Frage von fouty09, 71

warum ist die Bismarck gesunken?

Habe den Film: die letzte Fahrt der Bismarck-gesehen. Und man ist sich heute ziehmlich sicher, das sie sich selbst versenkt hat.

Habe 3 Fragen

Die Bismarck war doch das stärkste Bewaffnete und das stärkste Gepanzerte Kriegsschiff zu der Zeit. Dennoch wurde sie nach dem Torpedotreffer am Ruder sozusagen in Stücke geschossen.

  1. Warum hat die Panzerung da nicht mehr gehalten? Sie war zwar sehr stark gepanzert aber nicht unverwundbar, sollte man da nicht vergessen.

  2. Warum konnte sie die angreifenden Schiffe nicht selber beschiessen und versenken? Waren doch leichte Ziele für die Bismarck.

  3. Sollte sie nicht eine U-Boot Eskorte nach dem Rudertreffer bekommen? Die Flugzeuge haben es ja wegen dem schlechten Wetter keine Chance.

Antwort
von ponter, 34

1. Warum hat die Panzerung da nicht mehr gehalten? Sie war zwar sehr stark gepanzert aber nicht unverwundbar, sollte man da nicht vergessen.

Die Frage hast du ja schon selbst beantwortet.

Dem permanenten Beschuss von 20 cm Kanonen, wobei zunächst aus einer Entfernung von fast 30 Kilometer nicht jeder Schuss ein Treffer war, kann auf Dauer keine Panzerung standhalten. Nachdem die Bismarck bereits stärkere Schäden aufwies, wurde die Entfernung bis auf gut zwei Kilometer verringert. In diesem Fall ist davon auszugehen, dass die meisten Granaten das Ziel trafen. Verschossen wurden dabei fast 200 Granaten in sechzig Minuten. 

2. Warum konnte sie die angreifenden Schiffe nicht selber beschiessen und versenken? Waren doch leichte Ziele für die Bismarck.

Wie hier schon geschildert wurde, war die Feuerleitung teilweise zerstört. Zudem ist zu bedenken, dass unter den vorherrschenden Bedingungen, nach und nach die Koordination von verschiedenen Arbeiten drastisch nachließ. Weitere Faktoren erschweren den Einsatz der Artillerie. 

- Bekämpfung von Brandschäden, Reparatur von Schäden an relevanten Bauteilen und Anlagen

- Die Versorgung mit Munition ist nicht stetig gewährleistet

- Abnehmende Sicht mit voranschreitendem Gefecht

usw.

Wer selbst einmal in der Marine Dienst geleistet hat, kann sich ungefähr ein Bild davon machen, wie die Besatzung während des Gefechts immer mehr gefordert wurde. Auch heute noch wird in der Bundesmarine während der Seefahrten unentwegt die Leck, und Brandabwehr und andere "Rollen" geprobt, dabei werden, soweit möglich, Gefechtsbedingungen simuliert.

 3. Sollte sie nicht eine U-Boot Eskorte nach dem Rudertreffer bekommen? Die Flugzeuge haben es ja wegen dem schlechten Wetter keine Chance

Nicht nur die Flugzeuge waren durch die Wetterlage eingeschränkt, auch die Entsendung der U-Boote war eher nur von theoretischer Natur.

Nach dem Prinzip der U-Bootkriegführung der Kriegsmarine, waren die Boote fûr verschiedene Planquadrate eingeteilt. Somit hätten die meisten Boote eine nicht unerhebliche Wegstrecke zurücklegen mûssen, um überhaupt in die Nähe des Geschehens zu kommen.  Bei den vorherrschenden Wetterbedingungen eine schwierige Aufgabe. 

Die Boote des Typs VII beispielsweise waren theoretisch mit einer Ûberwassergeschwindigkeit von ca. 17 Knoten ausgewiesen. Angesichts des Wetters wäre maximal die Hälfte der Geschwindigkeit möglich gewesen, die Anfahrt hätte also einge Zeit gedauert. Weiterhin wäre die Ortung und die Verfolgung der gegenerischen Flotte ein weiteres, größeres Problem gewesen. Zur damaligen Zeit war ein erfolgreicher Angriff eines, relativ unbeweglichen U-Bootes, auf ein Kriegsschiff eher mit einem Glückspiel gleichzusetzen. Der Faktor Wetter spielt auch hier wieder eine erhebliche Rolle. 

Wer sich einmal in einem Sturm im Atlantik befunden hat, kann nachvollziehen, dass das zur damaligen Zeit ein äußerst schwieriges Unterfangen war.

Antwort
von GoodbyeKitty1, 46

Die Bismarck wurde selbstversenkt, da es keine Möglichkeit gegeben hätte, Brest zu erreichen. Das Ruder bzw. die ganze Heckpartie war eine Fehlkonstruktion, mindestens jedoch eine Schwachstelle.
Beim Gefecht wurden der Bismarck u.a. die Entfernungsmesser für die schwere Artillerie zerschossen - ohne die trifft man gar nichts mehr, zumal wir hier ja über große Entfernungen von mehreren Kilometern sprechen. Das ist nicht so einfach, schon gar nicht bei Seegang. Und: U-Boote kann man nicht mal kurz "herzaubern".

Kommentar von fouty09 ,

Die Engländer waren in diesen Gefecht wohl echte Scharfschützen, da sie die wichtigsten Bereiche zerschossen haben. Z.B. der Messer, mehrere Gefechtstürme und die Brücke.

Das mit den U Booten wurde doch so vereinbart oder?

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