Frage von nini97, 120

Warum ist die Mutter plötzlich nicht mehr so wie sie war?

Eine Mutter war immer ein sehr warmherziger und einfühlsamer Mensch und immer für ihre Kinder da - bis zum letzten Hemd. Jetzt ist sie 74 und ist "härter" geworden. Die eine Tochter hat Probleme, Ehe, keine Freundin (nicht durch ihre Schuld), keine Sozialkontakte (auch nicht ihre Schuld), kommt jetzt in die Wechseljahre usw., und an der Mutter prallt das plötzlich alles ab. Sie rät dann, Paartherapie, Freundin nur finden über Verein, also in Verein eintreten (es gibt nur die ein Lösung) Wechseljahre - keine Ahnung, hatte sie in dem Ausmass nicht und, und und,... sie reagiert sogar leicht aggressiv, und nimmt auch in Kauf Ihre Tochter damit zu verlieren. Ich bin selbst Mutter und wäre immer für meine Kinder da - immer - egal wie ihr Kummer ist.. Diese Mutter (Stiefmutter meiner Schwester) mit der sie sich immer sehr gut verstanden hat) blockt aber vieles ab. Diese Härte tut so weh. Plötzlich ist man nicht mehr willkommen, nervt nur noch, ...wie findet ihr das ? Bitte nur ehrliche Meinungen. Danke und allen ein gutes, gesundes und vor allem glückliches neues Jahr.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von amdros, 62

Ich sehe das als Mutter ein klein wenig anders.

Nun ist es allerdings auch sehr schwer zu beurteilen, wie sich die Tochter verhält!? 

Wenn du schreibst, keine sozialen Kontakte, nicht ihre Schuld, wessen dann? Keine Freunde, nicht ihre Schuld, wessen dann? Liegt sie damit ständig der Mutter in den Ohren? Könnte ich das Verhalten der Mutter allerdings nachvollziehen. Zum anderen denke ich auch daran, die Mutter mit ihren 74 Jahren hat ihre Lebenserfahrung und wird es evtl. genau so sehen wie ich??

Nein, ich möchte deine Sorge nicht mindern und verstehe auch deine Worte

wäre immer für meine Kinder da

..selbstverständlich..bin ich auch! Man muß aber mal unterscheiden können, wann auch ein erwachsenes Kind mit seinen Sorgen und Nöten..sofern sie nicht lebensbedrohlich sind..selbst fertig werden sollte und auch muß!

Ich hoffe, du verstehst WIE ich es meine und lastet es mir nicht auch als hart sein an. Bin ich nämlich absolut nicht, habe eher einen sehr weichen Kern!

Kommentar von nini97 ,

keine war falsch, wenige soziale Kontakte. Freundeskreis hat sich aufgelöst (Krankheit, Umzug ), damit war gemeint, keine echten "Freunde" für das Auflösen des Freundeskreises konnte sie ja nichts, und neue zu finden ist nicht so einfach, genau wie mit einer Freundin. Ja, das ist richtig, sie liegt der Mutter damit in den Ohren, weil sie ihre Mutter (Stiefmutter) als Freundin betrachtet, mit der man diese Dinge bespricht. Die Mutter war die beste Vertraute / Freundin und jetzt kommt diese Härte Obwohl sie weiß , dass es der Stieftochter nicht gut geht, ganz im Gegenteil , blockt sie ab. Hole Dir Hilfe, wo auch immer , ab laß mich in Ruhe. Das tut ihr so weh Diese Vertraute lässt einen fallen, und man ist nur noch unbequem und mit den Sorgen / Kummer usw. alleine. Ich versuche ihr zwar beizustehen, ist aber nicht ganz einfach. Nein, sie ist nicht depressiv 

und an wen sollte sich die Tochter dann wenden ? wie soll sie mit so vielen Dingen (nicht nur eines) gleichzeitig fertig werden ? wo Rat herbekommen ? und es gibt auch Dinge, die man Fremden nicht erzählt. und auch nicht dem Partner (wenn der das Problem ist)  Dafür war die Mutter / Stiefmutter da. also eine 100 % ige Vertraute..

obwohl sie weiß, dass es der Stieftochter so schlecht geht, ist es ihr egal. Sie geht auch nicht von ihrer Meinung ab, Freundin nur über Verein, wenn sie nicht in einen eintritt, pech gehabt. usw. das war nur ein beispiel. mir tut es sehr weh zu sehen, wie die Stieftochter leidet, weil sie ihre Vertraute / Freundin verloren hat. 

