Frage von Brainus, 134

Warum ist es strafbar, wenn ein Mann > 21 einer Frau mit 16 (also<18) Geld für Sex gibt?

Diese Frage tauchte schon in anderen Zusammenhängen auf, daher wollte ich sie noch einmal konkret in genau diesem Beispiel stellen. Es ist ja so, dass einer Frau mit 16 grundsätzlich sexuelle Entscheidungsfreiheit unterstellt wird. Sie darf sich einen Sexualpartner suchen, ob der nun 18, 35, 46, 57 ist, ist rechtlich egal. Gibt dieser ihr aber Geld, wird das Ganze plötzlich strafbar (182 StGB). Das erweckt den Eindruck, als ob ihre sexuelle Entscheidungsfähigkeit plötzlich nachlässt, wenn Geld im Spiel ist. Kann mir das jemand mal erklären, ich verstehe das nicht.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Jochen1979, Business, 38

Ab einem Alter von 16 Jahren wird regelmäßig davon ausgegangen, dass der oder die Jugendliche eine Altersreife erreicht hat, mit der sie die Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung erlangt hat. Damit sind sexuelle Handlungen mit Erwachsenen jeden Alters möglich. Allerdings sieht §182 Absatz I des StGB einen Fall des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen dann vorliegen, wenn hierbei eine Zwangslage ausgenutzt wird.

Auch hier ist eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vorgesehen.

Einen passenden Artikel zum Strafrecht bei Sex mit Minderjährigen findest du hier: https://www.expertehilft.de/strafrecht/sex-mit-minderjaehrigen-hier-werden-sie-a...

Vielleicht konnte ich dir ein wenig helfen.

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 46

Kurzform:

Als Minderjährige ist man zwar sexuell Einwilligungsfähig, aber i.d.R. ist die Einsichtsfähigkeit noch nicht entwickelt. Als Erwachsener sollte man sich darüber klar sein und die mangelnde Einsichtsfähigkeit durch Geldangebote nicht weiter beschränken. Macht man es dennoch - § 182 StGB. 

Hinzu kommt, dass eine Person unter 18 nur eingeschränkt geschäftsfähig ist. Sie wird durch Geldangebote gedrängt, dennoch ein Rechtsgeschäft (den Verkauf des eigenen Körpers) zu tätigen. Selbst wenn man das Rechtsgeschäft als sittenwidrig bezeichnet, faktisch wird es vollzogen. 

Der von dir genannte § ist also eine Schutzvorschrift für Minderjährige, 

Antwort
von ScharldeGohl, 34

Interessanter Gedanke, denn dieser Paragraph scheint ja wirklich vorauszusetzen, dass eine Frau aus einer wie auch immer gearteten Zwangslage heraus sexuelle Dienstleistungen anbietet. Und durch die Inanspruchnahme dieser Dienstleistung fördert der Mann praktisch noch ihre Zwangslage.

Insofern dient der Grundgedanke dieses Paragraphen ja dem Schutz der Frau.

Was aber, wenn die Frau es aus freien Stücken tut? Dann wäre es nach wie vor zwar Prostitution, aber in selbstbestimmter Art und Weise.

Ansonsten könnte man ja auch jedem Arbeitgeber Prostitution vorwerfen, und zwar weil er praktisch die finanzielle Zwangslage seiner Mitarbeiter ausnutzt.

Wo ist jetzt die Trennlinie? Wo endet Selbstbestimmung, und wo beginnt Zwang?

Kommentar von Brainus ,

Gute Argumente. Schaut man sich das neue Prostitutionsschutzgesetz an, ist jede Frau eine Prostituierte, die für jede geldliche Zuwendung Sex ermöglicht. D.h. ich gehe mit jemandem Essen, danach hat man Sex und schon ist sie eine Prostituierte.

Kommentar von holgerholger ,

nein, ist sie nicht. Selbst wenn Du sie zum essen einlädst, um sie danach flachzulegen, kann sie ja immer noch ablehnen und gehen. Wenn Du aber das Geschäft: Geld (oder meinetwegen Essen, ein Auto, ein Diamantring) gegen Sex abschliesst, ist das was anderes.

Kommentar von ScharldeGohl ,

muss ich dir leider wieder sprechen. Es ging ja in der Ausgangsfrage um die sexuelle Selbstbestimmung, und ist es nicht eine selbstbestimmte Handlung der Frau, Geld für Sex zu nehmen? Zwangsprostituierte mal außen vor gelassen jetzt

Antwort
von Schlauerfuchs, 10

Ja ,wenn Entgelt gezahlt wird für den Sex ,ist es sexueller Missbrauch von Jugendlichen. 

Nur 8hne Entgelt ist es Strafrecht,  das Geld muss aber explizit für Sex gezahlt worden sein und nicht ggf geschenkt ohne Gegenleistung u d dann der Sex freiwillig war .....ist ein Frage der juristischen Beweisbarkeit ....

