Warum ist die Geburt so grausam?

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9 Antworten

Die Evolution hat beim Menschen bewirkt, dass der Kopf eines Ungeborenen immer größer wurde. Und obwohl die Schädelplatten bei Babys noch nicht fest verwachsen sind und sich bei der Geburt verschieben, ist der Kopf noch immer ziemlich groß. das Becken einer Frau einen größeren Durchlass in der Mitte hat als beim Mann, musste die Entwicklung dessen durch den aufrechten Gang an einem gewissen Punkt stoppen, damit Frauen nach wie vor auf zwei Beinen gehen können. Der Geburtskanal ist dagegen recht schmal, weswegen es eben recht schmerzhaft ist.

Die Wehen an sich sind eigentlich ein recht länger Prozess, der mit der Medizin leider oft drastisch verkürzt wird. Sie sind eigentlich dazu da, Mutter und Kind auf die Geburt vorzubereiten. Es sind ja letztlich nichts anderes als Muskelkontraktionen. Außerdem wird ein großer Eimer Hormone ausgeschüttet, die für beide schmerzstillende Wirkung haben - für das Baby ist es ja schließlich auch kein Spaziergang. Frauen aus Gegenden der Welt, dir keine wehenverkürzenden Medikamente bekommen, haben oft nicht so unglaublich schmerzhafte Geburten, weil sie voll auf ihren Körper vertrauen müssen. Letztlich sorgen die Wehen einfach dafür, dass das Kind auch wirklich geboren wird, denn wenn's nicht unangenehm wär, woran sollte die Frau dann wissen, wann der richtige Zeitpunkt ist und warum sollte man es dann überhaupt genau jetzt gebären?

So hilfreich moderne Medizin auch sein mag, sie ist nicht immer von Vorteil. Begleitete Hausgeburten, bei denen der natürliche Prozess sich entfalten kann sind aus gutem Grund wieder im Kommen. Kreißsäle und viele in grüner Kittel gekleidete Menschen sind m. M. auch einfach keine schöne Willkommenszenerie. Zudem sind Krankenhäuser Wirtschaftsunternehmen und Zeit ist Geld. Deswegen müssen die Bälger dort möglichst schnell auf die Erde geschmissen werden. Eine Geburt im Kreise der Lieben (wenn möglich) und in gewohnter Umgebung ist dagegen für alle sehr viel entspannter - und weniger schmerzhaft.

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Kommentar von Hyaene
01.05.2016, 20:04

Vielen Dank für deine mehr, als brauchbare Antwort! :-) 

Deine Worte bezüglich der Medizin, erinnerte mich an die verschiedenen Videos, welche ich mir über Geburten anschaute. Und ja, du hast Recht!

Es war schon ein Unterschied zwischen Hausgeburten und der Geburten in Krankenhäusern zu sehen!

Auch las ich, dass in Krankenhäusern der Nachgeburt kaum, bis gar nicht Beachtung geschenkt wurde, wobei diese eine sehr große Rolle spielt. Babys werden viel zu schnell abgenabelt. 

Ich werde mal diese Seite suchen. Vielleicht finde ich sie nochmal. Könnte werdenden Müttern sogar wirklich behilflich sein.

Trotzdem muss ich jetzt mal auf Kindergartenniveau abtauchen, sorry ^^:



woran sollte die Frau dann wissen, wann der richtige Zeitpunkt ist und warum sollte man es dann überhaupt genau jetzt gebären?

Ich denke da gerade an das Kacken... Ich weiß, ist kein Vergleich zu einer Geburt, aber was den Druck usw. angeht... Hm... :-D

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Kommentar von JimmyPea
01.05.2016, 23:29

