Frage von PeterDede, 245

Warum ist es schlimm wenn ich gegen Kopftücher und Burkas bin?

Ich tue mich schwer wenn ich Frauen in Kopftüchern sehe oder Burkas sie zu akzeptieren. Mir ist sowas befremdlich und ich denke, dasd sowas nicht in unsere westliche Welt passt. Ist meine Denkweise schlimm oder nicht?

Antwort
von nachdenklich30, 29

Irgendetwas stört mich an Deiner Frage. Aber ich komme nicht sofort drauf, was es sein könnte.

Frauen in Kopftüchern waren noch in meiner Kindheit vor 50 Jahren relativ normal. Meine Mutter wurde in der Kirche angemacht, warum sie ohne Hut oder Tuch in der Kirche erschien. Jedenfalls ist es gar nicht so lange her, dass Kopftücher in der westlichen Welt völlig normal waren.

Bei den Mennonitengemeinden hier in der Nähe ist es auch völlig normal.

Aber vielleicht gibt es bei Dir weder Mennoniten und vielleicht bist Du auch zu jung, um Kopftücher in Deinem Umfeld erlebt zu haben.

Also sind sie Dir befremdlich. Das ist normal und insofern ok. In unseren unbewussten Gehirnregionen wird sofort und unwillkürlich nach Gefahr und Nicht-Gefahr entschieden. Das hat langfristig zu unserem Überleben beigetragen.

Allerdings hat uns die Evolution inzwischen auch die bewussteren Teile des Gehirns mitgegeben. Mit deren Hilfe können wir über die Ängste aus unseren unbewussteren Teilen des Gehirns nachdenken. Und manchmal ich es sinnvoll zu versuchen, die unbewussten Teile bewusst zu überspielen.

Also: Man kann die Kopftücher befremdlich finden. Aber warum muss man deswegen "dagegen" sein? Wofür ist das gut?

Du kommst irgendwo anders hin. Da finden Menschen irgendwelche Dinge an Dir komisch. Wie wäre es für Dich, wenn sie nun "dagegen" sind?

Ich persönlich finde eine Welt viel schöner, in der man Interesse aneinander hat. In der man seine Ängste nicht in Richtung Feindschaft auslebt, sondern in der man diese Ängste zwar wahrnimmt, dann aber entscheidet, ob sie sinnvoll sind oder nicht. Und wenn sie nicht (mehr) sinnvoll sind, dann kann man schauen, ob es nicht auch einen Weg in Richtung Freundschaft gibt.

Ich möchte so sein können, wie ich bin. Und andere sollen so sein können, wie sie sind.

Burkas befremden mich auch. Sie schränken die Kommunikation ein.

Das kann mich aber doch nur dann ärgern, wenn ich diese Kommunikation will.

D.h. für mich: Wenn ich möchte, dass sich die Frauen nicht unter einer Burka isolieren, müsste ich mindestens so viel Interesse für sie aufbringen, dass jemand (ich als Mann werde erst einmal selber keine Chance für eine entsprechende Kommunikation haben) mit ihr ins Gespräch kommen kann. Und dann können wir weiter schauen.

Wenn ich aber an diesem Gespräch von vorneherein kein Interesse habe: Dann habe ich zwar keinen "Fetzen über dem Gesicht" (wie es manche etwas böse ausdrücken), aber letztlich schränke ich die Kommunikation heftiger ein, als es dieser "Fetzen" tun könnte.

Unsere "westliche" Sichtweise ist eigentlich für eine offene Kommunikation.

Und es wäre schön, wenn möglichst viele aktiv daran mitarbeiten.

Antwort
von baehrchen2, 52

Ein ganz wesentlicher Aspekt unserer westlichen Welt ist aber nunmal Toleranz und gegenseitige Akzeptanz. Nun liegen natürlich auch kulturelle Welten zwischen einem Kopftuch und einer Burka. Burkas sind mir selbst auch suspekt, hauptsächlich deshalb, weil ich nicht sehen kann, ob Mann, Frau oder Kalaschnikow darunter stecken. Ich muss allerdings auch sagen, dass ich noch nie im Leben eine Frau in einer Burka gesehen habe, allein deshalb schon wundere ich mich, dass das derzeit überhaupt so thematisiert wird. Mich an einem Kopftuch zu stören, würde mir niemals einfallen. Ich bin 41 Jahre alt und solange ich denken kann, tragen muslimische Frauen hier in Deutschland Kopftücher, das ist mir nicht fremder als Jeans und T-Shirt. Als ich Kind war, war es sogar so, dass die alten deutschen Frauen hier auf dem Land auch alle noch Kopftücher trugen, das ist allerdings etwas aus der Mode gekommen... Ansonsten gibt es wirklich wesentlich Befremdlicheres als Kopftuch tragen. Ich denke da nur mal an Männer, die völlig unbefangen in Frauenkleidern rumspazieren, Frauen mit implantierten xxxl-Oberweiten, absurde Formen von Körperkult wie Brandings oder Gesichts-Tattoos...

