Frage von frax18, 45

Warum kann man Atommüll nicht weiterhin als Energiequelle nutzen?

Normalerweise wird in Kernkraftwerken aus eigentlich ungefährlichem Material durch Kernspaltung Energie gewonnen, und daraus entsteht dann der gefährlich-strahlende Atomabfall. Allerdings strahlt dieser Atommüll mit der Atom- und Wärmeenergie doch auch über Millionen von Jahren hinweg weiterhin Unmengen Energie aus. Warum kann man diese nicht isolieren und für den Menschen nutzen, wenn schon mit so gefährlichen Zeug der Teufel freigelassen wird?

Antwort
von ocin1, 3

Das wird zum Teil auch gemacht. Das Cäsium 137, welches als Spaltprodukt der Kernspaltung in abgebrannten Brennelementen ist, wird in Radio-Nuklidgenertoren oder als Gammer-Strahlenquelle in der Industrie und Raumfahrt eingesetzt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Radionuklidbatterie

Hier mal etwas Grundlegendes zum nuklearen Abfall:


Atommüll:

In einem deutschen KKW ergibt sich jährlich etwa 23 t hochradioaktiver Müll ("abgebrannte" Brennelemente). Die deutsche Industrie (auch Photovoltaik-, Halbleiter) produziertjährlich 820 Mio.t CO2 (etwa 1/3 für Strom) und 50.000 t chemisch hoch giftigen/krebserregenden Sondermüll, welcher nicht verbrannt werden kann. Dieser Sondermüll wird in den 16 BRD Endlagern, z.B. der Untertage-Sondermülldeponie Herfa-Neurode (siehe Inter-Netbei Wiki), endgelagert. Sämtliche Flugasche, Verbrennungs-Stäube der Filteranlagen von Kohle- , Müllverbrennungs- oder Sondermüllverbrennungs-Kraftwerken landet ebenfalls in einem chemischen Endlager, nochmals verbrennen ist nicht sinnvoll. In Herfa-Neurode haben sich so schon 700.000 t hoch krebserregend-giftiges Dioxin und Furan haltige Filterrückstände angesammelt.(toxcenter.org/artikel/Herfa-Neurode-groesste-Sondermuelldeponie-der-Welt.php).
Nur auf Herfa Neurode bezogen stehen also 17 mal 23 t (etwa 400t) hoch aktiver Nuklear-“Müll“ den etwa 50.000 t hoch chemisch giftigen Abfällen der Chemie- und Verbrennungs-Technik gegenüber.


Abgebrannte Brennelemente sind nach 300 000 Jahren wegen der Radioaktivität (Halbwertszeitenprinzip) auf ein radio-giftigkeits Niveau von natürlichem Uranerz (Pechblende) abgeklungen (schau hierzu mal im Netz unter radiotoxicity). Der nukleare Abfall aus der nuklearen Mülltrennung
(Wiederaufbereitungsanlagen aus z.B. Sellafield, Le Hage) ist nach 10 000 Jahren auf dem radio-giftigkeits Niveau von Pechblende abgeklungen. Durch das Abtrennen vom mittel-radioaktiven Plutonium und dem sehr schwach radioaktiven Uran verbleiben nur noch die hoch radioaktiven Spalt-Produkte und die mittel-radioaktiven Minor-Actinide (ohne U, Pu). Somit wird der hochaktive nukleare Müll der KKW um den Faktor 20 reduziert (siehe bei Wiki nach „Wiederaufarbeitung“). Wendet man das auf die 17 KKW der BRD an,
fallen nicht mehr 400t Atom-Müll pro Jahr an, sondern nur noch 20 t pro Jahr (hochradioaktiver Abfall jetzt aber nur noch die Spalt-Produkte + Minor-Actinide). Weiter verringert das Abtrennen (Wiederaufarbeiten) die Lagerzeit des Abfalls um den Faktor 10.