Kommentar von Schlauerfuchs ,

Bis 2004 war es nicht Strafbar wenn ab 16 Geld für Sex bezahlt , sexelles Selbstbestimmungsrecht ( mit dem Körper kann man machen was man will ), aber um Meschenhandel zu bekämpfen und Jugendliche von der Prostitution abzuhalten wurde das Gesetz geändert und eingeführt dass im Alter von 16 und 17 das strafbar ist für die bezahlen Person.

Antwort
von Suboptimierer, 45

Das ist ein Schutz der Jugend. Nicht immer ist die Entscheidung frei. Manche 16jährigen  befinden sich in einer finanziellen Notlage.

Zwar befinden sich auch manche 30jährigen in einer finanziellen Notlage, aber diese werden aufgrund ihres Alters nicht mehr so stark geschützt wie Jugendliche.

Antwort
von PatrickLassan, 65

Dein Eindruck ist falsch.

Sex gegen Geld nennt man im allgemeinen Prostitution. § 182 StGB stellt daher die Prostitution Minderjähriger unter Strafe.


Antwort
von ombie, 72

Sexuelle Dienstleistungen darf man unter 18 nicht anbieten. Eine Prostituierte muss somit "gesetzlich" über 18 Jahre alt sein.

Dass das sehr oft vernachlässigt wird, ist leider nichts Neues..

Kommentar von Brainus ,

lies bitte die Frage, dass das so im Gesetz steht weiß ich doch, was ist der Hintergund dafür

Kommentar von ombie ,

Woher soll ich wissen, warum die Politik damals so entschieden hat?? Oder kannst du mir den Grund nennen, warum im Gesetz verankert ist (damals noch Bismarck und auch Adenauer), dass Frauen weniger verdienen wie Männer..die Hintergründe weiß niemand genau, die Antworten basieren nur auf Spekulationen.

Das Gesetz lautet so - Ende. 

Kommentar von MaraMiez ,

Der Hintergrund wäre ganz trocken, dass man dafür voll geschäftsfähig sein muss und das ist man erst mit 18.

Davon abgesehen kann man da davon ausgehen, dass die 16-jährige nicht Sex hat, weil sie Sex haben will, sondern weil sie Geld dafür bekommt. Wenn sie Sex nur um des Sex' Willen haben wollen würde, müsste man sie dafür ja nicht bezahlen.

Kommentar von Brainus ,

wenn ich ihr keine Geld gebe, darf sie das tun, NULL Probleme

Kommentar von LouPing ,

Hey Brainus

Ich rockte dich aus versehen, sry!  

wenn ich ihr keine Geld gebe, darf sie das tun, NULL Probleme

Ich drehe deinen Satz mal um: 

Würdest du ihr für Geld für Sex bieten hoffe ich sie geht zur Polizei und zeigt dich an. 

Viele Teenies sind knapp bei Kassen, genau das nutzen Männer mir gewissen Vorlieben aus. 

Thema SugarDaddy's. 

Für mich ist der Sex def. nicht! freiwillig. Hier wird die finanzielle "Notlage" und die Gier nach Anerkennung der Mädels ausgenutzt. 

Kommentar von Brainus ,

keine Angst, ich hab nicht vor, mir diese Zielgruppe auszusuchen.

Antwort
von diePest, 12

Sex gegen Geld - Prostitution

Prostitution erlaubt ab 18 Jahren.

Kommentar von Brainus ,

ist ja verstanden. Dennoch, für mich ist eine 16 jährige, die von mir z.B. 60€ nimmt, noch lange nicht gleichbedeutend mit einer Prostituierten. Da sehe ich dann doch noch einen großen Unterschied. Das reicht nicht mal als Nebenerwerbsprostitution, wenn eine so etwas mal macht. Anderseits habe ich mit Geld für Sex auch kein Problem, wenn es für beide ok geht.

Ich weiß aber auch genau, dass nicht jede 16 jährige für mich dafür in Frage käme und ich hatte auch diese Situation noch nicht.

Antwort
von libellenfee18, 65

Weil man verhindern möchte das man diese Zwangslage ausnutzt. Es handelt sich dann um Prostitution.

Kommentar von Brainus ,

welche Zwangslage ? Wenn sie sich in keine Zwangslage befindet, ist es auch strafbar

Kommentar von libellenfee18 ,

Natürlich ist es strafbar, egal ob sie es möchte oder nicht. Prostitution ist erst ab 18 Jahren erlaubt! Sobald Geld im Spiel ist, handelt es sich um Prostitution.

Kommentar von Brainus ,

und wenn ich sie dann zum Shoppen einlade ? oder sehr schön mit ihr Essen gehe ?


Kommentar von libellenfee18 ,

Da kommt dann das Thema "Geschäftsfähigkeit" ins Spiel.

Kommentar von Brainus ,

und das heißt dann hier was ? Darf ich das oder nicht ?

Kommentar von libellenfee18 ,

In diesem Fall ist sie beschränkt Geschäftsfähig (§ 106 BGB) Aber da sie durch Schenkungen einen Vorteil besitzt, ist diese eben auch ohne Zustimmung eines gesetzlichen Vertreters wirksam. Siehe § 107 BGB

Kommentar von Brainus ,

aber für andere Tätigkeiten ist ihre Geschäftsfähigkeit ok

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