Frage von DerKritiker9631, 11

Warum ist die Antifa oft Proisraelisch und pro Amerikanisch eingestellt?

Warum ist die Antifa häufig Pro Israelisch, und Pro amerikanisch eingestellt? Und andere Linke dagegen eher Pro Palästina und Antiamerikanisch? Die Antifa ist ja auch eher Antideutsch eingestellt, während andere Linke nicht unbedingt Antideutsch eingestellt sind.
Woher kommt das das die Antifa oft eher Antideutsch eingestellt ist?

Antwort
von Exisaur, 9

Erstmal - auch wenn ich das hier wohl schon eine Millionen mal geschrieben habe: "die Antifa" gibt es nicht - das sind alles einzelne, unabhängige Gruppen, die sich unter diesem Namen sammeln und zu ganz unterschiedlichen Themen arbeiten.

Grundsätzlich ist das, worauf die Frage abzielt, das Phänomen eines großen Bruches innerhalb der (deutschen) Linken, der sich in den letzten Jahrzehnten vollzogen hat.

Einerseits gibt es noch eine "Traditionslinke", also linke Gruppierungen, die sich an Ideologie und Werte des vorherigen Jahrhunderts orientieren (ich möchte fast sagen "klammern"), also Sozialismus, Arbeiterklasse, Antiimperialismus etc. Das sind in der Regel auch die, die eher Pro-Palästinensisch und Antiamerikanisch sind.

Ich halte die für einen regressiven (also rückschrittlichen) Teil der Linken. Der linke Antiamerikanismus ist in der Regel ein Zeichen einer antimodernen Einstellung und nicht zuletzt auch ein Indiz dafür, dass man den Kapitalismus nicht wirklich verstanden hat - und geht oft einher mit Antisemitismus (auch wenn man den nicht als solchen verstanden wissen will). Das ist auch einer der Gründe, warum viele Traditionslinke sich mit den Palästinensern solidarisieren.

Auf der anderen Seite gibt es eine Strömung in der Linken, die ihre Wurzeln vor allem in der Frankfurter Schule (Adorno, Horkheimer) hat (die man als "antideutsche Linke" bezeichnet). Hierbei geht es meiner Meinung nach darum, anzuerkennen, dass es nach dem Nationalsozialismus (in der Linken aber auch sonst überall) nicht weitergehen kann wie bisher. Zunächst einmal hat der Nationalsozialismus gezeigt, dass die Arbeiter nicht - wie zuvor in der Linken immer postuliert - "revolutionäre Subjekte" sind; ganz im Gegenteil: der Nationalsozialismus wurden von einem großen Teil der Arbeiterschaft mit getragen (womit ich keineswegs verleugnen will, dass es nicht auch aus der Arbeiterbewegung Widerstand gegeben hat - Ehre ihrem Andenken). Und noch viel wichtiger: die Shoah, deren Durchführung eine der wesentlichsten Forderungen des Nationalsozialismus war, ist der barbarischste Zivilisationsbruch der Menschheitsgeschichte. Dass so etwas wieder geschieht, ist demnach unter allen Umständen zu vermeiden.

Wichtigste Manifestation dieser Erkenntnis ist die Existenz des Staates Israel. Denn die Shoah hat gezeigt, dass der einzige Weg für Jüdinnen und Juden, nicht dem eleminatorischen Antisemitismus ausgeliefert zu sein, der sie damals durch die Deutschen und heute durch die Araber bedroht (hat) ist, sich selbst verteidigen zu können - dafür ist der Staat Israel da. Und jeder, der ernsthaft von sich behauptet, er wolle nicht, dass die Shoah sich wiederholt, tut gut daran, die Existenz dieses Staates zu verteidigen.

Denn auch wenn man sich als Linke eigentlich gegen Staaten, Religionen und der gleichen positioniert, muss man doch anerkennen, dass wir in einer Welt leben, die sich eben durch die Organisation von Menschen in Nationalstaaten auszeichnet. Und so lange dieser Status Quo (der ja einen Fortschritt gegenüber dem feudalen/absolutistischen Königstaat darstellt) gegen die Regression verteidigen muss, braucht man sich über eine Zukunft jenseits der Nationalstaaten nicht besonders viele Gedanken machen.

Antwort
von TUrabbIT, 11

Extreme Linke Ideologie ist meist Antinational, gegen staatliche Gewalt und gegen das politische System, Ziele sind häufig die Abschaffung von Grenzen oder direkt die Auflösung staatlicher Strukturen für das größte Maß an Freiheit des Einzelnen zum Wohle jedes einzelnen.
Daher sind viele Linke einerseits gegen die USA, da diese das system repräsentieren, für Israel weil die Juden im Reich leiden mussten, aber auch für Palästina, da diese als ungerecht behandelt gelten und durch Israel quasi eingesperrt sind.

Der Mensch oder besser der Arbeiter ist im Fokus linker Politik, diese ist viel durch soziale Themen geprägt.

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