Warum klingt die innere Stimme bei Denkprozessen genauso wie unsere eigene und nicht anders?

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6 Antworten

Die Frage der Selbstähnlichkeit in der kognitiven Subvokalität steht in einem engen Zusammenhang  - zumindest phänomenologisch gesehen -  der Einbettung in ein Gesamtgefüge aus z.B. neuronalen, vegetativen oder physiologischen Korrelativen und Interdependenzen.

siehe vertiefend: Anke Werani “Inneres Sprechen : Ergebnisse einer Indiziensuche“ (Berlin, Lehmanns Media Verlag, 2011, 410 S.)

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Vorweg: Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet. Das folgende sind nur schlichte Vermutungen die keinen Anspruch darauf erheben vollkommen korrekt zu sein. 

Unser Gehirn scheint sich unsere Stimme zu "merken" und das womöglich auch aus einer Gewohnheit heraus - schließlich hören wir uns selbst immer selbst beim sprechen. Unsere Stimme, wenn wir sie aufgenommen hören, klingt meist anders für uns. Es gibt also einen merklichen Unterschied, wie wir unsere Stimme hören und wie sie "eigentlich klingt". Ausprobieren kann man das ganz einfach, wenn man mal ein Mikrofon zur Verfügung stehen hat. Die gedankliche Stimme klingt aber meist genauso, wie die Stimme, die wir von uns beim sprechen kennen.

Das Gehirn scheint sich also auf die Stimme einzustellen, die wir hören, wenn wir selbst sprechen.

Ein weiteres Indiz dafür ist, dass Meschen, beispielsweise Transgender, die ihre Stimme umfangreich und dauerhaft verändern mit der Zeit auch in ihrer "neuen Stimme" denken. Die gedankliche Stimme lässt sich also auch verändern, wenn wir unsere Sprechstimme verändern - das Gehirn scheint sich neu zu orientieren und "merkt" sich die "neue Stimme".

So würde ich mir, ohne das nötige Fachwissen, erklären wie dieses Phänomen zustande kommt. Allerdings würde ich dir empfehlen, der Frage nochmals auf den Grund zu gehen sofern sie dich interessiert. Unter Umständen findest du fachliche Beiträge zu diesem Thema. Ein Ansatz wäre direkt nach "eigene Stimme" zu suchen - über dieses Oberthema kommst du vielleicht auch zu einer Antwort auf deine Frage.

Liebe Grüße.

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Nicht alle denken immer in Worten. Aber wenn wir in Worten denken, haben wir das Gefühl, dass das wie unsere Stimme klingt. Man denkt sprachlich, ohne etwas zu sagen (es ist wie, wenn wir etwas für uns lesen). Der Stil des Sprechens bleibt gleich, ausser wenn man gewisse Worte nicht benutzen kann.

Wenn wir reden, muss man das Gedachte in Töne umwandeln. Wir sprechen und selbst nach (wir denken während wir sprechen). Wenn wir in einem anderem Tempo, höher oder aggressiver denken, dann würden wir das sehr wahrscheinlich auch nachsprechen (wenn man nicht extra versucht normal zu reden). Wir sprechen gleichzeitig wie unsere innere Stimme und wenn wir nicht sprechen, bleibt nur noch unsere innere Stimme. Weil wir unsere innere Stimme nachsprechen, haben wir das Gefühl, dass wir auch von aussen so klingen. Es klingt ähnlich, aber meistens nicht genau gleich.

Manchmal reden wir traurig oder wütend und merken es nicht sehr stark, wenn wir nicht traurig reden wollen und uns nicht sehr gut von aussen zuhören. Wir denken, dass wir die Sachen genauso wie in uns innen sagen. Wenn wir extra wütend reden wollen, dann bereitet unser Gehirn die Wörter wütend vor, damit wir sie dann nachsprechen können.

Ich denke aber auch, dass wir unsere Stimme oft hören und dass wir sie deshalb auch ähnlich in uns haben (wie die anderen schon geschrieben haben). Das ist auch eine Beeinflussung, aber nicht das Einzige. Ich denke nicht, dass Kleinkinder, die mit dem Sprechen anfangen, mit verschiedenen Stimmen denken (wenn sie ihre Stimme noch nie gehört haben).

Es würde für uns vermutlich unwohl sein, wenn wir das Gefühl haben, dass jemand anders für uns denkt. Wenn wir eine andere Stimme hören würden.

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Kommentar von Rosenblad
14.08.2016, 18:39

Ich denke nicht, dass Kleinkinder, die mit dem Sprechen anfangen, mit verschiedenen Stimmen denken (wenn sie ihre Stimme noch nie gehört haben).

Das sog. egozentrisches oder selbstvokale Sprechen entwickelt sich in einer relativ langen Altersperiode zwischen dem 3. bis 7. Lebensjahr (Laura E. Berk "Entwicklungspsychologie", S.311)

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Kommentar von Schischa3
14.08.2016, 19:42

Ich war seit nicht vor langer Zeit Kind. Ich hörte mich als viel erwachsener, als ich in Wirklichkeit klang (hatte meine Stimme aufgenommen). Ich hörte mich deutlicher, als ich es aussprechen konnte. Meine innere Stimme war jedoch immer etwa gleich, als ich denken konnte, ich hörte in mich nicht verschiedene Stimmen (wie ich mich erinnere). Nur ganz am Anfang hatte ich gewisse Wörter nicht ganz richtig abgespeichert und dachte mit falschen Wörtern (ich sagte meiner Schwester Aurora Lola). Deshalb habe ich das Gedacht. Ich bin halt kein Experte.

Ich lese das Buch vielleicht ein Mal durch und mache mir Gedanken darüber. Ich finde psychologische Bücher spannend, aber kein Psychologe oder Psychiater konnte mir jemals bei einem Problem helfen. Deshalb habe ich angefangen, kritischer über diese Bücher zu denken.

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ulkig, wenn ich denke, dann hält mein Geist immer die Klappe und quatsch nicht.

Beim Meditieren, da kann man, wenn endlich mentale Stille eintritt, dann eine leise, sanfte Stimme im Hintergrund hören, die hört sich aber auch nicht an wie meine am Telefon, und ist auch nicht mein Ich, sondern ist mein Yidam, mein Hohes Selbst, oder sowas, was der olle Sokrates als sein Daimonion bezeichnet hat.

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Deine Stimme "klingt" immer so wie du es gerade möchtest. Dabei bedient sich unser Gehirn der Erinnerung an unsere eigene Stimme.

Wenn du nun aber ein Bild von einer Person siehst, deren Stimme du kennst, oder auch nur ihren Namen mit einem Satz in Verbindung bringst "klingt" deine Innere Stimme auf einmal wie die Stimme dieser Person.

Lies dir meinen Beitrag noch einmal durch und stell dir dabei Arnold Schwarzenegger vor und du wirst merken, dass deine Innere Stimme auf einmal mit Schwarzeneggers Stimme spricht (wenn du Arnies Stimme kennst).

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Weil dein Gehirn deine eigene Stimme am besten kennt. Wenn du zb die stimme von einem Schsuspieler etc als innere Stimme hättest, müsste diese ja wissen wie jedes einzelne Wort mit dieser Stimne gesprochen klingt. Die eigene Stimme hörst du jeden Tag. & warum sollten deine Gedanken die Stimme eines Freundes etc haben?

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