Frage von ninabella13, 48

Warum kam es zum Unabhängigskeitkrieg in Nordamerika?

danke im vorraus

Expertenantwort
von Albrecht, Community-Experte für Geschichte, 20

Zwischen den Bewohnern der britischen Kolonien in Nordamerika und dem Mutterland Großbritannien entwickelten sich zunehmende Meinungsunterschiede, Interessengegensätze und Streitigkeiten. Einer der Hintergründe war die Notwendigkeit, die Kosten des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) zu bezahlen. Zugleich waren Frankreich und Spanien in Nordamerika geschwächt und für die Kolonisten gegen sie kein Schutz der britischen Armee mehr nötig. Die Kolonisten hatten ein Bewußtsein ansteigenden Wohlstandes, zunehmender Macht und großer Entwicklungschancen, die sie allerdings von der britischen Regierung für bedroht hielten. Im Einklang mit Ideen der Aufklärung beanspruchten die Kolonisten Freiheitsrechte. Viele kamen zu dem Urteil, keine ausreichende Mitsprache und Mitbestimmung zu erhalten. Aus ihnen entstand die Gruppierung der sogenannten Patrioten (patriots). König, Regierung und Parlament in London unterschätzten lange Zeit die Bereitschaft der Kolonisten zu gewaltsamen Widerstand. In gewählten Versammlungen der Kolonisten wurde eine Unabhängigkeit von Großbritannien beschlossen und eine Unabhängigkeitserklärung verkündet. Da Großbritannien Streitkräfte einsetzte, um die Herrschaft über die Kolonien zu behaupten, kam es zum Krieg.

Eine Reihe von Auseiandersetzungen waren Auslöser und Ursachen.