Und auch, wenn mir das teilweise grotesk erscheint, bin ich doch wirklich extrem froh, in einem Land zu leben, wo all das möglich ist und jeder so sein darf, wie er will, wenn er damit keinem Anderen Schaden zufügt.

Kommentar von Nachtpelz ,

Tolle Antwort !

Kommentar von VeryBestAnswers ,

Besser hätte ich es nicht ausdrücken können! Ich hab schon zweimal jemanden mit Burka in der Münchner Fußgängerzone gesehen, und ich bin da eher selten unterwegs.

Antwort
von Zicke52, 21

Ich finde das nicht schlimm. Allerdings kommt es für mich nicht darauf an, was man trägt, sondern aus welchen Gründen man es tut. Ausgenommen Vollvermummung, die generell verboten sein sollte, da sie mit einem Zusammenleben in der Gesellschaft unvereinbar ist. Ich will weder Strumpfmasken noch Burkas in der Öffentlichkeit sehen.

Ansonsten akzeptiere ich alles, was jemand aus persönlichem Geschmack tut. Ich gestehe jedem das Recht zu, sich so schön oder hässlich zu stylen, wie er möchte.

Was anderes ist es, wenn das Kleidungsstück Ausdruck einer Gesinnung ist. In dem Fall löst es, je nachdem, welche Gesinnung es ausdrückt, Sympathie, Antipathie oder Gleichgültigkeit aus.

Zum Beispiel: Ein Kopftuch, dass aus praktischen (z.B. Fahrt in einem offenen Cabrio) oder Gründen des persönlichen Geschmacks getragen wird, ist einfach ein modisches Accessoire wie ein Hut, ein Schal, Handschuhe. Dazu gibt es nichts zu sagen.

Ein muslimisches Kopftuch erkennt man an der Art, wie es gebunden ist. Die Trägerin gibt mir damit (nicht unbedingt bewusst) zu verstehen, dass sie ferngesteuert ist. Ich nehme es zur Kenntnis, aber tue mir schwer, ferngesteuerten Menschen zu vertrauen.

Jemand trägt ein T-Shirt mit dem Logo "SPD" oder "CDU": ist mir egal.

Jemand trägt ein T-Shirt mit dem Logo "NSDAP": löst Abscheu aus. "AfD" löst Misstrauen und Antipathie aus.

Ein "Rettet die Robbenbabys"-T-Shirt löst Sympathie aus.

Allerdings bin ich nicht für Verbote, ausser von Vollvermummung und Nacktheit, da Gesetze allgemein gehalten sein müssen, und das nicht mit individuellen Kleidungsvorschriften vereinbar wäre.

Ausnahmen könnte man machen, wenn ein Kleidungsstück oder äußeres Zeichen das Bekenntnis zu einer menschenrechtswidrigen Ideologie ausdrückt. Sowas sollte man verbieten, wie es beim Hakenkreuz schon der Fall ist. Vielleicht auch beim Logo "NSDAP"? (Kenne die rechtliche Situation in Deutschland dazu nicht).

