Nudelsternchen am 10.04.2009 um 13:25 Uhr
Immer öfter fällt mir auf, daß es in der Gesellschaft so gehandhabt wird, als müsse man sich schämen zu sagen, daß man Vegetarier oder Veganer ist. Auch hier bei GF fiel mir das schon beim durchlesen einiger Fragen von anderen Usern auf. Sofort keimt das Vorurteil auf, diese Menschen seien totale Spaßbremsen, Ökofreaks und sowieso nicht ganz frisch im Oberstübchen. Wie kann das denn sein, daß allein von der Art sich zu ernähren unweigerlich gleich über den ganzen Charakter des Menschen geurteilt wird? Ist das so ähnlich wie in der Grundschule, daß das eine Kind mit roten Haaren oder dicker Nase gerne zum Affen gemacht wird oder sind das dann eher Menschen, die sich mit dem Lächerlich-Machen einer Minderheit selbst von ihren eigenen Defiziten ablenken?
Was ist denn in der Gesellschaft nun wirklich so schlimm an einer anderen Ernährung?
Bekomme vermutlich auch hier wieder eine Menge Witze und "Fleisch ist g eil" Floskeln zu lesen, aber da ich schon so ziemlich alle kenne - egal ;o)
Weitere Fragen zu verwandten Themen finden Sie hier:
Weil das Gegenüber (Fleischesser) sich in seiner Welt angegriffen fühlt. Alles, was ihm von Kindheit an beigebracht wurde (iss Fleisch, trink Milch, damit du groß und stark wirst usw), wird bei ihm auf den Kopf gestellt. Es erscheint ihm fremd.
Es ist doch so in einer zwischen menschlichen Kommunikation: Wenn wir jemanden kennen lernen in der Runde, dann sagen wir ihm auch nicht ins Gesicht: Deine Haare sehen ... aus. Sondern wir bemühen uns mit der Person eine gemeinsame Ebene zu finden, auf der man sich versteht. Man sucht nach Gemeinsamkeiten. Wenn man jedoch gefragt wird, warum man kein Fleisch isst und man das entsprechnd begründen kann, klingt das trotzdem noch für die Ohren des Gegenübers, als ob man sagen würde: "Dass du Fleisch isst, finde ich ..., da du dadurch mitverantwortlich bist für das ganze Leid. Und gesund ist es auch nicht." Obwohl man nur von sich selber geredet hat. Dadurch kommt es zur Verteidigung des Fleischessers durch blöde Witze, manchmal auch schon vorher, bevor man etwas sagen konnte.

Ich habe noch nie gehört, dass man Vegetarier angreift. Nur hier auf GF wird dies immer wieder vorgebracht. Kein Vegetarier, den ich kenne, empfindet dies so...
Ganz einfach, sehr viele Vegetarier/Veganer lassen es auch sowas von raushängen das soe kein Fleisch/tirische Produkte essen, das es nervt. Es ist doch jeden selbst überlassen was er isst.!

Schlechtes Gewissen der Fleischesser. Im Grunde weiss jeder, dass das heute angebotene Fleisch auf moralisch verwerfliche Weise "hergestellt" wird - aber zugeben, und sei's auch nur fuer sich selbst... zu bequem/feige...
Ich denke, du bist ein Opfer der selektiven Wahrnehmung geworden! Gibt bestimmt auch viele, die das gut finden. Da scheiden sich eben die Geister.
Ich werde auch manchmal als Ökofreak abgestempelt, nur weil ich mein Kind (6 1/2 Monate) durch die Gegend trage (Tragetuch oder - hilfe) und seltenst den Kinderwagen nutze.
Nett finde ich in dem Zusammenhang die häufige Diskussion, die in etwa so läuft:
"Wenn du Vegetarier bist, dann darfst Du XXX auch nicht essen."
"Stimmt nicht, ich darf es essen, ich will es aber nicht."
Am Besten sind die Leute, die einem dann vorschreiben wollen, dass man ja auch keine Lederschuhe tragen darf um einem dann anschließend Inkonsequenz vorzuwerfen...
Seltsam am 10. April 2009 13:32 dh

Umgekehrt wird auch ein Schuh draus... wer schon mal von militanten Veggies angegangen wurde, weil er sich zu Fleischkonsum bekennt, der wird dann etwas "empfindlich" oder "reizbar".
Ich bin dafür, daß man sich um Sachlichkeit bemüht. Das ist zugegebenermaßen schwierig bei einem so hoch emotionsgeladenen Thema.
Ich jedenfalls greife niemanden an wegen seiner Essgewohnheiten oder Einstellungen zum Fleischkonsum. Dafür sollte man auch nicht versuchen, mich zu missionieren.

