Frage von Neoliberalist, 5

Warum ist die deutsche Wirtschaft eines der größten Volkswirtschaften der Welt obwohl es kaum Rohstoffe hat und relativ ein kleines Staatsgebiet hat?

Antwort
von berkersheim, 4

Eine Charakteristik der Deutschen ist nicht nur im Fußball, dass sie so schnell nicht aufgeben und sich zusammen immer wieder gut organisieren. So wurden wir auch ohne grandiose Einzelspieler Weltmeister. Es gibt einen Nationalcharakter, und dazu gehört bei uns Deutschen der Fleiß, ein gutes Selbstmanagement, Solidität und Verlässlichkeit, Pünktlichkeit (Eigenschaften, die vielen positiv auffallen wenn sie in Deutschland eine neue Heimat suchen) und ein guter Schuss Kreativität verbunden mit Wissen. Wir sind ein Land der Bastler und Erfinder.

In den Briefen an seinen Bruder berichtet David Hume im Jahr 1748, als er als englischer Gesandter durch Deutschland reiste, was für ein wundervolles Land diese deutschen Lande sind (ein einiges Deutschland gab es ja noch nicht).

"Am 23. März ist er in Köln. Der Weg hierher, durchs Niederrheinische, hat ihn wieder mit dem Reisen versöhnt. Ganz besonders gefiel ihm das Städtchen Kleve, das dem König von Preußen gehört; die dortigen Straßen seien wahre Alleen mit »prächtigen Bäumen«. Die Gegend zeige sich »überall dicht besiedelt, die Einwohner sind gut gekleidet und gut genährt« (http://www.zeit.de/2011/11/Philosoph-Hume/seite-2)

"Am 26. März erreicht die kleine Gesandtschaft des britischen Königs Koblenz – und Hume ist begeistert. Die Reise von Bonn nach Koblenz nennt er die »angenehmste der Welt«. Die ganze Zeit ging es am Rhein entlang, »manchmal in offenen, schönen, gut gepflegten Ebenen«, dann wieder zwischen »hohen Bergen, die nur durch den Rhein getrennt werden, den schönsten Fluss der Welt«. Die eine Anhöhe sei mit Wald bedeckt, die nächste mit Rebstöcken, und sie seien so steil, dass der Boden durch Mauern und Terrassen gestützt werden müsse. Alle paar Hundert Meter sehen die Briten »ein hübsches Dorf«, das auf die »romantischste Art und Weise« erbaut sei. »Gewiss hat es noch nie eine solche Vereinigung
wilder und kultivierter Schönheit an einem Ort gegeben.« Zur
Vervollkommnung des Ganzen stehen zwischen den Dörfern noch prächtige Klöster und Schlösser."

1748 - das ist 100 Jahre nach Ende des 30jährigen Krieges, in dem Deutschland total zerstört wurde, die Einwohnerschaft halbiert. Und 100 Jahre später wieder ein blühendes Land - auch ohne US-Kapital (was die nie inverstiert hätten, wenn sie sich keinen Gewinn davon erwartet hätten!). US-Kapital hat nach dem Krieg der deutschen Wirtschaft auf die Beine geholfen, aber nicht in 5 Jahren die total zerstörten Städte wie Frankfurt oder Stuttgart oder Würzburg wieder aufgebaut. Das hört sich anders an, wenn man noch "Trümmerfrauen" und Jugendliche aus dieser Zeit als Zeitzeugen gekannt hat, die in Trümmern Theater spielten. Ein Jammer, hier zu erfahren, wie wenige Jugendliche heute noch wissen, was da nach dem Krieg geleistet wurde, wie man sich erfinderisch durchgeschlagen hat. Schon Ende der 50er Jahre war das Grenzgebiet des Saarlandes besser aufgeräumt als das benachbarte Lothringen, wo man noch bis 1970 die Einschusslöscher aus dem Krieg nicht ausgebessert hatte. Deutschland war anders organisiert als das zentralistische Frankreich.

Unsere Eliten in Deutschland waren sicher auch keine Heiligen, aber bei weitem nicht so korrupt wie in Italien oder Frankreich. Das erleichterte soziale Kompromisse, während sie in Frankreich oder Britannien mit massiven Streiks mit dem Hintern wieder umgerissen haben, was sie kurz vorher mühevoll aufgebaut hatten. Was die Exporte angeht, sind die Deutschen umtriebiger. Man nehme z.B. die Schuhindustrie. Die Franzosen schrumpfen, selbst ehemals tolle Firmen. Sie haben es, anders als deutsche Firmen, nicht geschafft, ihre Produktion rechtzeitig ins Ausland zu verlagern. Und wo haben die Deutschen Firmen nicht überall produziert: In Spanien, in Portugal, in Polen und Tschechien und Ungarn, in China und Vietnam. Das erfordert hohe Flexibilität und gute Organisation. Deutsche Schuhfirmen sind Weltmarken! Man muss also nicht immer auf die Autoindustrie schauen. Gleiches gilt für die Klamotten. Deutsche Manager sind Weltreisende. Nicht die Großkonzerne, der Mittelstand ist der Hauptarbeitgeber in Deutschland und darum ist es höchste Zeit, der Geldpolitik der EZB ein Ende zu setzen, weil sie dem Mittelstand schadet.

