Xiphoid am 03.10.2007 um 18:43 Uhr
War gestern zum Orgelkonzert, höre das total gern. Aber manchmal ist mir aufgefallen, das sich die Töne so überlagern und dann finde ich das es Unsauber klingt. Muss das so sein, hat der Organist sich verspielt oder leigt es daran weil vielleicht klassische Stücke gespielt werden und keine direkten Orgelstücke.

Du kannst Recht haben mit der Wahl der klassischen, also nicht Orgel-Kompositionen. Wird legato gespielt, verwischen die Töne, und staccato kann er sie nicht spielen, weil das blöde klingen würde. Es kann auch an dem Bau dieser Orgel liegen, ebenso an dem Nachhall in der Kirche, der bis zu 12 sec (Passauer Dom) sein kann, sehr unangenehm - 3-4 sec sind erträglich und angenehm. Dann gibt es ja auch noch den Organisten selber, der vielleicht nicht so professionell registriert hat, wie es nötig gewesen wäre.
Orgelmusik in der Kirche: Es gibt Kirchen, die einen Nachhall bis zu 6 sek haben. Diese sind für viele Stücke ungeeignet. Ebenfalls hängt es davon ab, ob die Kirche voll besetzt ist. Alles hat Einfluss auf die Akustik. Schließlich ist die Auswahl der Musikstücke entscheidend.
Xiphoid am 4. Oktober 2007 08:53 Die Kirche war voll besetzt und es handelt sich um die Dresdner Frauenkirche und der Organist heißt Kummer und es wurden Stücke von Bach gespielt

Es muss weder an dem Stück liegen noch an dem Hall. Bei vielen Stücken zum Beispiel am Ende wird oft noch die Septe oder None zum eigentlichen Grundakkord dazugespielt. Dies erzeugt Spannung...vielleicht kann es sein, dass du diese disharmonischen Töne als störrend empfindest.

Die Schwierigkeit ist: die wenigsten Orgeln haben ein Haltepedal wie ein Klavier. Das bedeutet, dass man zum legato eine andere Spielweise entwickeln muss, als man das vom Klavier her gewohnt ist. Die Töne überlappen sich dann leicht, was eine leicht "schmierige" Musik ergeben kann.
Ein weiteres Problem kann eine pneumatische Ansteuerung der Orgel sein. Hier werden die Ventile nicht durch Hebelstangen angesprochen sondern durch Druckluftröhren. Da Luft komprimierbar ist, ergibt sich eine Ansprechverzögerung, die manchen Organist nötigt, Tasten auf Vorrat zu drücken, was dann auch die Töne miteinander verschmelzen lässt.