Antwort
von livechat, 10

Die Mehrheit der Deutschen sind für das Burka-Verbot. Und 15 Prozent der Deutschen sind gegen ein Verbot der Vollverschleierung. NUR 15 Prozent wohlbemerkt!
Diese nur 15 Prozent setzen sich im Moment aber durch. Mich würde interessieren, ob das die gleichen 15 Prozent sind, die in ihrer deutlichen Minderheit dafür sorgen, dass in einigen Kindergärten aus Rücksicht auf muslimische Kinder kein Schweinefleisch mehr auf dem Speiseplan steht, es dort bei Kindergeburtstagen keine Gummibärchen mehr gibt, keine Weihnachtslieder mehr zu Weihnachten gesungen werden dürfen und der St.-Martins-Umzug vielerorts zum Laterne-Laufen umfunktioniert wurde. Und vieles mehr, was unter die Überschrift vorauseilender Gehorsam gegenüber einer Minderheit von muslimischen Mitbürgern segelt.
Da werden dann Freiheiten für die große Mehrheit sehr schnell und mit linker (im doppelten Wortsinn) Hand eingeschränkt, um die Befindlichkeiten einer Minderheit nicht zu verletzen. Eine Minderheit, die hier freiwillig ist und/oder Schutz sucht.
Niqab und Burka sind eine den Frauen von Islamisten unter Strafandrohung aufgezwungene Kampfuniform, ein Statement: Ich bzw. der Mann, dem ich zu gehorchen habe, passen uns hier nicht an und verachten und bekämpfen diese Gesellschaft mit ihren Ungläubigen.
Keine Frau zieht sich das freiwillig an; dieser Verweis auf die Freiheit, gern untermalt mit Nikolauskostüm und Minirock als Beispiele für Freiheit bei der Kleiderwahl, die im Fall eines Verschleierungsverbotes dann auch einzuschränken sei, ist einfach surreal und taugt nicht einmal für pointiertes Kabarett. Niqab und Burka sind ausschließlich eines: ein Zeichen aggressiver Verfassungsfeindlichkeit, in ihrer Verabscheuungswürdigkeit und damit Verbotsnotwendigkeit Hakenkreuzen gleichzusetzen. Über letztere gibt es in der Republik rechtstechnisch gottlob keine zwei Meinungen.
So denken 81 Prozent der Deutschen, aber nicht unsere Eliten. Dafür, dass eine Mehrheit der Deutschen diese Wickelwei*er im Straßenbild nicht haben mag, findet der nicht elitäre und in der Mehrheit befindliche 81-Prozenter leider kein Gehör mehr.
Ich hätte es gern, dass die Feinde unserer Freiheit im Zaum gehalten werden, solange sie noch in der Minderheit sind. – Ich verstehe vieles in diesem Land nicht mehr.-

Antwort
von MrHilfestellung, 81

Dass dir das befremdlich vorkommt ist völlig in Ordnung und auch das du das nicht gut findest ist in Ordnung.

Schwierig wirds aber, wenn du den Frauen Kopftücher verbieten willst. Ich will ja auch keine Frei.Wild-Shirts oder Lederhosen verbieten, obwohl ich beides befremdlich finde.

Die Burka ist natürlich ein Kleidungsstück, dass eine patriachale Gesellschaft ausdrückt, aber ein Verbot kann nicht die Lösung sein.

Mal davon abgesehen, dass in Deutschland sowieso so gut wie keine Frau Burka trägt.

Ein Kopftuch tragen sehr viele Frauen auch vollkommen freiwillig.

Kommentar von Frage12323 ,

total freiwillig

Kommentar von MrHilfestellung ,

Klar. Kopftücher sind für viele Frauen auch einfach nur Ausdruck ihres Glaubens, den sie für richtig halten. Bei Burkas und Niquabs ist das natürlich oft was anderes.

Nonnen tragen ihre Kluft ja auch freiwillig.

Kommentar von Frage12323 ,

Nein es hat nichts mit glauben zu tun sie denken es nur weil die meisten den koran noch nie richtig gelesen haben. Dort stebt bedecke deine schämen und nicht du sollst dein haupt bedecken

Kommentar von MrHilfestellung ,

Da steht sicher nicht "Schämen", weil es das Wort als Nomen gar nicht gibt.

Nur weil du den Koran anders auslegst widerspricht es ja nicht der Aussage, dass viele Frauen ein ganz normales Kopftuch freiwillig tragen und das als Ausdruck ihres Glaubens sehen.

Antwort
von chrischi599, 60

naja ich sehe es als verschwendete zeit an sich darüber aufzuregen. Lass sie die menschen einfach dass anziehen womit sie sich wohlfühlen kann dir ja im endeffekt auch egal sein was sie anziehen. Immerhin gibt es auch genung deutsche die sich komisch anziehen über die du dich nicht beschwerst ;)

Antwort
von NewKemroy, 37

Mir gefällt das auch nicht. Dein Gefühl ist auf jeden Fall ganz normal (nicht schlimm).

Aber das ist halt unsere Freiheit. In Deutschland darf sich jeder kleiden wie er will. Ob das nun die Bomberjacke mit Springerstiefeln sind oder eine Kuklux-Clan-Kapuzen-Kutte oder eine Burka. Ja, vermutlich darf man sogar mit einer Sturmhaube herumlaufen.

Wenn man alles gesetzlich verbieten würde was vielen nicht gefällt, dann hätte Deutschland sich in seiner Freiheit aber ganz schön selbst beschnitten.


Antwort
von DerSchopenhauer, 49

Warum sollte das "schlimm sein", wenn Du das so siehst?

In Deutschland gilt immer noch die grundgesetzlich garantierte freie Meinungsäußerung (Artikel 5 GG - Grundgesetz) auch wenn der poltische Mainstream etwas anders suggerieren sollte.

Antwort
von Attagus, 68

Eine Meinung zu haben ist nicht schlimm. Deine Begründung, warum du es nicht magst, ist nicht besonders standfest, aber generell etwas Schlimmes sehr ich darin nicht.

