Frage von dandy100, 57

Warum ist der Kater so verstört?

Guten Morgen liebe Katzenfreunde,

wir sind vor zwei Wochen mit unserem Kater Lucky aus dem Schwarzwald zurück ins Ruhrgebiet umgezogen; Lucky hat es ganz gut verkraftet und sich auch erstaunlich schnell orientiert, welche Wege wohin führen, wieviel Hauseingänge es gibt, wohin man so überall gehen kann - er war sein Leben lang nie eingesperrt und deshalb wollten ihr ihm das in der neuen Umgebung nicht antun, obwohl es ja immer heißt, dass man Katzen nach einem Umzug erstmal ein paar Wochen nicht rauslassen soll. Das wäre aber wirklich ausgeschlossen gewesen, Lucky wäre durchgedreht, wenn er das auch noch hätte ertragen müssen.

Es hat ja auch alles ganz gut geklappt, er ging raus, kam zurück, lernte alles kennen; das Problem ist, dass er mit jedem neuen Tag immer unsicherer und verspannter wird. Nachdem er sich anfangs relativ frei bewegt hat und interessiert war, alles zu erkunden, will er immer weniger bis gar nicht raus, sitzt unter den Stühlen, starrt an die Wände, erschreckt sich vor jedem Geräusch, miaut nicht mehr oder nur sehr verkrampft, läuft in der Wohnung vor uns weg und wirkt mit jedem Tag immer verstörter.

Wir wohnen hier direkt neben einem großen Waldfriedhof, ich dachte das wäre ein wunderbares großes Gebiet für ihn, aber ich glaube, es gefällt ihm einfach nicht, nachdem er es kennengelernt hat - mir selbst ehrlich gesagt auch nicht.

Wir haben schon überlegt, nochmal umzuziehen, diesmal an den äussersten Stadtrand, aber wir wissen einfach nicht, ob das richtig ist. Nochmal ein Umzug und eine neue Umgebung? Ich habe Angst, dass er das dann gar nicht mehr verkraftet. Andererseits frage ich mich, ob es Sinn macht, sich an eine Umgebung zu gewöhnen, in der man sich im Grunde nicht wirklich wohlfühlt.

Wir möchten so gern, dass er auch weiterhin ein schönes glückliches Leben hat und wissen nicht, was wir machen sollen. Abwarten oder woanders hingehen. Was meint ihr? Hat jemand Erfahrung mit solchen Situationen und einen Rat für mich? Wäre ich sehr dankkbar. Euch allen einen schönen Tag!

Antwort
von almmichel, 28

Die Missverständnisse zwischen Mensch und Katze fangen schon mit der Wohnungseinrichtung an. Wie soll ein gemütliches Leben auf 70 Quadratmetern aussehen? Dass sich die Einrichtungs-Bedürfnisse einer Perserkatze, die von ihrem stilbewussten Besitzer als elegant eingestuft und auch nur deshalb erworben wurde, kaum mit dem Geschmack ihres Halters in Einklang bringen lässt, ist vermutlich nur den wenigsten klar.

"Katzen hassen sterile Yuppie-Wohnungen", sagt Barbara Schöning, Tierärztin und Expertin für Verhaltenstherapie in Hamburg. In den Augen einer Katze sei das ideale häusliche Jagdrevier eine unordentliche, vollgestellte Wohnung oder eine Rumpelkammer, die reichlich Ruheplätze, Verstecke und möglichst mehrere Katzentoiletten (immer unabgedeckt!) biete. Obendrein braucht eine Katze Kratzbäume – an denen markiert sie ihr Revier. Die Krallenpflege dagegen erledigt sie mit den Zähnen.

Aus Welt.de/Wissenschaft Artikel1350

Kommentar von dandy100 ,

Das mag wohl so sein, hat aber mit meinem Problem ja nun gar nichts zu tun.....

