Frage von LuigiFan, 95

Warum ist unser Gehirn so bei Figuren?

Warum finden wir die "Rattendame" und die "Kängurudame" hübsch,süß,attraktiv und perfekt und den "verkrüppelten,gruseligen Mann" hässlich,ekelig und gruselig? Warum funktioniert unser Gehirn so? Warum sehen wir das eine positiv und das andere negativ? Und warum finden wir etwas gut oder nicht so schlimm wenn etwas positives (hübsch,süß,attraktiv,perfekt) mit etwas negativen (hässlich,ekelig,gruselig) gemischt wird? (Siehe Bild 4)

PS: Ich weiß ich hab schon mal so eine ähnliche Frage gestellt aber hier geht es um etwas anderes.

Antwort
von OlliBjoern, 7

In dem Zusammenhang ist noch interessant, dass die Erkennung von Gesichtern im Gehirn in einem eigenen Bereich erfolgt. Wenn man sich also mal eine Landkarte und mal ein Gesicht anschaut, sind also 2 verschiedene Gehirnbereiche daran beteiligt.

Oft sehen wir ja auch Gesichter in Wolken oder ähnlichen Strukturen, die eigentlich gar nichts mit Gesichtern zu tun haben (Mann im Mond...). Manchmal schaltet sich also ein "ungeeigneter" Gehirnbereich hinzu, da, wo eigentlich gar keine Personen zu sehen sind.

"Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif?
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif." (Goethe)

Bei der Frage geht es nun um positive oder negative Assoziationen, die wir mit Gesichtern verbinden. Da gibt es zum einen das "Kindchenschema", deshalb mögen wir nicht nur kleine Kinder/Babys, sondern auch z.B. Tierkinder sehr gerne, ob das nun ein Kälbchen, ein Hundewelpe oder ein kleiner Koala ist. Diese finden wir "niedlich".

https://de.wikipedia.org/wiki/Kindchenschema

Andere Merkmale sind z.B. die Symmetrie. Symmetrische Gesichtszüge nehmen wir als hübscher wahr als unsymmetrische.

Stark von der Normalität abweichende Merkmale (z.B. eine übergroße Nase) nehmen wir eher negativ wahr.

Auch Merkmale, die auf den Gesundheitszustand schließen lassen, nehmen wir wahr. Wir nehmen wahr, welche Farbe und welche anderen Merkmale die Haut hat.

Antwort
von StigPfau, 43

Hi.
Vielleicht musst Du etwas genauer erklären, worum es Dir geht.

Soviel vorweg. Es ist "gelernt".
Wir haben gelernt mit Adjektiven Bilder, Gerüche und Emotionen zu verbinden. Nichts anderes macht das Gehirn, auch bei neuen Situationen.

Antwort
von Andrastor, 22

Gleiches Prinzip wie bei deiner letzten Frage:

Wenn etwas "perfekt" wirkt, wirkt es gesund und erstrebenswert und wirkt daher anziehend auf uns.

Ist etwas hingegen verkrüppelt, verzerrt, grotesk oder hässlich, wirkt es ungesund und in keinster Weise erstrebenswert und stößt uns daher ab.

Kommentar von LuigiFan ,

Und warum finden wir es gut oder nicht schlimm wenn etwas positives und negatives gemischt wird?

Kommentar von Andrastor ,

Das kommt ganz auf den Zusammenhang an.

Kommentar von LuigiFan ,

Wie meinst du?

Kommentar von Andrastor ,

Wenn du so wie oben die verschiedenen Figuren vor einem neutralen Hintergrund nebeneinander positionierst und die abstoßende Figur in der Minderheit ist, erscheint es uns nicht so schlimm, weil wir mehr positive "Auswahl" sehen.

Ist der Hintergrund hingegen ebenfalls negativ wirkt das Gesamtbild verstörender, weil es wirkt als wären die positiven Figuren deplatziert und möglicherweise in Gefahr.

Sind die negativen Figuren in der Überzahl wirkt die positive Figur überwältigt.

Werden die positiven Figuren zu negativen, in Form einer Bilderfolge, erweckt das in uns Angst weil die Symptome denen einer Krankheit ähneln und das instinktiv Abscheu in uns erweckt.

etc.etc.

Antwort
von mychrissie, 10

Wir finden seit Urzeiten das nett, was uns nicht bedroht und das bedrohlich, was vom Bekannten abweicht.

Zuweilen ermöglicht es uns unser Großhirn, diese evolutionär lebenswichtigen "Vorurteile" abzulegen, wenn sie so überhaupt nicht mehr in die Zeit passen und wenn wir nicht zur AfD gehören.

Zum Beispiel würdest Du Dein eigenes Kind auch dann "süss" finden, wenn es unglücklicherweise verkrüppelt sein sollte.

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