Kommentar von amdros ,

Das mag ich dir gern glauben, daß es ihr sehr weh tut..bedenken solltest du allerdings auch..sie ist "nur" die Stiefmutter! Möchte aber beileibe keiner Stiefmutter zu nahe treten, gibt mit Sicherheit auch Stiefmütter, die über eine leibliche Mutter hinauswachsen können aber..wenn es dann zuviel wird dann wird, wie in diesem Fall, dicht gemacht.

Ist natürlich sehr schwer den richtigen Weg zu finden wenn alles negative auf einen einströmt, wächst der Stiefmutter sicher auch über den Kopf und sie weiß keinen Rat mehr. Sie hat ihr ja schon versucht einige Wege aufzuzeigen und ich gehe davon aus..diese Ratschläge werden nicht angenommen!?

Wie kannst du ihr denn helfen? Sicher könntest du ihr Hilfe anbieten zumindest in der Form, daß du ein offenes Ohr für sie hast..denke, es ist auch so. Sie selbst muß sich aber aus den Fesseln befreien, das kann niemand anderer für sie tun. Mach ihr Mut..unternehmt gemeinsam mal etwas aber..der Wille, ihr Leben zu meistern..liegt in ihren eigenen Händen. Rat und Hilfe kann man jemanden in der Situation nur bedingt geben.

Kommentar von nini97 ,

Ein Freundeskreis findet sich leider nicht so einfach wieder. Zumal ja die Freunde dann auch dem Partner gefallen müssen Sie sucht schon länger im Internet in Foren nach einer lieben Freundin, das gestaltet sich auch schwieriger als gedacht, da viele in ihrem Alter Single sind und so an den Wochenenden auf die Rolle gehen wollen. Sie aber Familie hat. Und sie ist auch keine die nur Shoppen und Kaffee trinken im Kopf hat. So ist es auch nicht so einfach eine Frau zu finden die zur ihr passt. Sie hätte auch gar keine Zeit in einen Verein einzutreten, und würde auch nicht einsehen extra in einen Verein gehen zu müssen um evtl. eine Freundin zu finden. Ihre Interessen teilen auch wenige (Fasching usw.) und die Probleme mit dem Partner sind auch nicht so einfach zu lösen, das soll die Stiefmutter (verhältnis wie eigene Mutter) auch nicht lösen sondern nur den Kummer anhören, weil sie sich einfach jemanden anvertrauen will. Das ist zu privat, das erzählt sie auch nicht mir. Nur war die Stiefmutter ja immer wie eine Mutter und jetzt diese unerwartete Härte, Sie überlegt schon ob sie den Kontakt zur Stiefmutter komplett abbrechen soll, da sie sich sehr verletzt fühlt. Die Stiefmutter ist auch schon hingegangen und hat den Telefonhörer einfach nicht aufgelegt - sie praktisch - abgewürgt. Sie ist ein sehr offenener Mensch und nicht kontaktscheu, nur Freundin zu finden ist nicht leicht.Alleine macht es auch nicht großen Spaß zu einer Faschingsveranstaltung zu gehen oder zu einem Konzert. Und ihr Mann hat ganz andere Interessen.

Kommentar von amdros ,

Ich kann das alles nachvollziehen..ich selbst bin auch hunderte von Kilometern aus meiner Heimat vor ca. 30 Jahren weggezogen und weiß..es ist sehr schwierig Anhang zu finden..auch weiblichen auf freundschaftlicher Basis!

