Frage von zuFrieden24, 90

Warum ist der Mensch so anmaßend und glaubt durch genetische Veränderung die Natur verbessern zu müssen?

Antwort
von Mucker, 11

Ja - Menschen sind anmassend - und greifen zu sehr in die Natur ein - und bringen dabei einiges durcheinander. Das ist eher Rück- als Fortschritt. . Gentechnik sollte von den Regierungen unter schärfster Kontrolle stehen. Denn damit richten MONSANTO und Co. viel Unheil an.

Gentechnik zerstört die Artenvielfalt

Die Gefährdung der Artenvielfalt (Biodiversität) durch das im Übermass eingesetzte gentechnisch modifizierte Saatgut tritt immer deutlicher zutage.

Die Breitband-Herbizide die für herbizid-tolerantes, gentechnisch modifiziertes Saatgut verwendet werden, verringern wahllos die Anzahl der Wildpflanzen-Arten und sind auch giftig für Tiere.

Glufosinat beispielsweise verursacht Geburtsfehler bei Säugetieren (17) und Glyphosat steht im Zusammenhang mit dem Non-Hodgkin-Lymphom.


Gentechnisch manipulierte Pflanzen mit Bt-Giften töten nützliche Insekten wie zum Beispiel Bienen (18) und Florfliegen (19).

Pollen von Bt-Mais ist tödlich für den Monarchfalter (20) sowie für Schwalbenschwänze (21).

Gentechnik kann krank machen

Auch verarbeitete Produkte, die aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt werden, können schädlich sein. So wurde eine Charge der Aminosäure Tryptophan, die von gentechnisch modifizierten Mikroorganismen produziert wurde, mit mindestens 37 Todesfällen und 1.500 ernsthaften Erkrankungen in Zusammenhang gebracht (22).

Das gentechnisch modifizierte Rinder-Wachstumshormon, das (z. B. in den USA) Kühen zur Steigerung der Milchproduktion injiziert wird, verursacht nicht nur exzessives Leiden und Krankheiten bei den Kühen, sondern erhöht auch den Gehalt von Wachstumsfaktoren (IGF-1) in der Milch, welche in Verbindung mit Brust- und Prostatakrebs beim Menschen stehen (23).

Gentechnik ist nicht sicher

Die Sicherheit von gentechnisch manipulierten Lebensmitteln wurde öffentlich von Professor Bevan Moseley angefochten. Moseley ist Molekular-Genetiker und hatte den Vorsitz der Arbeitsgruppe für Neue Lebensmittel des Wissenschaftlichen Komitees für Lebensmittel der Europäischen Union inne (24).

Moseley lenkte die Aufmerksamkeit auf die unvorhergesehenen Auswirkungen, die der Technologie innewohnen und betonte, dass die nächste Generation von gentechnisch modifizierten Lebensmitteln – die sogenannten "Nutraceuticals" oder "Functional Foods", wie zum Beispiel mit Vitamin A "angereicherter" Reis – ein noch viel grösseres Risiko für die Gesundheit darstellten, weil deren Gen-Konstrukte derart komplex seien.

Die Gentechnologie bringt neue Gene und neue Kombinationen aus genetischem Material, das im Labor hergestellt wurde, in Saatgut, Tiere und Mikroorganismen ein (25).

Die künstlichen Konstrukte werden aus dem genetischen Material von krankheitserregenden Viren und anderen genetisch veränderten Parasiten und Bakterien hergestellt.

Ausserdem beinhalten sie genetische Codes, die für Antibiotika-Resistenzen verantwortlich sind.

Die Konstrukte sind so gemacht, dass sie spezifische Barrieren aufspalten und Mechanismen überwinden können, die eigentlich fremdes genetisches Material daran hindern sollten, in die ursprünglichen Erbanlagen einzudringen und diese zu verändern.

Gentechnisch veränderte DNA kann übertragen werden

Die Möglichkeit, dass gentechnologisch veränderte DNA durch Zellen von Säugetieren aufgenommen werden kann, wird ausdrücklich im Entwurf des Leitfadens der FDA für die Industrie über antibiotikaresistente Marker-Gene genannt (26).

Der britische Minister für Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittel hat in einem Kommentar über das Dokument der FDA darauf hingewiesen, dass transgene DNA nicht nur durch die Verdauung übertragen werden könne, sondern auch durch den Kontakt mit Blütenstaub und Pollen in der Luft, die bei der landwirtschaftlichen Arbeit und bei der Lebensmittelverarbeitung entstehen (27).