Danke! ;) HAHA!! ja, hast vollkommen recht: Auch ein voller Darm oder auch ne volle Blase kann sehr unangenehm sein. Halt ein eindeutiges Zeichen, dass da was raus will/soll/muss. ;) Ich bin ein Kerl und kann bei Geburten nicht aus eigener Erfahrung sprechen. ich würde es daher dem Wunsch meiner Frau überlassen, was sie für richtig hält. Ich glaube, dass Mütter (egal welcher Spezies) einfach instinktiv wissen, was für sie und das Kind das Beste ist. und ich will damit jetzt keinesfalls Frauen auf irgendwas reduzieren! Ganz im Gegenteil: Ich empfinde tiefen Respekt für alle Frauen, die mal ein Kind geboren haben. Es steht mir meiner Meinung als Mann nicht zu, ihr irgendwie darein zu reden. Bei einer Geburt wäre ich höchstens als moralische Unterstützung zu gebrauchen und sonst nichts. ;) Dennoch: Ich halte sehr viel von einer natürlichen Geburt, wenn möglich zu Hause. In der Natur hat alles seinen Sinn: Ich war bei der Geburt dabei, als meine Katze ihre Babys bekommen hat. Der Vergleich hinkt vlt. ein bisschen, hat mich aber schwer beeindruckt! Sie hatte etwa 45 Min. Wehen und wollte unbedingt mit mir kuscheln. Ich habe dabei die Wehen spüren können. Dann hat sie sich in mein Bett verzogen - und leider nicht in die vorbereite Wurfkiste... :-/ Naja, ich hab sie gelassen, weil ich dachte: "Sie wird es schon wissen". Nach jeder Geburt Baby hat es etwa 5 Min. gedauert, bis die Nachgeburt kam. Währenddessen hat sie das Baby schon sauber geleckt und es zu ihrer Milchbar dirigiert. Die Babys wurden im Abstand von ca. 25 Min. geboren und jeweils kurz vor jeder Geburt hat sie dann die Plazenta aufgefuttert. Da sind ja sehr viele Nährstoffe drinne. Sie hat das alles ganz hervorragend gemacht, obwohl sie das ja alles nie gelernt hat. Ich hab die Nächte danach übrigens auf dem Sofa verbracht. :- D Wie gesagt, ich will Frauen nicht reduzieren, aber sowas ähnliches wie meine kleine Katze erlebt in meinem verrohten männlichen Verstand jede Frau auch. Auf Menschenart. :) Ärzte, die ihr im Namen der Geburtshilfeeffizienz der Krankenhäuser da reinreden wollen, haben meiner Meinung nach ihren Beruf verfehlt. Das schließt natürlich nicht die Hilfe der modernen Medizin mit ein, wenn es Komplikationen gibt! Leben und Gesundheit von Mutter und Kind gehen dann vor Heimgeburt. ;)

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Naja...da muss ein relativ großer Kopf durch einen relaitv kleinen Kanal...das tut halt weh.

Aber aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen...man vergisst die Schmerzen wieder, denn in dem Moment, indem du den kleinen Wurm in den Armen halten kannst, werden soviele Glückshormone freigesetzt, das alles andere egal ist. Sonst würde man zumindest das ganze nicht zwei- oder mehrmals machen^^

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Kommentar von Hyaene
01.05.2016, 01:26

Danke dir. Schön von einer Erfahrenen zu lesen. :-)

Mir gingen eben bloß solche Dinge, wie ich bei den Kommentaren von Kastille und Kodringer schrieb, durch den Kopf.

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Moin.

Drehen wir es doch einfach mal um:

Kannst Du Dir vorstellen, wie Dein Körper aussehen würde, wenn die Natur ihn so gebaut hätte, dass der Geburtskanal so groß ist, damit ein Kind bei der Geburt ohne Schmerzen für Dich hindurch passt?

Geh mal in ein Sportfachgeschäft, schaue Dir einen Handball an und stelle Dir vor wie Du aussähst, damit das Ding ohne Schmerzen in Dich rein bzw. aus Dir raus kommen kann.

Wäre Dir das lieber, als ein paar Stunden Schmerzen zu ertragen, um ein Kind, Dein eigen Fleisch und Blut, auf die Welt zu bringen?

- -
ASRvw de André

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Kommentar von Hyaene
01.05.2016, 19:44

Die Fontanelle gibt es ja schon mal nicht umsonst... 

Und wenn die Natur es so eingerichtet hätte, dass das Kind noch kleiner wäre? So, wie zum Beispiel bei Kängurus?

