Frage von pfandLaie, 86

Warum ist die Krankenversicherung für Freiberufler so extrem teuer?

Warum ist die gesetzliche Krankenversicherung für Freiberufler in Deutschland so extrem teuer?

Ich bin 50% schwerbehindert und derzeit über meine voll berufstätige Ehefrau familienversichert. Das geht aber nur, da ich weniger als 10 Stunden / Woche freiberuflich tätig bin und das somit als Nebenberuf durchgeht. Die Krankenkasse nervt schon seit Jahren permanent und versucht uns zu unterstellen, dass ich Vollzeit arbeiten würde.

Würde ich mehr arbeiten / mehr verdienen wollen, müsste ich ab 350€/Monat bezahlen. Wie soll ich das denn bitte machen? Da kann ich ja ausschließlich für die KV arbeiten.

Gibt es alternative Möglichkeiten? Hat unsere Bundesregierung vielleicht mal Pläne, das zu ändern? So ähnlich wie mir geht es vielen. Nur weil man Freiberufler ist, ist man doch nicht gleich Arzt oder Anwalt und verdient 5.000€ / Monat. Festangestellte bezahlen ja auch einen viel kleineren Betrag.

Antwort
von FordPrefect, 34

Warum ist die gesetzliche Krankenversicherung für Freiberufler in Deutschland so extrem teuer?

Weil der Gesetzgeber in § 240 SGB V die Mindestbemessungsgrenze eben so festgelegt hat. Auf Antrag kann diese allerdings halbiert werden, jedoch ist dann gegenüber der KK erstrecht regelmäßig nachzuweisen, dass keine entsprechenden Mehreinnahmen vorliegen.

Ich muss dir aber insoferne Recht geben, dass Selbstständige und Freiberufler ganz bewusst von den gesetzlichen Versicherungssystemen möglichst ferngehalten werden. Die Nachteile in der KV und RV sind absichtlich als Hürde geschaffen worden, um diese dort nicht gewünschte Klientel fernzuhalten.

Würde ich mehr arbeiten / mehr verdienen wollen, müsste ich ab
350€/Monat bezahlen. Wie soll ich das denn bitte machen? Da kann ich ja
ausschließlich für die KV arbeiten.

Wie in der Antwort von Kevin bereits völlig korrekt festgestellt, ist eine Selbstständigkeit, in der man mittelfristig nicht mal in der Lage ist, seine eigenen Versicherungsbeiträge zu bezahlen, genau keine Selbstständigkeit, sondern Selbstausbetrug. Natürlich startet man nicht mit einem Umsatz in der entsprechenden Höhe in eine Selbstständigkeit (jedenfalls nicht in der Regel) - aber man muss auch selbstkritisch genug sein, sich dafür eine entsprechende Zeitschiene vorzugeben, innerhalb derer man das schafft. Und dafür braucht man Startkapital, um die Anfangsjahre zu meistern. Schafft man das aber nicht innerhalb der selbst geplanten Frist, muss man den Traum eben begraben, und sich entweder anderweitig umsehen, oder doch lieber angestellt bleiben.

Kommentar von pfandLaie ,

Ich wollte es eigentlich in die Frage einfügen, aber bisher hat es kein Moderator freigeschaltet:

Meine Frage wurde vor kurzem vom ZDF-Magazin Frontal21 an Arbeitsministerin Nahles gestellt, vor dem Hintergrund, dass es sehr vielen Webworkern genau so wie mir geht, und wir zu dem niemals Aussicht auf eine Rente haben.

Antwort
von basiswissen, 31

Ergänzend zu Kevin sei noch angemerkt: Durch den Nachweis niedrigerer Einkünfte können Selbstständige ihren Krankenkassen-Beitrag senken. Bestimmte Mindesteinkommensgrenzen dürfen auch bei einem tatsächlich geringeren Einkommen nicht unterschritten werden. Für hauptberuflich Selbstständige ist dies in der Regel ein Mindesteinkommen von monatlich 2.178,75 Euro. Nach diesem Betrag - ob Du ihn erreichst oder nicht - wird dein Krankenkassenbeitrag berechnet.

Kommentar von kevin1905 ,

Auch für korrekte Antworten gibt es hier den Daumen runter...

Kommentar von basiswissen ,

Tja, wenn den Menschen langweilig ist...

Antwort
von kevin1905, 53


Wie soll ich das denn bitte machen?

