Frage von Klausikeyboard, 42

Warum klingen InEar-Kopfhörer an der HiFi-Anlage mehr als "bescheiden"?

Warum klingen InEar-Kopfhörer an der HiFi-Anlage mehr als "bescheiden"? Ich habe jetzt meine InEar-Kopfhörer von Sony, die ich sonst an meinem MP3-Player von Sony betreibe an die HiFi-Anlage, an den Kopfhöreranschluß des Verstärkers und alternativ an Kopfhörerausgang meines Profilmixers vin Phonic angeschlossen und der Klang ist derart schlecht. Es klingt alles wie aus der Blechbüchse, keine Höhen , schwache Bässe und kraftlos ohne Druck. Ich habe schon die Polung der Kopfhörer verändert, aber erfolglos. Die Anpassung (Impedanz) scheint auch zu stimmen, genügend Leistung ist da. Trotzdem dewr misserable Klang, während diese Kopfhörer am MP3Payer hervorragend klingen und umgekehrt meine HiFi Kopfhörer von Beyderdynamik spitzenmäßig an der Anlage klingen. Warum ist das so ? Kann mir das jemand sagen ? Im Voraus vielen Dank

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MatthiasHerz, 25

mp3 ist ein komprimiertes Audioformat, das hauptsächlich nicht hörbare Töne filtert und den Rest nach Häufigkeit komprimiert, vereinfacht beschrieben. Es fehlen also Oberwellen und Contratöne, die einen warmen und vollen Klang verursachen.

Für den „Knopf im Ohr” des Players genügt also eine relativ geringe Signalbandbreite, um ein vollständiges mp3-Signal zu erfassen, vielleicht 40-15000 Hz.

Hochwertige Kopfhörer erfassen 20 Hz (oder noch tiefer) bis 40 kHz oder mehr.

Setzt also an der HiFi-Anlage einen Bandfilter in Form eines „schlechten” Kopfhörers ein, ist das, wie wenn an der Box Hochtöner und Bässe abklemmst. Du hörst nur die Mitteltöne und der Sound ist naturgemäß unvollkommen.

Kommentar von Klausikeyboard ,

Zunächst einmal herzlichen Dank für die schnelle Antwort

Aber trotz der geschilderten physikalischen Grundlagen, sollte der Kopfhörer aber an der HiFi-Anlage zumindest den gleichen Klang liefern , als am MP3 Player, denn der Bandfilter in Form eines schlechten Kopfhörers wirkt ja auch am MP3Player.

Kommentar von MatthiasHerz ,

Aber der Player hat am Ausgang dieselbe minimierte Bandbreite und sehr oft wird die Musik dort auch noch digital aufgewertet durch spezielle Effekte.

Wenn auf die geringe Bandbreite einen 10-Band-Equalizer anwendest, erreichst in deren Rahmen noch recht gute Ergebnisse, je nachdem, wie verlustbehaftet die abgespielte Musik ist.

Der HiFi-Sound ist analog und jede Filterung dort ein Verlust. Nachgeschaltete Effekte bringen nur etwas, wenn vorher digitalisierst, was wiederum verlustbehaftet ist.

Kommentar von Klausikeyboard ,

Nochmals vielen Dank

Kommentar von RonnyFunk ,

Matthias, Deine Aussage geht an der Wirklichkeit vorbei. Es hat mit MP3 und dem, was es weglässt, nichts zu tun, sondern damit, dass der Player eine Schaltung hat, welche den Klang für den kleinen Knopf im Ohr aufbrezelt. Diese ist in normalen HiFi-Anlagen nicht drin, weil der Hersteller dem Kunden unterstellt, gute Kopfhörer und gute Boxen zu verwenden, die immer noch besser klingen, einfach lebendiger, natürlicher.

40 - 15000 Hz sind ja keine wesentliche Frequenzgang-Einschränkung, tiefere Frequenzen gibt es nur bei Explosionen und auf der Pfeifenorgel, höhere Frequenzen hören nur Kinder und Jugendliche.

Der Knopf im Ohr hat ohne Gegenmaßnahmen, bereits Mühe, alles unter 150 Hz darzustellen, da es ja den akustischen Kurzschluss gibt - es also ist, als wenn man einen Basslautsprecher ohne Gehäuse betreiben würde.

Kommentar von MatthiasHerz ,

Vermutlich hast Du recht, dass billige Ohrhörer ihren Teil beitragen zum schlechten Klang, aber auch mp3 an sich trägt seinen Teil bei, da der Quasistandard mit 128 bit schon sehr verlustbehaftet ist.

Ich bin halt praktisch veranlagter Musiker und kein Akustiker und stamme selbst aus einer Zeit, wo es noch kein mp3 gab.

Ich nutze Ohrknöpfe mit etwa 30-14000 Hz und der Stereokopfhörer hat 10-40000 Hz und ich gehöre mit Mitte vierzig schon noch zu den Leuten, denen jenseits von 15 kHz die Obertöne fehlen, wenn sie nicht da sind. Also Danke das Kompliment, mich noch als Jugendlichen einzuordnen.

Die Contratöne orchestraler Musik kommen auch ohne Orgel oder Explosionen in den Bereich gerade noch zweistelliger Frequenzen und ohne das „unbestimmte Bauchgefühl” klingt manches Orchesterwerk einfach nicht. Die paar Hertz machen es aus.

An den Fragesteller: Danke für den Stern (:

Antwort
von RonnyFunk, 12

"Warum klingen InEar-Kopfhörer an der HiFi-Anlage mehr als "bescheiden"?"

Der Grund ist nicht etwa, dass die Qualität für MP3-Wiedergabe nicht so gut sein muss, sondern physikalischer Natur.

Vielleicht ist Dir schon mal aufgefallen, dass Lautsprecherboxen, die Bässe gut wiedergeben können, in der Regel relativ groß sind.

Der Grund ist, dass es sonst einen Kurzschluss der tiefen Frequenzen gäbe, die sich dann auslöschen und dieser muss verhindert werden.

Bei Lautsprechern macht man dies mit großen Gehäusen, bei Kopfhörern damit, dass diese eng am Ohr anliegen.

Deswegen habe Kopfhörer, die tiefe Bässe können, große Kapseln.

Das Phänomen, dass die billigen Kopfhörer am MP3-Player besser klingen, hat mit MP3 nichts zu tun, sondern damit, dass im Player eine Bass-Boost-Schaltung ist, die auf elektronischem Wege die Auslöschung der tiefen Frequenzen verhindert, gezielt Phasenverschiebungen erzeugt.

Ebenso ist dort auch eine Schaltung, welche die Höhenwiedergabe verbessert.

Der Hersteller Deiner HiFi-Anlage hatte nicht die Zielsetzung, schlechte Kopfhörer gut klingen zu lassen, entsprechend sind auch keine Schaltungen enthalten, die etwas verbessern.

Kommentar von Klausikeyboard ,

Herzlichen Dank

Kommentar von RonnyFunk ,

Schließe mal den Ohrhörer ans Keyboard an und Du wirst bemerken, auch da klingt es nicht gut.

Antwort
von sr710815, 22

es könnte auch an der Impedanz des Kopfhörers liegen. Bei 32 Ohm bei niedriger Impedanz klingt das an schlechten Kopfhörer-Verstärkern immer noch akzeptabel.

Hoch-ohmige KH mit 600 Ohm bieten mehr Wicklungen, sind aber an schlechten Geräten recht leise

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