Trotz alledem kann ich nur immer wieder sagen..nur sie selbst kann sich aus diesem Loch befreien. Ich sehe es ja auch, wie es mir teilweise dabei geht!

Kommentar von nini97 ,

hast Du Ideen wie ? Sie mag Fasching, findet keinen der mitgeht, mag Helene Fischer, findet keinen der mit geht, würde gerne in einem Chor singen, die singen aber zu "alte" Lieder, also sie strengt sich ja selbst an vieles zu verändern, läuft aber nur an die Wand. Bekomme ich selbst mit. Sie ist auch ein geselliger Mensch, also alleine durch die Stadt, das geht mal, ist aber nicht der Renner. Ihre Interessen, Hobbys, entsprechen nicht den Interessen von anderen. (die meisten Frauen wollen nur shoppen, Quatschen, Wellness). Das ist nichts für sie. Faschingsvereine hat sie auch schon nachgesehen, suchen aber nur aktive Mitglieder (Bütt) oder Geldgeber. Alleine zu einer Faschingsveranstaltung ? nun ja, würde sie machen, ist aber trotzdem blöd. So zieht sich das wie ein roter Faden durchs Leben. Es geht aber nicht nur um FAsching, das war nur ein Beispiel. Eine Freundin zu finden, die wenigstens ein paar ihrer Interessen teilt sieht ganz schlecht. So wird sie sich immer in sich selbst zurückziehen.

Kommentar von amdros ,

Dann würde ich an ihrer Stelle mal eine Faschingsveranstaltung besuchen..dort sollte/könnte es doch ein leichtes sein, sich mit jemanden, der genau auch diese Interessen hat, anzufreunden. Übertragbar sicher auch darauf, was ihre Interessen bzw. Hobbys sind!

Sich zurückziehen..ist das verkehrteste was sie tut!

Kommentar von nini97 ,

Ganz alleine würde sie nie zu einer Faschingsveranstaltung gehen, zumal hier oft Gruppen hingehen, also Leute die zusammengehören, und dann wäre sie das 5. Rad am Wagen. Dort sitzen wenige Einzelpersonen. 

Kommentar von amdros ,

Ich kann das sehr gut nachvollziehen, bin auch vor zig Jahren aus meiner Heimat weggezogen und es ist sehr schwer DEN Anschluß zu finden.

Ich wünsche ihr alles Gute und bedanke mich bei dir für den Stern.

Antwort
von beangato, 58

Das ist manchmal im Alter so.

Meine Mutter wurde immer sturer, je älter sie wurde. Damit muss man als Kind dann umgehen können. Es ist schwer - ich weiß das, aber je mehr man seine Meinung durchsetzen will, desto schlimmer wird es.

Wegen den Wechseljahren: Da kann die Mutter keine wirkliche Hilfe sein, weil das wirklich bei jeder Frau anders ist. Frauenarzt wäre da der richtige Ansprechpartner.

Wegen der Ehe: Ich bin auch Mutter und habe verheiratete Kinder. Nie würde ich mir erlauben, da reinzureden. Ich würde zwar einen Rat geben, wenn ich gefragt werden würde (das tue ich aber auch so), jedoch ob meine Kinder den Ratschlag umsetzen, ist ganz allein ihre Sache.

Antwort
von CeliBeee, 17

Fühl dich erstmal gedrückt!
deine Mutter ist momentan Warscheinlich neu etwas überanstrengt und überfordert. Das legt sich schon. Im schlimmsten Fall geh einfach mal zu ihr, auf eine Tasse Kaffee und rede mit ihr darüber so wie du das hier schilderst. Nenne deine Gefühle, das es dich verletzt was IHR GEMEINSAM besser machen könnt.. Und rede einfach mit ihr, wenn sie beleidigend oder verletztend wird dann sag ihr das. Lass es nicht auf dir sitzen. Sie ist deine mutter und trotz aller Hürden wird sie dich immer lieben.
- CeliBeee

Antwort
von will1984, 16

Hat sie eventuell etwas Schlimmes erlebt, was sie innerlich dermaßen zerrissen hat? Gab es irgendwelche Kränkungen bzw. Enttäuschungen, die sie zerfressen haben? Sie scheint sich durch die Sturheit sowie das abweisende Verhalten eine Schutzhülle aufgebaut zu haben, dass  sie sich nicht mehr alles zu Herzen nimmt und keine große psychische Belastungen mehr spüren möchte.

