Frage von Wekknd, 116

Warum ist "Rechts" so negativ behaftet?

Wir hatten letzte Woche in der Schule eine Diskussion über Politik, dabei habe ich mich unüberlegt als "Rechts" geoutet. Und alle mich blöd angeschaut und ich musste mich erstmal erklären. Dabei wollte ich nur sagen, ich bin konservativ eingestellt. Das zählt ja auch zum Rechten-Spektrum.

Antwort
von Jersey11, 40

Mit den politischen Begriffen „links“ und „rechts“ habe ich schon immer meine Probleme gehabt. Die werden einem nämlich oft von anderen übergestülpt. Für mich zählen Vernunft und Ideologiefreiheit, wobei ich unter „Ideologie“ eine Ansicht verstehe, die man anderen – oft mit Gewalt – aufzwingen will. Ich komme aus einem „werte-konservativen“ Elternhaus, das aber nie „national-konservativ“ war. Wer heute noch nicht begriffen hat, daß die Zeit der „konkurrierenden Nationalstaaten“, die sich gegenseitig bekämpfen, vorbei ist, hat einfach ein Intelligenzproblem und ist deshalb nicht unbedingt als „politisch rechts“ einzuordnen. Die weltweiten Probleme, die heute anstehen, können nur in Kooperation gelöst werden. Leider gibt es – vor allem in der Politk – viele Psychopathen, die Macht über andere Menschen ausüben wollen. Solche Menschen sind für mich primär psychiatrisch schwerstens krank und gehören eigentlich weggesperrt. Mir genügt es völlig. wenn ich mich selbst beherrschen kann. Schon das ist schwer genug. Die Herrschaft von Menschen über Menschen ist das Grundübel der Menschheit und Ursache allen Unglückes. Um das zu erkennen, muß ich mich nicht einmal mit Marxistischer oder anderer „linker“ Theorie beschäftigen. Ich bin es gewöhnt, mal als „links“ und mal als „rechts“ eingeordnet zu werden. Wenn ich es ablehne, eingeordnet zu werden, höre ich häufig: „Dann bist Du wohl gar nichts“! Was soll man auf so etwas Dummes antworten? Wenn für Euch die Vernunft „Nichts“ ist, dann ist das wohl so.

Antwort
von Juliabern, 65

Rechts verbindet man mit negativen eigenschafften wie: Rassismus, Faschismus, anti Menschenrechte, Zweiklassengesellschaften uvm

Häufig ist es halt so, dass von der rechten Seite die Staatsangehörigkeit (die gebürtige) wichtiger ist, als ob jemand hilfe braucht oder nicht.

Antwort
von Alterhaudegen75, 61

Fällt dir zu "Rechts" irgendetwas gutes ein? Nur irgendwas?

Es kommt immer darauf an wie sehr man sich rechts orientiert und was man so Konservativ nennt.

Kommentar von Matermace ,

Da schließ ich mich an, konservativ kann alles sein von "Ich will dass die Bauern hier faire Milchpreise kriegen" bis zu "Migranten nein danke".

Kommentar von Alterhaudegen75 ,

Genau so ist es!

Antwort
von NewKemroy, 37

Häufig zählt zum Rechts-Sein, die Abgrenzung, der Ausschluss, die Exclusion. Während es bei den Linken genau umgekehrt ist.

Das sich Abschotten und Ausgrenzen wirkt halt elitär bzw überheblich und unsozial. Niemand will draußen stehen, wenn drinnen eine Party gefeiert wird.

Kommentar von Hulagurl16 ,

ich will nicht auf der party sein :D

Antwort
von BarbaraAndree, 49

Wenn man nicht mit dem Mainstream schwimmt, Kritik äußert, dann wird man gleich in die rechte Ecke gestellt, das hat sich leider seit einigen Jahren so entwickelt. . Eine echte Diskussion findet noch sehr selten statt.

Antwort
von Modem1, 24

Wenn die Gesellschaft sich polarisiert werden Andersdenkende beschimpft. Ein leidiges Beispiel mit meiner Cousine welche keine Kritik an Frau Merkel ertragen konnte und persönlich mit mir Schluss machte. Sie ist schon in der DDR privilegiert gewesen und genoss die Vorzüge des Sozialismus.Deshalb verehrt sie auch die Bundeskanzlerin da sie aus der DDR stammt. 

Antwort
von julianmaxi, 29

Guck dir mal meine letzten 3 Fragen an, habe genau diese Frage auch gestellt 😂👍🏻 sind teilweise sehr tolle Antworten bei rausgekommen haha

Antwort
von Gronkor, 35

Die Nazis haben mit Krieg und Völkermord in Deutschland eben gezeigt, wohin rechte Politik führen kann. Und nach dem, was die angerichtet haben, möchte sich hierzulande eben kaum jemand noch gerne als "rechts" bezeichnen.

Selbst die CDU oder die CSU - eindeutig konservative Parteien - bezeichnen sich selbst als "politische Mitte".

Das Problem ist wahrscheinlich, dass als Du "rechts" sagtest, die Leute dachten, Du stehst sozusagen rechts der CDU/CSU. Hättest Du gesagt, Du zählst Dich zur konservativen Mitte (oder irgendwas Ähnliches), hätte sich wahrscheinlich niemand beschwert.

In Deutschland bezeichnet sich eben seit 1945 niemand, der noch irgendwie demokratisch ist, noch als "rechts".

Kommentar von vfboweh ,

Die Nazis waren nicht rechts, sie waren entweder rechts oder linksextrem! Die CSU bezeichnet sich doch selber als rechts!

Kommentar von Gronkor ,

Hm. "rechts- oder linksextrem" muss es heißen - mit Bindestrich -, oder? Sonst ist es ja widersprüchlich.

Und auch "extrem rechts" ist ja immer noch irgendwie rechts, oder? Genauso, wie jemand, der "extrem fußballbegeistert" ist, ja immer noch fußballbegeistert ist.

Und wenn Du die NSDAP als "linksextrem" bezeichnest, hast du eine sehr merkwürdige Definition des Begriffs. Allerdings finde ich persönlich dieses Wort sowieso merkwürdig und lehne die Extremismusdoktrin eigentlich generell ab.

Und die CSU bezeichnet sich, so weit ich weiß, meistens als "Mitte". Obwohl es in der Hinsicht Unterschiede zwischen den einzelnen Politiker_inne_n geben mag. Obwohl ok: Wenn die selbst sagen, rechts von ihnen könne es keine demokratischen Parteien geben, ordnen sie sich schon irgendwie ziemlich weit rechts ein.

Kommentar von Gronkor ,

@vfboweh nochmal:

Wikipedia z.B. definiert die Politische Rechte so, dass sie die Unterschiede zwischen den Menschen hervorhebt und von daher gesellschaftliche Hierarchien befürwortet:

https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Rechte_%28Politik%29

Das trifft doch eindeutig auf die NSDAP zu. Die hat den verschiedenen Menschen sogar einen verschiedenen Wert (und eine verschiedene Existenzberechtigung) zugesprochen.

Oder welche Definition von "rechts" würdest du dagegenhalten, unter die die Nazis dann nicht fallen?

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