Warum kehren Einsiedler nicht mehr in eine menschliche Umgebung zurück?

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5 Antworten

Eine Frage der Logik: Ein Einsiedler kann nicht in die Gesellschaft zurückkehren, weil er dann kein Einsiedler mehr wäre. Er ist ja nur solange Einsiedler, wie er abseits der Gesellschaft.

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Die Frage ist doch eher die, wieso sie zurück kommen sollten? Menschen sind rachsüchtig, gewalttätig, eifersüchtig, intolerant, besitzergreifend, falsch, verlogen, neidisch, gierig und untreu und man sollte freiwillig zu ihnen zurück kehren? Ich würde auch nicht wiederkommen!

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Kommentar von earnest
27.10.2016, 11:21

Genau.

Hunde sind die besseren Menschen.

;-)

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Da gibt es verschiedene Gründe, die mit den Ursachen zusammenhängen, durch die dieser Mensch zu Einsiedlern werden.

Einsiedler und Vermeidung

Das Leben als Einsiedler ist teilweise ein bloßes Vermeidungsverhalten: Man kommt mit den Anforderungen der Gesellschaft nicht klar und flüchtet sich in eine kleine Welt, in der man ein selbstzufriedenes Leben betreiben kann.

Eine Rückkehr in die Gesellschaft würde eine erneute Konfrontation mit Erwartungen, Konventionen und Leistungsdruck bedeuten - und diesen Dingen gehen Menschen, die sich ihre Verantwortung nicht stellen wollen, lieber aus dem Weg.

Einsiedler und Frustration

Einige werden Einsiedler aus Frustration: Beruflich gescheitert, Beziehungen im Eimer, Aufstiegshoffnungen geplatzt - man wird zum Misanthropen und  zieht in die Wälder, wo man seine emotionalen Wunden lecken kann.

Eine Rückkehr in die Gesellschaft wäre aufgrund des Abscheus, den diese Personen für die Welt empfinden, nicht sehr sinnvoll, da sie sich nicht integrieren lassen würden.

Einsiedler und Ruhebedürfnis

Das Bedürfnis nach Ruhe und Ausgeglichenheit ist ebenfalls ein Grund, sich sozial zu isolieren. Es ist viel leichter mit sich im Reinen zu sein, wenn es keine äußeren Herausforderungen gibt. Eine Art spirituelle Nabelschau.

Eine Rückkehr in die Gesellschaft würde die Konfrontation mit Stress und Hektik bedeuten - und möglicherweise ist es mit der inneren Ruhe vorbei, sobald er eine Dessouswerbung, oder einen Minirock sieht.

Einsiedler und Erkenntnis

Einige Einsiedler machen so genannte spirituelle Erfahrungen, gewinnen für sich selbst Erkenntnisse über sich selbst und die Welt. Das Problem ist dabei womöglich der subjektive Charakter der Erfahrung.

Eine Rückkehr in die Gesellschaft wäre unbefriedigend, weil die durch eigene Praxis erworbene Erkenntnis, nicht adäquat intellektuell vermittelt werden kann. Schon die Sprache ist eine Barriere. Warum also zurück und über etwas reden, dass keiner versteht?

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Sie wollen ein komplett autarkes Leben völlig abgeschnitten von "der Gesellschaft" leben nach ihren eigenen Vorstellungen. Deswegen lösen sie sich von den Konventionen.

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Weil er nach der Rückkehr möglicherweise ein Zweisiedler wäre. 

P.S.: Selbstverständlich gibt es auch ehemalige Einsiedler.

Gruß, earnest


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