Warum kann man den Kommunismus so schlecht umsetzen. Ist doch eine ganz vernünftige Gesellschaftsform in der Theorie?

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8 Antworten

Am Anfang steht immer der Sozialismus und die "Diktatur des Proletariats". Die Entwickler des Sozialismus haben ihre Staatsform selber Diktatur genannt, weil es zumindest anfangs einfach nicht anders geht.

Zur Zeit haben wir im Kapitalismus die Diktatur der Superreichen und Superkapitaleinkommen. Dies ist eine Diktatur einer Minderheit über eine Mehrheit. Die Diktatur des Proletariats (der lohnabhängig Beschäftigten) wäre also bereits eine demokratische Verbesserung, weil diese schließlich die Mehrheit stellen. 

Der Sozialismus hat immer eine Planwirtschaft, der Kapitalismus immer eine Marktwirtschaft. Die Wirtschaft zentral zu planen ist ziemlich schwierig. Zu Beginn des Sozialismus sind riesige Fehler gemacht worden, aber mit der Zeit klappte es immer besser. Aber auch die Marktwirtschaft hatte Probleme, die sie mit der Zeit immer besser in den Griff bekommen hat. 

Zur Zeit kämpft die Marktwirtschaft mit einem unlösbaren Problem. Das ist der Rückgang des Bevölkerungswachstums. Marktwirtschaft funzt nur, wenn sich möglichst viele Geld leihen und mit Zinsen zurückzahlen können. Das funzt nur, wenn genügend Wirtschaftswachstum da ist. Das funzt nur, wenn die Märkte wachsen. Die wachsen nur, wenn es immer mehr Verbraucher und Arbeitskräfte gibt. - Und hier liegt das prinzipiell unlösbare Problem des Kapitalismus: Die Erde ist voll, wir haben schon jetzt Probleme mit der Überbevölkerung. 

Dagegen klappt die Planwirtschaft mit jedem Fortschritt in der Computertechnologie immer besser. Denn es können immer mehr Wirtschaftsdaten erfasst werden und deren künftigen Entwicklung und Beeinflussbarkeit kann immer besser simuliert werden.

Die Lohndifferenzierung könnte in der Planwirtschaft genauso laufen wie in der Marktwirtschaft - sofern man das will. In der Vergangenheit hat die Marktwirtschaft etwas besser gefunzt als die Planwirtschaft, deshalb ist die Planwirtschaft an der Überrüstung kaputt gegangen und die Marktwirtschaft ist daran nur fast kaputt gegangen. Aber jetzt, wo das Bevölkerungswachstum zurück geht (nicht die Bevölkerung) und die Computertechnologie immer weiter fortschreitet, würde die Planwirtschaft besser funktionieren. 

Den Kommunismus kann es erst Generationen nach dem Sozialismus geben, wenn eine Gesellschaft so viel Werte erzeugt, dass für jeden Überfluss vorhanden ist und Arbeit - egal in welcher Form - eine Art Freizeitvergnügen ist. Wir haben es hier also mit einer reinen Utopie zu tun. Aber der Sozialismus wäre schon jetzt gegenüber dem Kapitalismus überlegen.

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Kommentar von Konzulweyer
22.10.2016, 13:48

Lohndifferenzierung. In der Sowjetunion oder der DDR hat z.B. ein Arzt sicherlich mehr verdient als ein normaler Arbeiter. Wenngleich diese Länder den Kommunismus ab absordum geführt haben.

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Kommentar von Maarduck
23.10.2016, 17:11

Danke für den Stern.

