Frage von Zidane47, 139

Warum ist die Bundeswehr in Ihrem Handeln so eingeschränkt?

Was man so als Außenstehender mit bekommt ist echt traurig. Übertrieben gesagt werden Soldaten in den Krieg geschickt, werden angegriffen, dürfen aber erst zurück schießen wenn einer im Amt seinen Segen gibt. Wenn man mit Soldaten spricht die im Einsatz waren, fühlen die meisten sich von der Politik verraten und im Stich gelassen. Aktuell wird drüber diskutiert ob die Bundeswehr auch im Inland eingesetzt werden darf z.b. bei Terroranschlägen (Was ist das für ne bescheuerte Diskussion !?) Meiner Meinung nach besteht da überhaupt kein Diskussionsbedarf, selbstverständlich sollten sie auch im Inland eingesetzt werden!

Warum darf die Bundeswehr so gut wie nichts und ist so extrem eingeschränkt in ihrem Handeln, wie ein Löwe im Käfig ?

Antwort
von OlliBjoern, 79

Im Inland gibt es die Polizei, diese ist für die Regeleinhaltung innerhalb der Grenzen zuständig. Man schickt ja auch (aus guten Gründen) keine Polizisten nach Afghanistan (sondern Soldaten).

Ich stimme allerdings dem Punkt zu, dass die Bundeswehr im Auslandseinsatz (und in punkto Ausrüstung) von der Politik unterstützt werden sollte. Der Punkt Inlandseinsatz ist davon getrennt zu betrachten.

Kommentar von Tilgung ,

Es wurden auch einige Polizisten nach Afghanistan geschickt. Um genau zu sein, waren es Bundespolizisten, welche dort Polizeieinheiten ausbilden sollten.

Kommentar von OlliBjoern ,

Ok, macht Sinn. Das hatte ich vergessen.

Antwort
von kayo1548, 49

"dürfen aber erst zurück schießen wenn einer im Amt seinen Segen gibt"

das ist natürlich Quatsch, aber Fakt ist, dass man nicht wahllos auf alles schießen kann - es gibt klare Regeln.

Und gerade in Situationen die eher polizeilichen Aktionen ähneln (wie sie heute ja oft stattfinden) ist es so, dass man einen assymetrischen Feind bekämpft, sich also in einem Umfeld mit vielen Zivilisten bewegt.

Da muss man natürlich ganz andere Anforderungen an den Schusswaffengebrauch stellen und sehr genau abwägen um keine Unschuldigen zu gefährden.

". Wenn man mit Soldaten spricht die im Einsatz waren, fühlen die meisten sich von der Politik verraten"

richtig, das liegt aber eher an mangelhafter Ausrüstung, nicht klar strukturierten Einsatzzielen und daran, dass man politisch halt vermarkten muss und oft nicht klar sagen kann was Sache ist

"Aktuell wird drüber diskutiert ob die Bundeswehr auch im Inland
eingesetzt werden darf z.b. bei Terroranschlägen (Was ist das für ne
bescheuerte Diskussion !?) Meiner Meinung nach besteht da überhaupt kein
Diskussionsbedarf, selbstverständlich sollten sie auch im Inland
eingesetzt werden! "

Das Problem ist aber, dass die Bundeswehr für solche Einsätze weder ausgerüstet noch ausgebildet ist.

Und ein Mehr an Sicherheit sehe ich da auch nicht, auch wenn man das dem Bürger so verkaufen kann.

Ganz im Gegenteil: Es gibt da vielmehr sogar ein Potential für Abstimmungsprobleme u.ä. die evtl sogar negativ sein können.

Insgesamt kann man in so einer Situation natürlich an jede Straßenecke einen Soldaten stellen, aber ob das irgendwas bringt?

Wäre es nicht sinnvoller die Polizei zu fördern und einzelne Dienststellen zu entlasten um auch nach wie vor genügend Ressourcen zu haben um angemessen reagieren zu können?

Kommentar von Zidane47 ,

endlich mal ne gescheite Antwort ! Danke dir. 

