Hunley am 06.09.2007 um 18:07 Uhr
Ist mir schon oft so gegangen. Man stellt sich das genau vor, aber wenn man anfängt zu malen kommt nur Müll raus. Ich weiß daß man Talent braucht, aber warum kann die Hand nicht mit dem Hirn zusammenarbeiten?

Na, der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach...ggg. Malen und Zeichnen muss man wie jedes andere Handwerk lernen.

Die Hand arbeitet mit dem Hirn zusammen, aber wie bei Allem, was Du mit den Händen machst, brauchst Du auch beim Malen Kenntnisse in der Technik und vorallem viel übung, Übung, Übung. Zu diesem Thema empfehle ich Dir, einmal einen Film von Manfred Spitzer anzuschauen (Hirnforscher aus Ulm). Er sagt, dass ein mittelmäßiger Klavierspieler 2.000 Stunden üben mus, bis er soweit ist. Ein professioneller Pianist hat bis zu seinem zwanzigsten Lebensjahr bereits über 20.000 Stunden Klavier gespielt...

Aus dem gleichen Grund, aus dem manchmal auch der Mund schneller ist als die eigenen Gedanken. Man muss wohl üben üben und nochmals üben. Ist wie mit dem Auto fahren, da hat man doch auch lernen müssen Hände, Füsse, Augen und den Gedankenfluss in Einklang zu bringen. Und manche lernen es immer noch.
Morris am 6. September 2007 18:35 ... und manche lernen's nie und tun's dennoch ...
;-)
Ich denke, das liegt daran, dass Du beim Zeichen Dein Bild nur noch schematisch im Kopfe hast, weil die volle Konzentration bei der Zeichnung ist. Du hast sozusagen in dem Moment viele Teile des Bildes vergessen. Wenn Du dich wieder darauf konzentrierst kannst Du es Dir evt. wieder ins Gedächnis rufen und Dir wieder jede Einzelheit vorstellen.

Zum richtigen Zeichnen aus der Fantasie brauchst du ein gutes visuelles Gedächtnis, und das entsteht dadurch, dass du alle die Motive, die du in der Fantasie siehst, bereits einmal ausführlich durch Zeichenstudien abzubilden geübt hast. Aus dem Gedächtnis lassen sich am besten die Gegenstände realistisch zeichnen, die wir schon einmal nach Modell oder nach enem Foto gezeichnet haben. Denn beim Zeichnen setzen wir uns viel intensiver mit der genauen Form eines Motivs auseinander als bei der reinen geistigen Vorstellung. Dadurch, dass die gesehenen Linien und Tonwerte in Handbewegungen umgesetzt werden, die die Zeichenspur auf dem Papier hinterlassen, verankert sich die wahrgenommene Form tiefer im Unterbewusstsein und kann dadurch später besser abgebildet werden. Einfache praktische Übungen zum Abbilden einer gesehenen Form beschreibe ich auf meiner Website www.genial-zeichnen-lernen.de Gruß Janek