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Es heißt immer: "Der Kommunismus funktioniert nicht. Sieh dir den Realsozialismus an. Die hatten Gulags und Hungersnöte!". Das war natürlich grauenvoll bzw. bedauerlich, aber wenn so "Funktionieren" definiert ist funktioniert der Kapitalismus erst recht nicht. Die USA, als fortschrittlichster kapitalistischer Staat, wird von Jahr zu Jahr repressiver und Guantanamo existiert immer noch. Auch nicht zu vergessen: Im Kapitalismus hungern aktuell immernoch rund 800.000.000 Menschen. 100.000.000 davon noch innerhalb des angeblich wohlhabenden Europas. Wart ihr je in den Seitengassen des Hauptbahnhofs von Marseille? Schon da kommt man sich vor, wie in der dritten Welt und das sind noch nicht mal die wirklichen Armutsviertel dieser Stadt. Der Kapitalismus wird dem nicht entgegenwirken. Im Gegensatz zum Sozialismus ist der Reichtum des Westens von ihnen abhängig.

Das der Kommunismus nicht durchzusetzen es wird gerne und viel behauptet, aber es ist vor Allem diese Behauptung die es den Kommunisten unglaublich erschwert, da sie die reaktionärsten Verhaltensweisen unserer Regierungen, im Interesse der Reichen rechtfertigen soll.

Klar gibt es einige wirklich komplizierte Aufgaben, die mit dem Sozialismus bewältigt werden müssen, aber schon das etablieren eines fortschrittlichen Sozialismus wäre ein Erfolg für die lobgepriesene Würde des Menschen.

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Weil Menschen nun mal kleine, egoistische Arschlöcher sind.

Konkurrenzdenken, Durchsetzen der eigenen Interessen, Gier, Streben nach Macht über andere etc. sind grundlegende Eigenschaften des Menschen. Diese sind dem Menschen grundsätzlich angeboren und NICHT, wie viele Kommunisten behaupten, Folge der Sozialisation durch eine wettbewerbsorientierte Leistungsgesellschaft. 

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Kommentar von Konzulweyer
22.10.2016, 13:33

ja, die Leute müßten auch zu ihrer Sache stehen und überzeugt sein.

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Es braucht immer jemanden, der die Industriearbeit macht aber ebenso braucht es Ärzte. Sollen Ärzte gleich viel verdienen wie Industriearbeiter? Und die ganzen kommunistischen Politiker sollen sich auch mit so einem Industriearbeitergehalt zufrieden geben? Und wenn du keine Kleidung für 100€ haben willst, braucht es ausgebeutete Arbeiter. Unf wie willst du dir mit einem Industriearbeitergehalt regelmäsig Kleidung für 100€ kaufen? Und dann kommt noch die Familie die man zu ernähren hätte dazu. Und was für einen Ansporn hast du im Leben, wenn du sowieso nichts erreichen kannst, da alle gleich viel verdienen? Du wirst dir weder ein Haus kaufen noch irgendwo Urlaub macheb können, weil dir das Geld fehlen wird.

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Weil der Mensch als Individuum nicht gleich ist.
Es gibt intelligente und weniger intelligente, gute und schlechte, starke und schwache, usw.
Um den Kommunismus umzusetzen, müssten wir uns aber alle "gleich" in ein System einordnen. Das ist aber ziemlich schwierig bei so vielen verschiedensten Voraussetzung der einzelnen Individuen.
Früher oder später wird der ein oder andere sicher aus der Gruppe ausscheren und dann ist es dahin mit der "Gleichheit".

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Der hauptgrund dass er scheitert ist zum einen dass er eine gesellschaft ohne egoisten voraussetzt. Der mensch ist aber von natur aus auf seinen eigenen vorteil bedacht

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In der Praxis aber leider nicht.

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Weil eben nicht alle gleich sind.

Die einen wollen mehr als die anderen.

Siehste doch wo das im Kapitalismus hinführt.

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Kommentar von Konzulweyer
22.10.2016, 14:07

Hallo, nur mal so am Rande. Dein Profilbild ist doch der von diesen "Mad"-Heftchen, die ich schon in den siebziger Jahren so gern gelesen habe. z.B. Einsatz in Manhatten - Feinglatz in Manhatten. Ein wunderbarer Blödsinn.

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