Mir hat heute ein Professor erzählt, dass auf manche Professorenstellen nichteinmal eine einzige Bewerbung ins Haus kommt. Wodran liegt das? Ist der Professorenjob nicht gut bezahlt oder hat das andere Gründe? Braucht man einen Dr. um Professor zu werden?

Zum zweiten Teil Deiner Frage: Eine Professur ist ein Lehrauftrag an einer Universität oder Fachhochschule. Er bedarf nicht eines Titels wie Dr., Dipl.-Ing. usw.; sogar langjährige Berufserfahrung oder Spezialist in einem Bereich reichen aus.

Nein, man braucht nicht promoviert zu haben, wenn man sich um einen Lehrstuhl bewirbt. Aber es ist an Universitäten üblich, zu promovieren und sich danach zu habilitieren (in der Übergangszeit ist man "Privat-Dozent"). Als C 4-Professor an einer Universität verdient man durchaus auch recht gutes Geld nach BAT. Man ist dann allerdings meist Beamter mit allen Vor- und Nachteilen. Anders kann es sein, wenn man einen Lehrauftrag an einer Hochschule annimmt. Ich habe das mal ein halbes Jahr gemacht und bekam quasi nur eine Aufwands-Entschädigung von der DFG für ein Projekt.
Eine Professur wird verliehen, man kann den Titel nicht erwerben wie einen Dr.

Das hängt sicher vom Fachbereich ab.
Es gibt einige Fachrichtungen - etwa Informatik - da verdient man in der Wirtschaft ein Vielfaches eines Professorengehaltes und muss sich zusätzlich weder mit motzigen Studenten, noch mit dem Beamtenrecht auseinander setzen.
Warum sollte jemand dort Professor werden wollen?
Zusätzlich müssen Professoren an den meisten Hochschulen sich zwar nicht formal, aber praktisch doch meist habilitiert haben und das ist ein langer, mühsamer Weg mit meist schlechter Bezahlung, auf dem man als Leibsklave eines Lehrstuhlinhabers viel zu leiden hat.
Warum sollte einer der relativ wenigen promovierten Informatiker sich das antun?