Frage von SigridP, 133

Warum ist Suizid so ein Tabu Thema? Jeder sucht glücklich zu sein, selbst der, der hingeht und sich aufhängt - Blaise Pascal?

Was ist so dramatisch am Freitod? Könnte die Gesellschaft das nicht auch als eine bewusst getroffene Entscheidung einer Person akzeptieren?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von fspade, 56

Das Tabuisieren des Themas Suizid hat eine lange christliche Tradition. Früher durften Suizidenten nicht mal auf einem kirchlichen Friedhof bestattet werden. Sie wurden unter Anderem auch mit dem Begriff Selbstmörder diffamiert.

Da es in Deutschland keine geregelte Suizidhilfe gibt, wählen Menschen in ausweglosen Situationen dann eher einen gewaltsamen Suizid, um sicher zu gehen, dass sie "Erfolg" haben. Viele Menschen können es sich kaum anders vorstellen, zumal wirksame, sanfte Mittel zur Selbsttötung schwer zu bekommen sind.

Wer sich rechtzeitig mit dem Thema beschäftigt und für sich einen geeigneten Weg gefunden hat, braucht sich weniger Sorgen zu machen, wenn das Leben dann dauerhaft unerträglich wird.

Seit ich mich mit dem Freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (Sterbefasten) vertraut gemacht habe, lebe ich viel unbeschwerter.

Antwort
von thlu1, 4

Ich bin mir nicht sicher, ob nicht möglicherweise der Tod ein generelles Tabuthema ist. Jedenfalls fällt es den meisten Menschen schwer, sich mit dem Tod zu beschäftigen, das weiß ich aus eigener Erfahrung, da ich selbst einmal so krank war, dass Tod eine Option war.

Während ich versucht habe mich auf diese Situation einzustellen, war es für meine Angehörigen die Hölle und ich musste mich mehr mit meinen Angehörigen, als mit meiner Krankheit beschäftigen. Das ist jetzt Gott sei Dank schon zwanzig Jahre her und wie Du siehst, lebe ich noch und das sehr gut.

Aber nun erlebe ich den umgekehrten Fall. Ein guter bekannter hat Krebs und es ist sicher, dass er nie wieder geheilt wird. Während er sagt, ich bin bereit, egal was kommt, sagen wir: Stopp, das kann doch nicht sein?!

Nun zum Suizid. Es fällt schwer zu verstehen, dass Menschen ihren Lebenswillen verloren haben, was immer auch dahinter steckt. Moralische Aspekte sind das eine, aber den Tod als Faktum zu akzeptieren ist das andere. Das ist nicht selbstverständlich.

Antwort
von BaerVonNebenan, 77

Man möchte verhindern, dass der Grundgedanke von Suizid in den Köpfen hängt. Vor allem bei jüngeren Menschen sind die meisten Suizidfälle durch impulsives Verhalten geschuldet. Wenn dieses Thema nun noch allgegenwärtig ist, so befürchtet man, dass noch mehr Menschen wegen einem schlechten Tag ihr Leben beenden werden - obwohl dieses noch viele Sonnenseiten vor sich hätte.

Auch bei Zugunglücken hörst du meisten Worte wie "Personenunfall" und nicht "Suizid" oder "Vor die Gleise gestürtzt" oder "Suizidversuch".

Die Problematik liegt v.a. nicht an den "Selbstmorden" im Alter sondern bei Suiziden durch kurzfritige Downs.

Kommentar von SigridP ,

Dieser vor die Gleise gestürzt finde ich so was von rücksichtslos.
Und auch alle anderen Suizidfälle in der Öffentlichkeit z. B. vom Hochhaus springen.
Gegen einen wohl überlegten Suizid in privater Umgebung finde ich ist nichts einzuwenden. 

Kommentar von BaerVonNebenan ,

Ja, so sehen es auch viele. Aber um eben unüberlegte Suizide, inkl. auch im öffentlichen Raum zu verhindern lässt man das Thema nuneinmal eher unbeachtet. Ich simme dir zu, wie bei dir beschrieben habe ich nichts dagegen einzuwenden. Trotzdem sehe ich für gesunde Menschen meistens (fast) keinen Grund, sein Leben frühzeitig zu beenden. Doch dies wäre schon wieder eine Debatte.

Mach's gut!

Antwort
von MaxPeter123, 32

Das Problem ist, dass es immer einer triftigen Grund gibt, warum sich Menschen umbringen wollen. JEDER Mensch der sich umbringen möchte, sieht offenbar kein Sinn mehr im Leben. Was diese Menschen  aber nicht wissen, dass man ihnen helfen kann und dass es nicht nötig ist sich umzubringen. Jedem kann dabei geholfen werden, wieder einen Sinn im Leben zu sehen.

