Frage von DieChemikerinUsermod Junior, 73

Warum kann ich mir die Sachen nicht einprägen bzw. wie merke ich mir den Lernstoff (Mathematik)?

Guten Tag!

Ich bin nach den Sommerferien Schülerin der 12. Klasse. Ich habe zwei LKs gewählt, die viel mit logischem Denken zu tun haben; Einer davon ist Mathematik.

An sich kann ich gut logisch denken, meine mathematischen "Fähigkeiten" helfen mir in den anderen Naturwissenschaften wirklich enorm. Nun habe ich zwei Mal 12 Punkte (mMn unberechtigt, da ich eigentlich schlechter bin) auf dem Zeugnis bekommen...ich für meinen Teil habe aber das Gefühl, dass ich mir das alles nicht merken kann.

Dieses Problem hatte ich bereits bei der Stochastik; Bei der AnaIysis ging es noch ganz gut, die Regeln etc. konnte ich mir gut merken und anwenden. Bei der Stochastik fing es sehr schnell an, dass ich Sachen nicht mehr im Unterricht verstand. Ich versuchte also, mir das zu Hause anzueignen. Da der Erfolg ausblieb, habe ich schnell aufgegeben und gehofft, in der Klausur ne 3 zu kriegen; Es war zwei Noten besser, nach der Klausur hatte ich aber alles wieder vergessen. Ich kann jetzt von alledem nichts mehr...

Nun möchte ich mir zumindest das Rechnen mit den Matrizen über die Ferien aneignen. Dieses Thema wurde aus dem Lehrplan gestrichen, dennoch macht es unsere Lehrerin. Sie fing gleich medias in res mit Populationsprozessen an (also so Sachen wie Übergangsmatrix, Gauß-Algorithmus etc.), ohne uns wirklich zu erklären, was Matrizen genau sind, wie sie aufgebaut sind und wie man mit ihnen rechnet. In allen meinen Mathebüchern steht das allgemeine Rechnen zuerst und dann kommen solche weiterführenden Sachen.

So, ich kann mir davon trotz irgendwelcher Bemühungen nichts merken. Mein Problem ist, dass ich irgendnen Kontext brauche. Die Regeln schweben im Raum rum, ich finde keine Anwendung dafür und so kann ich mir das nicht merken - EGAL, wie oft ich das durchrechne...es bleibt nicht hängen, auch wenn ich rechne und rechne. Das Gleiche wie bei der Stochastik.

Ich weiß überhaupt nicht, warum ich mir das trotz mehrmaligem Rechnen nicht einprägen kann. Prinzipiell bin ich nicht dumm in Mathe, wage ich mal zu behaupten. Beweise führen kann ich recht gut und mache ich auch gern, in solchen Sachen wie oben finde ich für mich aber keinen Sinn. Ich verstehe nicht, was mir das nützt. Die Herausforderung für mich besteht nicht in der Schwierigkeit, sondern darin, dass ich mir die Sachen einfach nicht merken kann. Beweise und so reizen mich mehr, weil ich da mal Gelerntes anwenden kann und was weiß ich...

Ich weiß nun nicht, wie ich mir das merken kann. Wie gesagt, es hat keinen Reiz. Ich weiß, dass ich visuell und durch Erklären gut lerne, aber wem soll ich bitte Mathe erklären? In meinem LK können das alle selbst. Ich hasse es wirklich, auswendig zu lernen, das Problem habe ich auch in anderen Fächern. Nat.-Wiss. liegen mir wesentlich mehr.

Na ja. Meine Frage: Wie schaffe ich es, mir die Sachen trotz Langeweile am /Schwierigkeiten mit dem Auswediglernen, mangelnder Disziplin/Motivation & mangelndem Kontext zu lernen?

Danke im Voraus...

