Frage von Dthfan00, 171

Warum ist unsere Gesellschaft so eingestellt?

Ich als 16 jähriger Punk stelle mir die Frage warum unsere Gesellschaft nur auf möglichst viel Gewinn, Erfolg und Geld ausgerichtet ist. Ich seh das an nem Kumpel von mir, der ist 15 und hat schon jetz genaueste Pläne wie er mit 25 seine erste Million in der Tasche haben will....?! Warum gehen Menschen für Geld sogar über Leichen?

LG Dthfan00

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Barney123, 26

Hallo dthfan,

Vielen Menschen wurde während ihrer Erziehung klar gemacht, dass sie
nur etwas sind, wenn sie Gehorsam sind und die Erwartungen der Umgebung erfüllen. Das erzeugt bei denen einen Minderwertigkeitskomplex. Sie entwickeln dann den Wunsch, auf jeden Fall besser zu sein, als alle Anderen. Denn, so glauben sie, wären sie plötzlich unangreifbar, die Besten von Allen. Der Motor für dieses Verhalten ist also eine tiefe innere Unsicherheit: In Wirklichkeit fühlen sie sich innerlich ganz
klein, wollen aber, dass alle denken, sie seien etwas ganz besonderes.
Das ist auch der Grund dafür, warum viele Menschen so empfindlich
reagieren, wenn  eine Schwäche von ihnen sichtbar zu werden droht: Sie
leugnen jeden Fehler, sie kämpfen mit allen Mitteln darum, dass keiner
merkt, wie klein und schwach sie in Wirklichkeit sind. Viele Menschen
werden richtig grausam, wenn die Gefahr besteht, dass sichtbar wird, wie
klein und schwach sie doch sind. Sie wollen Angst machen, dass es
niemand wagt ihre ach so wackelige Hollywoodfassade zu berühren, weil
die sonst ein zustürzen droht.

Ein Weg dazu ist in unserer Gesellschaft viel Geld zu haben. Das
Problem dabei ist, dass die Menschen sozial so inkompetent sind, dass
sie nicht danach fragen, woher das Geld kommt, wie es verdient wurde.
Deshalb scheuen auch viele Menschen nicht davor zurück, über Leichen zu
gehen. Nimm doch einmal den Psychiater Hubert Haderthauer mit seiner
Modellauto-affäre. Diese Affäre ist aufgeflogen. Aber in vielen Fällen
wird doch gar nicht gefragt, woher das Geld kommt. Oft bilden sich ganze
Kartelle des Schweigens, wo Menschen auf Kosten von Anderen versuchen
zum Vorteil zu kommen. Und in der Regel wird dadurch die gesamte
Gesellschaft geschädigt, oder warum glaubst Du, warum so Bananenrepubliken keinen Fuß auf den Boden bekommen? Weil die Korruption viel zu weit verbreitet ist und die Leute selbst nichts leisten können. Und wenn jemand anfängt etwas zu leiten, dann werden die oft von denen niedergemacht, die sich zusammenschließen gegen so jemanden, damit nicht auffällt, dass sie gar nichts können. Da kommt dann halt raus, dass sie nur eines sind: Dumm aber gemein!

Um daran etwas zu ändern, müssen die Leute lernen, ihre individuellen
Grenzen zu akzeptieren und Leute zu respektieren, die mehr können als
sie. Di soehst, das ist ein Problem der Erziehung. Gott sei Dank wird
die autoritäre Erziehung in unserer Gesellschaft immer weniger, so dass
es immer weniger Menschen mit Minderwertigkeitsgefühl gibt!

LG

Kommentar von robi187 ,

kommst wohl aus der pychoecke? da könntest recht haben? aber dies ist nur ein aspekt? die schuld immer nur am kleisten suchen ist ein schwacher einseitiger aspekt?

solange es menschen gibt wie:

https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Singer

Kommentar von Barney123 ,

Hallo robi,

Inwiefern widerspricht das, was ich geschrieben habe den Ansichten von Singer? Singer beschäftigt sich mit Ethik. Ja. Aber was kann Ethik leisten, wenn den Menschen gar nicht bewusst ist, warum sie s handeln, wie sie es tun? Ethisch zu handeln ist ein bewusster, verstandesmäßiger Vorgang. Angst verhindert ein vernünftiges Handeln. Diese ganzen psychologischen Mechanismen laufen unbewusst im Hintergrund ab. Wie soll Ethik da helfen? Menschen die so handeln haben  gar kein Problembewusstsein. Wie sollen sie da vernünftig handeln? Wie soll das gehen?