Antwort
von FireKat, 51

Diese burkas und kopftücher bedeuten sehr viel für diese leute für sie heisst es das sie an gott glauben und es ist ja nicht so das sie dazu gezwungen werden sie tun es aus eigenem willen weil sie es wollen für sie ist eine burka oder ein kopftuch tragen so wie für uns das jeans tragen sie wollen es und fühlen sich wohl dabei

Kommentar von Zicke52 ,

@FireKat: "es ist ja nicht so dass sie dazu gezwungen werden"

Das ist mal eine kühne Behauptung. Woher weisst du das?

Es gibt freiwillige und unfreiwille Burka- und Kopftuchträgerinnen. Wieviel es von der jeweiligen Sorte sind, wissen weder du noch ich.

Aussderdem stosse ich mich mehr an den freiwilligen als an den unfreiwilligen. Mit der freiwilligen Verhüllung zeigt man im besten Fall, dass man ferngesteuert ist. Im schlimmsten Fall, dass man islamistisches Gedankengut teilt.

Während die Unfreiwilligkeit der Trägerin darauf schliessen lässt, dass sie zu Freiheit und Selbstbestimmung steht. 

Antwort
von einzigartigacc, 27

Da gegen kannst du sein, akzeptieren muss du es aber trotzdem, ob du es tolerierst ist dir überlassen. Das sind auch nur Menschen, die dürfen nicht wie Menschen 2.Kl behandelt werden.

Antwort
von saidjj, 21

Weil es keine objektiven Argumente dagegen gibt .

Antwort
von livechat, 48

Was soll daran schlimm sein? Jeder darf denken was er will. 

Antwort
von piadina, 45

Zum Glück dürfen wir hier, noch, eine freie Meinung zu diesem Thema haben. Also ist es nicht schlimm diese Meinung zu haben, genauso wie es niemandem gefallen muß, wenn Männer Socken in Sandalen tragen oder dicke Frauen bauchfrei rumlaufen.

Antwort
von Renzo85, 49

Nein, ich sehe es genau so!

Weiter finde ich es schlimm, wenn muslimische Schüler einer Lehrerin den Handschlag verweigern.

Sehr respektlos für Leute, welche hier leben.
Ich finde es sehr schlimm, wenn die sich so aufregen.
Ich will eine Moschee mit Minarett, ich will das die Kirchglocke nicht bimmelt. Kein Kreuz im Klassenzimmer. Es gibt viele Beispiele, es macht alles so kompliziert.

Ich bin der Meinung, wenn sie so streng nach dem Glauben leben wollen, dann sollen sie Auswandern.

Bin kein Nazi aber es geht langsam echt zu weit!

Kommentar von Frage12323 ,

vollkommen recht

Antwort
von AntwortMarkus, 33

Ich bin 40 Jahre alt und habe in den ganzen Jahren noch nie eine Frau mit Burka gesehen in Deutschland. 

Im Bild sieht man wie eine Burka aussieht. Viele verwechseln das nämlich gerne. 


Kommentar von Frage12323 ,

han ich schon als zu oft gesehen

Kommentar von KaeteK ,

Es wird ja auch erst seit kurzer Zeit zu einem Thema, da viele Flüchtlinge die Burka mitgebracht haben. Burkinis sind auch erst seit kurzem ein Thema. Mir zeigt es deutlich, dass hier ein Wandel  geschieht. Zudem, habe ich heute von einem Ägypter gehört, dass die Burka aus Saudi Arabien stammt und nichts mit dem Islam zu tun hat. Durch die ägyptischen Fremdarbeiter in Saudi Arabien kam die Burka auch in andere islamische Länder. lg

Antwort
von DerAufraeumer, 52

Sie ist nicht schlimm. Schlimm ist es wen du andere gewaltätig oder penetrant überzeugen willst ebenfalls deiner Meinung zu sein. Du kannst deine Meinung habe (solange sie Begründet ist). Solange du anderen damit nicht auf den Senkel gehst ist alles gut :)

Antwort
von mychrissie, 5

Schön finde ich das auch nicht, aber wir müssen ja auch den Anblick von tätowierten Skinheads in Springerstiefeln ertragen. Sich zur Toleranz zu zwingen auch wenn's schwer fällt ist die Münze, mit der wir für unsere Freiheit zahlen.

Übrigens: Gibt's eigentlich eine Statistik darüber, wieviele Frauen in Burkas schon Flüchtlingsheime angezündet haben?

Antwort
von reziprok26, 8

Es ist eine Provokation in einem Gastland Symbole zu tragen, die eine Bedrohung sind

Antwort
von Kasi666, 57

Nachdem ich täglich solche Kopftuchfrauen sehe, ist es auch nicht fremd für mich. Eher gleichgültig. 

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