Nöö, wer geht denn auf Leute los, die irgendwelche Nahrungsmittel prinzipiell nicht essen? Es ist nur immer ein Problem, wenn man Gäste lädt. Da muss man vorher auch wissen, ob Diabetiker, Allergiker, Strenggläubige oder Veganer dabei sind. Ist ein bischen umständlich in der Küche, aber wenn's die Leute doch wert sind...

Weil die Vegetarier oder Veganer meinen,sie müssten unbedingt Werbung für ihre Einstellung machen.Man kann doch auch im stillen genießen.
Die tierprodukt-konsumierenden Leute verspüren, dass sie in den Skandal selbst mitverwickelt und mitschuldig sind, weil sie nicht genau hinsehen (wollen), weil sie in puncto Ernährung selber schlampig, kritiklos und bequem sind oder auf billige Angebote setzen. So versuchen sie, das eigene schlechte Gewissen auf andere zu schieben. So wandert der "schwarze Peter" von den Politikern zu den Landwirten, von dort weiter zur Industrie oder zum Handel, um dann letztlich wieder beim Verbraucher zu landen. Die Mitschuld bleibt und damit ein Gefühl der Hilflosigkeit...

naja sowas wie "sie essen meinem essen das essen weg" ist nicht gerade nett. ich denke die nicht-vegetarier sind einfach nur neidisch auf "unsere" disziplin
Weil Vegetarier und Veganer eine Minderheit sind. Wenn man einer Minderheit angehört wird man leider oft zur Zielscheibe - eigentlcih jeder, der von der Norm abweicht. Ich selbst esse auch Fleisch, aber für seine Ernährung ist jeder Erwachsene selbst verantwortlich und da sollte sich keiner einmischen.

Also ich habe noch niemanden darüber schimpfen hören - warum auch? Wenn jemand kein Fleisch essen möchte, bleibt es ihm doch selbst überlassen. Finde das sogar teilweise gesünder, wenn man dafür genügende pflanzliche Eiweisse zu sich nimmt. Nur, ich selber möchte nicht auf Milchprodukte und hin und wieder ein bisschen Geflügel verzichten. Dass über Euch gespottet wird ist mir ehrlich gesagt neu
Jeder hat irgendetwas an sich oder in sich, was ihn oder sie zu einer "Zielscheibe" macht. Aber genau das möchte ja eigentlich auch jeder: Einerseits genau so sein, wie alle anderen, damit man zu seiner Gruppe dazu gehört, in der man eben nicht angemacht wird, andererseits aber auch etwas Besonderes sein. Und das beste Zeichen dafür, dass man etwas Besonderes ist, ist eben verspottet zu werden. Da hat man irgendwie alles auf einmal: Beifall, Spott (da kann man so schön jammern, wie schwer man es hat, obwohl man doch nur...), Mitleid, Anerkennung usw.......

Da muss ich wirklich widersprechen.
Bei vielen Vegetariern geht die Tierliebe mit Misanthropie einher.
Diese militanten Vege-Terroristen tragen dazu bei,
dass selbst harmlose Vegetarier, die einfach aus Überzeugung kein Fleisch essen und andere Menschen mit ihrer Einstellung zufrieden lassen,
als Zielscheibe für Spott und Hohn herhalten müssen.
Kaum eine andere Menschengruppe hält sich für ethisch so höherwertig, wie es diese radikalen Vegetarier tun.
Dass dann auch die gemäßigten Fleischverweigerer darunter zu leiden haben, ist traurig, aber bei all den Emotionen, die dieses Thema versprüht, durchaus verständlich.