Frage von rotesand, 82

Warum ist eigentlich nur der bayrische Dialekt in der Musik verbreitet?

Hallo ;)

Es interessiert mich, wieso gerade der bayrische Dialekt in der Popmusik so verbreitet ist. Es gibt unzählige Künstler, die im bayrischen Dialekt bzw. auf Österreichisch singen (Haindling, Nicki, Rainhard Fendrich, Hubert von Goisern --------> noch etliche mehr, aber die fallen mir jetzt nicht ein), aber im Gegenzug kaum welche, die in anderen Dialekten singen.

Hessisch wäre jetzt noch von den Rodgau Monotones verbreitet gewesen, aber ... die hatten eben ihre Hits mehrheitlich in Hessen & abgesehen von 1-2 Liedern auch nicht auf "Bundesebene" wie die bayrischen Interpreten. Das gleiche ist bei Jürgen Hart zu beobachten, der z.B. "Sing mei Sachse, sing" gesungen hat.. auch das ist allenfalls (im sächsischen Dialekt gehalten) ein Hit auf Lokalebene gewesen.. schade eigentlich, finde das Lied super lustig :)

Deswegen wollte ich mal fragen, wieso gerade der bayrische Dialekt so verbreitet ist & auch in ganz Deutschland erfolgreiche Lieder hervorbrachte! Haindling oder Fendrich z.B. hört man ja nicht nur in Bayern oder Österreich :)

Bin auf eure Kommentare gespannt & wünsch' euch 'nen tollen 1. Mai :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von JanRuRhe, 37

Hallo!
Das ist so nicht ganz richtig - in den 80ern gab es eine Art Mundart-Pop.
Da sind Kölsche Künstler wie BAP und Friesen wie Torfrock ganz gut durchgestartet. Bayerisch hat es wie das ganze Land geschafft als eine Art heile Welt wahrgenommen zu werden, wogegen die Mundart des Ruhrgebiets nur mit Prollos und das sächsische eben nur als Sözialismüs oder Bauernmundart wahrgenommen wird. Passiert auch mit dem Thüringischen - siehe Maschendrahtzaun. Das Schwäbische steht im allgemeinen für Erfolg aber hart erarbeitet und ist daher nicht wie das Bayrische mit Gemütlichkeit assoziiert.
Es gibt auch Ausnahmen - lebt denn der alte Holzmichel noch war kein Bayrisch!
Das echte Bayrische ist ja in der Reinform nicht mehr vertreten - das würde ja keiner verstehen. Mir zum Beispiel ist das Fränkische ( Nürnberger Gegend) viel sympathischer - aber auch das wird kaum überregional wahrgenommen.

Antwort
von Marcel89GE, 36

Denke das hat viel damit zu tun, dass der Wintersport/-urlaub weit verbreitet ist und ein Teil dieser Trips daraus besteht "Hüttenparty" zu machen. Alles was es auf bayrisch in den Pop geschafft hat, war ja meistens Partyschlager.

Antwort
von jesse2003, 32

Könnte mir vorstellen das es bei euch in Bayern/Österreich halt noch viele auf traditionelle Dialekt musizieren und damit gut ankommen bei den ganzen Zelt und Wiesenfesten die es bei euch gibt. Also bei uns hier in Berlin und Umland gibt's auch zahlreiche Künstler die noch im preußischen Dialekt singen/musizieren,wobei bei uns hier oben oft aber auch sehr viel im Hochdeutsch gesprochen und gesungen wird,weil es einfach auch besser für die Interpreten ist ein und breiteres Publikum anspricht. Außerdem wird heute leider nicht mehr all zu viel wert auf Dialekt gelegt(Integration von Ausländern und Sprachkurse schon schwer genug ohne Dialekt  ) ,wenn ich das so in meinem Freundeskreis beobachte,da geht's oft leider auch nur noch; Boh ey Alter,oder voll krass man, bleib chillig etc. da sterben wohl einige Dialekte langsam aus. Schade! LG. Jesse

Antwort
von Almuric, 31

Die trauen sich eben in ihrem Heimatdialekt zu singen und finden auch geneigte Produzenten. Und es verkauft sich nun mal gut.

Außerdem gibt es mehr Bayern als Ostfriesen.^^ 

Aber es gibt auch andere Bands die in Mundart singen. Sogar auf Plattdeutsch.

:-)

Antwort
von DrStrosmajer, 27

Abgesehen von BAP, der Spider Murphy Gang (z.B. "Schickeria") und Torfrock wüßte ich in Deutschland kaum Mundart-Künstler, die über ihre Sprachregion hinaus Furore gemacht haben.

Hier in Norddeutschland ist es z.B. Ina Müller mit ihren frechen plattdeutschen Texten, die ein treues Regionalpublikum hat.

Antwort
von safur, 43

Finde ich nicht.
Es gibt doch auch Köln und Sächsisch / Thüringerisch.

Ich glaube manche Dialekte fallen nicht so auf, weil sie deutlich einfacher verstanden werden. :-)

Kommentar von rotesand ,

Stimmt, BAP ist auch in ganz Deutschland sehr erfolgreich :) Da sind aber auch - ich habe fast alle CDs von denen - die Texte in Hochdeutsch im Booklet mit dabei :)

Kommentar von safur ,

Vielleicht finden die Künstler aber auch keinen Sinn darin.
Ich meine auf bayrisch kann man deutlich mehr Informationen in sehr kurzer Zeit übermitteln, als etwa in Hochdeutsch.

Wenn mein Dialekt nun keinen wirklichen Vorteil zum Hochdeutsch bringt, würde ich ihn ggf. nicht verwenden. Verstehst wie ich meine?

Ich kenne z. B. einige Menschen die beruflich bedingt ständig Hochdeutsch sprechen. Lass die mal fluchen :-) Schwupps die wupps wird umgeschwänkt in den Dialekt.

Wie oben schon jemand geschrieben hat, wird in Bayern auch die Mundart noch gepflegt. Es gibt viele Feste, Kirchweihen, Wiesenfeste wo die Kinder noch singen müssen :) Ob das heute noch so ist, weiß ich nicht. Früher war das so. Viele Heimatlieder und so Krams.

Ich finde aber auch gefühlsmäßig hat es einen anderen Ausdruck als das glatte Hochdeutsch.

Antwort
von stubenkuecken, 36

BAP ist international erfolgreich.

Antwort
von healey, 8

BAP, Brinks, Höhner usw. 

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