Frage von Leistungsbilanz, 19

Warum kann ich ein Leistungsbilanzdefizit nicht mit inländischer Währung finanzieren?

Genauer gesagt, geht es darum, dass die Schweizer Zentralbank (SNB) in der Zeit ihrer Wechselkursbindung von 2011 bis 2015 ein Leistungsbilanzdefizit hatte, welches Sie durch eine Abwertung Ihrer Währung wieder finanzieren musste. Nun kann die SNB durch Währungsankäufe/-verkäufe dies probieren, doch warum kann die SNB diese Lücke nur mit ausländischer Währung finanzieren und nicht mit Ihrer inländischen Währung, welche Sie auch selbst finanzieren könnte? Falls Ihr wissenschaftliche Quellen zu diesem Thema habt würde ich mich natürlich auch sehr freuen. :-)

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Antwort
von FrageSchlumpf, 10

Also Punkt 1 , habe aber zunächst keine wissenschaftliche Quelle dazu, aber das lässt sich leicht recherchieren : Die Schweiz hat meines Wissen in den letzten Jahrzehnten kein!!!! ( i.W. kein ) Leistungsbilanzdefizit gehabt, die Finanzkrisenjahre 2008/2009 vlt. mal ausgenommen, als die Verluste der Banken etwas arg negatvi zu Buche schlugen.

Die Handelsbilanz ist schon lange positiv und der Saldo steigt zur Zeit auch noch weiter an. Wenn man die SNB hört, klingt das immer so, als würden die Schweizer Unternehmen auf dem Weltmarkt absolut nicht mehr konkurrenzfähig sein. Der Buchungssatz hierfür lautet : Per Ideologie an Verblendung.

Punkt 2, natürlich gibt es die theoretische ( und auch in der Praxis immer wieder vorkommende ) Version, dass ich mein Leistungsbilanzdefizit in inländischer Währung "finanziere". Ein Leistungsbilanzdefizit bedeutet ja zunächst nur "Verschuldung" im Ausland. Dies kann aber auch in eigener Währung erfolgen, wenn das Ausland sehr erpicht darauf ist, meine Währung "long" zu sein, wie es z.B. bei den USA zur Zeit der Fall ist.

Was in der Schweiz Ende 2014/Anfang 2015 passierte, war die Auflösung einer umgekehrten Position. Durch die Leistungsbilanzüberschüsse, welche in inländischer Währung "angelegt" wurden, war der Rest der Welt Franken short. Als die Marktteilnehmer das nicht mehr wollten, musste/wollte die SNB diese Position übernehmen. Da ein Schweizer nicht Franken short sein kann, muss er Fremdwährung long sein, was ja die SNB zu genüge ist.

Kommentar von Leistungsbilanz ,

Ach stimmt, in der Leistungsbilanz sind alle Waren und Dienstleistungsströme ins Ausland und ins Inland festgehalten und da die Schweiz sehr exportabhängig ist, macht es ja auch Sinn, dass sich eine positive Leistungsbilanz, also ein Leistungsbilanzüberschuss ergibt. 

Doch weshalb hat die SNB dann die Wechselkursbindung beendet und welche Maßnahmen hat die SNB alles unternommen, um den Paritätskurs zu halten?

 

Kommentar von FrageSchlumpf ,

Nun, beendet hat, weil ihr die Interventionen langsam zu viel wurden. Anfangs hat sie garnicht so viel unternommen bzw. unternehmen müssen, so lange der Markt noch gerne CHF-Kredit aufgenommen hat. Erst als durch die Zinssenkungen in der Eurozone die Zinsdifferenz kleiner wurde, ist das ganze eben gekippt.

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