Frage von frager1487, 39

Warum ist Vermieten an Verwandte unter 66% der ortsüblichen Vergleichmiete Steuerhinterziehung und was kann ich tun?

Ich vermiete mein geerbtes Haus an den langjährigen unverheirateten Partner meiner Mutter (mein Stiefvater) weiter. Und zwar zu einem Kaltmietpreis, der ca. bei 60% der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Jetzt sagt mein Steuerberater vom Lohnhilfeverein, dass das nicht legitim wäre. Mit meinem Stiefvater habe ich vereinbart, dass er nach dem Tod meiner Mutter genau so viel zahlt, dass ich mit Abbezahlung der Kredite und den Nebenkosten bei plus minus 0 herauskomme. Für mich ist dieser Deal in Ordnung. Wohl jedoch nicht für den Staat. Was kann ich tun? Vielleicht nicht alle Zimmer im Haus vermieten? Dann würde ja der Mietpreis pro qm für ihn steigen. In zwei Zimmern des Hauses wohne ich auch selbst noch von Zeit zu Zeit.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo frager1487,

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Recht Familie

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von bwhoch2, 5

1. Es ist doch keine Steuerhinterziehung, wenn Du in Deiner Steuererklärung Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung angibst in genau der Höhe, in der Du diese nachweislich erhältst. Wenn Du gleichzeitig alle Kosten, die Du hast gegen die Einnahmen setzt, reduziert das das Mieteinkommen und das Finanzamt könnte auf die Idee kommen, dass Du in Wirklichkeit mehr Miete bekommst, nämlich bar auf die Hand.

Wenn aber gut nachvolziehbar begründet ist, dass es sich um die Vermietung an einen Familienangehörigen handelt, nämlich in diesem Fall um Deinen langjährigen Stiefvater, wird das Finanzamt das auch glauben (müssen).

2. Wenn Du darüber hinaus auch noch glaubhaft ein Nutzungsrecht an 2 Zimmern von Zeit zu Zeit glaubhaft machen kannstd (schriftliche Vereinbarung), sinkt Dein Anspruch auf die volle Miete entsprechend und die 60 % werden noch leichter zu begründen sein. Wie hoch der Mietpreis pro m² dadurch wird, ist unerheblich, denn gerade bei ganzen Häusern kommt es für den Mietpreis weit weniger auf die Wohnfläche an, als auf die sonstigen Umstände, wie Lage, Alter, Energieverbrauch, Stil, Gartengestaltung uvm.

Also keine Angst vor der Steuerhinterziehung. Sollte Dein Finanzamt auf die Idee kommen, statt der von Dir angegebenen Miete einen Marktvergleich zu machen und festzustellen, dass Du ungefähr 50 % mehr bekommen müßtest, könnte es auf die Idee kommen und Deine echten Mieteinnahmen auf dieser Basis zu schätzen und dementsprechend den Steuerbescheid zu erstellen. Dagegen könntest Du Einspruch einlegen und am Ende müßte Dir das Finanzamt unter Berücksichtigung aller Umstände beweisen, das Du in Wirklichkeit mehr Miete erhältst. Dazu müßten sie ggf. sogar das Konto Deines Stiefvaters ausforschen. Angenommen, die würden jeden Monatsanfang den immer gleichen Betrag als Barabhebung feststellen, der rein zufällig auch noch zur Miete als Ergänzung passen würde, könnten die auf die Idee kommen, dass er das Geld für einen Teil der Miete braucht. Das wäre aber dann immer noch nur eine Idee und kein Beweis. Mach Dir also darüber mal keinen Kopf. Sie können Dich nicht zum Steuerstraftäter machen.

Kommentar von bwhoch2 ,

Danke für die Auszeichnung.

Antwort
von Giwalato, 27

Du kannst durchaus weniger als die ortsübliche Miete verlangen. Als Konsequenz darfst Du aber auch die Kosten für die Wohnung nur anteilig geltend machen. 

Das sollte Dein Steuerberater berechnen können. Dann ist das auch keine Steuerhinterziehung.

Antwort
von Landliebelei2, 20

was du tun kannst, sollte dir dein steuerberater eigentlich besser beantworten können als wir..

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