Frage von Fuloli, 126

Warum ist die AfD rassistisch aber die Schweizer nicht?

Ich habe das Grundsatzprogramm gelesen und der - meiner Auffassung nach- schlimmste Punkt ist das Verbots des Rufes von Muezzin. Rassismus heißt, Menschen aufgrund von nicht wählbarer Eigenschaften wie Hautfarbe, Geschlecht, Herkunft usw. anders zu behandeln. Dabei ist das die "moderne" Definition.

Die AfD begründet das Verbot aber mit einer Anfechtung des Christentums (Ruf des Muezzin:"Allah ist größer, Allah ist der Größte. Allah ist der einzige wahre Gott und Mohammed sein Bote. Kommt zum Gebet. Allah ist der wahre Gott, Allah ist der Größte.") . Der Grund ist nicht "Muslime sind minderwertig und dürfen keine Minarette haben". Das heißt nicht das die Argumentation der AfD richtig ist, aber ist sie rassistisch? Ja, die Forderung richtet sich gegen Muslime, aber sie richtet sich nicht gegen Muslime, einfach weil sie Muslime sind.

Wenn ein Schwarzer eine Straftat begeht, ist es ja auch nicht rassistisch, wenn man ihn belangt. Ich weiß, dass der Vergleich hinkt. Ich weiß auch, dass es Religionsfreiheit gibt. Aber warum ist man religionsfeindlich, wenn man sich durch die Religionsfreiheit anderer in seiner Religion eingeschränkt fühlt? Warum ist man rassistisch, wenn man einen nicht-weißen kritisiert? Behindert die aktuelle Regierung nicht schon die volle Auslebung der Scharia (heilige Gestzgebung des Korans, die im Gegensatz zur deutschen Gesetzgebung von Allah gemacht wurde) und ist damit religionsfeindlich?

Es gibt ein Gesetz gegen Beleidigung, warum gibt es sowas nicht im religiösem auch? Klar soll man seinen Glauben ausleben, klar kann man in der Moschee oder ausschließlichen Anwesenheit anderer Religionsangehöriger behaupten, sein Gott sei der einzig Wahre, aber muss man das wirklich über das gesamte Dorf hinausposaunen?

Ich bin nicht gläubig und in meiner Nähe gibt es keine Moschee. Mir ist der Verbot persönlich nicht wichtig, aber ich kann es durchaus nachvollziehen, wenn Einige den Ruf des Muezzins kritisch sehen. Dass diese sofort als Rassist und islamophob bezeichnet werden, kann ich weniger nachvollziehen.

In der Schweiz sind Minarette deshalb schon verboten worden. Warum gelten, diese nicht als rassistisch, islamophob? Ist es Einbildung, dass man in Deutschland schneller als Rassist, Religionsfeind und Sexist abgestempelt wird, als in anderen Ländern?

Antwort
von anniegirl80, 22

Auch die Schweiz wurde dafür kritisiert dass das Minarettverbot angenommen wurde.

Da gab es dann einen Aufschrei in der Politik und Gesellschaft und danach legte sich die Aufregung wieder. Im Übrigen habe ich mitbekommen dass unter gewissen Umständen weiterhin Minarette gebaut werden dürfen...

Ich bin ebenfalls der Meinung das der Muezzinruf in einem demokratischen Land nichts zu suchen hat, denn damit verkündet man die Alleinherrschaft Allahs über das entsprechende Gebiet und damit auch die entsprechenden Werte. Und diese sind uns ja hinreichend aus zahlreichenden anderen Diskussionen (auch bei GF) bekannt.

Wie du selber festgestellt hast, kann man den islamischen Glauben auch ohne Muezzin ausüben. Das hat für mich also nichts mit Rassismus zu tun, sondern damit dass klargestellt wird, welche Werte in einem Land vorherrschend sind.

Das heisst aber nicht dass ich das Grundsatzprogramm der AfD gutheisse - für mich sind sie (im Moment) eine light-Version der NPD.

Antwort
von sacredrain, 47

Jede Religionsgemeindschaft ist davon überzeugt, den einzig wahren Gott anzubeten. Schau dir das Vaterunser an:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde; und an Jesus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn.

Unterscheidet sich das wirklich so stark voneinander? Das habe ich Menschen auch schon häufiger öffentlich aufsagen gehört. Müsste die AfD nicht auch da einschreiten, schließlich werden andere Religionen angefochten? Natürlich nicht, denn sie ist fixiert auf Minderheiten.

Der Ruf des Muezzin gilt nach meinem Verständnis den Muslimen, sprich,
für sie ist Allah der einzig wahre Gott. Angesprochen wird, wer sich
angesprochen fühlt. So ist das auch mit dem Vaterunser, es wird nur von gläubigen Menschen gesprochen, für die es selbst etwas bedeutet und nur für sie gilt es auch.

Kommentar von Fuloli ,

Vielleicht habe ich das nicht deutlich gemacht. Ich sehe das Problem nicht darin, dass die Muslime ihren Allah haben und zu ihm beten. Aber wenn du zu einem Muslim gehst und sagst: "Gott ist der Größte. Gott ist der einzig wahre Gott und Jesus ist sein Gesandter", ist das was anderes, als sagst du das zu einem anderem Christen. Wenn man den Text, dann nicht zu einem Muslim sagt, sondern mit Lautsprechern in der Türkei, die Existenz Allahs anzweifelt, werden sie sicher nicht begeistert sein...

Kommentar von sacredrain ,

Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass jeder nur das sagen darf, was man selbst auch hören möchte. Eine Überschreitung der Religionsfreiheit wäre es für mich erst, wenn hinter diesem Satz, den du genannt hast, noch der Befehl ''du musst das jetzt auch so sehen!'' kommen würde. Es ist ansonsten aber eine einfache Aussage, mit der das Gegenüber machen kann, was er will. Nichts hält ihn davon ab, ihm zu widersprechen oder es zu ignorieren, wenn seine Meinung eine andere ist.

Antwort
von nowka20, 7

die welt ist eben widersprüchlich und sehr bunt!

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