Frage von mlgneumann, 154

Warum ist Protektionismus schlecht?

Ich interessiere mich für wirtschafliche zusammenhänge und habe mich gefragt warum der protektionismus schlecht ist. Hat er auch gute Seiten ?

Antwort
von Ansegisel, 127

Protektionismus bedeutet, dass man den inländischen Markt schützt, indem man ausländische Anbieter benachteiligt.

Das geschieht überall auf der Welt, etwa durch Zölle oder Subventionen.

Schlecht ist das natürlich dann, wenn man als Unternehmen global agieren will, durch diese Schranken aber gehindert wird. Dies betrifft vor allem Entwicklungsländer, die gern z.B. nach Europa exportieren würden, dies sich aber wegen der hohen Schutzzölle nicht lohnt (Ich glaube, z.B. bei Agrarprodukten aus Afrika ist das ein Problem). Dadurch bleiben nicht wenige Länder vom globalen Wirtschaftswachstum ausgeschlossen.

Gut hingegen ist er natürlich für die einheimische Wirtschaft, denn - um mal konkret zu werden - können etwa viele Unternehmen in Deutschland eigentlich nicht mit großen Produzenten des Weltmarktes, wie China, mithalten. Würde man den Markt also komplett freigeben, würden viele Unternehmen dem Kostendruck nicht mehr standhalten können und aufgeben müssen. Dies ist aber natürlich mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit verbunden, wodurch der Staat dreifach belastet wird: Die Unternehmen zahlen keine Steuern mehr, die Bevölkerung hat weniger Geld, um heimische Produkte zu kaufen, der Staat muss höhere Sozialabgaben zahlen.

Kommentar von Marcel89GE ,

Deinen letzten Abschnitt kann man so unkommentiert nicht stehen lassen. Der Inhalt ist soweit korrekt. Deine positive Einschätzung hinsichtlich der einheimischen Wirtschaft aber diskutabel und zu kurz gedacht.

Die Aufrechterhaltung einer ineffizienten und im internationalen Vergleich nicht konkurrenzfähigen Branche kosten der heimischen Volkswirtschaft ebenso viel Geld. Zum einen fließen weiter Ressourcen (Kapitel, Arbeitskraft - auch demnach unsinnige Qualifikationen) in einen eigentlich toten Sektor, zum anderen müssen Staatsgelder die in Subventionen fließen (oder Nichteinnahmen bei Steuererleichterungen) an anderer Stelle abgezweigt werden / bzw. kann woanders nicht investiert werden.

Viel wichtiger ist aber, dass die Angebotspreise künstlich hochgehalten werden. Was zu Einbußen bei den Konsumenten führt, was wiederum nicht woanders ausgegeben werden kann (Stärkung der einen, Schwächung der anderen Branche) und somit zu Wohlfahrtsverlusten führt - immerhin sind mehr Konsumenten benachteiligt als Arbeitnehmer in der Branche bevorteilt.

Der Markt kann sich also nicht den neuen Gegebenheiten anpassen. Was zu weiteren Wettbewerbsnachteilen führt.

Antwort
von andre123, 81

Protektionismus ist theoretisch zunächst nur positiv  für die einheimische Wirtschaft, jedoch wird das Ausland dann in der Regel ebenfalls gegenüber diesem Land mit "Schutzzöllen" reagieren, was die Vorteile des Protektionismus für ein exportorientiertes Industrieland mit konkurrenzfähigen Produkten schnell ins Gegenteil verkehrt.

Für ein nicht exportorientiertes Land , dessen eigene Industrie sich noch im Aufbau befindet, kann dies jedoch durchaus eine Option sein, die Binnennachfrage zu stützen, Arbeitsplätze zu schaffen und eine Industrie aufzubauen.

Dies gilt insbesondere für ein Entwicklungsland das sich  im Übergang zum Schwellenland befindet.

Antwort
von thetee99, 76

Durch den Protektionismus wird der inländische Markt vor ausländischen Einflüssen geschützt, z. B. durch Zölle oder Subventionen.

Positiv ist, dass dadurch die inländische Industrie gefördert wird und vor dem globalen Wettbewerb geschützt wird, wenn die inländische Indutrie für den globalen Markt noch nicht bereit ist (siehe China).

Antwort
von MusiToo, 49

Dasselbe Thema hatten wir bereits am Samstag um 13:38h hier im Forum. Suche einfach nach folgender Frage:

"Ist der Protektionismus wirklich sinnvoll?"

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