Ich möchte auch noch einmal darauf aufmerksam machen, dass es mir bei dieser Frage nicht um das Emotionale geht, sondern einzig und allein um die Natur. Warum sie den Sex als "Belohnung", aber die Geburt und das Danach SO eingerichtet hat. Ich rede hier auch nicht nur von Menschen, sondern auch von anderen Tierarten. 

Dass es unbeschreiblich ist, wenn man sein Kind im Arm hält, dass man diese Prozedur schon fast gerne macht, damit man seinen kleinen Schatz auf dem Arm hat, ist auch mir klar. ;-) 

Was das Emotionale beim Thema "Geburt" betrifft, so denke ich, hat ein Mann da nicht viel mitzureden. ;-) 

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weil das kind schwer und recht groß ist und so einige muskeln beteiligt sind. der schmerz ist notwendig. weil wenn das kind vorher raus kommen würde und dafür es dann eben wenig bis gar nicht weh tut, wäre das kind ja noch nicht lebensfähig - zu mindestens nicht in der natur.

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Ich denke mal, dass es dazu da ist um die Liebe zum Kind aufzubauen. Immerhin heißt es ja immer, dass der Ganze Schmerz für ein Moment verschwindet, wenn man sein Baby in den Arm nimmt

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Kommentar von Hyaene
01.05.2016, 01:23


Immerhin heißt es ja immer, dass der Ganze Schmerz für ein Moment verschwindet, wenn man sein Baby in den Arm nimmt


Das ist wahr und so stelle ich es mir auch vor. Frauen sind normalerweise auch aus diesem Grund schmerzunempfindlicher, als Männer und die Hormone tun ihr Übriges.

Wenn man sich dann aber, neben den Schmerzen, noch anschaut, wie der Körper "zurückgelassen" wird...

Und nein, ich rede nicht "nur" von Hängebrüsten oder einer weiten Vagina, sondern auch vom Dammriss, Inkontinenz usw. So etwas sehe ich nicht als eine "Belohnung" an, anders, als der Sex. ;-)

Von meinen Freundinnen haben einige gesagt, dass sie doch kein weiteres Kind wollen, sowie sie es zuerst geplant hatten.

Kann nur eine anfängliche Einstellung sein, aber Fakt ist:

Eine Geburt ist furchtbar mit zum Teil auch heftigen Geburtstrauma! :-/

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Der Mensch ist wohl degeneriert, sodass der Geburtskanal sehr eng ist.

Und je mehr Sexualität in einer Kultur tabuisiert wird, desto verkrampfter die arme Mutter...

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Weil du einen kleinen Menschen aus dir presst? 

Gibt viele Gründe, die wissenschaftlich und unwissenschaftliche Grundlagen haben.

Letztendlich wird man danach mit einem neuen Leben beglückt. Sowas schweißt zwei Menschen ungemein zusammen.

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steht schon in der Bibel ... 1. mose

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Kommentar von Hyaene
01.05.2016, 01:31

Maria wurde ohne Sex schwanger. War doch so oder? ^^

Sorry, kenne mich mit der Bibel nicht aus, da ich nicht gläubig bin. ;-D

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Kommentar von dadita
01.05.2016, 11:03

Ja...und das was da steht ist absoluter und wirklich lächerlicher Unfug ^^ 

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Es ist wohl eher umgekehrt: Wenn es keinen Orgasmus gäbe würde keiner sich die Mühe machen ein Kind zu kriegen.

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Kommentar von theantagonist18
01.05.2016, 01:10

Du weißt aber schon, dass man auch Orgasmen haben kann, ohne dass ein Kind die Folge ist?

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Kommentar von Hyaene
01.05.2016, 01:12

Das ist logisch, aber, wenn man dann eine Geburt hinter sich hat, so überlegt man es sich dann doch lieber, ob man sich so etwas wirklich noch einmal "antun" wollte. Da sehe ich außer das Kind, keine "Belohnung". Es hat, anders, als der Sex, keinen Spaß gemacht ein Kind herauszupressen. 

Wäre so eine Geburt "spaßiger", so würde es doch noch viel mehr Geburten geben, als so. Denke ich mir mal. Ich kenne kaum eine Frau, die keine Angst vor der Geburt ihres Kindes hat. :-/

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