Frage von Hposs, 119

Warum ist die aktuelle Drogenpolitik gescheitert?

Antwort
von Reptain, 61

Ganz einfach:

  • trotz des Verbots steigt der Cannabiskonsum insbesondere unter Jugendlichen rasant an - inzwischen haben wir bundesweit über vier Millionen Cannabiskonsumenten - geschätzte drei Millionen davon konsumieren regelmäßig.
  • Jährlich werden ca. 100.000 Cannabiskonsumenten zu einer Gefängnisstrafe verurteilt - insbesondere Jugendliche haben nach einer Verurteilung kaum mehr Chancen auf einen vernünftigen Arbeitsplatz.
  • Zudem fallen jährlich Millarden Kosten durch polizeiliche Ermittlungen und Strafverfahren an - wichtiges Personal fehlt an anderen Stellen. Im Falle, dass die Staatsanwaltschaft die „geringe Menge" geltend macht, ist die Arbeit der Behörden sogar für den Papierkorb. 
  • Trotz der Freigabe von Cannabis zu medizinischen Zwecken hat nur ein kleiner Bruchteil Anspruch darauf - in den meisten Fällen werden sogar absichtlich chemische Medikamente verschrieben, weil eine entsprechende Genehmigung nur schwer zu bekommen ist, und sich in der Praxis kaum ein Arzt den Aufwand machen wird, diese zu beantragen. Zumal die Krankenkassen weiterhin die Kostenübernahme verweigern dürfen. 

Die Prohibition hat auf ganzer Linie versagt. Es wird Zeit, Cannabis reguliert in Fachgeschäften abzugeben. Das Regulierung unter Wahrung des Jugend- und Verbraucherschutzes funktioniert, zeigen z.B. die Niederlande, Colorado und Uruguay. 

Antwort
von elenore, 78

Millionen Menschen nehmen Drogen – ganz gleich, ob das verboten ist oder nicht. Nur was genau und wie viel?

Die aktuelle Verbotspolitik ist gescheitert, sie hält die Konsument_innen augenscheinlich nicht vom Konsum ab und schadet letztendlich dem Gemeinwohl.“ Viel klarer hätte die Absage an den aktuell praktizierten Umgang mit Cannabis und dessen Konsumenten kaum formuliert werden können. In einem am Mittwoch in der Friedrich-Ebert-Stiftung vorgestellten Positionspapier brechen die Fachpolitiker der SPD-Bundestagsfraktion eine Lanze für eine Neuordnung der Drogenpolitik insgesamt. Wichtigster Punkt: Die Regulierung des Cannabis-Marktes.

Mehr = http://www.vorwaerts.de/artikel/arbeitskreis-drogenpolitik-verbot-cannabis-gesch...

Antwort
von john201050, 10

das eigentliche ziel, nämlich den schaden an der gesellschaft durch drogenkonsum zu minimieren hat man weit verfehlt.

das verbot erhöht die schäden sogar. schafft es aber nicht einmal den konsum einzudämmen.

--> das verbot bringt absolut nichts.

--> das verbot schadet und kostet richtig geld

wozu also daran fest halten? richtige gründe gibt es keine. nur ideologie und wirtschaftliche interessen.

Antwort
von Siliconhex, 81

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass du von Cannabis sprichst :) Die Politiker denken, durch das legalisieren von Cannabis, könnte noch mehr Drogenabhängigkeit entstehen, was totaler Schwachsinn ist. 13 Jährige können um die nächste Ecke gehen und sich die nächste Tüte besorgen. Sowas würde es dann nicjt mehr geben, wenn man das Zeug legal verkauft und eine Altersbegrenzung vorliegt. Dann würden die Dealer riesengroßen Verlust machen.

Antwort
von lalala321q, 60

weil sich die Leute von du mmen Politikern niemals in ihrer Freiheit beschränken lassen werden. Es ist so wie Kid Rock singt

Antwort
von AbiesKoreana, 60

Meiner Meinung nach müssen lediglich die Strafen für Drogenvergehen erhöht werden: also null Toleranz (also Abschaffung der geringen Mengen) und allgemein höhere Strafmaße.

