haben kläglich versagt.

Das Ergebnis sind narzistische, egozentrierte, gesundheitshysterische, ess- und lerngestörte und unbelastbare Kinder und Jugendliche.

Die Schulen vermitteln nur noch bulämisches Lernen. Lehrstoff reinfressen, auskotzen und dann vergessen. 15 Punkte-Wissen für`s Abi....

Kommentar von Nashota ,

Bist ja ein ganz Toller!

Für was steht die 57 in deinem Nick? Für dein Geburtsjahr oder Alter?

Gefühle zeigen ist nicht jedermanns Sache, das muss nicht extra betont werden. Und Arztbesuche finden auch heutzutage nicht wegen jedem Kratzer statt. Eher gibt es genug Arztphobiker, besonders auf der männlichen Seite.

Und mit Pauschalisieren hat auch noch nie einer eine Diskussion für sich entschieden. Unter Kindern und Jugendlichen gibt es auch genug Vorzeige"material". In jeder Beziehung.

Ich schaue mal auf das Mittelalter und nicht auf die Kinder und Jugendlichen. Alleine fürs Verhalten und Denken der Generation 40 bis 50+ verteile ich bei über 50% eine 4 bis 6.

Ich mache dafür aber keine Elterngeneration verantwortlich, sondern die Betreffenden selbst. Ihre Persönlichkeit hatte genug Zeit zu reifen. Nur dass gerade in diesem Alter die Unreife nicht zu übersehen ist. Viele sind nicht mal die Hälfte dessen, was sie vorgeben. 

Antwort
von xRiskGamingx, 72

Kenn ich zu gut:) Immer gleich beleidigen und kein Respekt:) liegt wohl an der Erziehung und dem Umfeld.

Kommentar von SPN4eva ,

Aber in 7 Jahren kann doch die Erziehung nicht so krass verändert haben? 

Antwort
von kiniro, 36

Kommt wohl auf die Art der Kritik an.

Manche verwechseln "Kind runter putzen" leider mit "konstruktiver Kritik".

Antwort
von TreyMaster2, 66

weil sie alles leichter haben wollen die sind wie reiche kids so ungefähr ausgedrückt

Antwort
von Volkerfant, 19

weil sie verhätschelt und vertätschelt werden, in Watte eingepackt und vor Regen, vor Schnee, vor Laufen in die Schule, usw...... beschützt werden.

Antwort
von CSSx3, 36

Die Gesellschaft... Die Kinder werden Manipuliert von klein auf. Machen Sie was toll, werden sie belohnt. Machen Sie was schlecht werden sie meist bestraft. MEIST. Die Eltern von heute kümmern sich nicht viel um die Kinder und kümmern sich nicht um die schlechten Sachen, sondern nur die guten. Das ist wohl der Grund

Antwort
von WeilKeineAhnung, 58

Kommt drauf an wie alt dieses Kind ist?

Kommentar von SPN4eva ,

Ist mir bei den 5. Klässlern aufgefallen, also frühpupertierende.

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