LG

Antwort
von ausdertonne, 29

Das geht eigentlich allen Menschen so. Ohne Kontext können wir uns Sachen nicht merken. Wenn du zum Beispiel eine 10 stellige Telefonnummer behalten willst, ist das kaum möglich ohne Tricks. Aber dann gibt es Methoden, zum Beispiel stellst du dir den Schulweg vor mit 10 Stationen unterwegs und an jeder Station prägst du dir ein Bild ein, wie die  jeweilige Ziffer dort liegt.

Damit lässt sich dann aus der Erinnerung leicht die Nummer abrufen. Diese Techniken nutzen aus, dass das Gedächtnis leichter mit Bildern und mit Assoziationen funktioniert als mit abstrakten Inhalten.Solche Methoden findest du unter dem Begriff Mnemotechnik.

In Mathe ist es eigentlich so, dass der Kontext entweder durch Anwendungen gegeben ist, oder im Fall der reinen Mathematik durch die tieferen Zusammenhänge. Das ist aber schwer zu erklären.

Vermutlich würdest du an der Uni besser mit Mathe klarkommen, denn dort ist der Beweis das wichtigste. Im Studium wird keine Rechnregel eingeführt, ohne sie zu beweisen.

Damit wird der Kontext hergestellt, denn die Regeln stehen ja nicht einfach so im Raum, sondern beziehen sich vielfältig aufeinander und lassen sich alle aus allgemeineren Prinzipien herleiten. Das hat viel mit logischem Denken zu tun und auswendig lernen muss man dabei eigenlich eher wenig. Deutlich weniger als in anderen Fächern. Wenn man ein paar Grundprinzipien begriffen hat, lässt sich das meiste herleiten.

Allerdings müssen dafür natürlich ertmal diese Begriffe definiert werden. Aber wenn man in Übungsaufgaben Beweise sucht, dann arbeitet man mit diesen Definitionen und dadurch prägen sie sich auch automatisch ein.

Ein Tipp von mir wäre, schau doch einfach mal in "höhere" Mathebücher, zum Beispiel welche, die fürs erste und zweite Semester sind. Für die Matritzenrechnung wäre das "Lineare Algebra"

Wenn du dann nichts verstehst ist es ja nicht schlimm, war ja nur ein Versuch.

Aber für den Fall, dass du mit der Art wie an der Schule der Stoff vermittelt wird einfach unterfordert bist, könnte es ja sein, dass dir dann ein Licht aufgeht. :) Also einfach mal in einer Bibliothek gucken oder auch die Lehrerin fragen.



Kommentar von DieChemikerin ,

Hi,

danke dir! Ich weiß, wie ein Mathestudium abläuft, will es aber trotzdem (trotz Anrat meines ehem. Mathelehrers) nicht studieren...habe mich schon auf Chemie fixiert (das studiere ich auf JEDEN Fall), Zweitfach soll Latein werden. Wie du dir sicher denken kannst, Lehramt.

Aber ich schau mal, bin morgen eh in der Bib. Danke!

Expertenantwort
von Joshua18, Community-Experte für Schule, 33

Schau mal hier ein bischen. Auf jeden Fall interessant:

http://www.pohlw.de/lernen/kurs/index.htm

Vielleicht hilft auch folgende verblüffend einfache Technik auch bei Dir: Wenn Du etwas gelernt hast, dann klapp nicht einfach das Buch zu und sag dir "fertig". Es ist immer sehr hilfreich, sich das soeben gelernte nochmals ohne jede Hilfsmittel vors geistige Auge zu führen. Das sollte sozusagen zu jedem Lernen dazugehören. Was Du nicht verstanden oder wieder vergessen hast taucht so sehr schnell auf und Du wirst die Lücken sofort schliessen. Der Effekt dieser Methode ist, jedenfalls bei mir, ganz enorm !

Sonst könntest Du auch versuchen, mit Methoden der unwillkürlichen Erinnerung (s. Le Problème de la Mémoire (Paul Sollier), wie bei Marcel Proust, zu arbeiten. Das ist aber wohl eher hochspekulativ.