LG

Antwort
von EinNarr, 52

Es ist nicht nur unsere Gesellschaft, sondern auch die Gesellschaften respektive Generation weit vor der Heutigen. 

Eigentlich ist "Gewinn, Erfolg und Geld" gar nicht das Ziel, sondern die Resultate dessen. Diese sind vielfältig und hängen ganz von den Charakteren ab. Wichtige Aspekte könnten aber sein, dass man keine Existenzängste fürchten muss, eine Form der Unabhängigkeit erreicht wird und gewisse Privilegien genossen werden können.

Insbesondere die Privilegien werden oft hervorgehoben. So steht einem uneingeschränkter Konsum offen. Man kann dementsprechend uneingeschränkt seine Bedürfnisse befriedigen - vom Reisen über Autos und der Abendessen betrifft dies jedes. Uneingeschränkt auch in dem Sinne, dass keine finanziellen Bedenken oder Abhängigkeit von Anderen den Konsum stören.

An der Stelle führt der Weg über den Konsum auch schon zum entsprechenden Schlagwort: Konsumgesellschaft

Die Frage ist also, welche Gründe dazu führen, dass unsere Gesellschaft eine Art des "Konsumzwangs" entwickelt hat, der sie dazu treibt, alles zu tun für den Konsum - "über Leichen gehen" zum Beispiel.

Warum der Konsum ein immer größeres Thema wird, auch in der öffentlichen Diskussion, ist ein großes Thema für sich und die Erörterung einer Aspekte würde den Rahmen der Frage sprengen.

Kurzum - Was angestrebt wird sind nicht einmal die Reichtümer, sondern zum Großteil der daraus resultierende ungestörte/uneingeschränkte Konsum.

Liebe Grüße.

Kommentar von Dthfan00 ,

Danke für deine umfassende Antwort

Aber mit mehr Konsum unterstützen wir ja dass sich Menschen auf Kosten anderer bereichern

Klar hat eine Konsumgesellschaft viele Vorteile, aber was ist mit denen die vorher schon sich nichts leisten konnten? Wenn die anderen immer reicher werden und diese wenigenMenschen danebensitzen und nichts haben kann das auch nicht das Ziel sein....

Viele die Geld haben sind schlichtweg zu geizig dann solchen Menschen etwas abzugeben, aus Angst sich nichts mehr leisten zu können....

Kommentar von EinNarr ,

Der Konsum hat, bis auf wenige Ausnahmen, nichts mit Ethik oder Moral zu tun. Das sich auf den Schultern anderer bereichert wird, die "Arm-Reich-Schere" droht, sich immer weiter zu öffnen. Das ist allerdings für den Konsum uninteressant, da rein die wirtschaftlichen Grundsätze "Minimalprinzip" und "Maximalprinzip" eine Rolle spielen. 

Schlussendlich ist das Ziel der Konsum, nicht der Erhalt einer sozialen Ethik und Moral.

Wer diese Aspekte für wichtig erachtet, der arbeitet nicht primär auf "Gewinn, Erfolg und Geld" hin und damit auch nicht auf den Konsum.

Liebe Grüße.

Antwort
von Interesierter, 56

Nun, da ist jeder Mensch anders.

Grundsätzlich kann ich hier nur zu Toleranz raten. Genau so, wie du nicht willst, dass man dir nicht vorschreiben soll, wie du zu leben und zu denken hast, solltest du das bei Anderen nicht tun.

Mein Gott, wenn er unbedingt Millionär werden will, dann lass ihn doch. Eigentlich muss es dich doch nicht kümmern. 

Du gehst eben einen anderen Weg, der dir eher zusagt. Jeder soll nach seinen Wünschen glücklich werden.

Kommentar von Dthfan00 ,

Ich hab ihn ja nich versucht davon abzubringen, soll er doch machen, sondern mir eben nur gedacht warum das so is dass eben schon 15 jährige sowas denken

Kommentar von Interesierter ,

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht.

Gemeinhin wird Geld gerne mit Macht assoziiert. Vielleicht sucht er Macht? Vielleicht meint er, Glück im Sinne von Glückseligkeit kaufen zu können?

Eines weiss ich aus eigener Erfahrung. Eine gewisse Menge Geld ist zum Leben notwendig. Etwas mehr macht das Leben leichter.

Alles, was darüber hinaus geht, bringt vielleicht noch Annehmlichkeiten aber keine zusätzliche Lebensfreude.

Es gibt aber auch Menschen, die wollen reich und berühmt werden. Oftmals steckt ein Minderwertigkeitskomplex dahinter.