Durch entsprechende Umsätze und am Ende des Tages auch Gewinne. Wer selbständig tätig ist, muss sich auch selbst versorgen können, dazu gehört auch der KV-Schutz.


Festangestellte bezahlen ja auch einen viel kleineren Betrag.

Absoluter Quatsch.

Der durchschnittliche Arbeitnehmer zahlt auch nicht weniger, im Gegenteil. Er hat nur einen Arbeitgeber der knapp die Hälfte beisteuert. Wer selbständig ist muss halt auch den Arbeitgeber-Anteil selbst erwirtschaften. Und wer keine 3.000,- € Umsatz im Monat machen kann, sollte nicht selbständig sein.


Gibt es alternative Möglichkeiten?

Nicht für dich. Mit einer Schwerbehinderung wird dich keine PKV wollen und auch da fangen gute Tarife für junge (U30) und kerngesunde Menschen bei etwa 250,- € im Monat an.

Also überlege dir, wie du deinen Umsatz steigerst und folglich deine Gewinne, oder arbeite angestellt.

Wenn du das alles nicht willst, schau dass du unter 415,- € Gewinn p.M. bleibst und du bleibst in der FamV.

Kommentar von pfandLaie ,

Du scheinst enorm Ahnung von Selbständigkeit zu haben, wenn sich dein Lösungsvorschlag beschränkt auf "dann steigere deinen Umsatz, mach mehr Gewinne, wer nicht mindestens 3000€ im Monat macht, sollte nicht selbständig sein.". Ich mach das mal eben, muss hier nur einen Knopf drücken, dann regnet es Geld...

Möchte nicht wissen, wie oft du schon Leistungen von Selbständigen in Anspruch genommen hast, die genauso wie ich unterhalb der Armutsgrenze tätig sind, und dich im Gegensatz zu einem Großkonzern trotzdem freundlich und ehrlich bedienen und beraten.
Hier an der Hauptstraße gehen seit der ersten Bankenkrise die Geschäfte im dutzend auf und wieder zu, wer nicht zufällig für Bau & Immobilien tätig ist, macht ein langes Gesicht.

Deine Antwort ist nicht nur polemisch, sie lässt außerdem jegliche sinnvolle Information vermissen, ebenso wie einen auch nur ansatzweise einen Lösungsvorschlag.

Dazu argumentierst du am Kernproblem vorbei, sobald ich nämlich meinen Gewinn in realistischem Maße langsame steigere, macht es *plotz* und die KV hält so dermaßen ordentlich die Hand auf, dass ich es auch gleich wieder lassen kann. Mal eben 3000€ mehr im Monat macht keiner über Nacht, und das erst recht nicht regelmäßig. Ich muss aber regelmäßig die fetten Beträge abdrücken.

Viel Spaß, wenn dein nächster Friseur deine Einstellung mitkriegt, wird sicher ein toller Schnitt.

Kommentar von kevin1905 ,

Du scheinst enorm Ahnung von Selbständigkeit zu haben,

Ich bin seit 12 Jahren Unternehmer, seit 2007 hauptberuflich und meine Umsätze sind regelmäßig 5-stellig im Monat. Ich beschäftige im Rahmen meiner hauptberuflichen Tätigkeit, zusammen mit 3 Geschäftspartnern ferner einen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer.

Ich habe Jahre lang alles geopfert, inklusive meiner Ehe, um dahin zu kommen wo ich heute bin.

Möchte nicht wissen, wie oft du schon Leistungen von Selbständigen in Anspruch genommen hast, die genauso wie ich unterhalb der Armutsgrenze tätig sind

Ich habe auch in meinem Kundenstamm Leute, die sich selber belügen und meinen sie seien selbständig. Sind sie zwar rein rechtlich, de facto aber nicht, da sie nicht davon leben können.

Ein Aufstocker hängt immer noch am Jobcenter, egal ob Angestellt oder selbständig.

Und ich arbeite in der Regel nur mit erfolgreichen oder zumindest erfolgsorientierten Menschen zusammen. Ich hab weder Platz in meinem Leben noch Lust auf die Gesellschaft von Versagern.

Erfolg beginnt immer im Kopf und mit der Einstellung und die geht dir völlig ab.