Diese Warnung ist umso wichtiger, wenn man in Betracht zieht, dass gentechnisch modifizierte Gene aus Feldversuchen sich bereits über Gen-Pollen auf Bakterien und Hefen im Darm von Bienenlarven übertragen haben (28).

Die pflanzliche DNA wird ausserdem während der meisten Prozesse in der kommerziellen Lebensmittelverarbeitung nicht vollständig abgebaut (29).
Die Prozesse der Pulverisierung und des Mahlens belassen die DNA des Getreides in der Regel intakt, wie es auch bei der Behandlung durch Erhitzung auf 90°C der Fall ist. Auch Pflanzen, die im Silo aufbewahrt wurden, zeigten einen geringen Abbau der DNA.

Ein spezieller Bericht des britischen Ministers für Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittel rät daher von der Verwendung gentechnisch modifizierter Pflanzen oder Pflanzenabfall bei der Fütterung von Tieren ab.

Selbst die bakterielle Mundflora des Menschen oder Bakterien der Atemwege sollen Gen-DNA aufnehmen können. (30)

Es hat sich gezeigt, dass sich antibiotikaresistente Marker-Gene aus gentechnisch modifizierten Pflanzen im Labor auf Bakterien im Boden und Pilze übertragen können (31, 32).


http://www.zentrum-der-gesundheit.de/gentechnik-monsanto-ia.html


Antwort
von Kuno33, 43

Derartige Fragen wurden schon immer gestellt, wenn durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse  neue Möglichkeiten entstehen.

So konnte die wissenschaftliche Anatomie erst durch Untersuchungen am lebendigen Körper und Sezieren von Leichen entwickelt werden. Auch hier gab es lange Streitigkeiten, ob der Mensch das darf.

Derartige Weiterentwicklungen sind immer mit Risiken behaftet. Inzwischen ist schon sehr viel über die Funktionen von Genen bekannt. Dennoch passieren immer wieder auch Dinge, mit denen man zunächst gar nicht gerechnet hatte.

Meine Einschätzung ist die, dass es im Zuge weiterer Entwicklungen irgendwann Genveränderungen als medizinische Verfahren geben wird. Wer kann wirklich sagen, ob das anmaßend ist? (Das Gleiche gilt aber auch für andere Zweige der Wissenschaft.)

Antwort
von Suboptimierer, 49

Es geht um Optimierung. Welche Form ist ideal für Gemüse? Wie wird Gemüse besonders resistent gegen Schädlinge? Wie stelle ich gleichbleibend gute Qualität sicher? Solche Fragen eben.

Es geht nicht darum, dass sich die Wissenschaftler über einen Gott stellen wollen, falls du das meinst.

Das Prinzip ist ähnlich wie bei der Zucht. Für einen Religiösen kann es so wirken, als würden sich Hundezüchter für einen Gott halten. Hundezüchter können aber überzeugte Atheisten sein. Das ist für die kein Problem.

Religiöse denken auch gerne, dass Leute ihr Auto, ihr Geld oder ihren Lieblingsfußballstar vergöttern. Sie würden aber immer auf die Frage, ob sie dasjenige oder denjenigen für einen Gott halten würden, in den meisten Fällen mit "nein" antworten. Niemand betet zu seinem Auto oder hält es für einen Erlöser oder glaubt, dass das Auto die Welt erschaffen hat.

Antwort
von lohne, 51

Wenn der forschende Mensch das nicht immer und in allen Bereichen glauben und versuchen würde, würden wir noch in der Steinzeit und in Höhlen leben.

Antwort
von halbsowichtig, 21

Es geht nicht um Verbesserung, sondern um Anpassung. GVOs sind an konkrete Optimierungsziele von Konzernen angepasst. Sie sollen sich nicht in der Wildnis durchsetzen, sondern unter mehr oder weniger kontrollierten Bedingungen hohen Gewinn abwerfen.

Wildpflanzen, die in der Natur wachsen sollen, werden bestimmt nicht absichtlich genetisch "verbessert". Das erledigt die Evolution. Genetisch optimiert werden nur Nutzpflanzen.

Kommentar von zuFrieden24 ,

Natürlich wäre es, wenn der Mensch sich an die Natur und nicht die Natur sich an den Menschen anpasst.