Kommentar von Dthfan00 ,

Ja klar, er will reich und berühmt werden, erzählt mir immer wieder davon, es nervt mich so langsam echt

Antwort
von voayager, 24

Nun, wir haben hier einen ganz hundsgewöhnlichen Kapitalismus, der ungefesselt agiert. Viele sind von ihm stark beeinflusst, alles Weitere leitet sich daraus ab.

Antwort
von wfwbinder, 47

Sei doch froh, dass es so ist, wer würde sonst das Geld für die Harzt IV Empfänger verdienen?

Antwort
von atzef, 29

Als Punk solltest du froh darüber sein, dass andere Menschen in Deutschland sozialökonomische Verhältnisse schaffen, die auch dich anders leben lassen als du z.B. auf dem indischen Subkontinent leben müsstest...

Antwort
von barfussjim, 35

Das sehe ich nicht so.

Die Mehrheit will hierzulande nicht "möglichst viel Geld verdienen" oder "Gewinn" einheimsen, sondern sich bequem in der Komfortzone einrichten, die "Work-Life-Balance" halten und mit dem Durchschnitt mithalten. Ein gutes, friedliches und entspanntes Leben im beschaulichen Rahmen zu führen ist für die meisten Menschen erstrebenswerter als reich zu werden.

Antwort
von XxDerHelferXD, 35

Der Grund ist ganz einfach, man hat heutzutage so eine hohe Flexibilität, dann man unbedingt so viel wie möglich haben will.

Antwort
von onidagori, 44

Weil die meisten denken, daß Geld glücklich macht. Das tut es aber nicht. Geld kann zufrieden machen, Glück ist was anderes. 

Kommentar von Dthfan00 ,

Glück ist das was ich empfinde weil ich mein Leben so gestalte wie ich es für richtig halte un mir nich von irgendwelchen Geldsäcken was vorschreiben lass.

Kommentar von onidagori ,

Das klingt nicht glücklich. Ich empfinde Glück, wenn ich mir eine schöne Blumenkinder oder einen Wald betrachte. Es sind die kleinen Dinge.

Kommentar von Dthfan00 ,

Ja das auch

Antwort
von soissesPDF, 30

Das Vorbild ist die Politik, die turnt das vor.
"Wie der Herr so's Gescherr".

Die Neoliberalen "wenn jeder an sicher selber denkt, ist am Ende an jeden gedacht", die von CDU und SPD.

Antwort
von Virus6384, 53

Willkommen in der Realität?

Antwort
von Neutralis, 54

Weil Geld auch Macht bedeutet. Wenn du Geld hast, kannst du viel mehr machen, als ohne Geld. Wenn jemand nicht religiös ist und eh keine Angst davor hat, dass er nach seinem Tod dafür bestraft wird begeht der eine oder andere auch eine Straftat dafür, oder mehrere.

Kommentar von Dthfan00 ,

Und genau das ist das Problem

Geld=Macht

Logische konsequenz wäre ja, Geld abschaffen, aber dann hätten wir wieder ein anderes Problemchen

Kommentar von Neutralis ,

Ja, der einzige Weg Geld abzuschaffen, ohne dass es zu Problemen kommt wäre der, dass es für jeden Menschen alles gibt was er will.

Kommentar von Dthfan00 ,

Allerdings hast du da wieder das Problem dass es wieder welche gibt die das Maul nich voll genug kriegen können

Kommentar von Neutralis ,

Ja es müsste unendlich viel von allem geben. Erst dann sind die Menschen zufrieden.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Neutralis,

es würde nicht reichen, den Menschen alles zur Verfügung zu stellen, was sie wollen. Das würde wiederum alle Menschen gleichmachen, und es gibt Menschen, die können das ums verrecken nicht ertragen.  Das Problem ist ein ganz anderes. Wie gesagt, es gibt Menschen, die brauchen für ihr inneres Gleichgewicht das Gefühl, etwas besseres zu sein, als die Anderen, sonst merken sie plötzlich, wie klein und unscheinbar sie in Wirklichkeit sind. Das ist deren Problem! Eine tiefsitzende Angst, dass die Wahrheit ans Licht kommt!

LG

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Neutralis,

Und warum lässt Jakob Fugger auch Heute noch, 500 Jahre nach seinem Tod, Menschen ,ehrmals täglich Menschen für sein Sellenheil beten? Weil er Geld verdienen wollte, Macht wollte, und genau wusste, dass er damit über Leichen gegangen ist und grobes Unrecht unter die Menschen gebracht hat! Und ja, wenn jemand nicht religiös ist, wird das Ganze eventuell noch viel schlimmer!

Nein, ich denke die Triebfeder für so ein Verhalten ist ine tiefsitzende innere Angst, eine ganz große Angst!

LG

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