Antwort
von wfwbinder, 4

DEutschland war/ist ein Land von Erfindern, Unternehmen mit hoher Innovationskraft und dadurch sind wir eine Nation die Rohstoffe einkauft und daraus Produkte erstellt, die auf der ganzen Welt gefragt sind.

Deshalb waren wir lange Exportweltmeister und sind auch weiterhin ganz vorne dabei.

Überall auf der Welt fährt man deutsche Autos und nutzt deutsche Maschinen. nimmt deutsche Tabletten gegen Kopfschmerzen.

Antwort
von zalto, 4
  • hohes Niveau an Bildung und beruflicher Qualifikation
  • Qualitätsbewusstsein
  • Umweltbewusstsein
  • innovative Produkte und hohe Produktivität
  • gesunder Mix aus klassischer Industrie und modernen Dienstleistungen
  • gut ausgebaute Infrastruktur (Verkehr, Energie, Gesundheitssystem...)
  • günstige Lage mitten in Europa
  • sozialer Frieden und politische Stabilität
Antwort
von CamelWolf, 1

Hochwertige Industrieproduktion, sehr viele Produktinnovationen, hoher Bildungsstand der Bevölkerung und die in Jahrhunderten entwickelte Fähigkeit, widrigen Umständen zu trotzen. 


Antwort
von Max7777777, 2

Weil wir nach dem 2ten Weltkrieg fast nichts mehr hatten an Industrie. Das musste improviesiert und erfunden werden. Während wir also uns gedanken gemacht haben wie wir aus nichts Geld machen, haben andere Länder einfach mit ihren alten sachen weitergemacht.

Demenstsprechend hatten wir bald die besseren Maschinen und Wirtschafts Strategien.

Kommentar von CamelWolf ,

Die alte Mär - wahr ist, West-Deutschland hatte nichts mehr und wurde mit amerikanischem Kapital (und deutschen know-how) wieder aufgebaut.

Nach Deiner Argumentation könnte man auch sagen, dass die neuen Autobahnen in der Ex-DDR ausschließlich auf ostdeutsche Kreativität zurück zu führen sind.


Kommentar von Max7777777 ,

Sonst nichts zum meckern gefunden?.....schade ;)

Antwort
von TechnologKing68, 3

Deutschland hat einen hohen Durchschnitts-IQ, hat viele Potential in der Industrie, einen funktionierenden Arbeitsmarkt (mehrheitlich), fleissige Arbeiter etc. etc.

Länder die Rohstoffe haben sind fast nie die, die erfolgreich sind, oder glaubst du, Afrika und Südamerika sind im Schnitt genügend intelligent, um eine Weltwirtschaftsmacht zu sein? 

Rohstoffe kann man heutzutage importieren, daher ist das kein Problem mehr.

Kommentar von Schnoofy ,

Abgesehen davon, dass deine Charakterisierung des "Faktors Mensch" sehr fragwürdig ist gibt es noch einige andere Faktoren, die eine ganz entscheidende Aspekte, die Du nicht einmal im Ansatz erwähnst.

Aber ich gebe zu, dass der Raum auf dieser Plattform für eine ausführliche Analyse zu eng ist.

Kommentar von TechnologKing68 ,

Ja, logisch, keineswegs erhebt meine Antwort einen Anspruch auf Vollständigkeit, es sind nur Beispiele...

Antwort
von bartman76, 3

Deutschland hat viel "Know-How" und viele Jahre lang bedeutete der Slogan "Made in Germany" sehr viel in der Welt. Insbesondere das zweite dürfte ziemlich gelitten haben und in Sachen Technologie müssen wir auch sehr aufpassen, dass wir nicht ins Hintertreffen geraten.

Antwort
von Jack98765, 2

Deutschland hat über 80 Mio. Einwohner die auch Geld haben um schon mal daheim die Wirtschaft anzukurbeln. Stottert dieser Motor, pumpt die Regierung einfach Geld in die Wirtschaft und es läuft wieder.

Dazu hat Deutschland Glück, dass die Handelspartner noch immer glauben "Made in Germany" wäre mit Qualität gleichzusetzen.

Antwort
von MancheAntwort, 1

da gilt der Spruch " Wissen ist Macht" !

Kommentar von Kuestenflieger ,

ergänzt :  wer nichts weiß schläft besser.

oder : wer nichts weiß , macht nichts verkehrt .

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