Antwort
von sternchen01973, 63

Weil es kein schöner Anblick ist.

Außerdem ist das Problem, das meistens Unschuldige mit reingezogen werden, die durch den Suizid eines anderen ihr Leben lang psychische probleme haben.

Wie würdest du dich fühlen wenn dir auf der Autobahn jemand direkt von einer Brücke vor dein Auto springt?

Findest du es toll wenn du mit deinen Kinder im Park spazierengehst und auf einmal hängt da einer am Baum und deine Kinder sehen das?

Was glaubst du was passiert, wenn man das so öffentlich macht und den Freitod als normal ansehen soll? Es würden noch mehr Suizid begehen, anstatt sich in Professionelle Hände zu begeben.

Würdest du es toll finden wenn du dein Kind über alles liebst und plötzlich bekommst du die Nachricht es hat Suizid begangen?

Ich kenne viele die Depressiv waren und Suizidgedanken hatten, aber sie sind auch alle froh das man ihnen geholfen hat und sie vor dem sicheren Freitod bewahrt hat.

Wenn man gelernt hat zu Leben, braucht man keinen Suzid zu begehen.

Kommentar von fspade ,

Dass du dir anscheinend keine besseren Methoden denken kannst, zeigt wie erfolgreich die Tabuisierung ist. Schade.

Kommentar von Kachada ,

Besser du nimmst dir nochmal die Zeilen genauer unter die Lupe anstatt  über die Tabuisierung zu schimpfen. Und inwiefern zeigt denn der Kommentar von sternchen01973 erfolgreiche Tabuisierung überhaupt? Du verlangst meiner Meinung nach viel von Leuten, die sich eben nicht in einer Suizid gefährdeten Situation befinden. Wie könnte z.B. jemand genau verstehen, was es heißt depressiv krank zu sein, wenn er selbst nicht von diesem Leid betroffen ist? Selbst der erfahrenste Psychiater kann das nur bedingt nachempfinden, wenn überhaupt

Kommentar von sternchen01973 ,

Dass du dir anscheinend keine besseren Methoden denken kannst, zeigt wie erfolgreich die Tabuisierung ist. Schade.

Schade das du den Sinn der Tabuisierung nicht verstanden hast, und vor allem schade, das du auch keine Ahnung vom Thema Depressionen und Suicid hast. Wer dich als Freund hat kann froh sein von dir noch darin bestärkt zu werden Selbstmord zu begehen. Vielleicht bedankt diese Person sich ja noch bei dir nachdem sie zu Grabe getragen wurde.

Depressionen kommen nicht von irgendwoher. Die Umstände bringen einen dahin. Menschen auf die ständig herum gehackt wird, in der Schule, auf der Arbeit, zuhause. Der Verlust eines oder mehrerer wichtiger und sehr nahestehender Personen. Die ständigen Vorwürfe: du bist nichts, du kannst nichts, direkte Verwandte wie Mutter oder Vater die selbst depressiv sind und es einem vorleben, das Gefühl das man dann hat, alleine zu sein, niemand da mit dem man reden kann, keinen Sinn mehr im Leben zu sehen weil man ja allem Anschein nach ja doch immer nur alles falsch macht. Alles das sind Gründe, die einen in die Depressionen treiben.

Und dann kommt so einer wie du daher und sagt...hey bringt euch doch alle um wenn ihr wollt, hängt es an die große Glocke damit jeder sehen kann wie toll das ist und sich jeder ein Beispiel dran nehmen kann, anstatt zu sagen....hey, es gibt keinen Grund sich umzubringen. Es ist zwar eine schwere Zeit, aber das Leben geht weiter. Biete allen die Stirn und zeig denen das du dich nicht unterkriegen läßt. Das Leben hat schöne Seiten, man muß nur lernen diese schönen Seiten auch sehen.

Denn das ist das was Menschen brauchen die an Depressionen erkrankt sind: Hilfe, aber nicht in Form von bring dich um, sondern in Form von ich nehm dich an die Hand und zeige dir die schönen Seiten, und vor allem die Menschen, die dich lieben.

Ich hoffe das du den Sinn jetzt verstanden hast.

Kommentar von SigridP ,

Wenn sich jemand erhängen will sollte er es gefälligst zuhause machen, warum in der Öffentlichkeit.
Es ist nicht so das Leute mit Depressionen häufig Suizid begehen, ich glaube es gibt sogar eine Statistik die aussagt das die meisten sogar keine Depressionen hatten
  

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