Frage von montybuddy, 122

Warum ist Flusssaure so giftig siehe deatails?

Salzsaure ist eine starke Säure aber es muss wirklich lange auf der Haut bleiben, um zu ätzen.

Flussaure hat einen Ph wert von 3;3, und ist somit eine SCHWACHE saure.

Warum ist dann Flussaure gefährlicher? Nur eine Tellergrosse Fläche reicht für denn Tod.

Antwort
von user21011982, 78

Flusssäure ist gefährlich, das stimmt. Das liegt aber nicht daran, dass sie eine starke Säure ist, sondern an ihren physikochemischen Eigenschaften. Im Grunde ist ihre geringe Stärke sogar der Grund für ihre Gefährlichkeit. 
Starke Säuren dissoziieren in wässriger Lösung vollständig, bilden also Ionen. Die Haut ist für diese Ionen praktisch undurchlässig und müsste erst zerstört werden, bevor die Säure in den Körper gelangen kann. Das dauert und tut weh. 
Besonders in hohen Konzentrationen bilden die HF-Moleküle aber nach außen hin elektrisch neutrale Hexamere (Zusammenschlüsse von 6 HF-Molekülen), welche die menschliche Haut eben wegen ihrer Neutralität mühelos durchdringen können und tief ins Gewebe wandern. Dort angekommen dissoziieren sie dann in Fluorid-Ionen (giftig!) und Oxonium-Ionen (ätzend!) und richten erheblichen Schaden an.

Antwort
von ThomasJNewton, 61
  1. Eine Säure hat keinen pH.
  2. Giftig ist was anderes ätzend.
  3. Wenn dir ein Sack mit Kieselsäureanhydrid auf den Kopf fällt, ist es egal, dass Kieselsäure sehr schwach ist.

Und immer daran denken:

  • Serien sollte man in Maßen genießen, nicht mhr als 12 Stunden pro Tag.
  • Serien sollte man nicht mit dem echten Leben verwechseln.

Siehe http://Weh-Weh-Weh.Echtes-Leben.Deh-Eh

Antwort
von NoHumanBeing, 77

Es ist wohl nicht so sehr die Stärke der Säure, sondern eher die enorme Toxizität (Giftigkeit) von Fluorverbindungen, die Flusssäure extrem gefährlich macht.

Fluor und viele Fluorverbindungen sind für den Menschen und andere Lebewesen sehr giftig, die letale Dosis (LC50, eine Stunde) liegt bei elementarem Fluor bei 150–185 ppm.[5] Eine akute Fluorvergiftung äußert sich je nachdem, über welchen Weg das Fluor in den Körper gelangt ist, mit unterschiedlichen Beschwerden.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Fluor#Toxikologie

Blausäure (Cyanid) zum Beispiel ist eine extrem schwache Säure, ist allerdings hochgiftig. Toxizität hat nichts mit ätzender Wirkung zu tun. Arsen beispielsweise ist überhaupt keine Säure, aber ebenfalls sehr giftig.

Salzsäure ist zwar eine stärkere Säure, ist allerdings ungiftig. Sie wirkt "nur" ätzend.

Expertenantwort
von indiachinacook, Community-Experte für Chemie, 27

Mit einem pKₐ-Wert von 3.17 ist HF eine bestenfalls mittelstarke Säure. Eine einmolare Lösung in H₂O hat einen pH von 1.6, das ist nur wenig saurer als z.B. Zitronensaft, und weniger sauer als Magensäure.

(Bei konzentrierter HF ist das anders, die ist ziemlich acide, auch wenn man das nicht mit einem pH-Wert beschreiben kann)

Für die Gefährlichkeit ist das aber sekundär. Anders als Salzsäure schädigt HF das Gewebe nicht durch Verätzung, sondern durch Vergiftung. Denn HF bilden mit vielen Metallen un­lös­liche Fluoride (MgF₂, CaF₂) und ent­zieht sie dadurch dem Körper; mit anderen Metallen (z.B. Fe) ent­stehen Fluoro-Komplexe, was die Wirkungs­weise von eisen­halti­gen Enzymen (Zell­atmung, Sauerstoff­transport) empfindlich stört.

HF kann, gerade weil sie nicht sonderlich stark ätzt, leicht in den Körper ein­diffun­die­ren und seine Schadwirkung im ganzen Körper entfalten.

Expertenantwort
von Kaeselocher, Community-Experte für Chemie, 61

Die Toxizität liegt, wie du bereits erkannt hast nicht an der Acidität.

Salzsäure ist eine stärkere Säure und doch ist sie bei uns in jedem Labor zu finden. Mit Flusssäure darf hingegen überhaupt nur ein einziger AK an unserer Uni arbeiten und selbst die vermeiden das, so gut es geht.

Das Problem ist, dass Fluoewasserstoff (HF) ein extrem kleines Molekül ist, welches schnell tief in das Gewebe eindringen kann. Salzsäure hingegen verätzt direkt die oberste Hautschicht, was sicher unangenhem ist, aber wenn es nicht gerade die Augen trifft, verheilt das auch wieder.

Wenn die FLusssäure hingegen im Organismus dissoziiert entstehen freie Fluor-Ionen und die sind extrem reaktiv. Es ist eig relativ egal wo die ankommen, durch das Blut werden sie schnell im ganzen Körper verteilt und können überall Schaden anrichten.

Antwort
von xrobin94, 16

Ätzend & giftig sind zwei paar Schuhe.

Zerstören ätzende Stoffe nur meist das obere Gewebe (Hautschichten), schädigen Gifte den ganzen Körper (Nervensystem, Blutkreislauf usw)

HF ist ein Hautgift, sprich es gelangt sofort in die Blutbahn & zerstört die inneren Gewebeschichten  bis hin zum Knochen durch die Ätzwirkung.
Aufgrund diverse chemischen Vorgänge, blockiert HF wichtige Enzyme & Organversagen ist der Fall. Da wirkt dann das Gift.

Im Netz findest du genug Infos.

Hoffe ich hab es so gut mit eigene Worten & ohne Recherche rüberbringen können

LG

Kommentar von xrobin94 ,

Bei den meisten Verätzungen sind die Gewebeschäden auf der sichtbaren Haut nicht sonderlich "schlimm" im Vergleich zu stärkeren Säuren & Laugen.

Antwort
von WeicheBirne, 35

Ich schließe mich user21011982s Antwort an. Flußsäure kann leicht in Dein Gewebe einwandern und wirkt dort vor allem giftig. Unter anderem greift Flußsäure das Myoglobin im Gewebe an was es den Zellen schwer macht ausreichend Sauerstoff aus dem Blut zu erhalten.

Einen sehr interessanten und unterhaltsamen Film über ein Experiment mit Flußsäure, Salzsäure, Schwefelsäure und Hähnchenschenkel kannst Du Dir hier ansehen

Antwort
von Franz577, 46

Hältst du das nicht für ausreichend gefährlich?

Und nicht eine tellergroße, sondern sogar schon eine münzgroße verätzte Fläche kann tödlich sein.

Flußsäure ist im Gegensatz zu Salzsäure nämlich auch noch hochgradig giftig und dringt sofort in die Haut ein (auch in tiefere Gewebeschichten bis zum Knochen) und verursacht dabei Schmerzen, gegen die nicht mal Morphium hilft.

Lies doch mal auf Wiki nach, da steht alles.

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