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Ich glaube nicht das das Thema tot nur in Deutschland ein Tabu Thema ist, sondern das es in allen westlich orientierte Länder ein Tabu ist.
Das denke ich hat zum einen etwas mit den Jugendwahn zu tun und zum anderen etwas mit den Verlust unserer Trauerkultur.
Alt und krank werden darf man in unserer Gesellschaft nicht.
Heute muß ein 80Jähriger Rentner immer noch Agil und Geistig rege sein.
Der Tot wird aus der Gemeinschaft ausgeschlossen.
Die wenigsten Menschen sterben Zuhause in ihrer vertrauten Umgebung.
Durch den Verlust unserer Trauerkultur und dem Leistungsdruck den wir alle unterliegen wird das Thema Tot weiter tabuisiert.
Ein spanendes Thema über das man Stunden lang reden kann.
LG Wolpertinger

Ist eigentlich fast überall ein Tabuthema; wenn man von Japan und Mexiko einmal absieht.
ewunia99 am 12. Juli 2008 18:07 Warum ist es so?..(Angst, Dummheit?)..LG
WolfRichter am 12. Juli 2008 18:09 Mit Dummheit hat das gar nichts zu tun. Mit Angst schon eher; vielleicht Verdrängung.
ewunia99 am 12. Juli 2008 18:13 genau: "was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß"....Und das ist dumm..LG
WolfRichter am 12. Juli 2008 18:18 Hm; ist das nicht etwas eindimensional gedacht?
ewunia99 am 12. Juli 2008 18:27 Das denke ich nicht . Das ist sogar 3-dimensional: Dummheit, Angst und Verdrängung..LG
WolfRichter am 12. Juli 2008 18:43 Na ja.

Das ist eine ungültige Verallgemeinerung.
Es gibt hier sehr wohl viele Menschen, die sich aktiv und konstruktiv mit dem Thema auseinandersetzen.
Das fällt lediglich nicht so sehr auf, weil die Medien der Spaßgesellschaft der allgemeinen Verdrängungstendenz folgen.
Im Gegenteil, wurde man früher noch als "Grübler" abqualifiziert, wenn man sich tiefschürfende Gedanken zum Tod machte, und heute gibt es immer mehr Menschen, die mit wertvollen Gedanken darüber zu diskutieren bereit sind.
Es kommt sehr darauf an, welches Gedankenfutter man sich zuführt, denke ich - ich habe jedenfalls einen gegenteiligen Eindruck gewonnen.

ich finde, dass gerade in der letzten zeit ziemlich viel in der öffentlichkeit über den tot gesprochen und diskutiert wird (sterbehilfe...). - aber bestimmt nicht nur in deutschland fällt es den meisten menschen schwer, sich mit dem tot und dem sterben auseinanderzusetzen - das thema wird im allgemeinen lieber verdrängt.

GF ist eine Ratgeber-Plattform. Welchen Rat suchst Du?

Ich befasse mich häufig mit dem Thema und finde auch nicht, dass es tabuisiert wird.
Bloodstar am 12. Juli 2008 18:23 Dem kann ich mich nur anschließen. Vergewaltigung und andere Thememen werden meiner Meinung nach eher unter den Tisch gekehrt.
Das ist doch bei uns kein Tabu- Thema !Ganz im Gegenteil. Es wird doch genug darüber debattiert. Z.B. über Sterbehilfe

Wie wurden wir Jahrgang 1961 erzogen? Tod, Kinderkriegen und Sex, wenn man da Fragen als Kind hatte wurde es mit einem Wink abgetan und es wurde vielleicht noch dazu gesagt:darüber redet man nicht...Meine Kinder hab ich da schon offener erzogen. Sie bekamen Antworten.

Ich finde nicht, daß es das ist. Es ist zwar sicher ein unangenehmes Thema, über das man nicht gern redet, weil man das oft mit Trauer verbindet, aber ich habe nicht das Gefühl, daß es tabuisiert wird.

Motto: "was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß"..LG
ewunia99 am 12. Juli 2008 18:02 sonst müsste ich darüber nachdenken, nööööö - ich kaufe mir lieber eine Bratwurst..LG

finde ich eigentlich nicht mehr, denn es wird in vielen Medien mit diesem Thema sehr offen umgegangen und am letzten WE z.B. war Tag des offenen Friedhofes in Tübingen, was ein voller Erfolg war..

Es ist ein Tabuthema, weil es keinen interessiert...
Wenn man sich fragt, was wohl nach dem Tode passiert, kann man sich es nicht beantworten...
Was sich der Mensch nicht beantworten kann, verbindet er automatisch mit etwas übermenschlichen (z.B.GOTT).
Da dieses Thema in den Medien nicht aufgeriffen wir, ist es ein Thabuthema....
LG

Außer Angst und Verdrängen vielleicht auch Hilflosigkeit? Was sagt man denn einem lieben Menschen, der um seinen Sohn am Grab weint. Man merkt, dass die Floskel "Mein Beileid" nicht ausreicht. Am liebsten würde man mitheulen, den anderen umarmen oder schreien, weil es so weh tut. Aber man macht es nicht, man ist hilflos, das zu sagen, zu tun, was einem bewegt. Damit will man wahrscheinlich schon gar nicht zu Lebzeiten konfrontiert werden, ein regelrechtes Tabuthema, weil es Schmerzen erahnt, die wir nicht haben wollen.

Wir sind inzwischen zu weit weg vom normalen Umgang mit Tod und Leid durch eine immer auf Funktionalität geprägte Lebensweise.

Früher oder später ob man will oder nicht wird jeder von uns sich mit diesem Thema beschäftigen müssen. Die Angst bremst einige Menschen. Ohne Tod kein Leben, ohne Leben kein Tod. Es ist eine Veränderung.
Vielleicht hat es auch damit etwas zu tun, daß in den westlichen die Antwort auf das nach dem Tod sehr wohl da ist, weil wir alle eine Bibel haben.
Aber je mehr man sich von Gott und seinem Wort entfernt, desto weniger will man auch wahrhaben, daß da vielleicht eine Wahrheit hinterstecken könnte.