Antwort
von fjf100, 9

Grundsätzlich. Auswendiglernen ist blödsinnig.

Ich durfte während meines Maschinenbaustudiums an der Fachhochschule alles benutzen,ausser meinen Nachbarn.

Die Rechnungen sind dazu viel zu umfangreich und die Formeln meistens zu kompliziert.

Ich kann mir nicht denken,dass ihr hochkomplizierte Formeln auswendig wissen müsst.

Ein paar wichtige Formeln,die oft verwendetet werden,sollte man doch wissen.

Beispiel : kurvendiskussion.Merkwort bei mir ist "MaMi KG"

Ma= Maximum und Mi= Minimum

K= klein und G=groß

also Bedingung Maximum f´(x)= 0 und f´´(x)<0 ist K (klein,kleiner Null)

Bedingung Minimum f´(x)=0 und f´´(x)>0 ist G (Groß,größer Null)

Beispiel : rechtwinkliges Dreieck

sin(x)= GK/Hy

cos(x)= Ak/Hy

tan(x)=Gk / Ak

Logischer Ablauf 1. sin(x) und  2. cos(x) und  3. tan(x)

weiter GK - AK - GK dies ist die Folge im Zähler der Formeln

weiter AK zum Schluß im Nenner bei (tan(x)

Dieses Schema wird immer wieder von mir aufgeschrieben,egal wie die Aufgabe ist.

Vorgehensweise :

1. Schreib die Formeln immer in der gleichen Reihenfolge auf.

2. Bilde "Merkwörter" aus den Buchstaben aus den Formeln.

3. Stelle die Formeln möglichst einfach dar.

Beispiel : y=f(x)= a2 * x^2 + a1 * x +ao

Scheitelkoordinaten bei x= - (a1)/(2 *a2) und y= - (a1)^2/(4 *a2 + ao

besonders einfach ist hier : a ist der Buchstabe für "alle Koeffizienten"

die Indizes 1,2,3 und o geben die Position an.

allso a2 die 2 Koeffizient gehört zu x^2

a1 die 1 Koeffizient gehört zu x^1

Wichtige Formeln sind : sin(x) * cos(x)= 1/2 * sin(2 *x)

sinh(x) *cosh(x) = 1/2 * sinh(2 *x)

Schnittwinkel zweier Geraden : ((m2 -m1)/(1+m1 *m2)) "Betrag" 

(m1 * m2) ungleich  - 1 "Kam in Abiturprüfung vor"

Fazit : Wenn keine Formelsammlung zugelassen ist,dann müssen diese Formeln struktuiert auf ein Blatt Papier geschrieben werden.

Dieses Blatt Papier mit Formeln schaut man sich dann jeden Tag mehrmals an , bis man die Formeln auswendig kann.

Antwort
von PolkaDott, 15

Hey! Erstmal kein Stress! Wenn du da wütend oder verzweifelt rangehst, bringt das nichts. Hol dir also Motivation und versuch alles nochmal durchzuwiederholen. Also die Basics und eure Zusätze. Ich kann dir zur Erklärung TheSimoleMath auf Youtube emofehlen! Die erklären alles seehr gut und haben auch viele Oberstufen Themen :) Viel Erfolg!

Antwort
von emel8, 19

Ich habe in mathe immer ne 4 oder 5 gehabt. ich wusste absolut was ich machen soll aber es hat irgendwie nie so recht geklappt. habe mir dann zur hilfe immer noch youtube videos angeschaaut, in denen mir alles nochmal erklärt wurde. und dann hatte ich ein bild vor augen, dass ich auch in der arbeit benutzen konnte falls ich nicht mehr weiter wusste :))

Antwort
von brido, 28

Ich kann nur sagen, ich hatte immer die Bestnoten in Logik und ganz schlecht in Mathe. Hat scheinbar miteinander nicht viel zu tun. 

Kommentar von ausdertonne ,

An der Schule nicht, aber sonst eigentlich schon. :)

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