Frage von EinstAstral, 49

Warum ist Fentanyl bei der Schmerztherapie zugelassen und Diacetylmorphin verboten?

Fentanyl hat doch ein viel höheres Abhängigkeitspotenzial, warum ist es also verschreibungsfähig?

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von WalterE, 27

Weil bei uns bestimmte Substanzen als "böse Drogen" gelabelt sind und deswegen verboten werden. Das ist ziemlich willkürlich, nur kann man eben auch nicht alles verbieten weil es dann keine Schmerzmittel mehr gäbe.  Wenn eine Substanz nicht verschreibungsfähig ist, wird es selbst für eine Universität schwierig damit Forschungen zu betreiben. Hohe Dosen Methamphetamin sind natürlich Mist aber auch z.B. Methamphetamin wäre besser eine verschreibungsfähige Drogen geblieben. Heroin wird wohl in UK immer noch benutzt - "wohl" weil mein Wissen dazu schon einige Jahre alt ist und ich Wikipedia nicht unbedingt traue. Drogenpolitisch werden wir eben von einer unfähigen und korrupten Clique aus Politikern und Verwaltungsfachleuten bestimmt. Da gibts dann mehrere Gruppen, die einen sind wirklich ideologisch verbohrt gegen Drogen, die einen sind gegen Drogen mit Ausnahme von Alkohol den sie ge- und missbrauchen, andere sind gegen Drogen, pudern sich aber brav die Nase mit Amphetaminen und Kokain. Dazu zählt etwa ein heute in Brasilien lebender ehemaliger Richter und Politiker, und einen hochrangigen Sozialdemokraten hat man ja auch schon erwischt. 

Kommentar von wallenstein ,

@ WalterE: Die Argumentation ist grundlegend falsch ! Heroin ist als "böse Droge" gelabelt, WEIL es mannigfach missbräuchlich eingesetzt wurde und der Gesetzgeber reagieren musste. Hat ausnahmsweise mal nichts mit unfähigen Politikern oder ideologisch verbohrten irgendwelchen Leuten zu tun. Natürlich weiss ich, dass viele Bundestagsabgeordnete gegen die BtMVV verstossen, aber das kann kein Argument dafür sein, Heroin zu legalisieren. Da bedarf es echter Argumente ...

Kommentar von WalterE ,

Wie gesagt, in UK ist es immer noch legal und die haben da keine Probleme. Nein, es ging hier einfach darum die Autorität des Staats zu stärken auf Kosten der Qualität der Versorgung - heute mag man Alternativen haben, aber noch vor 20-30 Jahren wäre Heroin sinnvoll als Schmerzmittel gewesen. Missbrauch von Drogen wird es immer geben, ich brauche ja hier nur "Wie kann ich mit dem Rauchen aufhören?" als Frage eingeben und schon bekomme ich etliche Beiträge zu dieser Fragestellung. Alkohol ist ein anderes Thema. Freiheit bedeutet eben auch Unsinn zu machen und sich selbst zu schädigen - aber darum geht es mir ja nicht, es geht nicht darum Heroin freizugeben sondern es verschreibungsfähig zu machen wie in UK. Forschung und Medizin sollten nicht von solchen Verboten geknebelt werden.

Antwort
von Messkreisfehler, 36

Zum einen weil Fentanyl eine rund 20-fach höhere schmerzstillende Wirkung als Heroin hat und zum anderen da bei Heroin eine von Patienten zu Patienten unterschiedliche Toleranzentwicklungen vorhanden sind und eine bedarfsgerechte Dosierung so quasi unmöglich ist.

Antwort
von stonitsch, 17

Hi EinstAstral,Fentanyl wird bei Schmerpatienen mit starken Schmerzen verwendet.Diese Patienten werden nicht von Fentanyl abhängig und vom Betäubungsmittel gesetz auch erlaubt.Weiters wird Fenta in der Anästhesie routinemaessig zur Verhinderung von Schmerzen infolge chirurgischer Eingriffe verwendet.Diacetylmorphin hingegen-besser bekannt als "Heroin"strengstens verboten und strafbar.Auch laut Betäubungsgesetz.Schon wegen Nebenwirkunge,die bis zum Tod reichen,da H.immer höher dosiert wird.LG Sto

Kommentar von EinstAstral ,

"Diese Patienten werden nicht von Fentanyl abhängig"

Kann ich mir nicht vorstellen. Fentanyl ist nachweislich 50 bis 100-mal potenter als Morphin! Wie kann das nicht abhängig machen??