Kommentar von 19Sunny96 ,

Nicht ausgebildet und nicht ausgerüstet? So ein Quatsch ...

Kommentar von Zidane47 ,

@19Sunny96 da muss ich dir zustimmen seh ich auch anders, ausgebildet sind sie dafür auf jeden fall, ausgerüstet ist ein anderes thema, die elite truppen vielleicht aber bei dem rest verbiegt sich wahrscheinlich der lauf der waffe beim feuern 

Kommentar von kayo1548 ,

"Nicht ausgebildet und nicht ausgerüstet? So ein Quatsch ..."

nö Fakt;

polizeiliche und militärische Taktiken unterscheiden sich doch erheblich;

Nur weil beide Waffen haben heißt das nicht, dass sich das ähnelt.

Ein Informatiker und ein Kaufmann arbeiten auch beide mit dem PC; der Beruf an sich ist aber doch völlig anders

Daneben noch die gesetzlichen Grundlagen polizeilichen Handels (z.b. nach dem PolG und dem STPO); das sind alles Dinge, die Soldaten nicht können.

Umgekehrt wären Polizisten auch in Kriegsszenarien überfordert.

Und auch polizeiliche und militärische Ausrüstung unterscheidet sich doch ganz erheblich.

Wenn du das ganze als "Quatsch" abtust frage ich mal ganz konkret: woher hast du dein Wissen?

Ich gehe mal davon aus nicht aus der Praxis, sonst müsstest du die Unterschiede ja kennen.

Kommentar von rav3ry ,

Ich glaub es wurde einfach falsch aufgefasst. Ausbildungstechnisch ist die Bundeswehr auf einem sehr hohen Niveau - so hoch wie es das material zulässt.

Und Kontrollen, Zugriffe, etc. könnten alle Kampfkompanien auch durchführen. Wir könnten da sicherlich helfen, aber ist nicht unser Aufgabengebiet.

Kommentar von kayo1548 ,

"Ausbildungstechnisch ist die Bundeswehr auf einem sehr hohen Niveau "

sicher, aber eben für die entsprechenden Aufgaben und das ist auch gut so.

Ich wollte damit ja nicht sagen, dass die Bundeswehr schlecht ausgebildet wäre, aber es sind eben völlig verschiedene Gebiete und das ist auch sehr sinnvoll und sogar notwendig um auf dem Gebiet effizient zu sein.

Das sieht man ja daran, dass es sogar innerhalb der Polizei oder Bundeswehr weitere Spezialisierungsmöglichkeiten gibt.

"Wir könnten da sicherlich helfen, "

An eine Straße stehen und Präsenz zeigen wäre sicher denkbar oder bei Kontrollen im Hintergrund sein aber ob das Sinn macht oder einfach nur den Bürger beruhigt?

Eine gewisse Präsenz zeigen ist sicher wichtig (und auch ein Grund für die vielen Einsatzkräfte vor Ort), aber ob es dafür die Bundeswehr braucht? Der Sinn dahinter erschließt sich mir einfach nicht so ganz.

Die eigentliche Arbeit findet ja zu einem großen Teil auch hinter den Kulissen statt.

Und von einer Situation in der man da wirklich so viele bewaffnete Einsatzkräfte braucht um die Situation zu stemmen sind wir weit entfernt; da bräuchte es schon mehr als eine handvoll Täter.

Das wäre ja dann praktisch schon eine Art (Bürger) Kriegszenario

"aber ist nicht unser Aufgabengebiet."

richtig und ich denke das Problem ist auch, dass viele Bürger sich davon zu viel erhoffen:

Manche Politiker vermarkten das ja in einer Art und Weise, dass mit der Bundeswehr soetwas wie in München nie passiert wäre und da alles viel besserer und sicherer wäre.

Sicherheit lässt sich natürlich gut verkaufen, warum man für diese Zwecke aber die Bundeswehr "missbrauchen" muss ist eine gute Frage finde ich.