Aber an sich ist der weg der Repression nicht der falsche.


Kommentar von LinnSarma ,

Ja sicher :D

Genauso wie es durch die Todesstrafe in den USA eine niedrigere Mordrate als hier gibt... nicht. ;-)

Kommentar von Reptain ,

also Abschaffung der geringen Mengen)

Die „geringe Menge" kann nicht abgeschafft werden, sondern wurde sogar auf Bestreben des Bundesverfassungsgerichts eingeführt. 

Aber an sich ist der weg der Repression nicht der falsche.

Sind also organisierte Kriminalität, Schwarzmarkt und Streckmittel für dich die Alternative zu einer regulieren Abgabe in zertifizierten Shops? 

Kommentar von john201050 ,

yeah, man scheitert seit 40 jahren mit der repression.

aber wenn man sie erhöht wird es bestimmt funktionieren. weil isso.

dümmer als den gleichen fehler immer wieder zu wiederholen gehts ja wohl nicht mehr.

Antwort
von aXXLJ, 26

Warum ist die aktuelle Drogenpolitik gescheitert?

Die Drogenpolitik muss als gescheitert bezeichnet werden, weil herkömmliche "Drogenpolitik" weitgehend auf Verbot, Bestrafung, Verfolgung und Vernichtung basiert.

Der sogenannte "Krieg gegen Drogen", hat sich als Krieg gegen Menschen erwiesen. Das kann dem Menschen, der weiß, dass er sich zwar ungestraft zu Tode saufen darf, aber wegen (vergleichsweise) harmlosem Cannabis strafrechtlich verfolgt und sozial ausgegrenzt wird, kaum recht sein.

Kommentar von tepewhat ,

naja aber cannabis macht sofort abhängig und alkohol kann man in maßen konsumieren. außedem gehört alkohol zur kultur und brauch und cannabis als illegale droge nicht. außerdem ist cannabis quasi schon legal: 6gramm werden hier in bayern nicht verfolgt. 

Kommentar von aXXLJ ,

Über das Abhängigkeitspotenzial von Cannabis kann man sich informieren. Du auch. Also plapper nicht einfach nach, was Du hier und da mal liest oder hörst.

Auch dass 6 Gramm in Bayern quasi "legal" sind und nicht verfolgt werden, wäre mir neu. http://www.nordbayern.de/region/hersbruck/0-01-gramm-cannabis-lehrerin-zu-700-eu...

Scheinbar liest Du nichts zum Thema, denn ansonsten wüsstest Du dass eine Cannabis-Kultur seit (nachweislich) etwa 6000 Jahren  besteht.

Kommentar von john201050 ,

cannabis ist illegal und gerade bei den versoffenen hinterwäldlern wird einem mit pech auch wegen ein paar mg die hölle heiß gemacht.

cannabis macht körperlich gar nicht abhängig. im gegensatz zu alkohol.

cannabis schadet körperlich gar nicht. im gegensatz zu alkohol.

das gesamte abhängigkeitspotenzial und die gesamten schäden sind bei alkohol viel viel höher.

nur weil viele drogenmissbrauch bei alkohol als "kultur" ansehen rechtfertigt das nicht das verbot anderer drogen.

Antwort
von NoahBeat, 63

Das liegt an der beschissenen SPD. Glaub ich. Auf jeden Fall gibt es dort eine Beauftragte, die total gegen Marihuana ist. Ich habe ein Interview mit ihr gesehen. Es ist schrecklich. Wenn es so weiter geht, wird in Deutschland niemals Gras angebaut werden dürfen.

Kommentar von Ololiuqui ,

Du meinst sicherlich die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler von der CSU.

Kommentar von NoahBeat ,

Ich komme dabei immer durcheinander. Danke für die nette verbesserung

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