Wahrscheinlich war es davor der Fall, aber sie hat es verborgen. Ich kenne die Mutter nicht, dass ich mir ein Urteil erlauben könnte, sondern kann nur Vermutungen anstellen.

Antwort
von mychrissie, 32

Wer immer wieder Negatives erlebt, ist schließlich nicht mehr willens, zu differenzieren.

Das kann so oder so ausschlagen, ein Teil der Senioren wird milde und ist bereit, auch A..chlöchern kritiklos Freundlichkeit entgegenzubringen. Die anderen werden hart, und finden, dass jeder der ihnen begegnet, ein Feind ist.

Zudem ist man im Alter oft vom ganzen Ablauf seines eigenen Lebens enttäuscht zu sein und man ist auch einsam (oder fühlt sich so), da wird man schließlich zum Misantropen. Das führt dazu, dass man Anderen sogar schaden will. Z.B. sie als Falschparker anzeigen.

Wenn mir so ein Misantrop schief kommt, lache ich nur und frag ihn: "Na, heut schon mal gelacht?!"

Antwort
von dieSabsl, 45

Ist warscheinlich normal, ich kenns nämlich auch so von meiner oma. Umso älter man wird umso mehr verändert man sich halt auch, in guten oder halt in schlechten dingen..

Antwort
von Mineefinee, 44

Das klingt wie meine Mutter in der Zukunft.

Vielleicht verhält sich die Mutter nun distanzierter, weil sie es selbst nicht mehr erträgt als Seelsorger zu dienen.

Ich bin stark depressiv und habe keine Freunde. Meine Mutter musste deswegen schon zu oft mein Gejammer und Leiden ertragen. Ich finde aber, mit der Zeit sollte ich es gut sein lassen und sie nicht länger als Seelensorger missbrauchen!

Kommentar von nini97 ,

ja, das klingt vernünftig, nur wohin dann mit den massiven Problemen / Kummer ? Geschirr zerschlagen ? jeder Mensch muss doch in seinem Kummer mit jemanden reden. Und seine Gefühle komplett verschließen ist nicht gut und kann auch nicht jeder. Sie ist z. b. jemand der immer alle Gefühle rauslassen muss, ob gut oder schlecht. Wer steht Dir denn bei ?

Kommentar von Mineefinee ,

Ich gehe wöchentlich zum Psychologen

Antwort
von schokocrossie91, 39

Was soll die Frau denn machen? Der Tochter einen Goldesel schenken, Freunde suchen und die Wechseljahre abnehmen? Sie hat sich auch Zeit für sich verdient, die Tochter ist erwachsen.

Kommentar von nini97 ,

Und ich dachte Mütter sind immer für  ihre Kinder da, so bin ich zum Beispiel und meine sind auch gerade erwachsen geworden. Zuhören, mitfühlen so lange die Tochter keine Freundin hat mit der sie so etwas austauschen könnte. So hart wäre ich zu meinen Kindern nie. Sie könnten mit ihrem Kummer immer zu  mir kommen.

Kommentar von CeliBeee ,

Verzeihung Schokocrossi,
Entweder kanntest du es nicht anders oder weist nicht wie verletzend sowas sein kann! Also bitte ich dich lass die vorwürfe und : einfach mal die Gosche halten wenn man keine Ahnung hat. Mann mann Mann..

Kommentar von schokocrossie91 ,

Was heißt verletzend? Es ist nicht die Schuld der Mutter, wenn die erwachsene Tochter keine Sozialkontakte hat. Es ist auch nicht ihre Aufgabe, das zu ändern. Schade, dass ihr Frauen offensichtlich nach der Geburt nur noch als Mutter und nicht mehr als eigenständigen Menschen wahrnehmt.

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