Kommentar von halbsowichtig ,

Es liegt in der Natur des Menschen, seine Umwelt an sich selbst anzupassen. Viele Tierarten tun das im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Am bekanntesten sind die Biber, die Bäche graben und Teiche anlegen. Wenn ihnen der Wasserpegel nicht passt, bauen sie sogar einen Damm.

Auch bekannt, aber weniger auffällig, sind die Spechte. Sie höhlen Bäume aus, wenn sie keine vorhandenen Baumhölen vorfinden. Baufreudig sind auch die Kleiber, wenn sie eine verlassene Spechthöhle mit Lehm zukleben. Mit Lehm bauen Schwalben übrigens ihr ganzes Haus.

Darüber hinaus, denk nur an die Interaktionen und Manipulationen der Pflanzen untereinander: Pflanzen bekämpfen oder fördern einander mit Wurzelsekreten, sie locken nützliche Pilze an und "züchten" Insekten mit Nektarfutter. Alle versuchen, im Rahmen ihrer Fähigkeiten, die Umgebung an sich anzupassen.

Uns Menschen sind "dummerweise" Hände mit Daumen gewachsen. Darum können wir deutlich mehr verändern als andere Tierarten. Damit sorgen wir für gefährlichen Ärger im Ökosystem. Im Prinzip ist unser Drang, die Welt an unsere Vorstellungen anzupassen, aber absolut nichts Ungewöhnliches.

Antwort
von DaMenzel, 48

Weil der Mensch gerne lernt und Dinge beeinflusst (sich die Erde Untertan macht) - aber manchmal auch einfach nur probiert der Evolution unter die Arme zu greifen um für sich selbst Vorteile zu haben.

Ob das ganze Anmaßend ist oder nicht, kann wohl kein Mensch entscheiden.

Antwort
von FragaAntworta, 37

Na wer soll es denn sonst machen? Die Natur selber? Braucht einfach zu lange. Und zudem, wer Wissenschaftler kennt, weiß das diese sich im Grund an keine ethischen Grundsätze halten, und alles was man erforschen kann auch erforschen, und die wenigsten sind sich im Klaren über die Folgen ihres Verhaltens. Also werden solche Forscher, und nicht der Mensch, das auch weiterhin durchziehen.

Antwort
von Nijori, 16

Weil wir zu Intelligent für unser eigenes Wohl sind und unseren Platz in der Natur sowie die damit kommenden Beschränkungen wie Tod und Krankheit nicht akzeptieren wollen das fängt schon weit vor Genbastelei an.

Menschen sind wie kleine Kinder die mit Dingen spielen für die wir noch längst nicht verantwortungsbewusst genug sind und leider sind wir nicht die Sorte Kinder die sich selbst damit direkt verletzen sondern die Sorte die in die Hand beißt die sie füttert.


Antwort
von dadita, 26

Das hat nichts mit Anmassung zu tun. Wir haben die Fähigkeiten haben, gewisse Aspekte der Natur zu optimieren und für uns nutzbar zu machen. Dies sollten wir auch tun, es eröffnet uns zahlreiche Möglichkeiten.

Kommentar von Mucker ,

" Wir haben die Fähigkeiten haben "

Das ist ja ne interessante Theorie ! Kannte ich noch gar nicht.

Antwort
von Wootbuerger, 41

weil wir es können und denken dass der Mensch sich "seine" Erde so anpassen muss dass er nicht zu schaden kommt.

Für fragen nach der Notwendigkeit kannst du dich an "die Grünen" wenden, die sind scheinbar Experten für Naturanpassung :P

Antwort
von pikachulovesbvb, 28

Durch technischen Fortschritt haben wir (Menschen) bereits viele Krankheiten ausgerottet.

Wieso sollte der weitere Fortschritt (In welchem Bereich auch immer) nicht auch durch Gentechnik erreicht werden ?

Antwort
von priesterlein, 29

Weil Kinder nicht hören und irgendwann alles für durch sie verbesserbar halten, auch wenn sie das komplete System weder kennen noch verstehen.

Antwort
von hoermirzu, 19

Verzweifelte Versuche von mitunter spleenigen Wichtigtuern. Früher hießen sie Ressel, Edison,  Mitterhofer,..., ohne deren Ideen wir etwas ärmer wären.

Wer nichts tut, kann auch nicht scheitern, aber auch nichts bewirken.

Antwort
von GuidoFawk, 5

Weil manche Idioten denken sie können Gott spielen !

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