 

Bei einer alternativen Reaktortechnik (schnelle Reaktoren,Flüssigsalz-Reaktor, homogene Fluid-Reaktoren,ww.Energyfromthorium.com,Dual-Fluid-Reaktor.de/technik/prinzip) würden nur noch die Spalt-Produkte als Abfall anfallen. Der nukleare Müll solcher alternativen Reaktor-Typen ist bereits nach etwa 500 Jahren auf das radio-giftigkeits Niveau von Pechblende
abgeklungen. Das ist möglich, da alle Transurane (Minor-Actinide) im Reaktor verbleiben und dort vom schnellen/epithermischen Neutron-Fluss gespalten/ transmutiert werden. Somit nutzt man die Minor-Actinide wie das Uran-235 oder das Plutonium-239 (Siehe unter Transmutation ).


Bei den chemischen Giftstoffen, wie den hoch krebserregenden Dioxin, Furan,... der Verbrennungs-Technik ist nicht mit einer Zersetzung zu rechnen. Chemikalien zerfallen leider nicht wie radioaktive Stoffe. Somit verbleiben diese hoch gefährlichen Abfälle für immer.


Leider wurde 2005 unter den SPD/Grünen die nukleare Mülltrennung (Wiederaufbereitung), auch die deutscher Abfälle im Ausland, verboten. Interessanter weise lagert die BRD chemisch hochgiftige Abfälle des Auslandes gegen Geld ein. Damit haben die Grünen kein Problem. Weiter wurde das größte chem. Endlager weltweit (Fläche Münchens inklusive Autobahnring) in Herfa Neurode vom damaligen hessischen Umweltminister Joschka Fischer 1986 genehmigt und als "Juwel" bezeichnet:-)[ww.spiegel.de/spiegel/print/d-13520557.html]. Also, wer "GRÜN" wählt, wählt chemische Endlager (die zweifellos notwendig sind). Es werden 16 chemische Endlager in der BRD betrieben, 6 davon in alten Salzbergwerken wie die nuklearen Endlager Morsleben oder Asse.


Zur chemischen Endlagerung:
de.nucleopedia.org/wiki/Endlagerung#.C3.9Cberblick,de.wikipedia.org/wiki/Endlager,

de.wikipedia.org/wiki/Müllverbrennung,
ww.sueddeutsche.de/wissen/untertagedeponie-herfa-neurode-das-giftgrab-1.910158,
ww1.wdr.de/fernsehen/quarks/sendungen/sbmuelldiegiftigstenortedeutschlands102.html,
ww.focus.de/politik/deutschland/sondermuell-ab-ins-bergwerk_aid_152486.html,
ww.badische-zeitung.de/elsass-x2x/wohin-mit-dem-hochgiftiger-sondermuell-aus-wittelsheim—36297444.html,ww.spiegel.de/spiegel/print/d-13489952.html,toxcenter.org/artikel/Herfa-Neurode-groesste-Sondermuelldeponie-der-Welt.php,ww.eon-energyfromwaste.com/Umwelt/133.aspx,
ww.spiegel.de/wirtschaft/gefaehrlicher-goldabbau-ein-ehering-produziert-20-tonnen-giftmuell-a-542725.html,
ww.dw.de/zerstörte-umwelt-der-preis-des-goldes/a-15295336undvielemehr.
Schaut einfach mal im Netz unter SondermüllBergwerk,Joschka
Fischer Herfa Neurode, Filterstaub Bergwerkt
....


Resultat: Jede Energietechnik verursacht Müll, welcher endgelagert werden muss. Die Frage ist nur, welche Technik macht den geringsten Aufwand und Umfang pro erzeugte kWh-Strom. Hier schneidet die Kernenergie wegen der weit größeren Energie- und Leistungs-Dichte deutlich besser ab als die politisch „Erneuerbaren“ oder die Verbrennungstechnik.

Antwort
von schellejaja, 9

Das ist eine Frage der Kosten/Nutzen-Rechnung.