Kommentar von rav3ry ,

Ich stimm dir ja zu, dass die BW dort nicht eingesetzt werden sollte. Wir trainieren wie man Häuser stürmt, die Polizei trainiert das. Und die Polizei hat ihre Spezialeinheiten genau wie wir. Und ich hab keinen Zweifel dass unsere Polizei mehr als befähigt dazu ist ihren Auftrag auszuführen.

Wollte nur sagen, dass wir solche Aufgaben mit unserer Ausbildung auch durchführen könnten.

Ein Mensch ist intelligent, ein Haufen Menschen sind kurzsichtig wenn sie denken dass die BW helfen könnte oder dass jeder Anschlag zu verhindern ist.

Antwort
von Hamburger02, 67

Weil eine so starke Armee locker die Macht im Staat übernehmen kann, wenn da ein paar an der Spitze durchdrehen. Genau deswegen ist diese Macht im Käfig sehr gut aufgehoben.

Das liegt generell der gesamten Organisation der Bundesrepublik zu Grunde. Die Macht ist so verteilt, dass niemals einer alleine die Macht übernehmen kann. Und wenn ich mir die Vorgänge in der Türkei so ansehe, ist das auch gut so. 

Das sind Lehren, die wir aus unserer Geschichte gezogen haben.

Kommentar von Zidane47 ,

So war die Frage nicht gemeint. Wenn du deine Soldaten in den Krieg schickst dann sollten Sie dort auch von der Politik unterstützt werden. Die Bundeswehr ist doch kein Selbstmordkommando! Nimm als beispiel das Karfreitagsgefechr in Afghanistan.   

Kommentar von Hamburger02 ,

In dem Punkt gebe ich dir allerdings recht. Wenn man sie schon ins Ausland schickt, wovon ich generell nicht so viel halte, weil es keine Lösungen bringt, dann darf man erwarten, dass sie die bestmögliche Ausrüstung und Unterstützung aus der Heimat kriegen.

Kommentar von Karl37 ,

Die Vorgänge in der Türkei war keine Militärrevolte, sondern ein getürkter Aufstand von Erdogan angeordnet. Die Listen der "Aufständischen" waren ja bereits sofort vorhanden und Grundlage der Verhaftungen. Nur Erdogan hat es etwas intelligenter gemacht wie sein Vorbild A.H. mit dem Überfall auf den Sender Gleiwitz

Kommentar von Hamburger02 ,

Auch das, was ja auch nicht sicher ist, wäre bei uns nicht möglich. Muddi Merkel wäre schon mal nicht Oberbefehlshaber der Armee. Das Verfassungsgericht, Justiz und Presse könnte sie auch nicht so einfach ausschalten.

Antwort
von Tilgung, 23

Warum sollte man die Bundeswehr bei Terroranschlägen im Inland einsetzen? Die Bundeswehr selbst möchte es nicht und die Polizei möchte es auch nicht.

Man kann nicht die Polizei Jahre lang kaputtsparen und dann am Ende so als Notgroschen die Bundeswehr ins Feld schicken. Die Polizei muss personell aufgestockt werden, sie muss ordentliche Ausrüstung bekommen und mehr Schießtraining.

Antwort
von frischling15, 60

Die Bundeswehr ist für die Verteidigung , und nicht für den Angriff zuständig !

Kommentar von Zidane47 ,

Jaja im Ausland kann man sein Land auch am besten Verteidigen ne ? 

Kommentar von berieger ,

Ja, es ist tatsächlich so, das geht ganz einfach. Wenn sich z.B. ein Feind/Gruppe  im Land X sammelt und man kann sie dort vernichten, dann wäre es ja geradezu stupide das nicht zu tun. Oder würdest du warten bis sie die Alpen runterrutschen?

Kommentar von Zidane47 ,

Hahaha der mit den Alpen war gut :D Aber das was du sagst ist amerikanische Kriegsführung und totaler Müll. Du weiß selber dass die niemals die Alpen erreicht hätten. Da sind noch ein Paar Länder dazwischen. 

Kommentar von meinerede ,

@Zidane47! Sogar  Elefanten haben´s schon über die Alpen geschafft! Und das Kamel hat auch schon aus´m Rhein getrunken, bye the way!

