Warum kann ich die Mathe-Formeln nirgends (richtig) anwenden bzw warum denk ich auch mathematisch so kompliziert? Was soll ich dagegen tun?

... komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Man kann Mathematik mit einer Sprache vergleichen. Wenn man eine Sprache theoretisch kann, das heißt, ihre Grammatik und Vokabeln gelernt hat, aber sie nicht regelmäßig spricht, weiß man nicht, ob man sie wirklich kann.
In Deinem Fall hat es aber anscheinend weniger mit schlichtem Unvermögen als mit Angst zu tun. Angst, etwas Falsches zu sagen oder gar zu schreiben beziehungsweise die falsche Formel anzuwenden. Diese Angst ist es, die erst mal weg muss.
Frei nach dem Spruch "Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren" kann man sagen:
Wenn Du eine Antwort gibst, kann sie falsch sein, wenn Du keine Antwort gibst, ist es auf jeden Fall falsch.
Aus einer falschen Antwort kannst Du wenigstens noch etwas lernen.
Wenn Du Formeln anwendest, mache Dir klar, welche Formelzeichen genau was bedeuten. Wende Sie auf einfache Probleme an, an denen Du leicht sehen kannst, ob Ihre Anwendung Unsinn erzeugt oder etwas Vernünftiges herauskommt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn du immer alle irgendwie in Frage kommenden Formeln durchprobierst, dann hast du das Problem / die Aufgabenstellung nicht wirklich begriffen. Oder : du hast das ganze Wissen zwar weitgehend abrufbereit, aber von der Logik dahinter vielleicht doch noch nicht verstanden.

Ich glaube, ich kann das so sagen - ich gebe seit Jahrzehnten Mathenachhilfe und ich weiß, wer das eigentlich abgefragte Problem erkennt, weiß auch sehr schnell, mit welcher Formel oder über welchen  Weg er an das Problem herankommt - zumindest für Schulmathe würde ich das unterschreiben.

Ein Beispiel:

Drei meiner  Nachhilfeschüler sind 8.Klasse und haben gerade den Satz des Pythagoras. Und stellen seit 2 Wochen im Unterricht brav die Pythagorasformel um - mehr nicht. 

Also bekommen sie von mir Arbeitsblätter mit geometrischen  Körpern in 3D-Darstellung. Dazu ein oder zwei Maße und dann geht es nicht darum, irgendwelche Zahlen durch den TR zu hämmern, sondern schnell und sicher herauszufinden, über welche Hilfslinien, Winkelbeziehungen und rechtwinklige Dreiecke ich mich am unkompliziertesten und schnellsten an die gesuchten Maße heranrechnen kann.

Was beim ersten Mal noch hieß "KP" - also "kein Plan" , macht jetzt schon richtig Spaß, wenn zwei wetteifern, vielleicht doch noch einen kürzeren Weg quer durch ein Oktaeder oder ein Prisma zu finden, um irgendwelche Kanten zu berechnen.

"Lösung durch Hingucken" hat das mein alter Mathelehrer früher genannt und meinte, du musst wirklich eine Vorstellung von dem Problem im Kopf haben, dann bist du dir auch sicher, wie du an die Lösung herangehst.

Vielleicht machst du dich, statt Formeln zu pauken, auch mal an Sachaufgaben versuchen.(Ja, ich weiß, die meisten Schüler bekommen bei dem Begriff "Sachaufgabe" schon Schnappatmung.)

Aber diese Art Aufgaben sind eine gute Verbindung zwischen realer Alltagsfragestellung (vorstellbar), oft auch mittels einer Skizze visualisierbar und dann den doch sehr abstrakten Formeln. Wenn du einmal an einem konkreten Beispiel oder einer Zeichnung plötzlich verstehst, warum etwas so und so gerechnet wird, dann brauchst du zu vielen Fragen nicht einmal die Formelsammlung mehr.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Also erstmal bringt das Formel auswendig lernen gar nix wenn du den Sinn der Sache nicht verstehst. Mathe ist rein logisch und ehrlich gesagt stellen sich mir die Nackenhaare auf wenn ich sowas höre wie "ich probier mal alle Formeln durch eine davon wird schon passen"...... Fang an zu üben. Frag dich bei jeder Aufgabe WAS du berechnen musst. Dann überleg dir das WIE. (nicht probieren! überlegen) Und vor allem wichtig, stell dir die Frage WARUM berechnet man das so. Die Formeln sind zwar eine nette Hilfe aber im Endeffekt musst du schon wissen warum du eine Formel einsetzt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Deine Gedanken sind schon OK.
Wenn man nicht weiß, was zu tun ist, guckt man nicht aus dem Fenster, sondern schreibt erst mal alle Formeln auf,

die irgendwie passen!

Aber wirklich nur die passenden, in denen die Begriffe vorkommen, die in der Aufgabe auch genannt sind. Sonst verlierst du schnell die Übersicht!

Steht da z.B.,
du sollst aus der Oberfläche eines Würfels das Volumen errechnen, schreibst du eben die Formeln für die Oberfläche und das Volumen einfach hin:
O = 6a²
V = a³

Dann erkennst du die beteiligten Stücke.
Da O und V nicht in einer Formel stehen, aber a in beiden vorkommt, hast du erkannt, dass du aus O erst a ausrechnen musst, um dann V zu berechnen.

Üb das mal einfach an einigen Aufgaben. Du findest bestimmt welche in deinem Buch. Man braucht ein wenig Routine, um das jedes Mal hinzubekommen.

Und wenn eine mal unklar ist, frag bei GF.
Hier solltest du immer eine Antwort bekommen!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Genau das gleiche Problem habe ich auch in Mathe und ich weiß nicht wieso.

Im Unterricht ist alles schön und gut, aber sobald wir eine Arbeit schreiben kann ich es einfach nicht mehr.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo WasTunJetzt,

einfach nur alle Formeln nehmen, die passen könnten, geht nicht.

Mit Formeln kannst du nur arbeiten, wenn du die Formeln verstanden hast.

Was das komplizierte Denken angeht: "Mathematiker sind faul!" Und das heißt: Mathematiker nehmen den leichtesten und schnellsten Weg, der am wenigsten Arbeit macht - und nicht den kompliziertesten.

Vorüberlegung bei einer Klausur: Abgefragt wird sowieso nur, was ihr vorher gelern habt. Und damit sind die Klausuren in der Regel leichter als das, was ihr vorher besprochen habt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?