Um die Energie von Atommüll in technischen Anlagen zu verwerten, musst du auf Grund der einzuhaltenden Sicherheitsvorkerungen einen sehr hohen Aufwand betreiben. Beispielsweise brauchst du zertifiziertes Fachpersonal, ein dauerhaftes Containment und nachweislich sichere Örtlichkeiten. Dies alles verursacht vergleichsweise hohe Investitions- und Betriebskosten.

Was die Ausbeute anbelangt, ist das Ergebnis bescheiden. Die nutzbare Wärme von üblichem Atommüll bewegt sich auf vergleichsweise niedrigem Niveau (= aus technischer Sicht unattrakrativ) und kann in der Folge nur sehr wenigen Zwecken dienen.

Gruß Ralph

Antwort
von NuklearTV, 2

Die Restwärme klingt mit der Zeit so niedrig ab, dass sich diese so nicht nutzen lässt oder eher es nicht Sinnvoll ist. Die Abfälle kann man allerdings wirklich in Kernreaktoren auch wieder weiter nutzen und so die minoren Aktinide, das Hauptproblem warum der Abfall so lange radioaktiv ist wie bei den heutigen Abfällen, spalten. Das macht man zum Beispiel in Zukunft in Russland in schnellen Reaktoren. Danach bleiben lediglich die echten Spaltprodukte übrig, die eine Endlagerzeit von wenigen hundert Jahren haben.

Antwort
von PaddyOfficialLP, 28

Naja, theoretisch könnte man sich so einen Castor-Behälter in die Wohnung stellen, der strahlt auch ordentlich Wärme ab bei einer Strahlenbelastung, die fast zu vernachlässigen ist. Da der Atommüll aber von der Atomaufsichtsbehörde streng kontrolliert wird, geht das leider nicht.

Kommentar von frax18 ,

Wäre schön, wenn du dich um seriösere Antworten bemühen würdest. Ich finde die Frage hat durchaus eine sachliche Antwort verdient.

Kommentar von elagtric ,

Tja, weshalb entsteht überhaupt "Müll" ?

Freilich liesse sich alles bis Ultimo verwerten, aber gerade dieses nukleare Gedönse ist wirklich absolutes Gift für die Umwelt.

Erst umständlich angereichert, dann irgendwo stillschweigend versenkt.

Theoretisch hat PaddyOfficialLP recht, was war daran unsachlich ?

Niemand wills (in unmittelbarer Nachbarschaft), aber billiger Strom ist jederzeit willkommen.

Statt wirklich handfest auf erneuerbare Energien zu setzen, werden die einmal gebauten AKW's bis zum letzten ausgereizt, Investitionen müssen sich schliesslich lohnen ...

Nur strahlt das Zeux länger als je eine Kohle glimmen könnte.

Wenn sich also niemand diesen atomaren Restmüll zwecks Restwärme unter die Tapete kleistern möchte : wohin damit ?

Theoretisch kann ich mir meine Bude auch ganz unkompliziert aufheizen, indem ich alles Mobiliar verheize.

Aber ob das wirklich Sinn macht ?

Kommentar von dompfeifer ,

Wenn Du diese Erklärung als unseriös empfindest, dann hast Du nichts verstanden! Mit dem Müll ließen sich ordentliche Wärmemengen bereit stellen. Wegen der niedrigen Temperatur würden die aber nur zum Heizen taugen.

Kommentar von PaddyOfficialLP ,

Ich kann mich elagtric nur anschließen. Und mein Kommentar war durchaus ernst gemeint. Da ich mich in diesem Bereich recht gut auskenne, sollten meine Angaben bezüglich der Strahlenbelastung auch richtig sein.