Antwort
von berieger, 49

Zidane, hoffentlich schießt du noch viele Tore aber ganz so schlimm ist es nicht mit der Selbstverteidigung. Das was du meinst gilt nur VOR dem genehmigten Einsatz. Im Einsatz selbst gibt es praktisch keine Regeln ausser der Genfer Konvention. Aber die wird sehr liberal ausgelegt.

Eigentlich gilt folgende (ungeschriebene) Regel: "Besser der als ich". Egal was Frau von der Leyen sagt. "Ich überlebe, es ist mein Leben und wenn mir das gelingt kräht kein Hahn mehr danach wie das kam".

Kommentar von Zidane47 ,

Ich schieß leider keine Tore mehr, verteile nur noch Kopfstöße ;D 

Ja so denken wir, aber wenn du die Leute fragst, die in Afghanistan waren und auch in Kämpfe verwickelt waren, dann hört man was ganz anderes. Wie schon oben beschrieben, nimm als Beispiel das Karfreitagsgefecht, die Soldaten waren 6 km vom Stützpunkt entfernt als Sie in ein Hinterhalt geraten sind, 6 km ! Die hätten Unterstützung per Fahrrad los schicken können, was sind 6 km ?! Wären die Amerikaner dort nicht mit Kampfjets aufgetaucht wer weiß wie das geendet hätte. 

Ein Bundeswehrsoldat ist einer der best ausgebildeten Soldaten der ganzen Welt aber bekommt Stock und Stein in die Hand und den Befehl "Du machst das schon". traurig ist das und die Frage bleibt, Warum ?  

Kommentar von berieger ,

Ich nehme mal an du bist Soldat was ich so lesen kann. Ich war in Vietnam in deinem Alter. Egal, ich gebe dir einen guten Rat und graviere ihn dir ein für deine restlich Karriere und halte dich daran bis du in Rente gehst egal ob Stock und Stein: Auch das Überleben ist eine Frage der Intelligenz. Der Trick ist zu erraten  was dein "Gegenüber" so vorhat, dann das zu damit "der" draufgeht und nicht du. Hört sich einfach an ist aber so,

Antwort
von Hugito, 62

Die Bundeswehr ist kein Abenteuerspielplatz für Rambos, die den großen Kick suchen.

Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee. Sie hat klar umrissene Aufträge. Die Bundeswehr ist an die Regeln des Rechtsstaates gebunden

Jeder Soldat schwört bei Amtsantritt, "das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, .."

Wem das nicht passt, hat in der Bundeswehr nichts zu suchen.

Kommentar von Zidane47 ,

Und wodrauf Antwortest du hier gerade ? Die Frage war nicht "Möchte zur Bundeswehr, kann man da Rambo spielen?" 

Kommentar von Hugito ,

Deine Frage war sinngemäß: "Warum kann man bei der Bundeswehr im Einsatz nicht ordentlich die Sau rauslassen?"

Kommentar von Zidane47 ,

Nein! Meine Frage war sinngemäß: "Wieso die Politik nicht hinter ihren Soldaten steht?"

Kommentar von Hugito ,

Die Politik steht hinter ihren Soldaten.

Übrigens: Wenn Soldaten angegriffen werden dürfen sie sich auch verteidigen.

Kommentar von Zidane47 ,

Wo steht die Politik denn hinter Ihren Soldaten ? Ich glaub du hast dich mit dem Thema noch nicht beschäftigt. Lies dir mal Bücher durch von Ex Soldaten oder sprich am besten mit welchen die dort waren. Aber nicht zum Spaziergang sondern im richtigen Gefecht 

Antwort
von soissesPDF, 22

Nein, im Inland hat eine Armee nichts verloren, geschweige denn zu gewinnen.

Wozu also ist die Bundeswehr da?
Den Feind solange aufzuhalten bis richtiges Millitär kommt.

Antwort
von lesterb42, 8

Damit es in Deutschland nicht wieder so aussieht:

https://www.bstu.bund.de/DE/BundesbeauftragterUndBehoerde/Aktuelles/20151111_hel...

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