Warum ist Gregor Gysi nie bei der SPD eingetreten?

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6 Antworten

Warum ist Gregor Gysi nie bei der SPD eingetreten?

Weil er - so ironisch das klingen mag - lieber einer sozialdemokratischen Partei angehören wollte. Und die SPD war schon 1990 weit von jeglicher Sozialdemokratie entfernt...

Abgesehen davon sagte er mal, dass er lieber zu seinen Fehlern steht und daraus lernt, als sich wegzuducken und das Parteiabzeichen zu wechseln, wenn es gerade opportun erscheint.

Gregor Gysi ist ein rhetorisch sehr guter Redner und hätte heute den linken Parteiflügel der SPD anführen und Kanzlerkandidat der SPD werden können. 

Dazu hätte er sich gegen den rechten Flügel der Partei, der innerhalb der Partei die absolute Kontrolle besitzt, durchsetzen müssen. Und das hätte er nur erreicht, wenn Müntefering, Clement, Schröder, Steinbrück, Steinmeier, Nahles, Gabriel, Oppermann, Scholz, Schulz, Stegner, Seifert, Schwesig, Schäfer-Gümbel, Kraft et al. bei einem Busunglück auf der Autobahn gestorben wären...

Anscheinend hat er wohl Skrupel, Bremsschläuche durchzuschneiden. ;)

Warum ist er also bei der PDS (heute Linkspartei) geblieben?

Weil er seinen Idealen treu bleiben wollte, einen demokratischen Sozialismus aufbauen zu können. Ja, die SPD hat ihn auch im Programm, aber Müntefering sagte es mal treffend: "Man muss ja nicht alles, was man als Ziel hat, auch anstreben, nicht wahr?!" Auch hier divergieren die Ansichten Gysis und der SPD wohl zu stark...

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Gysi war ein Linker und hob sich damit wie andere echte Linke von denen
ab, die schon immer in opportunistischer Manier Zugeständnisse an die
machten, die das Kapital vertraten wie die SPD. Deshalb trat er nie der SPD bei.

Gysi hat sich mit seiner Truppe jedoch weitestgehend von den Ambitionen der "echten" Linken entfernt und auch nicht vor opportunistischen Zugeständnissen zurückgeschreckt, um in unserem Staat bestehen zu können, ist jedoch nach wie vor wie alle "reduzierten" Linken  für mehr Gerechtigkeit, was die Verteilung der erwirtschafteten Werte betrifft: U.a. mehr Abgaben für die Reichen, höhere Investitionen in Bildung und Gesundheit, Sicherung des Grundeinkommens in der Art, dass Tafeln und Suppenküchen als Schandmal einer an sich reichen Gesellschaft nicht mehr notwendig sind, und vor allem: Jegliche kriegerische Ambitionen, die unter dem Mantel der Verteidigung von Demokratie und Freiheit stärker sind denn je, zu bekämpfen.

Er hat erkannt, dass Sozialdemokratie ein Euphemismus für die Herrschaft des Kapitals mit sozialistischen Minimalzugeständnissen ist, um dem Volk den Mund zu stopfen, dass Zugeständnisse immer grenzwertig sind und "Verschlimmbesserungen" stattfinden, wenn es mal wieder gärt.

Gysis Anliegen war und ist es, als Opposition so oft, so vehement und nachhaltig!!! zu intervenieren, dass der bereits kleiner gewordene Abstand zum Raubtierkapitalismus wieder größer wird.
Dafür war er so manches Mal bereit, opportunistische Zugeständnisse zu machen.
Deshalb schießt er aus der zweiten Reihe, weil  ihm und seiner Partei klar ist, dass eine Führungsrolle der Linken in einem kapitalistischen Staat unmöglich wäre.

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Sein Vater war ja schon in der DDR zustaendig fuer Kirchenfragen. Mit Dr. Schoenherr und Stolpe vereinbarte er fuer die evangelische Kirche ein Abkommen, wie man vernuenftig miteinander umgehen kann.

Die SPD gab es nach dem Zusammenschluss von KPD und SPD als SED so nicht mehr.

Daraus ergibt sich von selber, der Sohn Gysi hatte keine Beruehrung mit der SPD. Wenn er nach der Wende die Partei gewechselt haette, waere seine politische Laufbahn wahrscheinlich zu Ende gewesen? Wendehaelse gab es genug.

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Warum sollte ein Linker in die SPD eintreten? Was hätte die SPD einem Linken zu bieten?


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Aus Überzeugung. Er vertritt nun mal "linkes Gedankengut", und steht dazu. Richtig, er ist rhetorisch mitunter brilliant unterwegs. Aber Rhetorik alleine genügt nicht, um einen Staat (mit)zu führe/regieren. 

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Als Profiteur des SED-Regimes und vermutlichem IM der Stasi hätte ihn die SPD eher nicht aufgenommen. Ebensowenig passt sein alberner Fundamentalpazifismus in die SPD.

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Kommentar von zetra
05.11.2016, 16:35

Ohne Gift keinen Beitrag. Kontinuietaet als Markenartikel.

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