Frage von hardzero1, 79

Warum ist der Kometenschweif nach hinten gerichtet?

Hallo!

In einem Physik-Referat in der Schule ging es um Kometen. Allerdings verstehe ich nicht wieso der Schweif nach "hinten" geht. Mein Physiklehrer konnte mir Erklären dass der eine Schweif von den (sehr schnellen) Teilchen der Sonnenwinde "mitgerissen" wird, und deshalb der Schweif immer von der Sonne weg geht. Die Erklärung wieso sich aber der andere Schweif nach "hinten" vom Kometen entfernt, habe ich nicht verstanden. Mein Physiklehrer meinte dass das etwas mit der Impulsübertragung der Teilchen in dieser "Koma" zu tun hat, weil die Teilchen des Schweifes größer sind als die der Gase der Koma. Kann mir das vielleich hier jemand erklären, oder eine Seite verlinken auf der das erklärt ist? Leider habe ich keine gefunden. Vielen Dank, hardzero1

Antwort
von Discipulus77, 37

Wenn der Komet sich der Sonne nähert sorgt die Erhöhung der Temperatur für eine Sublimiation. Das heißt das Eispartikel direkt zu Gas werden. Letzlich bildet sich ein Koma um den Kometen. Zudem spielen der Strahlungsdruck (stell dir vor, dass auch Photonen (Lichtteilchen) einen Druck ausüben) und der Solarwind eine Rolle. Somit können die leichteren Partikel im Koma abgelenkt werden. Entsprechend der Richtung des Strahlungsdruckes und des Solarwindes von der Sonne fortzeigend.

Dabei bilden sich übrigens zwei Formen von Kometenschweifen. Der TYP-I zeigt direkt von der Sonne fort. Es handelt sich dabei um ionisiertes Gas und durch die Magnetfelder und Solarwind wird dieser Gasschweif stärker beeinflusst als der Staubsschweif (TYP-II), welcher nicht direkt von der Sonne zeigt, sondern mehr "gekrümmte" Bahnen beschreibt, da er dem Orbit des Kometen folgt und eben nicht von den Magnetfeldern beeinflusst wird.

Expertenantwort
von SlowPhil, Community-Experte für Physik, 27

Warum ist der Kometenschweif nach hinten gerichtet?

Ist er gar nicht. Der Kometenschweif ist immer von der Sonne weg gerichtet, auch dann, wenn sich der Komet von der Sonne entfernt. In dieser Phase ist er (der Schweif) also sogar annähernd nach vorn gerichtet.

Ein Komet besteht neben etwas Gestein etc. auch aus Bestandteilen, die nur bei den fern von der Sonne üblichen niedrigen Temperaturen fest sind. Die verdampfen, wenn sich der Komet der Sonne nähert, und der Sonnenwind, d.h. geladene Teilchen, die von der Sonne kommen, bläst sie von der Sonne fort. Das Licht dürfte übrigens auch schon einen gewissen Druck ausüben, dies aber vor allem in größerer Nähe der Sonne.

Antwort
von SonjaDieKatze, 49

http://kometen.info/lexikon.htm

Kommentar von SonjaDieKatze ,
GEGENSCHWEIF

Bei manchen

 

Kometen

 

- das wohl bekannteste Beispiel ist der

 

Komet Arend-Roland

 

aus dem Jahr 1957 - zeigt sich ein zusätzlicherSchweif, der nicht von der Sonne weg-, sondern zu ihr hingerichtet ist. Ursache sind Staubpartikel, die so groß sind, dass sie nicht vom Sonnenwind weggedrückt werden, sondern im Orbit hinter dem Kometen zurückbleiben. Wenn wir zufällig von der Seite auf diese Partikelwolke schauen, wird sie als Gegenschweif sichtbar.

Antwort
von hardzero1, 17

Hallo, danke für eure Antworten!

Dass der eine Schweif immer von der Sonne weg gerichtet ist, ist mir klar.

Jedoch verstehe ich nicht wieso der andere Schweif "im Orbit hinter dem Kometen zurückbleib[t]" (SonjaDieKatze), bzw. "dem Orbit des Kometen folgt" (Discipulus77). Wenn er "nicht von den Magnetfeldern beeinflusst wird" (Discipulus77) was veranlasst ihn dann dazu?

hardzero1

Kommentar von Wii42 ,

Ich bin da nicht so bewandert aber ich könnte mir worstellen das der zweite (Staub-)Schweif nicht gerade nach von der sonne wegzeigt sondern gebogen ist da er wegen der grösseren Trägheit gegenüber dem Gasscheif nicht so einfach vom Sonnenwind bzw. dem Strahlungsdruck von der Sonne weg gerichtet werden kann. Ist aber nur ne Vermutung

Kommentar von hardzero1 ,

Ja, aber so wie ich das verstehe müsste das eigentlich nur bedeuten dass der Schweif "langsamer" ist als der andere, aber nicht dass er gebogen und nach hinten gerichtet ist. Außer das liegt am dadurch größer werdenden "Radius" der Umlaufbahn der Schweifteilchen um die Sonne, bei gleich bleibender Bahngeschwindigkeit. Aber ich kann mir nicht vorstellen dass das so viel ausmacht.

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