Warum ist das ,,Ich'' in einem Gedicht nicht der Autor?

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4 Antworten

Das "lyrische Ich" ist eine Konstruktion aus der Erkenntnis heraus, dass der Erzähler mit dem Autor nicht identisch sein muss (wenn auch kann). Der Autor kann durchaus eine Figur entwickeln, aus deren Perspektive er schreibt. (Das ist eher die Regel als die Ausnahme. Nur (?) bei realen Tagebüchern sind Autor und Ich-Erzähler identisch und bei Liebesgedichten mit einem konkreten Adressaten.)

Ich nehme als extremes Beispiel mal einen Song der Stones: In "Midnight Rambler" erzählt Mick Jagger von einem Kerl - und nimmt dessen Perspektive ein („Did you see me make my midnight call?“) -, der nachts durch die Gegend schleicht und Frauen umbringt. Natürlich hat Jagger das niemals getan, er versetzt sich nur in den "Würger von Boston", einen damaligen Serienmörder. Ich würde jetzt gerne sagen, um dessen Sichtweise aufzudecken, aber natürlich geht es hier eher um den Schockeffekt ...

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Das lyrische ich ist nicht zwingend der Autor da es ja nicht sein muss dass er aus seiner eigenen Sicht schreibt. Oft schreibt man aus der ich Perspektive um ein persönlicher wirkendes Gedicht zu schreiben dass sich auf die Gedanken und Gefühle einer Person bezieht.

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Wenn das Ich in einem Gedicht der Autor wäre, dann müsstest du den Autor kennen, um interpretieren zu können, wie er meint, was er schreibt. Von daher ist es einfacher, das Ich und seine Aussagen so zu nehmen, wie sie sich im Gedicht darstellen.

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Es ist das selbe wie mit Schauspielern. Sie spielen eine Rolle, nicht mehr und nicht weniger.

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