Frage von koten, 41

Warum ist das Recht auf Leben so eingeschränkt?

Bei allen anderen Grund- und Menschenrechten darf sich jeder entscheiden, ob er das Recht in Anspruch nehmen möchte oder nicht. Meinungsfreiheit ist auch das Recht zu schweigen, Glaubensfreiheit auch das Recht, an nicht zu glauben und so weiter.

Beim Recht auf Leben ist es anders. Das Recht selbstbestimmt zu sterben gibt es nicht. Steht jemand daneben, wenn ein Mitmensch sein Leben beendet werden will. Dann ist man sogar verpflichtet, die Wünsche des anderen zu mißachten. Tut man das nicht, wird man wegen unterlassener Hilfleistung vor Gericht gestellt.

Wo ist da die innere Logik?

Antwort
von Standlicht, 13

Also ich habe lange Zeit in einer Down Phase über die selbe Frage gegrübelt und muss dir da auch mit deiner Meinung prinzipiell recht geben möchte dir aber auch noch meine weiteren Überlegungen mitteilen:

Wenn du deinem Leben ein Ende setzt macht das viele Menschen aus deinem persönlichen Umfeld sehr traurig und es kommt möglicherweise auch zu Nachahmungen von Menschen, denen es vor deinem Tod eigentlich gut ging.

Es gibt in Deutschland viele Hilfsangebote z.B. auch Psychiatrien die andere Menschen viel Kraft und auch Geld kosten damit es dir besser geht, von daher möchten sie dir halt helfen und versuchen das du deinem Leben kein Ende setzt. In Deutschland führen wir außerdem ein "gutes" Leben ohne z.B. Krieg und können ohne existentiellen Ängste leben, von daher kann man eigentlich erwarten das du dein Leben "genießt". In Deutschland wird jeder einzelne Mensch praktisch von der Gesellschaft "geliebt" und daher möchte man nur das beste für einen Menschen, was sicherlich nicht darin liegen kann das wir uns alle das Leben nehmen.

Es gibt ja keine Pflicht zu leben, wenn du wirklich nicht mehr willst kannst du ja irgendwo im Wald anonym deinem Leben ein Ende setzen und du oder deine Angehörigen werden dafür auch nicht bestraft, weil es deine freie Entscheidung war.

Doch so lange andere Menschen mitbekommen das es dir so schlecht geht versuchen sie dir halt zu helfen, da der Mensch von Natur aus halt über einen "Lebenswillen" verfügt und wenn dieser anscheinend nicht mehr da ist ein Mensch halt Hilfe braucht weil er "krank" ist

Kommentar von koten ,

Zunächst besten Dank für die ernsthafte Antwort.

Die Frage hat nicht das geringste mit meiner psychischen Situation zu tun. Diese Gedanken sind zumindest 35 Jahre alt. Damals ging es mir im Job gut, ich besuchte das Abendgymnasium und war auch noch politisch aktiv. So lebt keiner, der Depressionen hat.

Aber ich liebte es schon immer, "Selbstverständlichkeiten" auch von einer anderen Seite aus zu betrachten.

Das Wissen, daß es da zumindest zwei Menschen gibt, die ich mit einem Selbstmord sehr traurig machen würde, ist ein Grund, warum Selbstmord für mich nicht in Frage kommt. Daß ich ein Schisser bin, ein zweiter.

Einen Sinn im Leben kann ich trotzdem nicht entdecken, und daher habe ich Verständnis für die Menschen, die ihrem Leben ein Ende setzen (wollen).

Die sogenannt objektiven Kriterien, daß bei uns niemand Selbstmord begehen muß, finde ich wenig hilfreich. Relevant ist doch nur, wie ein Mensch sein Leben erlebt. Und dieses Erleben ist immer richtig und wahr.

Ich verstehe es durchaus, wenn Menschen andere Menschen vom Selbstmord abhalten wollen. Vielleicht habe ich mich da nicht klar genug ausgedrückt. Wenn ich aber Gefahr laufe, angeklagt und wegen unterlassenen Hilfeleistung verurteilt zu werden, weil ich nicht aktiv eingriff, wurde, als jemand auf einer Brücke über das Geländer kletterte, dann sehe ich das durchaus als eine "Pflicht zu leben".

Wie ich in einer solchen Situation wirklich handeln würde, ich weiß es nicht. Mein Kopf würde sagen: "Laß ihn in Ruhe. er hat das Recht dazu. Es ist seine Entscheidung, und die habe ich zu respektieren." Doch das Herz würde sagen: "Jeder Mensch, der sich selber tötet, ist ein Verlust für die Menschheit. Jeder Mensch ist wertvoll, jeder wichtig."

Antwort
von TreudoofeTomate, 30

Das Leben bekommt man geschenkt. Geschenke wirft man nicht einfach unüberlegt weg.

Kommentar von koten ,

1. Von wem?

2. Warum nicht?

3. Die anderen Grund- und Menschenrechte bekomme ich ja auch geschenkt? Muß ich wegen der Meinungsfreiheit zu allem meine Meinung öffentlich äußern? Wegen der Koalitionsfreiheit (Recht Vereine zu gründen und in ihnen Mitglied zu werden) in jeden Verein eintreten? ...

4. Wie kommst Du auf die Idee, das wäre dann "unüberlegt"?

Kommentar von HoytVolker ,

Dann wirds mal zeit das der "geschenkemacher" aufhört solche blöden Geschenke zu verschenken :P

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