Kommentar von thetanier ,

Paddy hat schon vollkommen Recht. Man kann das Thema heutzutage in Deutschland nur noch satirisch betrachten. Die ausschließlich politisch motivierte Angstmache vor radioaktiven Stoffen und Strahlung hat zu gut funktioniert. Warum sonst gibt es in der Deutschen Strahlenschutzverordnung drei unterschiedliche Grenzwertarten für die zulässige Dosisbelastung exponierter Personen. Simpel ausgedrückt: Strahlung aus Kerntechnischen Anlagen ist gefährlich, aus der Natur weniger gefährlich und aus der Medizin gesund. Da es sich in der Regel um gleichartige Wirkmechanismen aus fast identischen oder identischen Stoffen handelt ist das Verhältnis von 1 : 100 : 1.000.000 nicht begründbar.

Außerdem sollte man bitte bedenken, ohne die naturbedingte Strahlung und ohne zusätzliche in bestimmten Beschwerdefällen würde es uns Menschen nicht so gut gehen. Ich denke da an die Stimmulierung des Immunsystems und die Beschwerdefreiheit von Bechterew-/Rheuma-Kranken nach anständiger Bestrahlung. Wen Fakten interessieren der recherchiere mal Hormesis, Niedrigdosis usw.. Aber bitte nicht über die Lügenquellen in google, sondern in der Uni-Bibliothek unter Feinendegen et. al.. War lange vor der internet-Zeit. Die zur Angstmache herangezogene lineare Dosiswirkungsbeziehung ist zwar sehr gut für vergleichende Risikoabschätzungen zur Bewertung von Bau-- uund Sanierungsmassnahmen geeignet, taugt aber nicht zur Wirkungsbeurteilung von Strahlenschäden. 

Vergleich mit Kochsalz: Da man mit der einmaligen Gabe von ca. 100 g Kochsalz einen erwachsenen Menschen um die Ecke bringen kann (für Interessierte: ld50-Wert nachsehen), besagt die lineare Dosiswirkungsbeziehung, dass nach dem Verkauf und Genuss von 1000 Hamburgern oder Steaks durch 1000 Personen, die jeder davon 100mg Kochsalz zum würzen verwendet haben, einer davon mit Sicherheit stirbt. Na, ist doch logisch - oder?

Und im übrigen: Die Evolution zum Menschen hätte ohne Strahlung überhaupt nicht stattgefunden.

Daneben habe ich schon vor mehr als 30 Jahren vorgeschlagen man solle die zur Endlagerung vorgesehenen Castoren zur Heizung sakraler Bauten benutzen. 20 m unter dem Kirchenboden wird der Behälter von Luft umströmt, die dann in einer Warmluftfussbodenheizung kalte Kirchenböden (Ulmer Münster, Kölner dom usw.) wärmt. Die Warmluft wird anschließend über den Kirchturm abgeleitet. So spart man sich den zusätzlichen Schornstein (Abluftkamin in der Technik genannt.). Und im Sommer geht sie halt direkt durch den Schornstein. Da Radioaktivität ja ohnehin des Schöpfers Werk ist, wäre diese Verwendung doch sicher in seinem Sinne.

Antwort
von dompfeifer, 15

Die energetische Nutzung des strahlenden Mülls ist schlicht nicht rentabel. Da sind die erzielbaren Temperaturen zu niedrig. Und in diesem niedrigen Temperaturbereich ließen sich mit dem Material bestenfalls Wohnungen beheizen, wenn da nicht die Sicherheitsprobleme wären. Das wollte hier "PaddyOfficialLP" wohl sagen. 

Antwort
von Luegendetektor, 2

Kann man, das wollen die Grünen aber nicht, weil es nicht in ihre Ideologie passt. Denen geht es nicht um sinnvolles Handel oder dem Wohl der Menschen, sondern nur um ihgre Ideologie.

Antwort
von Hammingdon, 30

Weil wir nicht die Technologie dazu haben.

Kommentar von frax18 ,

Diese Antwort ist mir ein bisschen zu dünn...

Kommentar von Hammingdon ,

wenn dus nicht schaffst zu googlen oder nach zu denken geh ich nicht davon aus das du eine fachliche antwort verstehen würdest.

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