Antwort
von Weichloeter, 28

du hast dir die antwort selbst gegeben. er hat es NICHT gut verkraftet und dass "es ja immer heisst...", hat schon seine gründe:

wir sind vor zwei Wochen mit unserem Kater Lucky aus dem Schwarzwald
zurück ins Ruhrgebiet umgezogen; Lucky hat es ganz gut verkraftet und
sich auch erstaunlich schnell orientiert, welche Wege wohin führen,
wieviel Hauseingänge es gibt, wohin man so überall gehen kann - er war
sein Leben lang nie eingesperrt und deshalb wollten ihr ihm das in der
neuen Umgebung nicht antun, obwohl es ja immer heißt, dass man Katzen
nach einem Umzug erstmal ein paar Wochen nicht rauslassen soll.



Kommentar von dandy100 ,

Mir ist das schon klar, dass man Katzen nach Umzügen nicht rauslassen soll, bei Lucky war das aber nun mal nicht möglich, er wäre durchgedreht, wenn ich das getan hätte - er kennt weder ein Katzenklo, noch ist jemals die Haustüre vor ihm verschlossen  geblieben. Ihm das auch noch zuzumuten neben dem ganzen Umzugsstress vom Schwarzwald ins Ruhrgebiet, während dessen er stundenlang in einer Transportbox sitzen musste und jammerte, war absolut unmöglich.

Die Frage ist auch nicht, was wäre wenn, sondern, was ich jetzt tun kann, um ihm den Wechsel zu erleichtern und vor allem ob es Sinn macht, weiter hier zu bleiben oder nochmal in eine andere Umgebung umzuziehen, die ihm vielleicht besser gefällt bzw die landähnlicher ist.

Wir haben zwar jetzt einen großen Garten, aber es ist eben nicht der Schwarzwald; der große Waldfriedhof gefällt ihm jedenfalls - bis jetzt - noch nicht. Vielleicht merkt er ja auch, dass da tote Menschen liegen und will deshalb dort nicht hin. Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll; einfach abwarten oder die Situation noch mal verändern.

Kommentar von Weichloeter ,

ob es Sinn macht, weiter hier zu bleiben oder nochmal in eine andere
Umgebung umzuziehen, die ihm vielleicht besser gefällt bzw die
landähnlicher ist.



du gibst dem tier 2 wochen und erwägst allen ernstes den ganzen stress für mensch und tier noch einmal zu machen, nur, weil es dem tier deiner meinung nach nicht "gefällt???

Kommentar von dandy100 ,

Ist das denn so falsch gedacht?

Ich bin kein Katzenexperte, das ist unser erster Kater, aber man sagt Katzen ja nach, sie seien äusserst konsequent und wenn sie etwas nicht mögen, dann mögen sie es eben nicht und das ändert sich dann auch nicht mehr.

Ich häte es verstanden, wenn der Kater erst Stück für Stück in sein neues Leben hereinfindet, dass es aber umgekehrt ist, und er sehr schnell alles in seiner neuen Umgebung erkundet, um sich dann verstört zurückzuziehen, irritiert mich einfach sehr.

 Es wird nicht jeden Tag besser sondern täglich schlimmer, und deshalb überlegen wir, ob es überhaupt Sinn macht, weiter abzuwarten.

Es war eine sehr schwere Entscheidung, ihn überhaupt hierhin mitzunehmen, denn es war klar, dass wir ihm hier nicht das Katzenparadies wie im Schwarzwald bieten können wo er so glücklich war. Unserer alten Nachbarn konnten ihn aber nicht "übernehmen", dazu sind sie zu alt, über 80 und Lucky ist erst 3.

Es ist ganz schlimm, zu sehen wie schlecht es ihm jetzt geht und wir würden auch tatsächlich noch mal umziehen, um ihm eine noch bessere Umgebung bieten zu können.

Ist das so verkehrt?

Antwort
von HorstdasBrot, 10

Selbst die Katze gewöhnt sich an alles. Gebt ihr nur Zeit. Ein Umzug löst nicht das Problem. Ausdauer und gut zureden.

Antwort
von DjangoFrauchen, 25

Der Umzug ist jetzt zwei Wochen her?

Etwas mehr Zeit sollte schon vergehen...

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