Ich nenne es die drei Säulen des Versagens (entlehnt von T. Harv Eker --> Buchempfehlung: Secrets of the Millionaire Mind), drei für jeden Unternehmer tödliche Verhaltensmuster

  • Jammern 
  • Schuldzuweisen
  • Rechtfertigen

Deine Antwort ist nicht nur polemisch, sie lässt außerdem jegliche
sinnvolle Information vermissen, ebenso wie einen auch nur ansatzweise einen Lösungsvorschlag.

Ich habe dir die Rechtsgrundlagen gem. SGB V und sie sich daraus ergebenden Möglichkeiten genannt. Gerne annotiere ich die relevanten §§, zur Eigenrecherche deinerseits.

Du profitierst also gerade unentgeltlich von meinem Fachwissen.

Auch Lösungsvorschläge hatte mein Beitrag (Umsatz steigern, anstellen lassen oder familienversichert bleiben). Die Welt biegt sich nicht für dich oder mich. Die genannten Optionen, sind die, die es nunmal gibt und man muss anhand dieser eine für einen selbst sinnvolle Lösung erarbeiten.

Dazu argumentierst du am Kernproblem vorbei, sobald ich nämlich meinen Gewinn in realistischem Maße langsame steigere, macht es *plotz* und die KV hält so dermaßen ordentlich die Hand auf, dass ich es auch gleich wieder lassen kann.

Auch dafür gibt es Möglichkeiten. In Fällen sozialer Härte kann nämlich die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage runtergesetzt werden auf ein fiktives Einkommen von 1.452,50 € im Monat. Dann wärst du bei etwa 260,- im Monat.

Du kannst dich auch anstellen lassen für mind. 450,01 € im Monat, dann dich an die Clearingstelle wenden und schauen ob sie dich als hauptberuflich angestellt einstufen, dann wäre die Selbständigkeit nicht beitragsrelevant, zumindest so lange sie nicht den Mittelpunkt des Erwerbslebens bildet.

Viel Spaß, wenn dein nächster Friseur deine Einstellung mitkriegt, wird sicher ein toller Schnitt.

Meine Cousine schneidet meine Haare privat. Dafür biete ich ihr meine Dienstleistung ebenfalls unentgeltlich an. Nennt sich "netzwerken". Keiner wird bei mir Kunde, von dem ich KEINE Empfehlung bekomme.

Dir fehlen die für erfolgreiches Unternehmertum notwendigen Verhaltensmuster. Ich rate dir also daran zu arbeiten und sie dir anzueignen, denn sonst wirst du scheitern oder dich kaputt arbeiten für einen Hungerlohn. Wenn du gut in deinem Job bist, wäre das echt schade!

Viel Erfolg.

Kommentar von pfandLaie ,
....Du profitierst also gerade unentgeltlich von meinem Fachwissen....

Ja, Kevin. Du hast wirklich enorm Ahnung vom Business und noch mehr von Psychologie. Dein Fachwissen ist sehr hilfreich für mich und jeden, der sich hier her verirrt. Du bist in der Lage, aufgrund von 2 Postings meinerseits ein umfassendes Profil zu erstellen - das schafft sonst kein Professor für Psychoanalyse oder Unternehmensberater nach 40 Jahren Berufserfahrung. Leider hast du bei allen Punkten, die mich betreffen, daneben gegriffen. Ich bin auch kein Aufstocker und bekomme kein Hartz.

Dazu empfiehlst du eine angebliche "Business-Mentalität", die du wahrscheinlich, je nach Alter, bei Jerry Maguire ("FÜR MICH ZUM SCHOTTER!"), der Werbeanzeige "Werden Sie Ihr eigener Chef" oder bei einem Hinterhof-Motivationstraining abgekupfert hast. Nur macht kein erst zu nehmender Mensch auf diese Art und Weise Geschäfte. Man erstellt Analysen und Prognosen, rechnet mit Zahlen, und springt nicht im Anzug auf und ab und schreit dabei "Ich kann es schaffen!". Fakten, Kevin, Fakten.

Aber was will ich dir erzählen - du bist ja bereits so erfolgreich, dass du nichts mehr anderes zu tun hast, als bei Gutefrage zu deinen Lieblingsthemen Hartz4 und Selbständigkeit kostenlos Menschen zu beraten. Beraten heißt in dem Fall, zu Versuchen Sie fertig zu machen. Hat diesmal halt nicht geklappt, Kevin. Probiers weiter, da fühlst du dich gleich besser.

Geh ma bei dene Cousine Haares schneiden, Kevin. Und schön winken tun.

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