  • Einschränkung von Landnahme: König Georg III. stellte, ohne den Rat der Kolonialparlamente einzuholen oder sie nach ihrer Meinung zu fragen, 1763 durch eine königliche Proklamation das Indianerland westlich einer Grenzlinie von Florida bis an den Eriesee (im wesentlichen entlang des Kammes der Appalachen) unter seinen besonderen Schutz und untersagte seinen Untertanen Landkäufe und Ansiedlung, was Landspekulationsgesellschaftten traf und landhungrige Siedler empörte.
  • neue Zölle: Zölle sind Abgaben, die für die Einfuhr oder Ausfuhr von Waren in bestimmte Gebiete zu entrichten sind. Das Zuckergesetz von 1764 verlangte von Kolonialengländern in Nordamerika neuartige Zölle unter anderem auf Zuckerrohrsirup (Melasse) und Kaffee, wenn sie aus nichtbritischen Häfen eingeführt wurden. Aus dem britischen Weltreich exportierte Güter wie Melasse, Kaffee, Eisen und für den Schiffbau geeignetes Holz wurden ebenfalls besteuert. Ein scharfer Protest mehrerer Kolonialparlamente, sie allein seien die gewählten Vertreter, die der englischen Verfassung entsprechend ihren Wählern diese Art von Verbrauchssteuern auferlegen durften, das Parlament in London (ohne gewählte Vertreter der Kolonien) könne nur den Handel regelnde Gesetze erlassen, es sei keine Vertretung der Kolonien, blieben erfolglos. Es entstand bei den Nordamerikanern in den britischen Kolonien eine grundsätzliche Ablehnung gegen eine Besteuerung oder Erhebung von Angaben ohne politische Vertretung (Repräsentation) in dem die Besteuerung beschließenden Parlament („No taxation without representation“).
  • neue Gebühren: Das Stempelmarkgesetz (Stamp Act) von 1765 verlangte, jedes Schriftstück von rechtlicher Bedeutung mit einer Gebührenmarke oder einem entsprechendem Stempel zu versehen, ebenso Zeitungen, Flugschriften, Kalender und Kartenspiele. Die dadurch verursachte Papierverteuerung traf 23 Wochen- und Monatszeitungen in den 13 widerstandbereiten Kolonien.
  • Verweigerung von Mitbestimmung: Das Unterhaus bekräftigte Großbritanniens unbeschränkten Herrschaftsanspruch über die Kolonien (Declatory Act 1766). Ein grundsätzliches Recht der Kolonien auf Selbstbesteuerung wurde nicht anerkannt. Die vom britischen Finanzminister Charles Townshend beantragten und vom britischen Parlament am 29. Juli 1767 beschlossenen Townshend-Gesetze („Townshend Acts“) erhoben Zölle auf die Einfuhr von verschiedenen Waren, darunter Tee, aus Großbritannien in die Kolonien. Viele Nordamerikaner in den britischen Kolonien meinten, nicht richtig vertreten zu sein, weil ihnen parlamentarische Mitbestimmung bei Gesetzen, die sie betrafen, verweigert wurde. Im britischen Parlament war kein von den Kolonisten gewählter Vertreter.
  • gewaltsamer Zusammenstoß: 1770 wurden Soldaten in Boston von einer Menschenmenge mit Schneeball und Steinwürfen angegriffen und schlossen schließlich, wobei einige wenige Bürger starben. Der Zwischenfall wurde propagandistisch zu einem Massaker hochgespielt.
  • für die Kolonisten nachteiliges Teegesetz: Die meisten Zölle wurden 1770 wieder abgeschafft, aber nicht der Zoll auf Tee. Es gab in den nordamerikanischen Kolonien eine Boykottbewegung gegen britischen Tee. Das britische Parlament erließ, um den Bankrott der East India Trading Company (Ostindische Handelsgesellschaft) abzuwenden, 1773 ein Teegesetz (Tea Act). Dieses erlaubte der East India Trading Company, Tee direkt von Indien nach Amerika auszuführen, ihn an ausgewählte Kaufleute zu verkaufen und befreite die East India Trading Company dabei von den Zöllen, indem diese nicht erhoben oder zurückerstattet wurden. Es gab also einen die amerikanischen Kolonien betreffenden Teezoll, aber die East India Trading Company war davon ausgenommen. Das Teegesetz lief auf eine Monopolstellung für diese in den Kolonien hinaus und beeinträchtigte die Interessen amerikanischer Zwischenhändler und am Schmuggelgeschäft mit Tee Beteiligter (Angebote verbilligten Tees der Ostindischen Handelsgesellschaft hätte unter dem Preis geschmuggelten niederländischen Tees gelegen). Zugleich wurde in den Kolonien ein Unterlaufen der Boykottbewegung befürchtet, bei dem die Kolonisten gegeneinander ausgespielt und Einrichtungen der britischen Gouverneure durch zusätzliche Einnahmen gestärkt würden, was eine Selbstbestimmung durch eigene Parlamente gefährden könnte. Ladungen verbilligten Tees (von der Ostindischen Handelsgesellschaft) von Schiffen im Hafen von Boston (342 Kisten Tee im Wert von 9000 Pfund Sterling) wurden von etwa 30 als Indianer verkleideter Bürger von Boston in das Meer geschüttet („Boston Tea Party“ am 16. Dezember 1773).
  • zunehmende Spannungen durch Strafmaßnahmen Großbritanniens: Regierung und Parlament reagierten 1774 mit einer eine Reihe von Zwangsgesetzen (Coercive Acts), die von den Kolonisten als Intolerable Acts (Unerträgliche Gesetze) verstanden wurden. a) Schließung des Hafens von Boston bis zur Bezahlung des Tees b) Beamte der britischen Krone konnten statt in einer Kolonie in England vor Gericht gestellt werden, wenn die ihnen vorgeworfene Tat bei der Niederschlagung eines Aufstandes oder der Einziehung von Zollgebühren begangen worden war c) Gemeindeversammlungen (town meetings) durften nur noch nach Genehmigimng der Tagesordnung durch den Gouvernuer abgehalten werden und die Mitglieder des Gouverneursrats von Massachusetts wurdem vom König ernannt statt vom Repräsentantenhaus gewählt d) Soldaten konnten im Bedarfsfall auch in Privathäusern einquartiert werden
  • Quebec-Gesetz: Das Quebec-Gesetz garantierte 1774 den 70000 französichsprachigen Einwohnern der 1759 eroberten Kolonie Quebec die kulturelle Eigenständigkeit und erweiterte das Gebiet Quebecs weit nach Süden, bis an die Ufer von Ohio und Mississippi. Damit wurden aus ihren Gründungsurkunden abgeleitete Landansprüche von Massachusetts, Connecticut, New York, Pennsylvania und Virginia im Ohio-Tal hinfällig.
  • Kämpfe mit Waffengewalt: Die britische Armee versuchte, Waffenvorräte von nordamerikanischen Rebellen zu beschlagnahmen. In diesem Zusammenhang kam es am 19. April 1775 zu den Gefechten von Lexington und Concord. Es folgte die Belagerung von Boston, wo sich der britische General und Gouverneur von Massachusetts, Thomas Gage, mit britischen Soldaten befand.

Bücher über die Geschichte der USA enthalten Informationen, z. B.:

Willi Paul Adams, Die USA vor 1900. 2. Auflage. München : Oldenbourg, 2009 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte ; Band 28), S. 37 – 42

Geschichte der USA : mit CD-ROM Quellen zur Geschichte der USA. Herausgegeben von von Michael Wala/Jürgen Heideking/Christof Mauch. 6., überarbeitete und erweiterteAuflage. Tübingen ; Basel : Francke, 2008 (UTB ; 1938), S. 27 – 34

Udo Sautter, Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika. 8. aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart : Kröner, 2013 (Kröners Taschenausgabe ; Band 443), S. 63 - 79

Antwort
von Lilo626, 19

Google doch mal.
Was mir spontan einfällt ist derr Krieg zwischen Nord und Sud USA, indem es um die Sklaverei ging.
Kann auch falsch sein.

Kommentar von Agentpony ,

Das wäre der falsche Krieg.

Kommentar von Lilo626 ,

Ups. habe ich mir fast gedacht.

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