"Schon wegen Nebenwirkunge,die bis zum Tod reichen,da H.immer höher dosiert wird"

Muss man Fentanyl nicht auch höher dosieren wenn die Toleranz steigt? Da ist doch die Gefahr der Überdosis viel höher...

Kommentar von stonitsch ,

Hi EinstAstral,Hört sich wirklich nicht verständlich an,dass Schmerzpatienten nicht fentanyl-oder aucg von anderen Opiaten nicht abhängig werden.Das ist aber dem Stand der Medizin gemäss.Vielleicht ,weil sehr  starke Schmerzen ein gleichzeitiges Abhängigwerden quasi überdecken und der Schmerz die Patienten stark quält.Wegen der starken Schmerzen ist die Verabreichung an di ese Patienten auch vom BtG erlaubt,da Schmerzlinderung ein moralisches Menschenrecht darstellt.Auch Operationen mit Fentanylgebrauch erzeugen keine Abhängigkeit.LG Sto

Antwort
von wallenstein, 19

Wieso sollte Fentanyl ein "viel höheres" Abhängigkeitspotential haben ???

Kommentar von EinstAstral ,

Weil es 50 bis 100-mal potenter als Morphin ist. Drei Tage Dauerzufuhr und du bist körperlich schon voll drauf...will gar nicht wissen wie schnell das psychisch abhängig macht.

Kommentar von wallenstein ,

@ EinstAstral: Ich fürchte, "gutefrage" ist nicht das geeignete Podium, hier elementare Grundlagen der Pharmakologie aufzuarbeiten. Ich versuche es mal ganz oberflächlich: "50-100 mal potenter" ist ein Vergleich, der für eine juristische Betrachtung nicht hilfreich ist. Eine stärkere Wirkung auf Rezeoptoren, die dem Schmerzgeschehen zuzurechnen sind, muss nicht zwangsläufig auch psychische Nebenwirkungen betreffen. Fakt ist, dass wir Fentanyl-Patienten haben, die seit Jahren Fenta bekommen - OHNE Dosissteigerungen, OHNE unerwünschte Effekte. Patienten, denen Fenta die Teilnahme am "gesellschaftlichen Leben" ermöglicht, indem unerträgliche Schmerzen gelindert werden. Ich finde es bedenklich, wenn über Fenta Dinge in den Raum gestellt werden, die den Patienten beunruhigen - ohne konkreten Anlass ! Heroin war zwar auch einst ein geschätztes Analgetikum, aber sehr schnell wurde der Mißbrauch ein ernsthaftes Problem. Klar gibt es auch Fenta-Abhängige - aber das sind NICHT die Patienten, sondern Leute, die sich zB gebrauchte Pflaster besorgen und die Reste extrahieren UND auf obskuren Wegen in den Körper einbringen ...

Kommentar von WalterE ,

Wobei Morphinismus und Heroin Missbrauch ja ursprünglich kein großes Problem war, das kam dann erst mit den politischen Maßnahmen die den Missbrauch eindämmen sollten aber tatsächlich das Problem und das Leid erst schufen - dunkel habe ich da Textstellen von Hans Fallada in Erinnerung. Wobei Heroin im Hustensaft auch nicht sonderlich problematisch war, das Problem entsteht vor allem durch die schnelle Anflutung durch Spritzen oder Rauchen. Als Pflaster ist Fenta wohl recht unproblematisch ... 

Kommentar von wallenstein ,

Völlig richtig, dass die Applikationsform ein wichtiges Kriterium ist. Beim Tilidin ging der Gesetzgeber soweit, deshalb zwischen flüssiger Darreichung (BtM) und festen Formen (Rx) zu unterscheiden. Wann konkret und warum im Detail Heroin zum Problem wurde, vermag ich nicht zu beurteilen - aus Blickwinkel heute ist die Sache viel komplexer geworden, wenn ich mir anschaue, wie mühelos übelste Designer-Drogen verfügbar sind. mfg

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